Schleppnetzfahndung.
von BlogwartHui… große Aufregung beim Spreeblick über eine Autorin der tazblogs – Eva Schweitzer – die über Nacht zur neuen Haßfigur der Blogosphäre aufstieg, weil sie ein Blog abmahnen ließ. Warum und wie es dazu kam, hätte sie zwar gerne erklärt, aber niemand hat sie danach gefragt. “Warum noch recherchieren wenn man doch gleich publizieren kann” lautet ein oft geäußerter Vorwurf von “klassischen” Medienleuten an Blogger und Online-Journalisten – den wir hier auf der Blogwarte ebenso oft zurückweisen. In diesem Fall wäre aber eine Mini-Recherche bei der Betroffenen Pflicht gewesen – und hätte den Artikel dann wohl ganz erübrigt. Warum, schreibt Eva heute in ihrem Blog: Empire strikes back.
Update: Spreeblick hat jetzt einen weiteren Artikel veröffentlicht, in dem Johnny Häusler die Stellungsnahme von Eva Schweitzer kommentiert. Das Ganze eskalierte zu einem “Skandal” wohl vor allem deshalb, weil der betroffene Blogger sich eine Woche lang nicht traute, bei dem abmahnenden Anwalt anzurufen – und dann die “großen” Blogger bei Spreeblick und Netzpolitik informierte. Aber auch denen gelang es angeblich nicht, Eva zu erreichen oder ihre mailadresse ausfindig zu machen. Mit Verlaub, Leute: das ist schon ziemlich lächerlich.
Update 31.10.: Wegen der vielen empörten Stellungnahmen in Kommentaren und Mails hier einige Klarstellungen, auch wenn die taz und die tazblogs mit dem “Skandal” eigentlich nichts zu tun haben:
- nachdem wir von den Veröffentlichung im Spreeblick am Do. gegen 23 Uhr erfuhren, fragten wir per mail bei Eva Schweitzer nach und erhielten innerhalb von Minuten die entwarnende Antwort, dass sie nicht-kommerzielle Blogger nicht weiter belangen will – diese Entwarnung gaben wir an Johnny Häusler weiter, der sie um 23.50 Uhr postete.
- weil zu diesem Zeitpunkt schon weitere Mails mit Beschwerden bei der taz eingegangen waren, baten wir die Autorin, in ihrem tazblog und gegenüber Spreeblick dazu Stellung zu nehmen, was sie auch getan und deutlich gemacht hat, dass sie den betroffenen Blogger nicht weiter belangen will. Insofern ist die Sache erledigt.
- sie wäre auch schon zu erledigen gewesen, wenn sich der abgemahnte Blogger mit dem Anwalt und der Autorin in Verbindung gesetzt hätte. Zumindest vor einer Veröffentlichung gehört eine Rückfrage bei der “anderen Seite” zu den unverzichtbaren Standards.
- die taz zahlt ihren BloggerInnen kein Zeilenhonorar, noch schreibt sie ihnen vor,was sie zu schreiben haben oder wie sie mit ihren privaten Urheberrechten umgehen. Dass eine Kultur-Korrespondentin, deren Artikel z.B. von Reiseportalen zum Verkauf von Tickets benutzt werden, dagegen vorgeht ist absolut berechtigt. Dass sie sich dafür nicht selbst durchs www klickt, sondern eine Firma und Anwälte damit betraut, scheint ebenfalls nachvollziehbar.
- dass wir einen Blogger, der angesichts eines Anwaltsbriefs in Schockstarre verfällt und Netzaktivisten, die keinen Kontakt zu einer Autorin eines tazblogs und von “Zeit” , “Tagesspiegel”, “Berliner Zeitung” usw. herstellen können, ein bißchen weltfremd finden: sorry! Wir träumen zwar auch gern von einer Welt ohne Abmahner, Anwälte und Arschlöcher aller Art, wissen aber auch, dass man in der Wirklichkeit mit all dem umgehen muß. Deshalb hat die taz einerseits gerade “Bild” und Kai Diekmann wegen des Urheberrechts an seiner “Penisvergrößerung” abgemahnt – und andererseits Anfang des Jahres dafür gesorgt, dass Deutschlands berüchtigster Abmahnanwalt, Günther von Gravenreuth, hinter Gitter kommt. In diesem Sinne wünschen wir allen Beteiligten und Lesern nun ein abmahnungsfreies und anbahnungsreiches Wochenende.
Kommentar schreiben
“blogwart”?? – habt ihr sie noch alle?
es ist ekelhaft, wenn man mit der LTI, der Sprache des Dritten Reichs, dumme spielereien treibt!
hat irgendwer darüber nachgedacht, wie viele arme Menschen von ihren Nazi-Blockwarten denunziert wurden, ins KZ kamen, womöglich sogar hingerichtet wurden, nur weil sie “Feindsender” hörten oder einen Witz machten oder als schwuler Mann nicht vorsichtig genug lebten?!
seit wann erlaubt sich die taz diese dumpfdreiste Form der Geschichtslosigkeit? Pfui!
… seit etwa dreissig jahren; das ist doch die spontisprache der 70er.
Hmm. es geht weiter:
http://www.spreeblick.com/2009/10/30/stellungnahme-von-eva-schweitzer-zur-blog-abmahnung/
Das ganz ist wohl eine Panikreaktion des betroffenen Bloggers und einer nicht gerade sorgfältigen Aufbereitung seitens Spreeblick geschuldet. (Immerhin hat es Netzpolitik etwas vernünftiger hinbekommen.)
Ich kann auf jeden Fall nachvollziehen, dass einem Hobbyblogger 1200,- erstmal ordentlich Angsperlen auf die Stirn zaubern. Dem fehlt oft der Background, eine Rechtsschutzversicherung, etc. Kurz: oft überhaupt die Mittel, derartiges zu überblicken und ggf. anzufechten.
Die Reihenfolger der Kontaktaufnahme ist hier somit sicher nicht optimal, aber (zumindest mir) verständlich. Gab es doch gerade in jüngster Vergangenheit einige höchst fragwürdige Abmahnaktionen. Und da hatte das publik machen durchaus Effekte erzielt. Instinktiv orientiert sich das Tier Mensch daran, was beim letzten Mal funktioniert hat. Die Firma anschreiben war es leider nicht.
Dadurch wurde in diesem Fall allerdings wohl aus einer Mücke ein Elefant gemacht. Wobei die allgemeine Außenwirkung noch durch ein anderes Phänomen verstärkt wird: Bei Diskussionen zum Urheberrecht sind insbesondere die nicht so wirklich versierten Senftexter (aka Kommentarschreiber) immer sehr schnell vorne dabei, wenn es mal wieder darum geht schon aus Prinzip dagegen zu sein. >85% der Kommentare sind weder kompetent noch sonst irgendwie zielführend. Stattdessen Stammtischniveau bei Themenkomplexen, wo allzu viele vermeintliche Kernkompetenzen bei sich vermuten. „Ich hab zwar Keine Ahnung, aber eine Meinung. Und die geht so:….“. Alternativ lässt man der _gefühlten_ Ungerechtigkeit einfach freien Lauf und kotzt sich mal so richtig aus.
Kann. Ja. Alles. Gar. Nicht sein. !!!!
Sich an einem verfehlten Thema künstlich aufregen und sich und sich mit der Antwort zeitgleich als Depp zu präsentieren ohne es zu merken.
Bringt so ohne Sinn und Verstand zwar überhaupt nichts und lässt diejenigen auf Außenstehende bestenfalls naiv wirken, aber wenigstens ist es mal raus. Autschn. Da Madam Schweitzer ihre Stellungnahme bissig bis zynisch formuliert, gibt es nochmal einen Antwortmultiplikator. Jetzt kommt selbst Hans aus seiner Rechtschreibflamer-Höhle und moniert angeblich falsche Interpunktion und überhaupt einen furchtbaren Satzbau. In jedem Fall würde es besagten 85% der Leute verdammt gut tun, erst das Gehirn und dann die Tastatur zu benutzen und vor dem Schreiben einen par Atemübungen zu machen. Danach kann man vielleicht auch zwischen bissig und böswillig unterscheiden. Ansonsten verbleibt häufig der Eindruck: Differenzierung sind doof und halten nur auf – was bei JAKO und Jack Wolfskin richtig war, kann hier unmöglich falsch sein!!1
Immerhin eine lehrreiche Folge dürfte es für die aufgebrachten Netizens geben: Ist das große Anschnauzen vorbei und die Wogen geglättet, werden sich die meisten mit dem Urheber-/ Zitatrecht zumindest mal ein wenig beschäftigt haben. (Mit dem offenen zugänglichen PDF-Skript „Internetrecht“ von Prof. Dr. Thomas Hoeren bricht man sich dabei nichtmal ein Bein!)
@Roland:
1) Massiver Bildungsjargon-FAIL.
2) Der taz dumpfdreiste “Geschichtslosigkeit” (0 Treffer. meinten sich vielleicht „Geschichtskenntnis“?) vorzuwerfen UND nicht lesen zu können ist unklug. Um es etwas netter zu formulieren, als Du es wohl getan hättest.
Thema verfailt !
Es geht den Hobbybloggern u.a. von spreeblick und netzpolitik darum, dass, bevor die Abmahnanwälte von der Leine gelassen werden, vielleicht ein kurzer Hinweis ausgereicht hätte, um den inkriminierten Text aus dem Blog zu entfernen.
Aber bei einer teuren Schleppnetzfahndung, die sich auch noch selbst finanzieren muss, sind normale Umgangsformen anscheinend umsatzmindernd.
Ich habe gerade mein Abonnement dieser Zeitung gekündigt.
Ich denke so einen Ton muss man im Internet nicht anschlagen, auch nicht wenn man sich Blogwart “schimpft”
Denke auch darüber nach, mein Abo zu kündigen.
Moment: Zuerst Abmahn-Anwälte loslassen, und sich danach darüber beschweren, als Reaktion darauf habe man nicht zuerst mit ihr gesprochen?
Es ist das komplett fehlende Augenmaß, das an den Abmahnungen kritisiert wird. Sogar die taz selbst berichtet doch nun gerade in der Sache Jack Wolfskin darüber.
Schon allein der Ausdruck “Schleppnetzfahndung” beschreibt, dass “Kollateralschaden” billigend in Kauf genommen wird. Und das ist das, was kritisiert wird.
Wenn dann von Eva Schweitzer auch noch eine herablassende Antwort kommt, muss man sich wirklich nicht wundern, wenn Leute darüber sauer sind.
Dass so ein Vorgehen ausgerechnet von einer Autorin für die taz kommt, und sie für ihr Vorgehen und für ihren Tonfall hier auch noch öffentlich Rückendeckung kriegt, finde ich ekelhaft.
Warum wird verlangt, Herr Häusler von Spreeblick und der abgemahnte Blogger hätten vorher Frau Schweitzer kontaktieren sollen?
Hat denn Frau Schweitzer den Blogger kontaktiert, bevor sie ihm eine “Kostendrohung” von 2000 EUR ins Haus schicken lies?
Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Auch wenn viele Kommentare polemisch und unpassend sind: den unfreundlichen Ton im “Dialog” hat in meinen Augen Frau Schweitzer mit dem Einschalten des Anwalts begonnen – die wütenden Reaktionen waren abzusehen.
Ich würde auch gern mein Abo kündigen. Aber nicht wegen dem Blogwart sondern wegen dieser Frau die “eine Art digitale Schleppnetzfahndung” durchführen lässt. Leider halte ich kein Abonnement der taz.
Lieber Blogwart,
auch Sie tun hier etwas, was im Internet sehr modisch und populär ist, sie verstecken sich hinter einem Alias. Wie gerne hätte ich Herr oder Frau … geschrieben. Kann ich aber nicht – und eine Kontaktseite gibt es hier ebensowenig wie auf der Blogseite von Frau Schweitzer.
Natürlich kann man erwarten, dass sich ein Abgemahnter an die Anwälte wendet, um Schaden abzuwenden. Aber sind Sie wirklich so naiv zu glauben, daran hätten die Anwälte ein interesse.
Ich finde es auch, wenn man einmal logisch überlegt, merkwürdig, dass sich Frau Schweitzer beim Verlag, der immerhin mehr als 10mal Ihren Artikel unerlaubt und ungenehmigt weiterverkaufte, einen Abmahnungs- Klagevorbehalt nahm (den sie ja auch detailliert schildert) aber dann nichts von der Abmahnung eines Bloggers ohne kommerzielle Interessen gewußt haben will.
Ich habe Verständnis – viel Verständnis – dafür, dass sich eine Autorin darum bemüht, gegen Urhebermißbrauch in eigener Sache vorzugehen. Anscheinend fehlt es ihr aber am rechten Augenmaß, denn entweder hat sie den Juristen freie Hand gelassen – was ich sehr sehr merkwürdig (andere Adjektive fallen mir ein) fände – oder sie hat um einen ich-gehe-den-juristischen-Weg-Vorbehalt gebeten – und dann hat sie es gewußt, dass gegen nom nom nom abgemahnt wurde.
Na ja, vielleicht hat sie ja auch bei der großen Anzahl von Urheberrechtsverletzungen die Übersicht verloren.
Sie schreiben “Warum noch recherchieren wenn man doch gleich publizieren kann” – darauf entgegne ich: Warum erst eine Mail schreiben, wenn ich gleich abmahnen kann.
Ihnen scheint es völlig zu entgehen, mit welcher Arroganz sich Frau Schweitzer hier ständig verhält, und, die Taz zum Vorgehen gegen unliebsame Stimme, die deutschen Blogger, die Leser der TAZ verhält.
Mit Verlaub, vielleicht sieht es die TAZ mit Humor, aber diese ständige von-oben-aus-New-York-nach-Kleindeutschland-herab-Häme, der sich Frau Schweitzer hier auf der Website Ihrer Zeitung befleißigt, lässt mich
stark an der TAZ als “Institution” zweifeln.
Aber vielleicht sollte man alles mit Humor sehen: Die Schleppnetzfahndung, 1200 Euro Ausgleich für knappe 30 Zeilen, den Satz “Also, erst einmal, wenn Sie etwas über mich veröffentlichen, fände ich es ganz gut, wenn Sie sich vorher an mich wenden würden, das entspricht journalistischen Standards (…).” Ist das jetzt der neue ethische Standart der TAZ?
Johnny Haeusler hat es gut zusammengefaßt: “Okay. Frau Schweitzer ist einfach extrem lustig und ich habe nur bisher ihren Humor nicht verstanden. Kann passieren, sorry dafür.”
Quelle: http://www.spreeblick.com/2009/10/30/stellungnahme-von-eva-schweitzer-zur-blog-abmahnung/
Nein, ich habe Herrn Haeusler nicht vorab zur Veröffentlichung des Zitats befragt.
Kommt mal runter hier, wirklich kindisch diese Aufregung. Abmahnungen sind kein guter Stil, ok – aber Frau Schweitzer hat begründet, warum sie das machen läßt, und es ist nachvollziehbar, auch wenn man es nicht gutheißen muß.
So wie “Hobbyblogger” erwarten, freundlich angefragt zu werden, um irgendwelchen kopierten content zu entfernen – so können auch “Profiautoren” erwarten, freundlich angefragt zu werden, bevor ihre Texte in irgendwelche Blogs kopiert werden! Aus diesem Fall jetzt eine Front “brave Blogger” /”böse Autorin” zu konstruieren ist also Quatsch – und es an der taz auszulassen, die damit überhaupt nichts zu tun hat, erst. Dass der Blogwart es amüsant findet, dass der Blogger nicht telefonieren kann und die Speerspitze der Internetelite es nicht schafft, eine taz-Autorin zu kontaktieren – dem kann ich mich nur anschliessen.
Cheers!
Captain Kirk
Mit Verlaub: Mit diesem Artikel verbietet sich jede weitere taz-Kritik an Jack Wolfskin.
“Aber auch denen gelang es angeblich nicht, Eva zu erreichen oder ihre mailadresse ausfindig zu machen. Mit Verlaub, Leute: das ist schon ziemlich lächerlich.”
Mit Verlaub: angeblich verging denen die Lust nach der Adresse zu suchen. Ziehmlich lächerlich kommt mir hier eher der angeschlagene Ton vor – diese arrogante, beleidigende Art mit Kritik umzuspringen, die Kommentare erstmal geschlossen zu halten usw. Soll wohl irgendwie witzig gemeint sein, kommt aber eher bitter an.
Danke für die Klarstellung – sie hat meine Empörung etwas abgekühlt, dennoch finde ich solche Schleppnetzfahndungen übel und sehr schlechten Stil.
Sehr geehrter Blogwart,
Hier einmal die Meinung eines Menschen, der durchaus kritisch auf Trends wie Blog und Twitter schaut und lieber in Lexika schaut als in Wikipedia recherchiert.
Ich hätte eigentlich gerade von der taz mehr Fingerspitzengefühl im Umgang mit Abmahnungen und Abgemahnten erwartet. Gerade im Hinblick auf frühere Aktionen der taz in diesem Zusammenhang und hier speziell im Abmahnfall Jack Wolfskin. Hat nicht die taz genau hier zu Rech das fehlende Augenmaß von Jack Wolfskin gegen Hobbybastler kritisiert? Und nun verteidigen Sie eine Journalistin, die genau dieses Augenmaß bei einer Abmahnung vermissen lässt? Sie machen sich lustig über die Reaktion den Abgemahnten, vergessen aber dass diese aus seiner Unerfahrenheit heraus entstanden sein könnte.
Mir erscheint es durchaus nachvollziehbar, dass der Blogger, der ja unbeabsichtigt und aus Unwissenheit ein viel zu langes Zitat eines Textes der Autorin veröffentlichte hatte, von der Situation überfordert war. Wir wissen alle, dass Anwaltsschreiben nicht freundlich sondern eher harsch formuliert sind. Versetzt man sich einmal in diesen Menschen, so ist es doch nachvollziehbar, dass er die Welt nicht mehr versteht. Immerhin hat er ja der Frau nicht schaden wollen, sondern fand den Text durchaus toll und wollte das anderen mitteilen. Nun erhält er also eine komplett überhöhte Abmahnung und einen Drohbrief vom Anwalt. Die Autorin fand es nicht notwendig ihn einfach mal anzusprechen. Hinzu kommt der auch durch die taz im Fall Jack Wolfskin vermittelte Eindruck, dass die öffentliche Empörung den Abmahnenden zur Einsicht bewegt. Er wendet sich also an einen in der Szene bekannten Blog. Der möchte helfen (oder vielleicht will er sich auch nur profilieren – das weiß ich nicht und ist hier auch egal). Und schon beginnt die öffentliche und meist auch unschön polemische Diskussion, an der Sie sich ja nun auch beteiligt haben.
Zitat Ihres Beitrags „Warum und wie es dazu kam, hätte sie zwar gerne erklärt, aber niemand hat sie danach gefragt“ Sorry, aber das ist ebenso nicht nachvollziehbar, denn Frau Schweizer hätte ja auch erst den Betroffenen kontaktieren können. Dann hätte sie auch nichts erklären müssen. Wird hier nicht mit zweierlei (Augen)Maß gemessen? Ist es also in Ordnung für einen Journalisten sofort und überhöht abzumahnen, aber eine Firma wie Jack Wolfskin darf das nicht? Zusätzlich kommen die zynischen und arroganten Kommentare der Frau in ihrem taz-Blog. Sicher fühlt sich Frau Schweizer angegriffen und die E-Mails in ihrem Postfach sind bestimmt nicht nett, aber die Situation derart anzustacheln ist auch nicht die feine Art. Ich hätte mir hier Distanz der taz zu dem Sachverhalt gewünscht. Irgendwie bleibt ein schaler Nachgeschmack bei der ganzen Geschichte – gerade durch Ihren Beitrag – nun auch an der taz hängen. Für mich hat die taz ein Stück weit ihre Glaubwürdigkeit eingebüßt. Und dass ist eigentlich schade. Fand ich die taz doch letzte Woche noch so herrlich unobjektiv und erfrischend im Fall Jack Wolfskin. Und nun war das doch nur die Retourkutsche an Jack Wolfskin? Schade! Traurig! So schnell kann das gehen!
Anna
Die Stellungnahme des blogwarts sind von einer gewissen Ahnungslosigkeit geprägt: Kontaktaufnahme mit dem Anwalt?
Birgt die Gefahr einer zusätzlichen Einigungsgebühr nach
Nr. 1000 VV RVG. Auch die Strategie des moralischen Leitmediums, alles ein wenig in den Kakao
zu ziehen, verfängt wenig, wenn die betroffene Autorin verächtlich darüber palavert, ihr Opfer vom “Haken” lassen zu wollen, obwohl nicht einmal klar ist, ob hier Rechte verletzt worden sind.
Ich hatte die taz bisher immer für eines der guten Medien gehalten. Das hat sich nun erledigt.
So leicht ist die email Adresse der Frau Eva Schweitzer auch gar nicht zu finden…sie weiss wahrscheinlich auch warum.
Ich habe auch kein Abo. Ich würde jedoch auch keines kündigen.
Aber die WG würde wohl 99 Cent im Monat zahlen, damit da wieder ein bißchen Leben rein kommt.
Also Weitermachen. Haut wieder Wörter wie “Piratenspiesser aus Klein-Bloggersdorf” raus.