30.10.2009 von Blogwart
Nachdem Ines Pohl in einem Radio-Interview zu Kai Diekmanns Blog gesagt hat, dass der wohl nur dazu diene “sein Blättchen zu retten” empfiehlt der Bild-Chef: “Wenn es um Wirtschaftlichkeit geht, dann würde ich mich als taz-Chefin (!) doch vielleicht ein wenig zurückhalten. Denn in besagtem Interview sagte Ines Pohl auch, dass BILD “ein massives wirtschaftliches Problem” habe.” – und rechnet dann ausführlich vor, dass dem nicht so ist und “wir mit dem Verkauf der Zeitung noch nie so viel Geld verdient haben wie heute”.
Bild brummt also, trotz sinkender Auflage – aber zurückhalten muß sich Ines Pohl in Sachen Wirtschaftlichkeit der taz ausnahmsweise nicht, denn wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrer langen Geschichte wird die Zeitung in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben. Kai Diekmanns Genossenschafts-Groschen ist insofern mindestens so sicher wie Springer-Aktien…
30.10.2009 von Blogwart
Hui… große Aufregung beim Spreeblick über eine Autorin der tazblogs – Eva Schweitzer – die über Nacht zur neuen Haßfigur der Blogosphäre aufstieg, weil sie ein Blog abmahnen ließ. Warum und wie es dazu kam, hätte sie zwar gerne erklärt, aber niemand hat sie danach gefragt. “Warum noch recherchieren wenn man doch gleich publizieren kann” lautet ein oft geäußerter Vorwurf von “klassischen” Medienleuten an Blogger und Online-Journalisten – den wir hier auf der Blogwarte ebenso oft zurückweisen. In diesem Fall wäre aber eine Mini-Recherche bei der Betroffenen Pflicht gewesen – und hätte den Artikel dann wohl ganz erübrigt. Warum, schreibt Eva heute in ihrem Blog: Empire strikes back.
Update: Spreeblick hat jetzt einen weiteren Artikel veröffentlicht, in dem Johnny Häusler die Stellungsnahme von Eva Schweitzer kommentiert. Das Ganze eskalierte zu einem “Skandal” wohl vor allem deshalb, weil der betroffene Blogger sich eine Woche lang nicht traute, bei… weiter lesen
30.10.2009 von Blogwart
Die Lektüre eines Aufsatzes des Neurologen Ernst Pöppel, nach dem Lesen eine unatürliche Kulturtechnik sei und das Gehirn eigentlich mißbrauche, veranlaßt Kai Diekmann zu der jubelnden Ankündigung künftig an einer “Brain-Bild” zu basteln. Bis es soweit ist, wird aber weiter eine Zeitung für all jene gemacht, die ihre grauen Zellen nicht einmal zum Denken mißbrauchen. Wie es der BILD-Erfinder Axel C. Springer 1959 als Richtlinie vorgegeben hat:
“Ich war mir seit Kriegsende darüber klar, dass der deutsche Leser es auf keinen Fall wollte, eines auf keinen Fall, nämlich nachdenken. Und darauf habe ich meine Zeitungen ausgerichtet.”
Lange vor der Volks-Pizza war also die Volks-Verdummung das Geschäft und lange war der Verlagsgründer damit erfolgreich – jetzt aber sinkt die “Bild”-Auflage seit Jahren kontinuierlich, seit Beginn der Ära Diekmann 2001 um ca. 30 %. Insofern hoffen wir, dass unser Genosse schräg gegenüber noch viele weitere Jahre im Amt bleibt. Die… weiter lesen
29.10.2009 von Blogwart
Wir ahnten ja schon, dass die “Diekmann-Watch” eine Herausforderung wird, aber wo es mit Nietzsche gilt, um der Wahrheit willen notfalls auch “in die Jauchegrube hinabzusteigen” klicken wir uns pflichtbewußt durch alle Beiträge, die der RSS-Feed meldet. Und sind jedesmal auf’s Neue überrascht, dass auch noch das billigste Klischee von Deutschlands dämlichster Tageszeitung und ihres geschmacklosen Chefredakteurs in Wort und Bild bestätigt wird. Wie zum Beispiel in Diekmanns Beitrag über seine Vorzimmer”königinnen”, die im Minirock auf dem Tisch posieren. Aber auch für klassische Parolen wie “Bild lügt!” finden sich im Blog passende Belege, wie BildBlog anhand der Geschichte von Jürgen Trittin mit “Bolzenschneider” und “Eisenstange” noch einmal dokumentiert hat. (Apropos Klassik: Wikileaks hat die unzensierte Fassung von Günter Wallraffs verdeckter Bild-Recherche “Der Aufmacher” (1970) veröffentlicht – Springer hatte für die zweite Auflage des Buchs seinerzeit zahlreiche Streichungen durchgesetzt.)
Jetzt beklagt sich der Bild-Chef und taz-Genosse unter dem… weiter lesen
28.10.2009 von Blogwart
Nachdem Autor Gerhard Henschel am 8. Mai 2002 auf der „wahrheit“-Seite der taz behauptet hatte, Kai Diekmann habe sich einer Penisvergrößerung unterziehen wollen, klagte der Bild-Chef auf 30.000 Euro Schadenersatz. Das Berliner Kammergericht entschied in zweiter Instanz, dass Diekmann als Chefredakteur der Bild „bewusst seinen wirtschaftlichen Vorteil aus der Persönlichkeitsrechtsverletzung anderer sucht“ und daher „weniger schwer durch die Verletzung seines eigenen Persönlichkeitsrechtes belastet wird“. Er müsse „davon ausgehen, dass diejenigen Maßstäbe, die er anderen gegenüber anlegt, auch für ihn selbst von Belang sind“. Daher befand das Gericht, dass ein Schmerzensgeld nicht angemessen sei – verbot aber der taz, den satirischen Beitrag über die mißlungene Untenrum-Operation weiter zu verbreiten.
Jetzt aber verbreitet der Neu-Blogger den Beitrag selbst – und hat sich deshalb soeben eine weitere Klageandrohung von Anwalt Jony Eisenberg eingefangen. Der taz die Veröffentlichung verbieten, vor dem Kadi erfolglos um Schmerzensgeld dafür klagen – und dann das Ganze selbst… weiter lesen
28.10.2009 von Blogwart
Wie gestern nachmittag im Update noch gemeldet, dementiert Kai Diekmann, das Lettre-Interview mit “Türken-Thilo” Sarrazin geklaut zu haben, und behauptet, es hätte eine Genehmigung zum Abdruck vorgelegen. Wahr daran ist, dass “Lettre” einem “Bild”-Redakteur das komplette Interview zugefaxt hatte – mit dem handschriftlichen Hinweis: “Mit Nennung der Quelle. Lettre International 86″. Doch “Bild” druckte nicht nur Auszüge aus dem Interview im Blatt – was völlig in Ordnung ist - sondern scannte das gesamte Interview ein und stellte es ins Netz – obwohl “Lettre” einer solchen Nutzung ausdrücklich widersprochen hatte. Eben deshalb hat der coole Kai jetzt wieder eine Klage am Hals – und wir sagen dem dubiosen Diekmann hier schon mal voraus, dass er auch diese wieder verlieren wird. Dass die kleine “Lettre” sich doch freuen soll, wenn die große “Bild” Texte von ihr klaut, denn wegen des Quellenhinweises am Schluß würden die Millionen “Bild.de”-Leser doch dann “Lettre” am… weiter lesen
27.10.2009 von Blogwart
“Seit gestern bloggt Kai Diekmann…” – “Ja und ?” – “…eines seiner Themen ist “Meine taz!” – “Ok, er ist ja auch Genossenschaftsmitglied” – “Das muss man im Auge behalten” – “Ok, aber wer soll das dauernd lesen ?” – “Na am besten der Blogwart”. – So werden bei Mütterchen taz die Aufgaben verteilt und uns fällt außer der Aufsicht über die tazblogs nun auch noch die Sichtkontrolle eines auswärtigen Bloggers zu: Sudel-Kai, Gossen-Diekmann, der Chef des Blut-und Sperma-Blatts vom Springerstiefelfeind schräg gegenüber.
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09.10.2009 von Blogwart
Sage noch einer, dass die taz-Blogger ihrer Zeit nicht voraus sind: der Cartoon zur heutigen Seligsprechung von Barack Obama erschien in Gerhard Seyfrieds Zeichenblog schon im Juli 2008: Herr Obama Dich unser!
01.10.2009 von Blogwart
Das Theaterstück von R.W.Faßbinder “Der Müll, die Stadt und der Tod”, das heute in Mühlheim aufgeführt wird, sorgte bei seiner Premiere 1986 in Frankfurt für einen großen Skandal – vorallem die jüdische Gemeinde und KZ-Überlebende, aber auch viele andere, protestierten gegen die Aufführung. Der “Verlag der Autoren”, der die Rechte an dem Stück besaß, wollte sich von der Entrüstung nicht beirren lassen, weil er ein großes Geschäft witterte. Das brachte nun den “März”-Verleger Jörg Schröder und den Autor Gerhard Zwerenz auf den Plan, aus dessen Roman “Die Erde ist unbewohnbar wie der Mond” Faßbinder das “Müllstück” adaptiert hatte. Sie inszenierten einen Streit um die Urheberrechte und brachten den Roman und Faßbinders Drehbuch im “April April!”-Verlag neu heraus. Aus aktuellem Anlaß erzählen Jörg Schröder und Barbara Kalender in ihrem Blog jetzt die Geschichte des “Müllstücks”