Ich schreibe gerade an eine Buch über 100 Jahre Drogenprohibtion unter dem Arbeitstitel “Sucht und Ordnung” (erscheint im Herbst) – und da paßt es prima, dass die taz ein Blog zur Drogenpolitik eröffnet, zu dem ich aus dem reichlichen Fundus, der bei den Recherchen so anfällt, hier gelegentlich Historisches und Aktuelles beisteuern will. Heute eine mail, die mir der Kollege Helmut Hoege gestern schickte, zum Thema Alkohol und Männer:
Wein oder Weib.
Im Jahr 1805/06 veröffentlichte der Populärphilosoph und braunschweigische Hofrath Carl Friedrich Pockels “eines der wichtigsten Werke zum Männlichkeitsdiskurs um 1800″: das zweibändige “Der Mann. Ein anthropologisches Charaktergemälde seines Geschlechts”. Wie fast alle Aufklärer vor und nach ihm kommt er darin zu der Auffassung, dass der Mann seiner Natur nach asozial/egoistisch, aggressiv und unzivilisiert ist, erst durch den Einfluß einer Ehefrau wird aus ihm ein das Soziale nicht mehr gefährdendes Individuum. 2008 hat der Soziologe Christoph Kucklick die
