Archive for the ‘Lateinamerika’ Category

20.06.2008 von Benjamin Kiersch
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Südamerikanische Reaktionen zur EU-Abschiebungsrichtlinie: Eine Schande!

von Benjamin Kiersch

Die Verabschiedung der EU-Richtlinie zur Abschiebung illegaler Einwanderer durch das europäische Parlament hat heftige Reaktionen in Lateinamerika hervorgerufen – insbesondere hier in Bolivien, angesichts der 227.500 illegal in Spanien lebenden Bolivianer. Präsident Evo Morales hatte die Richtlinie bereits angesichts der Verabschiedung durch die EU-Innenminister am 5. Juni in einem offenen Brief kritisiert, der unbedingt lesenswert ist – auf der Homepage der bolivianischen Boltschaft im spanischen Original, oder auf deutsch hier.

In seinem Brief hebt Morales sowohl den bedeutenden Beitrag der Einwanderer für die wirtschaftliche Entwicklung in den europäischen Ländern hervor, als auch die Wichtigkeit der Einkommen der Immigranten für die lateinamerikanischen Volkswirtschaften. 2006, so Morales, schickten die Immigranten 68 Milliarden US-Dollar nach Hause – mehr als das Gesamtvolumen der ausländischen Investitionen. Bolivianische Migranten schickten 1,1 Milliarden US-Dollar – mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Effekte dieser „remesas“ sind in… weiter lesen

31.05.2007 von Benjamin Kiersch
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Zur Hölle mit der FIFA!

von Benjamin Kiersch

Die Entscheidung der FIFA vom letzten Wochenende, internationale Fußball-Begegnungen in über 2500 m Höhe zu verbieten, erhitzt weiterhin die Gemüter in Bolivien und den Nachbarländern. Vor dem Präsidentenpalast in La Paz wurde aus Protest gegen den Weltfußballverband die Diablada aufgeführt. Der Tanz repräsentiert den Kampf mit niemand geringerem als dem Teufel.

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Quelle: Los Tiempos de Cochabamba

Positiv scheint sich der Streit mit der FIFA auf die innerbolivianischen Beziehungen auszuwirken – ein gemeinsamer Feind schweisst zusammen: In seltener Einmut präsentierten sich Evo Morales (Präsident) , Manfred Reyes Villa (Gouverneur des Departamentos Cochabamba) sowie Gonzalo Terceros (Bürgermeister von Cochabamba), um für den 6. Juni ein Konklave in La Paz anzukündigen, bei dem 200 Bürgermeister aus Bolivien mit Kollegen aus anderen lateinamerikanischen Ländern über weitere Protestmaßnahmen beraten wollen.

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Quelle: Los Tiempos de Cochabamba

Auch in Ecuador regt sich Protest: Gestern versammelten sich Hunderte SportlerInnen zu Leibesübungen… weiter lesen

30.05.2007 von Benjamin Kiersch
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FIFA düpiert Bolivien – keine Spiele mehr über 2500 m

von Benjamin Kiersch

Joseph Blatter dürfte ab heute – kurz hinter George Bush – der am wenigsten beliebte Gringo in Bolivien sein. Gestern teilte der FIFA-Chef die Entscheidung des Weltfußballverbands mit, dass künftig keine internationalen Spiele mehr in Stadien ausgetragen werden dürfen, die oberhalb von 2500 m liegen. Ein harter Schlag für Bolivien, denn damit sind fünf der großen Stadien des Landes für FIFA-Partien tabu: La Paz (3640 m), Cochabamba (2550 m), Oruro (3079 m), Sucre (2790 m) und Potosí (4070 m). Allein in Santa Cruz darf noch gespielt werden. Bolivien ist am stärksten von der FIFA-Entscheidung betroffen, doch auch in Ecuador – dessen Hauptstadt Quito auf 2850 m liegt -, Peru, Kolumbien – Bogotá liegt auf 2640 m – und Venezuela gibt es Stadien oberhalb von 2500 m.

Blatter erklärte, dass die Entscheidung aufgrund von sportärztlichen Empfehlungen getroffen wurde, um die Gesundheit von Spielern nicht zu gefährden, und um die Wettbewerbsverzerrungen zu… weiter lesen

19.04.2007 von Benjamin Kiersch
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Ciao, IWF und Weltbank!

von Benjamin Kiersch

Am vergangenenen Samstag verabschiedete Finanzminister Venezuelas, Rodrigo Cabezas, den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die Weltbank aus seinem Land: “Señores del Banco Mundial, señores del Fondo Monetario Internacional: chao con ustedes. Venezuela es libre… es soberana erklärte Cabezas und fügte hinzu, durch die vorzeitige Tilgung der Schulden bei der Weltbank habe Venezuela 8 Millionen Dollar gespart.

Venezuela ist nach Brasilien, Argentinien und Uruguay das vierte Land Lateinamerikas, dass seine Schulden vorzeitig an IWF und Weltbank zurückzahlt. Ecuador hat angekündigt, eine vorzeitige Schuldentilgung in Erwägung zu ziehen – aus Protest gegen die ökonomischen Konditionen, die IWF und Weltbank an die Vergabe ihrer Kredite knüpfen. Dass diese Konditionen beispielsweise im Fall Boliviens auch tödliche Kosequenzen hatten, kann man in dem exzellenten Bericht von Jim Shulz zu den Vorfällen während des “schwarzen Februars” in La Paz vor vier Jahren nachlesen.

A propos IWF: Ebenfalls am Wochenende protestierte die argentinische Finanzministerin Felisa Miceli… weiter lesen

13.12.2006 von Benjamin Kiersch
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Wir ham den Größten!

von Benjamin Kiersch

Letztes Wochenende waren wir der Nabel der Welt, zumindest von Südamerika: Freitag und Samstag tagten 1 Präsidentin und 7 Präsidenten auf dem „2. Cumbre Sudamericana de Naciones“ in Cochabamba (siehe auch taz vom Montag: hier und hier). Bei dem Gipfeltreffen der südamerikanischen Regierungschefs wurde der übliche bunte Themenstrauß von sozialer Sicherung über wirtschaftliche Zusammenarbeit und Umweltpolitik bis zu Infrastruktur und Technologietransfer diskutiert sowie eine wohlklingende „Declaración de Cochabamba“ verabschiedet.

Viel Konkretes kam nicht dabei heraus: Demnächst soll ein regionaler Energiegipfel in Caracas stattfinden, und Tourismusvisa innerhalb der Region sollen abgeschafft werden. Auf einen ständiges Sekretariat der Staatengemeinschaft, gefordert von Lula und Hugo Chavez, konnten sich die Präsidenten nicht einigen, allerdings soll ein vorläufiges Sekretariat mit Sitz in Rio de Janeiro eingerichtet werden. Ansonsten wurde viel gequasselt: Michelle Bachelet aus Chile schlug den Kollegen vor, die „Vorteile der Globalisierung“ zu nutzen, Alan García (Peru) jubilierte über das… weiter lesen