vonaktionfsa 12.07.2019

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Auch wenn Präsident Trump bei den US-Veteranen und ihren Verbänden relativ beliebt ist, z.B. weil er den Sold erhöht hat und bisher (noch) keine Kriege begonnen hat, so sehen selbst die ehemaligen Soldaten keinen Sinn in den Kriegen der letzten Jahre.

Krieg im Irak sehen als sinnlos an 64% der Veteranen und 62% der Gesamtbevölkerung, beim Krieg in Afghanistan sind es 58 und 59%, beim Einsatz in Syrien 55 und 58 Prozent. Trotz der Mehrheit von Kriegsgegnern selbst unter den Soldaten wurden und werden diese Kriege teilweise seit 17 Jahren geführt …

Interessant sind die Unterschiede in der Beurteilung, wenn man auf die Parteipräferenz schaut. 45% der Veteranen, die den Republikanern anhängen, sehen den Krieg im Irak gerechtfertigt, aber nur 15 Prozent der Anhänger der Demokraten (in der Gesamtbevölkerung: 33%), beim Krieg in Afghanistan sind es 46 und 26% (alle: 38%). Den von dem Demokraten Obama begonnenen Kriegseinsatz in Syrien befürworten 54% der republikanischen aber nur 25% der demokratischen Veteranen.

Welche Gründe machen einen Krieg „sinnlos“ oder „sinnvoll“?

Gründe, die für die Aussagen in Betracht kommen wären

  • die Kosten für die amerikanische Gesellschaft, die in die Billionen (=10^12, also keine billions) gehen
  • Kosten des stetig wachsenden Militärhaushalts,
  • US-Soldaten, die im Einsatz getötet oder verletzt wurden,
  • Sturz eines unliebsamen Herrschers,
  • das Archaische, die Unterwerfung des Gegners,
  • Durchsetzung geopolitischer oder wirtschaftlicher Interessen,
  • Expansion der US-Dominanz.

Nur diese Kriterien wurden und nur aus US Sicht beurteilt, während die Anzahl getöteter und verwundeter Einheimischer in den überfallenen Ländern keine Rolle spielte. So sind seit 2003 im Irak mindestens um die 200.000 Zivilisten getötet worden sein, es gibt aber auch anderen Schätzungen, die bis zu einer Million reichen. In Afghanistan werden erst seit 2009 Daten von den Vereinten Nationen erhoben, seitdem wurden danach 38.000 Zivilisten getötet und 60.000 verletzt.

Für die Weltgemeinschaft hat das UNHCR 3,3 Millionen Vertriebene und 370.000 ins Ausland geflohene gezählt. Ein Viertel der Bevölkerung ist 16 Jahre nach Kriegsbeginn immer noch von humanitärer Hilfe abhängig. In Afghanistan gibt es über eine Million Vertriebe im Land und ca. 1,3 Millionen Flüchtlinge in Pakistan und im Iran. 6 Millionen Menschen in Afghanistan sind nach Angaben des OCHA auf Hilfe angewiesen, doppelt so viele wie 2018.

Diese Menschen würden sicher in den Kriegen keinen „Gewinn“ sehen.

Mehr dazu bei https://www.heise.de/tp/features/Kriege-in-Afghanistan-Irak-und-Syrien-waren-fuer-US-Veteranen-die-Kosten-nicht-wert-4468689.html
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6944-20190712-us-bevoelkerung-kriegsmuede.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2019/07/12/auch-veteranen-sehen-keinen-gewinn/

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