vonMargarete Stokowski 15.10.2017

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Meine sehr schlechte Laune von gestern – weil Deniz fehlt und wegen des äußerst unbeholfenen Umgangs der Buchmesse mit Nazis – wird bei der Friedenspreis-Verleihung an Margaret Atwood etwas versöhnlicher. Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat offenbar noch etwas aktuell an seinem Manuskript gefeilt, denn er sagt etwas, das nicht auf den Zetteln mit den Reden steht, nämlich dass Frankfurt nur dadurch so reich geworden ist, dass die Hälfte der Leute Migrant_innen sind. Hier sei kein Platz für Rassismus. Eigenwillig formuliert, aber sonst gut: „Unser Sinn für Feminismus und die Akzeptanz dessen, was Science Fiction ist, wurde durch Ihr Werk geschärft.“

berhaupt klingen alle vier Reden – Feldmann, Börsenvereins-Vorsteher Heinrich Riethmüller, Laudatorin Eva Menasse und schließlich Atwood selbst – politischer und wacher als das laue Statement von Börsenverein und Buchmesse gestern. Kein Kunststück, generell, aber ganz anderes Niveau. Blöd eigentlich. Muss man sich erst in die historische Paulskirche setzen um zu merken, dass es zurzeit um sehr viel geht? Und dass wieder eine Grenze überschritten wurde, wenn Rechte sich ermächtig fühlen, auf der Buchmesse ihre Scheißparolen zu brüllen und Leute anzugreifen?

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