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10.07.2007 von Benjamin Kiersch
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Entwicklungspolitik bizarr: Die Schulbushaltestellen von Toro Toro

von Benjamin Kiersch

Fährt man von Cochabamba aufs Land, stößt man zuweilen auf interessante Zeugnisse absurder Entwicklungsprojekte, die, an gemütlichen Schreibtischen in Genf, Rom, New York oder Eschborn geplant, der Realität nicht standhalten und nun als Mahnmale für die folgenden Generationen hochbezahlter Berater den Elementen trotzen. Häufig trifft man beispielsweise auf Internatsruinen. Die wurden neben diversen Dorfschulen in den Sand gesetzt, um auch weiter entfernt lebenden Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Die Intention ist löblich, allein werden zwei Details seltsamerweise oft von den Geldgebern übersehen: dass erstens ein Internat, dessen Bewohner sowie ihre Eltern deutlich unter der Armutsgrenze leben, sich nicht von selbst trägt, und dass zweitens die staatliche Schulbehörde, die kaum in der Lage ist, die existierenden Schulen mit LehrerInnen auszustatten, kein Geld für Personal und Reparaturen hat. Diese klitzekleinen, aber für die Nachhaltigkeit leider nicht unerheblichen Faktoren haben zur Folge, dass die schicken Internate schon bald nach Projektende als Lagerhäuser oder… weiter lesen