Etappensieg für Evo: 3577 Meter – aber nur für ein Jahr

von Benjamin Kiersch

Bolivianische Zeitungen hatten in den vergangenen Tagen bereits vielfach jubiliert, die FIFA habe das Höhenverbot für internationale Fußballspiele nach der Intervention von Evo Morales bei Joseph Blatter gekippt. Nun hat die FIFA gesprochen: Zwar dürfen die Qualifikationsspiele für die WM 2010 im Stadion Hernán Siles in La Paz auf 3577 m Höhe ausgetragen werden, aber danach soll sich der bolivianische Fußballverband bitteschön nach einem geeigneten Stadium auf höchstens 2500 m, aber allerallerhöchstens 2800 m Höhe umsehen, wo die internationale Begegnungen in Zukunft stattfinden sollen. Die bolivianische Fußballwelt ist fassungslos: “Otra burla de la FIFA” – “Noch ein Spott der FIFA” – titelte Los Tiempos de Cochabamba erbost.

In der Tat gibt sich die FIFA im Umgang mit dem Thema immer mehr der Lächerlichkeit preis: Zunächst hieß es, es sei medizinisch unverantwortlich, dass Spiele über 2500 m stattfinden, später wurde das Limit auf 3000 m erhöht, nunmehr sind’s wieder 2500, aber vielleicht auch 2800 m. Die sportmedizinische Begründung wird in Bolivien ohnehin in Frage gestellt – hier pendeln die Teams ständig zwischen 200 und 4000 m Höhe, ohne dass die Spieler der Tieflandteams Gesundheitsprobleme haben.

Evo Morales hat mit seiner Fußballdiplomatie einen Etappensieg errungen – der Kampf muss weitergehen!


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