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vonHans Cousto 01.03.2010

Drogerie

Aufklärung über Drogen – die legalen und illegalen Highs & Downs und die Politik, die damit gemacht wird.

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UNODC zensiert ihre eigene Webseite, die sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aussprach

Das Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (United Nations Office on Drugs and Crime, UNODC) ist eurneut durch Zensurmaßnahmen negativ aufgefallen. Das Büro hat seine eigene Webseite zensiert, die sich für eine Entkriminalisierung von Cannabis aussprach.

Eine Webseite dieser UNO-Behörde, die von der britischen Drug Policy Foundation TRANSFORM zuvor schon in ihrem Blog erwähnt wurde, hat die UNO-Behörde kurz nach dem Erscheinen des Blog-Beitrags selbst zensiert. Dabei wurde eine ganze Sektion entfernt, die einen für diese Behörde seltenen Ausbruch von Pragmatismus enthielt. In diesem Falle wurden Texte betreffend die Effekte der Gesetzgebungen im Zusammenhang mit Cannabis ersatzlos entfernt, wohl deshalb, weil offensichtlich klar gestellt wurde, dass strengere Gesetze weder eine Minderung des Konsums noch eine Minderung der mit dem Konsum einhergehenden Problemen zur Folge haben.
Diese Vorgehensweise erscheint eher armselig. Die Webseite, um die es hier geht, konnte etwa drei Jahre lang ungestört und im vollen Umfang aufgerufen werden. Nur um die Argumente für eine Entkriminalisierung nicht weiter öffentlich bekannt werden zu lassen, wurden diese entfernt, kurz nachdem über sie gebloggt wurde.

Nun sollten diese Leute aber wissen, dass das Internet niemals etwas vergisst und man nach wie vor diese Seite lesen kann wie sie vorher war: Auf der nützlichen Internet Archiv Wayback Maschine.

* die betreffende Seite zuvor
* und der jetzige Stand – bemerke die fehlende Sektion 4!

Es ist zu hoffen, dass der Fakt, dass die UNODC durch den eher kindischen Versuch der Zensur auf einer ihrer eigenen Seiten eine Lehre gezogen hat: Internetbenutzer mögen es nicht, wenn sie wie Idioten behandelt werden. Sie antworten darauf eher schlecht gelaunt.

Tribble von der HANFPLANTAGE schreibt deshalb in seinen Nachrichten: »An alle unsere Internetfreunde: Bitte verlinkt das hier und den Blog von TRANSFORM soweit es geht, bloggt darüber woanders, nutzt Twitter, Facebook und alle eure anderen Internetspielzeuge, um die originale Webseite – und den Zensurversuch – soweit es geht an die Öffentlichkeit zu zerren!

Ich meine es ernst: Kontaktiert ein paar Journalisten und wir werden sehen, ob wir das in die Nachrichten bekommen. Es sollte schon mehr Interesse regen, oder zumindest einen interessanten Gegenstandpunkt bilden, zu dem letzten tendenziösen Jahresbericht des International Narcotics Control Board (INCB), der obsessiv wie immer Staaten attackiert, die es wagen, Drogenbesitz zu entkriminalisieren

Mal schauen, ob die bundesdeutschen Politiker, die an der kommenden Tagung der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen in Wien am 8. bis 12. März 2010 anwesend sein werden, nur die vorgegebenen Parolen des UNODC nachbeten oder ob sie endlich mal intervenieren und die stetigen Zensurmaßnahmen dieser UNO-Behörde anprangern.

via TRANSFORM, DGS-INFO, HANFPLANTAGE

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kommentare

  • Prohibition is a sickening horror and the ocean of human wreckage it has left in its wake is almost endless.

    Based on the unalterable proviso that drug use is essentially an unstoppable and ongoing human behavior which has been with us since the dawn of time, any serious reading on the subject of past attempts at any form of drug prohibition would point most normal thinking people in the direction of sensible regulation. By its very nature prohibition cannot fail but create a vast increase in criminal activity, and rather than preventing society from descending into anarchy, it actually fosters an anarchic business model – the international Drug Trade. Any decisions concerning quality, quantity, distribution and availability are then left in the hands of unregulated, anonymous, ruthless drug dealers, who are interested only in the huge profits involved.

    Prohibition ideology is based on lies and the ‚War on Drugs‘ is a de facto ‚war on people‘ (some might even successfully argue that it’s a de facto race war). Prohibition has decimated generations and criminalized millions for a behavior which is entwined in human existence, and for what other purpose than to uphold the defunct and corrupt thinking of a minority of misguided, self-righteous Neo-Puritans and degenerate demagogues who wish nothing but unadulterated destruction on the rest of us!

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