16.06.2008 von Benjamin Kiersch
Da hat nun die FIFA auf ihrem Kongress in Sydney Ende Mai das Verbot für internationale Fußballspiele über 2750 m Höhe, das in Bolivien, Ecuador und Peru zu großen Protesten geführt hatte, gerade aufgehoben, nachdem sich Präsident Evo Morales mit spektakulären Aktionen für den Erhalt von La Paz als Austragungsort der WM-Qualifikation eingesetzt hatte. Und dann das. Mit einem blamablen 0:2 musste sich die bolivianische Nationalmannschaft gestern Abend von ihren chilenischen Kollegen zu Hause im Hernan-Siles-Stadion in La Paz auf 3600 m Höhe vorführen lassen.
In der ersten Halbzeit gab es keine wirklich gefährlichen Szenen, bis auf einen schönen Fallrückzieher des chilenischen Stürmers Gary Medel zum 1:0 in der 17. Minute.

Der Mann des Abends: Gary Medel.
Zwar litten die Chilenen in der zweiten Halbzeit deutlich unter Atemnot – das Spiel… weiter lesen
18.03.2008 von Benjamin Kiersch
Die FIFA hat das Verbot von internationalen Fußballspielen in großen Höhen bestätigt. In seiner Sitzung am Freitag bekräftigte das FIFA-Exekutivkomitee seine Entscheidung vom Mai 2007 und lehnte einen Antrag des südamerikanischen Fußballverbands ab, die Vorschrift rückgängig zu machen.

Evo schiebt sich an einem Argentinier vorbei…
Seit Freitag gelten folgende Regeln für internationale Partien: Ab 2500 m Höhe sollten sich Spieler und Schiedsrichter mindestens drei Tage am Spielort akklimatisieren, ab 2750 m ist eine Akklimatisierung von 1 Woche obligatorisch, und ab 3000 m sind Spiele generell verboten. Ausnahmen sind möglich, sofern sich Spieler und Schiedsrichter mindestens 2 Wochen an die Höhe gewöhnen können.

… schiesst mit rechts …
Das heißt im Klartext: Ab sofort dürfen im Stadion von La Paz (3640 m), traditioneller Austragungsort internationaler Fußballspiele in Bolivien, keine WM-Qualifikationsspiele mehr stattfinden. Auch die Stadien von Oruro (3800 m) und Potosí (4070 m) sind für internationale Partien tabu.… weiter lesen
16.07.2007 von Benjamin Kiersch
Bolivianische Zeitungen hatten in den vergangenen Tagen bereits vielfach jubiliert, die FIFA habe das Höhenverbot für internationale Fußballspiele nach der Intervention von Evo Morales bei Joseph Blatter gekippt. Nun hat die FIFA gesprochen: Zwar dürfen die Qualifikationsspiele für die WM 2010 im Stadion Hernán Siles in La Paz auf 3577 m Höhe ausgetragen werden, aber danach soll sich der bolivianische Fußballverband bitteschön nach einem geeigneten Stadium auf höchstens 2500 m, aber allerallerhöchstens 2800 m Höhe umsehen, wo die internationale Begegnungen in Zukunft stattfinden sollen. Die bolivianische Fußballwelt ist fassungslos: “Otra burla de la FIFA” – “Noch ein Spott der FIFA” – titelte Los Tiempos de Cochabamba erbost.
In der Tat gibt sich die FIFA im Umgang mit dem Thema immer mehr der Lächerlichkeit preis: Zunächst hieß es, es sei medizinisch unverantwortlich, dass Spiele über 2500 m stattfinden, später wurde das Limit auf 3000 m erhöht, nunmehr sind’s wieder 2500,… weiter lesen
28.06.2007 von Benjamin Kiersch

“Keine Angst, Blatter: Die Höhe tötet nicht!” Foto: Cienciano Cuzco
Das Lavieren der FIFA um die Entscheidung, Fußballspiele in großen Höhen zu verbieten (dieses Blog berichtete), verkommt mehr und mehr zu einem absurden Schmierentheater. Gestern verkündete FIFA-Boss Blatter eine neuerliche Entscheidung des FIFA-Direktoriums, nach der das Höhenlimit für internationale Spiele nunmehr 3000 m betrage. Dies sei keine politische Entscheidung, sondern diene nur dazu, die Gesundheit der Spieler zu schützen. “Wir wollen niemandem das Spielen in großen Höhen verbieten… aber wir wollen keine Toten auf dem Spielfeld“, sagte er laut der heutigen Ausgabe von Los Tiempos. Blatter stellte allerdings klar, dass das Limit nur die WM-Qualifikationsspiele betreffe: alle anderen Partien könnten auch weiterhin in beliebigen Höhen stattfinden.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die FIFA-Ärzte, auf deren Anraten die Entscheidung zustande gekommen ist, scheinen sich jetzt irgendwie doch nicht mehr ganz so… weiter lesen
03.06.2007 von Benjamin Kiersch
Pardon, schon wieder Fußball – aber diese Nachricht ist zu schön, um sie auszulassen: Um zu demonstrieren, dass Fußball auf Höhen möglich ist, die deutlich über der neuen – absurden – FIFA-Obergrenze von 2500 m liegen, organisierte das Präsidialamt gestern eine Partie am Chacaltaya-Gletscher auf 5272 Metern Höhe, vor dem atemberaubenden Panorama des Huayna Potosí (6088 m). Das Team des Präsidenten bestand unter anderem aus Alex Contreras, Sprecher des Präsidenten, Carlos Borja, dem ehemaligen Kapitän der bolivianischen Nationalmannschaft, sowie natürlich Präsident Evo Morales höchstselbst. Die illustre Mannschaft trat gegen eine Auswahl des Instituts für Astrophysik der Universität San Andrés an, die auf dem Chacaltaya eine Forschungsstation betreibt.

Nachdem zunächst die Mannschaft der Universität San Andrés in Führung ging…
Nachdem es zunächst für die Physiker gut aussah, die bald 1:0 in Führung gingen, glich Evo sofort aus und bereitete so den Boden für einen Kantersieg seines Teams: 40 Minuten später… weiter lesen
31.05.2007 von Benjamin Kiersch
Die Entscheidung der FIFA vom letzten Wochenende, internationale Fußball-Begegnungen in über 2500 m Höhe zu verbieten, erhitzt weiterhin die Gemüter in Bolivien und den Nachbarländern. Vor dem Präsidentenpalast in La Paz wurde aus Protest gegen den Weltfußballverband die Diablada aufgeführt. Der Tanz repräsentiert den Kampf mit niemand geringerem als dem Teufel.

Quelle: Los Tiempos de Cochabamba
Positiv scheint sich der Streit mit der FIFA auf die innerbolivianischen Beziehungen auszuwirken – ein gemeinsamer Feind schweisst zusammen: In seltener Einmut präsentierten sich Evo Morales (Präsident) , Manfred Reyes Villa (Gouverneur des Departamentos Cochabamba) sowie Gonzalo Terceros (Bürgermeister von Cochabamba), um für den 6. Juni ein Konklave in La Paz anzukündigen, bei dem 200 Bürgermeister aus Bolivien mit Kollegen aus anderen lateinamerikanischen Ländern über weitere Protestmaßnahmen beraten wollen.

Quelle: Los Tiempos de Cochabamba
Auch in Ecuador regt sich Protest: Gestern versammelten sich Hunderte SportlerInnen zu Leibesübungen… weiter lesen
30.05.2007 von Benjamin Kiersch
Joseph Blatter dürfte ab heute – kurz hinter George Bush – der am wenigsten beliebte Gringo in Bolivien sein. Gestern teilte der FIFA-Chef die Entscheidung des Weltfußballverbands mit, dass künftig keine internationalen Spiele mehr in Stadien ausgetragen werden dürfen, die oberhalb von 2500 m liegen. Ein harter Schlag für Bolivien, denn damit sind fünf der großen Stadien des Landes für FIFA-Partien tabu: La Paz (3640 m), Cochabamba (2550 m), Oruro (3079 m), Sucre (2790 m) und Potosí (4070 m). Allein in Santa Cruz darf noch gespielt werden. Bolivien ist am stärksten von der FIFA-Entscheidung betroffen, doch auch in Ecuador – dessen Hauptstadt Quito auf 2850 m liegt -, Peru, Kolumbien – Bogotá liegt auf 2640 m – und Venezuela gibt es Stadien oberhalb von 2500 m.
Blatter erklärte, dass die Entscheidung aufgrund von sportärztlichen Empfehlungen getroffen wurde, um die Gesundheit von Spielern nicht zu gefährden, und um die Wettbewerbsverzerrungen zu… weiter lesen