12.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus Wien + + +
Nur nicht einschlafen, Freunde,
obwohl mir sehr danach ist: Zwei anstrengende Tage gehen zu Ende. Ich wollte Euch hier im Blog, ueber Twitter und auf unserem Uni-Schwerpunkt auf taz.de etwas mitnehmen zur Jubilaeumskonferenz der Bologna-Minister in Budapest und Wien. Jetzt quatschen die Delegationen sich hier in der Wiener Hofburg noch ein bisschen aus – aber beschlossen wird nichts mehr. Zeit, langsam mal durchzuatmen. Das Pressezentrum ist leer – und icke auch. Hier zeige ich Euch nochmal, was Ihr lesen koennt, wenn Ihr den Blog hier durchhabt.
Auf taz.de findet ihr rund um unsere Gipfel-Berichterstattung:
- den Startbericht zu unserer Berichterstattung vom Bologna-Gipfel
- einen Hintergrund zu den Problemen rund um die Jahrhundertreform
- eine Zwischenbilanz vom Gipfel-Tag in Budapest
- einen Bericht ueber die Studierendenproteste in Wien
- die Bilanz der Bologna-Konferenz in Budapest und Wien
- meinen… weiter lesen
12.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus Wien + + +
Wer haette das gedacht, Querdenker?
Mit erstaunlich deutlichen Worten haben die 47 BildungsministerInnen der Bologna-Staaten den Umsetzungsstand ihrer eigenen Reformen kritisiert. Natuerlich, es gab auch etliche dieser selbstgefaelligen Lobhudeleien. Bei den entscheidenden Gespraechen zwischen Tuer und Angel und auf der offiziellen Abschlusspressekonferenz wurden die MinisterInnen aber durchaus deutlich. Die Studierendenproteste haben offenbar gewirkt. Die Beschoenigungstaktik der letzten Jahre zieht offenbar nicht mehr. Wozu auch? 95 Prozent der Studiengaenge in Europa wurden mittlerweile auf Bachelor und Master umgestellt. Der ideologische Hauptkampf ist also gewonnen. Nun koennen die Uni-Chefs und Bildungsminister es sich durchaus leisten, mal auf die Studierenden zu hoeren. Ich glaube ja, sie tun das aus ganz rationalem Interesse: Nur wer seine Schweine fuettert, kann spaeter feister schlachten.
In diesem Sinne: Oink!
PS: Freue mich schon auf meine ues zu Hause!
11.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus Wien + + +
Bunter Cocktail,
Du stehst in allzu greifbarer Nähe nach diesem Tag voller Minister, Reden, Tippereien, Budapest und Wien. Nach einer fließenden Busfahrt aus Ungarns Hauptstadt nach Wien ist Dein künftiger Vernichter in einen wunderschön stockenden Verkehr geraten. Tausende von Studierenden standen auf der Straßen und empfingen uns schon. Und der hübsche Traditionszug, in dem die offiziellen Delegationen anreisten, musste tatsaechlich umgeladen werden – aus Sicherheitsgründen. Daher sind die meisten Tische in der feisten Wiener Hofburg, in der heute Abend dick diniert wird, auch noch leer. Mein Schicksaal: Während ich nicht weiß, ob draußen schon Cocktails gebastelt werden, Stichwort #bolognaburns, kosten die trinkbaren in der Hofburg 5,80 Euro. Da greift der taz-Redakteur natürlich zum Bier – und recherchiert. Für heute war’s das vom Bologna-Gipfel. Morgen lest Ihr mehr von mir. Hier – und auf taz.de.
Schönes Bier, Prost!
11.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus Budapest + + +
Bewährte Wahrheit,
nicht nur mit warmen Worten, sondern auch mit deutlicher Kritik haben sich die ersten RednerInnen beim Bologna-Gipfel in Budapest zu den Hochschulreformen geäußert. “Für die Mehrheit der Studierenden ist die Arbeitsbelastung gestiegen und nicht gesunken wie es das Ziel war”, sagte die Vertreterin der European Student’s Union (ESU), Ligia Deca, im Parlament in Budapest vor 47 Bologna-MinisterInnen. “Das führt auch dazu, dass die Mobilität der Studierenden eben nicht wie gewünscht steigt.”
Kritik kam aber nicht nur von Studierenden. Lars Nielsen von der European Association of Institutions in Higher Education sagte: “Wir müssen hier heute auch sagen, dass Qualität nicht nur eine Worthülle sein darf.” Sjur Bergan vom Council of Europe ga zu Protokoll: “Um Erfolg zu haben, müssen wir Probleme ernsthaft anerkennen. Der Geist von Bologna muss weiterleben. Aber wir müssen voneinander noch mehr lernen.” Der Bologna-Raum dürfe nicht in… weiter lesen
11.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus Budapest + + +
Mal ganz sachlich,
die Bologna-Konferenz, die in diesen Minuten in Budapest beginnt, ist für die 46 MinisterInnen der Reform-Länder eine spannende Herausforderung: Einerseits müssen Sie sich auf die Schultern klopfen dafür, dass sie seit ihren Beschlüssen 1999 tatsächlich im Laufschritt die größte Hochschulreform seit Wilhelm von Humboldt in Europa durchgepeitscht haben. Egal wie es heute darum steht: Hinter diese Fakten kommt niemand mehr zurück. Gleichzeitig stehen in vielen Länder Europas die Studierenden auf den Straßen. In Österreich werden heute tausende Studis zu Protesten erwartet, in Deutschland haben die Studenten für das Sommersemester bereits neue Proteste angekündigt. Die Minister, die zum Geburtstag eigentlich nur Tortenkerzen ausblasen wollen, brauchen deshalb auch überzeugende Antworten auf die Kritiken, die es über die Landesgrenzen hinweg – zwar durchaus verschiedenartig, aber konstant – gibt. Es scheint, als mühten sie sich zumindest: Viele Studierende hier in Budapest sind zumindest… weiter lesen
11.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus Budapest + + +
Tach Pfőrtner,
hier steht es also, Ungarn, dein Parlament, indem der Konferenz-Tourismus heute beginnt. Denn zur Feier des Tages haben sich die Chefdiplomaten etwas ganz besonderes ausgedacht: Die Jubilaumskonferenz zu Bologna findet nicht an nur einem Ort statt, sondern gleich an zweien. Das bedeutet, mit Hannnes Wader, heute hier, morgen dort. Genauer gesagt: Heute hier, heute dort. Denn in 30 Minuten beginnt die europäische Bologna-Konferenz zwar hier in Budapest, sie wird aber erstmal nur drei Stündchen dauern. Dann zieht die komplette Belegschaft – hochordentliche Delegationen, Pressefuzzis, Anhang – einmal vollständig um. Kein Witz: Um der Stadt Budapest ein paar mehr Hotelgäste zu bescheren, um auch ein hübsches Familienfoto in Budapest zu machen, kommen nahezu sämtliche offiziellen Gipfelstürmer – und das sind Hunderte – heute nach Ungarn. Es dauert gerade einmal drei Stunden, dann ziehen wir komplett um nach Wien. Ob das für… weiter lesen
10.03.2010 von Martin Kaul
+ + + Aus dem Zug gen Budapest + + +
Lieber Schaffner,
herzlich willkommen im Schlafexpress nach Budapest. Du denkst vielleicht, hier fährt nur ein Bimmelzügchen gen Ungarn. Aber dort wartet bereits die Vision, die wir gestern noch brauchten. In Budapest und Wien wird am Donnerstag und Freitag feierlich die Geburtsstunde des europäischen Hochschulraums zelebriert. Viele sagen: Es gibt ihn noch gar nicht. Andere Jubeln zum Jubiläum, dass der Wissens- und Wirtschaftsraum Europa durch die konsequente Bachelorisierung der letzte zehn Jahre endlich Konturen annimmt. Sie werden fröhlich feiern: MinisterInnen aus 46 Ländern treffen sich Donnerstagmittag im Parlament von Budapest und tauschen sich dort ein wenig aus. Nicht zu lange: Dann fahren sie – ganz im ernst – mit einem “Traditionszug” gemeinsam nach Wien – und lassen dort abends die Korken knallen. Das gucken wir uns natürlich an – und berichten, wie feuchtfröhlich die Stimmung unter den Korkenknallern ist –… weiter lesen