vonaktionfsa 17.06.2019

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„Wer diese christlichen Werten [wie die Hilfe in Not] nicht vertritt, kann dieses Land jederzeit verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“ Dieser Ausspruch machte den getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (65), CDU, zu einem beliebten Hassobjekt der extremen Rechten. Einige Zeit stand er unter Polizeischutz. Das bewahrte ihn aber nicht davor am 2. Juni vor seinem Haus aus nächster Nähe erschossen zu werden.

Am Wochenende wurde nun ein polizeibekannter Rechtsextremist als Tatverdächtiger verhaftet. Wir können schon mal Wetten annehmen, dass er als Einzeltäter gehandelt hat und es natürlich keinen NSU 2.0 im Hintergrund gibt und die Schreiber der Tausende von Hass-Messages des letzten halben Jahres damit nichts zu tun haben (So widerlich feiern Rechtsextreme den Mord an Lübcke).

„Wehret den Anfängen“ kommt mindestens 20 Jahre zu spät

Auch AfD-Politiker sind in der Liste der Mails und Postings zu finden. Und damit kommen wir zu den Herren Maaßen und Gauck, die uns die AfD als „konservative Partei“ schmackhaft machen wollen. Deren Absonderungen werden in allen Mainstream Medien vorgestellt und damit vor den Landtagswahlen wieder für die AfD Werbung gemacht. Interessant ist ja auch, dass selbst der Mord an Lübcke nach 2 Tagen aus der Presse raus war und erst jetzt nach der Verhaftung am Wochenende wieder ein Rolle spielt, während beispielsweise über den Angriff mit einer Holzlatte auf den AfD-Politiker Magnitz wochenlang berichtet wurde.

Ex-Verfassungspräsident Maaßen hatte sich mit der Leugnung von Hetzjagden in Chemnitz um seinen Job gebracht und kann nun im unverdienten Ruhestand seine Ideen in der Werte-Union der CDU absondern. So hat er kürzlich festgestellt, dass es aus seiner Sicht durchaus zu einer Zusammenarbeit der CDU mit der AfD im Osten kommen könnte.

Ebenfalls als Ruheständler hat sich Ex-Bundespräsident Gauck vor wenigen Tagen zu Wort gemeldet – und alle bedeutenden Medien drucken das nach: Er wünsche sich eine „erweiterte Toleranz in Richtung rechts“ und dass nicht jeder, der „schwer konservativ“ ist, als Gefahr für die Demokratie hinaus gedrängt werde. So sähe er gern einen AfD Politiker als Bundestagsvizepräsidenten, aber natürlich habe jeder Abgeordnete das Recht, zu wählen, wen er wolle. Und weiter meint er: „Aber ich frage mich, ob es politisch nützlich ist, jeden Kandidaten der AfD abzulehnen.“ (Tagesschau).

Beiden könnte man unterstellen, dass sie ja nur die CDU etwas nach rechts rücken wollen, um die AfD überflüssig zu machen und mit Nazis überhaupt nichts am Hut haben. Aber beide waren in ihren früheren Positionen absolute Fehlbesetzungen, wenn sie über die klar faschistische Aussagen von AfD-Politikern einfach hinwegsehen. Hier sind über 20 Punkte aufgelistet, die mit Nazi-Sympathie glänzen.

PS. Freuen wir uns wenigstens, dass am Wochenende der AfD Kandidat als Bürgermeister von Görlitz durchgefallen ist. Allerdings sind dem Polizisten immer noch 45% der Görlitzer auf seinen sicherheitsbetonten Leim gegangen.

Mehr dazu bei https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-06/kassel-walter-luebcke-festnahme-tatverdaechtiger-attentat
und https://www.volksverpetzer.de/social-media/luebcke-verdachtiger/
und https://www.volksverpetzer.de/schwer-verpetzt/gauck-maassen/
und https://www.volksverpetzer.de/analyse/nazis-in-afd/
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6918-20190617-vermutlicher-rechtsextremist-als-moerder-verhaftet.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2019/06/17/todesurteil-wegen-reklame-fuer-reisefreiheit/

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