vonaktionfsa 22.08.2019

Bewegungs-Blog

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Bundeswehrangehörige sollen ab 1. Januar 2020 dienstlich und privat kostenlos die Bahn benutzen dürfen, das hat Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer mit der Deutschen Bahn vereinbart. Es schließt sich nahtlos an die Vereinbarung zur Vorfahrt für die Züge mit Bundeswehrausrüstung vom vergangenen Jahr an (Bahn-Verspätung wegen Vorfahrt für’s Militär ).

Welches Grundrecht sollte die Angehörigen einer Berufsarmee, also einer „normalen Berufsgruppe“, berechtigen so bevorzugt zu werden? Solange die Bundeswehr mit inzwischen 16 Auslandseinsätzen in diversen Ländern mitmischen will, sehen wir sie noch nicht mal als „normalen Berufsgruppe“ an.

Olaf Zimmermann, der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, fordert  dagegen Freifahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln für ehrenamtlich engagierte Menschen. „Freifahrten in Bus und Bahnen für engagierte Menschen im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements wären ein sehr gutes Signal.“ … „Innenminister Horst Seehofer (CSU) und Familienministerin Franziska Giffey (SPD), die beide in der Bundesregierung für die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements verantwortlich sind, sollten sich an der Bundesverteidigungsministerin ein Beispiel nehmen und ein ähnliches Dankeschön organisieren.“ Er verweist dabei darauf, dass viele Ehrenamtliche, im Gegensatz zu den Bundeswehrsoldaten, ohne Geld tätig sind oder gerade mal eine Vergütung bis zu 400€ im Monat erhalten.

Richtig bitter wird die Nachricht noch durch die Bemerkung von  CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, der meinte, dass die Anwesenheit und Sichtbarkeit der Bundeswehr in der Öffentlichkeit das Sicherheitsgefühl der BürgerInnen erhöhen könne. Wenn wir an die Umtriebe rechter Netzwerke in der Bundeswehr (Ein militantes, rechtes Netzwerk , Aufklärung zu Hannibal überfällig ) oder an Saufgelage in den Zügen denken, können wir seinen Gedanken nicht folgen.

Freie Fahrt im öffentlichen Nahverkehr für Schülerinnen, Schüler und Ehrenamtliche ist dagegen ein sehr unterstützenswerter Vorschlag. Allzu oft müssen wir unsere Tätigkeit einschränken, weil die Mittel für Fahrtkosten von unseren ehrenamtlich Aktiven nicht aufgebracht werden können. (Über Spenden freuen wir uns immer!)

Mehr dazu bei https://www.zdf.de/nachrichten/heute/freikarten-in-bus-und-bahn-vorstoss-fuer-ehrenamt-belohnung-100.html
und https://www.kirche-und-leben.de/artikel/deutscher-kulturrat-will-freifahrten-auch-fuer-ehrenamtliche/
und https://ze.tt/so-reagiert-das-netz-darauf-dass-soldatinnen-bald-umsonst-bahn-fahren/
und https://www.aktion-freiheitstattangst.org/de/articles/6989-20190822-freifahrt-bei-der-bahn-fuer-bundeswehrangehoerige.htm

[Die Meinung der/s Autor*in entspricht nicht notwendigerweise der der Redaktion]

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https://blogs.taz.de/bewegung/2019/08/22/freifahrt-bei-der-bahn-fuer-bundeswehrangehoerige/

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