20.06.2008 von Benjamin Kiersch
Die Verabschiedung der EU-Richtlinie zur Abschiebung illegaler Einwanderer durch das europäische Parlament hat heftige Reaktionen in Lateinamerika hervorgerufen – insbesondere hier in Bolivien, angesichts der 227.500 illegal in Spanien lebenden Bolivianer. Präsident Evo Morales hatte die Richtlinie bereits angesichts der Verabschiedung durch die EU-Innenminister am 5. Juni in einem offenen Brief kritisiert, der unbedingt lesenswert ist – auf der Homepage der bolivianischen Boltschaft im spanischen Original, oder auf deutsch hier.
In seinem Brief hebt Morales sowohl den bedeutenden Beitrag der Einwanderer für die wirtschaftliche Entwicklung in den europäischen Ländern hervor, als auch die Wichtigkeit der Einkommen der Immigranten für die lateinamerikanischen Volkswirtschaften. 2006, so Morales, schickten die Immigranten 68 Milliarden US-Dollar nach Hause – mehr als das Gesamtvolumen der ausländischen Investitionen. Bolivianische Migranten schickten 1,1 Milliarden US-Dollar – mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Effekte dieser „remesas“ sind in… weiter lesen
19.04.2007 von Benjamin Kiersch
Am vergangenenen Samstag verabschiedete Finanzminister Venezuelas, Rodrigo Cabezas, den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank aus seinem Land: “Señores del Banco Mundial, señores del Fondo Monetario Internacional: chao con ustedes. Venezuela es libre… es soberana“ erklärte Cabezas und fügte hinzu, durch die vorzeitige Tilgung der Schulden bei der Weltbank habe Venezuela 8 Millionen Dollar gespart.
Venezuela ist nach Brasilien, Argentinien und Uruguay das vierte Land Lateinamerikas, dass seine Schulden vorzeitig an IWF und Weltbank zurückzahlt. Ecuador hat angekündigt, eine vorzeitige Schuldentilgung in Erwägung zu ziehen – aus Protest gegen die ökonomischen Konditionen, die IWF und Weltbank an die Vergabe ihrer Kredite knüpfen. Dass diese Konditionen beispielsweise im Fall Boliviens auch tödliche Kosequenzen hatten, kann man in dem exzellenten Bericht von Jim Shulz zu den Vorfällen während des “schwarzen Februars” in La Paz vor vier Jahren nachlesen.
A propos IWF: Ebenfalls am Wochenende protestierte die argentinische Finanzministerin Felisa Miceli… weiter lesen