Archive for März, 2010

29.03.2010 von anna lehmann
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Rätsel: Millionen Euro tauchen auf – und verschwinden wieder

von anna lehmann

Wenn ich drei Euro aus der linken Hosentasche ziehe, vorzeige, sie dann in die rechte stecke und wieder hervorziehe, wieviel Geld habe ich insgesamt? Fragen wir die GWK.

Wenn Bund und Länder sich treffen, um sich doch einmal über Hochschulpolitik abzusprechen, dann in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (abgekürzt GeWeKa). Im März fand wieder einmal ein solches Treffen statt, die anschließende Presskonferenz verlief bizarr.

Da verkündeten die GWK-Vorsitzende Annette Schavan (gleichzeitig Bundesbildungsministerin) und ihr Stellvertreter Jürgen Zöllner (auch Bildungssenator in Berlin), dass die Hochschulen 800 Millionen Euro erhalten würden, um zusätzliche Studierende aufzunehmen. Toll. Fast eine Milliarde Euro für die Studis. Ja das Geld werde zusätzlich investiert, versicherten beide unisono. Aber keine Schlagzeile, keine Pressemitteilung feierte den Coup. Merkwürdig, sonst ist jeder Lichtblick im Bildungsdschungel eine Jubelmeldung wert.

Nun ja, eine Nachfrage bei SPD-Experten ergab folgendes: 800 Millionen Euro werden Bund und Länder tatsächlich ausgeben, um ab dem nächsten Jahr zusätzliche Studienplätze… weiter lesen

18.03.2010 von Martin Kaul
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Check it yourself!

von Martin Kaul

Checkerinnen und Checker,

die Hochschulrektorenkonferenz hat ein neues Online-Portal hochgefahren. Im BolognaNet will sie nach eigener Aussage die wichtigsten Informationen zusammenstellen und einen schnellen Überblick über Fakten und Diskussionen in der erhitzten Bologna-Debatte schaffen.

“Wir wollen mit dem neuen Angebot eine informierte, sachliche Diskussion zu Bologna fördern”, sagte HRK-Präsidentin Margret Wintermantel heute in Berlin. “Die Diskussion, vor allem auch mit den Studierenden, ist wichtig und wird derzeit auf allen Ebenen geführt. Wenn sie zu guten Ergebnissen führen soll, muss sie präzise geführt werden.”

Was das heißt? Das wollen wir in den nächsten Wochen beoachten. Im neuen Webportal findet Ihr zunächst viele Statements von Bildungsprofessionellen und nur wenige von Studierenden. Wenn, dann gern vom konservativen RCDS. Uns interessiert deshalb: Wie präzise sind die Infos? Wie nah sind die Hochschulrektoren an der Realität an den Unis dran?

Check it yourself! And tell us.

Your Distributor of Control

15.03.2010 von Martin Kaul
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Studiengebühren erhöhen die Bildungsrendite

von Martin Kaul

Geschätzte Anlegerinnen und Anleger,

Studiengebühren, darauf verweist das deutsche Bildungsministerium, erhöhen die Bildungsrendite! Das hat eine Studie des Instituts der Deutschen SeilschaftWirtschaft herausgefunden, deren Ökonomen sich im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung Gedanken darüber gemacht haben, wie sich Bildung wieder lohnen kann. Ihr Ergebnis: Höhere Bildung lohnt sich, immer. Und zwar nicht nur für die Investorinnen und Investoren, die in vielen Fällen bereits für Bildung zahlen, sondern…

“auch für den Staatshaushalt lohnt sich eine höhere Bildung, da etwa die Ausgaben für Hochschulen durch Rückflüsse in Form von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen deutlich übertroffen werden.”

Geht es nach den ÖkonomInnen, so lässt sich die Rendite durch Bildung zahlenmäßig beziffern:

“Absolviert ein junger Mensch Abitur und Studium, statt eine unqualifizierte Arbeit anzunehmen, so bringt ihm das eine jährliche Rendite von durchschnittlich 7,5 Prozent ein”

Klar ist deshalb:

“Studiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester erhöhen die

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15.03.2010 von Martin Kaul
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Besoffen delegieren

von Martin Kaul

+ + + Zurück in Berlin + + +

Trinkerinnen und Trinker,

seit Tagen versuche ich diesen Spruch zu verstehen, der ja durchaus gebildet klingt. Es war ein offenbar delegierender Delegationsteilnehmer, der am Donnerstagabend bei den Feierlichkeiten zum Bologna-Jubiläum in der Wiener Hofburg schon schwer einen im Tee hatte. Amüsiert lief er durch die pompösen Hallen des Edelgemäuers und ich bekam nur diesen einen Satz mit, den er, hicks, zu seinem krawattierten Begleiter sagte: “Besoffen delegieren, da wird keiner fett.” Und beide lachten lauthals. Nun grübel ich unentwegt darüber nach, was das wohl hieß. Vielleicht bilanzierte er über ein altes Saufspiel? Aber das hieß doch wohl nicht…

…Bologna?

12.03.2010 von Martin Kaul
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Kein Gipfel mehr, nirgends

von Martin Kaul

+ + + Aus Wien + + +

Nur nicht einschlafen, Freunde,

obwohl mir sehr danach ist: Zwei anstrengende Tage gehen zu Ende. Ich wollte Euch hier im Blog, ueber Twitter und auf unserem Uni-Schwerpunkt auf taz.de etwas mitnehmen zur Jubilaeumskonferenz der Bologna-Minister in Budapest und Wien. Jetzt quatschen die Delegationen sich hier in der Wiener Hofburg noch ein bisschen aus – aber beschlossen wird nichts mehr. Zeit, langsam mal durchzuatmen. Das Pressezentrum ist leer – und icke auch. Hier zeige ich Euch nochmal, was Ihr lesen koennt, wenn Ihr den Blog hier durchhabt.

Auf taz.de findet ihr rund um unsere Gipfel-Berichterstattung:

- den Startbericht zu unserer Berichterstattung vom Bologna-Gipfel

- einen Hintergrund zu den Problemen rund um die Jahrhundertreform

- eine Zwischenbilanz vom Gipfel-Tag in Budapest

- einen Bericht ueber die Studierendenproteste in Wien

- die Bilanz der Bologna-Konferenz in Budapest und Wien

- meinen… weiter lesen

12.03.2010 von Martin Kaul
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Erst fuettern, dann schlachten

von Martin Kaul

+ + + Aus Wien + + +

Wer haette das gedacht, Querdenker?

Mit erstaunlich deutlichen Worten haben die 47 BildungsministerInnen der Bologna-Staaten den Umsetzungsstand ihrer eigenen Reformen kritisiert. Natuerlich, es gab auch etliche dieser selbstgefaelligen Lobhudeleien. Bei den entscheidenden Gespraechen zwischen Tuer und Angel und auf der offiziellen Abschlusspressekonferenz wurden die MinisterInnen aber durchaus deutlich. Die Studierendenproteste haben offenbar gewirkt.  Die Beschoenigungstaktik der letzten Jahre zieht offenbar nicht mehr. Wozu auch? 95 Prozent der Studiengaenge in Europa wurden mittlerweile auf Bachelor und Master umgestellt. Der ideologische Hauptkampf ist also gewonnen. Nun koennen die Uni-Chefs und Bildungsminister es sich durchaus leisten, mal auf die Studierenden zu hoeren. Ich glaube ja, sie tun das aus ganz rationalem Interesse: Nur wer seine Schweine fuettert, kann spaeter feister schlachten.

In diesem Sinne: Oink!

PS: Freue mich schon auf meine ues zu Hause!

12.03.2010 von Martin Kaul
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Bloggenarbeitenbloggen

von Martin Kaul

+ + + Aus Wien + + +

Treue Leserin, schoener Leser,

derzeit arbeite ich an dem Text fuer die morgige Printausgabe. Ungeduldige Verfolgschaften mit Interesse an bebloggten Randgeschichten aus Wien duerfen sich noch ein bisschen gedulden. In der Zwischenzeit empfehle ich zur Lektuere unsere Texte im Uni-Schwerpunkt. Wer dort ausgelesen hat, sollte schonmal Karten ordern – fuer das taz-Labor Bildung am 24. April in Berlin. Dort vertiefen wir in ueber 20 spannenden Panels – vom Ministergespraech bis zum Protest-Workshop – was im Hinblick auf die Zukunft der Universitaeten diskutiert gehoert.

Bis spaeter!

Dein Ich

12.03.2010 von Martin Kaul
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Kalte Gulaschsuppe, fades Wuerstchen

von Martin Kaul

+ + + Aus Wien + + +

Stolzes Vorurteil,

ich muss heilig korrigieren: “Dick dinieren”, schrieb ich gestern, wuerden – hier gibt es keine ues – die Minister und Beamten in der Hofburg. Nun weiss ich es besser: Lauwarme Gulaschsuppe und kalte Wuerstchen gab es fuer die High Society in Wien, die gestern  erst verspaetet ins Abendprogramm starten konnte: Die Strassenblockaden der Studierenden waren erfolgreich – erst mit anderthalbstuendiger Verspaetung begann die Festgesellschaft zu festen – und zu plauschen. Und der ein oder andere sprach dabei sehr offen: Zwei Unterzeichner der Bologna-Erklaerung erzaehlten mir von ihren Bauchschmerzen, die sie heute haben. Ein Ex-Minister, dessen Name auf der Bologna-Erklaerung von 1999 stand, sagte: “Wir sind damals der falschen Ideologie aufgesessen, alles in den Dienst von “Employability” zu stellen. Das bereue ich heute.” Wer das noch bereut, wird sich heute zeigen. Gerade beginnt hier in Wien die Aussprache ueber die soziale Dimension des Bologna Prozesses. Da… weiter lesen

11.03.2010 von Martin Kaul
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Kein Cocktail nirgends, Prost

von Martin Kaul

+ + + Aus Wien + + +

Bunter Cocktail,

Du stehst in allzu greifbarer Nähe nach diesem Tag voller Minister, Reden, Tippereien, Budapest und Wien. Nach einer fließenden Busfahrt aus Ungarns Hauptstadt nach Wien ist Dein künftiger Vernichter in einen wunderschön stockenden Verkehr geraten. Tausende von Studierenden standen auf der Straßen und empfingen uns schon. Und der hübsche Traditionszug, in dem die offiziellen Delegationen anreisten, musste tatsaechlich umgeladen werden – aus Sicherheitsgründen. Daher sind die meisten Tische in der feisten Wiener Hofburg, in der heute Abend dick diniert wird, auch noch leer. Mein Schicksaal: Während ich nicht weiß, ob draußen schon Cocktails gebastelt werden, Stichwort #bolognaburns, kosten die trinkbaren in der Hofburg 5,80 Euro. Da greift der taz-Redakteur natürlich zum Bier – und recherchiert. Für heute war’s das vom Bologna-Gipfel. Morgen lest Ihr mehr von mir. Hier – und auf taz.de.

Schönes Bier, Prost!

11.03.2010 von Martin Kaul
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Auf zu neuen Ufern

von Martin Kaul

+ + + Gen Wien + + +

So. Budapest ist um. Eine erste Zusammenfassung findet ihr bald im Uni-Schwerpunkt auf taz.de.

Jetzt gehts ab nach Wien. Ohne Netz und nix.

Später mehr!