24.04.2010 von tazlab
Dass die AkademikerInnen von morgen in großer Mehrheit die Kinder der AkademikerInnen von heute sein werden, ließ sich nicht mehr leugnen, nachdem Elke Middendorff die HIS-Sozialerhebung vorgestellt hatte. Die Studie über die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland zeigt deutlich die Korrelation zwischen Bildung und sozialer Herkunft. Beunruhigend? „Nö“, findet der Vertreter der Studienstiftung des Deutschen Volkes. „In Deutschland kann heute jeder studieren. Dafür gibt es schließlich Kredite!“ Achso. Und wie soll man die zurückzahlen? „Ist doch kein Problem! Die Akademikerarbeitslosigkeit liegt bei 0%!“
Also, liebe Geistes- und KulturwissenschaftlerInnen, macht euch frei von falschen Zukunftsängsten! Das Gespenst vom „Taxi fahrenden Soziologen“ gibt es nämlich gar nicht.
24.04.2010 von tazlab
Wer kommt eigentlich auf die Idee, einen fensterlosen Raum zu bauen? Unser Orga- und Computerraum im Haus der Kulturen der Welt besticht durch Halogen-Licht und Geräte-Smog. Ein Traum für Nachtschattengewächse.
Und was kommt dabei raus, den ganzen Tag keine Sonne zu sehen? Blogeinträge wie dieser. Da wir aber die letzten sind, die diesen Raum jemals mieten dürfen, hören wir jetzt auf, uns zu beschweren.
In tiefer Sonnenanbetung,
adios!
24.04.2010 von tazlab
… und auch auf dem Klo wird sich gegenseitig die Verantwortung in die Schuhe geschoben.
Es mangelt an Respekt. Desillusioniert und verdrossen fluchen die Frauen in den Damen-Klos im Haus der Kulturen der Welt in Endlosschleifen vor sich hin. Kann der Kerl nicht einmal pünktlich kommen? Kann er sich nicht einmal verantwortlich fühlen? Kann er nicht einmal klar und deutlich Stellung beziehen, Konsequenzen ziehen statt ständig nur leere Worthülsen zu produzieren?
Hat aber in diesem Falle nichts mit der deutschen Hochschulpolitik zu tun, auch wenn so manche Studentin mit Sicherheit gerne in den Nörgel-Marathon in den Abörtlichkeiten einsteigen würde. Die akustischen Schleifen, die hier aus den Lautsprechern schallen sind Element der aktuellen Ausstellung in der Auster „Über Wut – Diskurs“.
http://hkw.de/de/programm/2010/ueber_wut/veranstaltungen_40673/AlleVeranstaltungen.php?gid=79
24.04.2010 von tazlab
Wohlverdiente Mittagspause. Zwischen eifrigem Diskurs und speed-networking ein mindestens ebenso schnelles und heißes Hühnercurry mit Reis für den fleißigen Laboranten.
Am Ufer der Spree widme ich mich also bei strahlendem Sonnenschein dem leiblichen Wohl, bestaune meine sportlichen Mitmenschen, die im Kampf gegen Krebs bei der parallel stattfindenden Veranstaltung hinter der Auster um die Wette rudern.
Auch die Bierzeltgarnituren hier auf der Terrasse sind Örtlichkeit des schnellen Netzwerkens und Kennenlernens. Mir gegenüber nimmt einer von der Technik-Crew Platz. Wir kommen rasch ins Gespräch.
Der Kerl hat eine West-Berliner-Bilderbuch-Biographie. Aus SO36 kommt er, sagt er, und erklärt mir im Kurzformat, die Postleihzahlgeschichte der Berliner Bezirke. Wegen der hohen Mietpreise – „Für die sind all die Yuppies verantwortlich, die plötzlich Gefallen am Ranz-Chic des alten Kreuzbergs gefunden haben“ – musste er während des Studiums wegziehen. Studentenbude im Wedding, dem Arbeiterviertel des frühen 20. Jahrhunderts. Das Elend der Tuberkulose und des feuchten vierten Hinterhofes… weiter lesen
24.04.2010 von tazlab
Drei mittelalte bis alte Herren diskutieren über Vergangenheit und Gegenwart, bewegen sich in traditionellen Denkmustern wie privat gegen Staat, Idealisten gegen Philister (Zitat Schily). Außer ein paar Lichtblicke in den Äußerungen Herrn Spouns und einer Publikumsfrage zum Web 2.0 bleibt die Zukunft im Dunkeln. Die Intervention einer ehemaligen Studentenvertreterin verpufft wirkungslos…Eine blasphemische Anregung als Schlusspunkt: Vielleicht sollte man den Säulenheiligen Humboldt entsorgen…
24.04.2010 von tazlab
Bachelor-Kritiker Julian Nida-Rümelin und Hochschul-Chefin Margret Wintermantel schlagen sich die Köpfe ein. Natürlich nur verbal. Mehr dazu gleich auf taz.de/uni
24.04.2010 von tazlab
Wie das immer so ist, gibt es in letzter Minute ein paar Planänderungen: Frau Schavan muss die Kanzlerin vertreten und kann deshalb nicht wie geplant um 11 Uhr bei uns sein, sondern erst um 19 Uhr. Da spricht sie dann mit Ines Pohl und den taz-LeserInnen über die Zukunft der Uni.
Herr Schily kommt aber trotzdem um 11 Uhr und stellt sich der Diskussion mit dem neuen HU-Präsidenten Jan Hendrik Olbertz und Sascha Spoun (Präsident der Leuphana Uni Lüneburg). Also ein richtiges Präsidentenpanel! Moderiert wird das Ganze von Ralph Bollmann, seines Zeichens Leiter des Parlamentsbüros.
Um 14 Uhr findet das Panel mit dem klanghaften Namen “Papa, bringst du mich zur Uni?” statt. Hier ersetzt Vivien Hinz von der Initiative Arbeiterkind.de ihre Kollegin Katja Urbatsch. Außerdem ist Frank Stäudner vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft neu dazugekommen.
Dranbleiben!
24.04.2010 von tazlab
Kurz und knackig – so war der Auftakt zum tazlab im Haus der Kulturen der Welt. Ines Pohl macht nicht gerne viele Worte, wie sie danach erzählte, und so konnte es auch schnell weitergehen: Schließlich gibt es seit 9:15 Uhr schon 4 weitere Veranstaltungen.
Noch ist es ruhig, müde Gesichter zeugen von einem feierlastigen Freitagabend, Kaffeebecher werden durch die Gegend getragen und Brötchen gemampft. Nachher wirds wilder.
Wer noch zuhause im Bett liegt aber trotzdem life dabei sein will, klinkt sich einfach ein. Auf tazlab.de/stream.
Soweit erstmal, haltet durch. Wir tuns auch.
17.02.2010 von Martin Kaul
Beredtes Schweigen,
da war es plötzlich still: Tatsächlich hat die Bildungsministerin Annette Schavan am Mittwoch den großen Bildungsgipfel in den Mai verlegt und damit den Studierenden faktisch ein Protestfenster eröffnet. Kaum zu glauben, wie aufrichtig und ehrlich, wie gutgläubig und nett es im politischen Berlin in letzter Zeit zugeht. Natürlich, daraus erwächst für die Studierenden ein waschechtes Dilemma. Sie müssen reden, wo sie schweigen wollen. Und: Sie glauben vermutlich, nur ihr starker Protest hätte die Ministerin unter Zugzwang gesetzt, sich der Terminplanung der Studierenden zu fügen.
Derweil kennt die taz natürlich, um das in aller Bescheidenheit zu sagen, die wahren Hintergründe für die plötzliche Termin-Verschiebung. Wir hatten doch schon so schön geprahlt, dass unser eigener Bildungsgipfel – das taz-Labor - am 24. April in Berlin der wahre Gipfel aller Bildungsgipfel werden würde. Denn auch bei uns ist Annette Schavan… weiter lesen