Archive for April, 2010

29.04.2010 von Mathias Broeckers
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Psilicon Valley.

von Mathias Broeckers

Es macht schon Sinn, eine Konferenz über ‘Psychedelic Science in the 21st Century’ in San José im Silicon Valley stattfinden zu lassen – wie es MAPS am vorvergangenen Wochenende tat. Leider konnte ich nicht dabei sein, aber seit ich vor 20 Jahren an der “Cyberthon”- Konferenz über virtuelle Realität mit Tim Leary, Terence McKenna, John Perry Barlow u.v.a. teilnahm und morgens um vier in San José im Büro eines jungen Musikers und  VR-Bastlers – des heute weltberühmten Jaron Lanier – das erste mal in den Cyberspace eintauchen konnte, ist mir die Verbindung zwischen digitaler Magie und magischen Pilzen ziemlich bewußt. Der Schamane, der das Tal südlich von San Francisco verzaubert hatte, war der Ingenieur Myron Stolaroff, der nach seiner ersten LSD-Erfahrung seinen Job als Chef-Designer des Audio-Herstellers “Ampex” aufgegeben und 1961 das “International Institute for Advanced Studies”  eingerichtet hatte, das sich der Erforschung von Psychedelika und ihrem Einfluss auf… weiter lesen

24.04.2010 von Hans Cousto
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Das seltsame Verbot der Stevia rebaudiana Bertoni

von Hans Cousto

Seit Jahrhunderten wird Stevia von der Urbevölkerung im Dreiländereck Paraguay, Brasilien und Argentinien, den Guaranís (Guarani Indianer), als Heilpflanze und zum Süßen von Mate-Tee (ein Stechpalmengewächs) gebraucht. Die Europäer kamen erst im Jahr 1887 in näheren Kontakt mit der süßen Pflanze Stevia – und ein gutes Jahrhundert später Verbot die Europäische Union die Nutzung dieser süßen Pflanze als Nahrungsmittel respektive als Nahrungsmittelzusatz. Da in den letzten Jahren die Patente für diverse Süßstoffe ausliefen (Aspartam 1992, Sucralose 2005), braucht die auf Rendite ausgerichtete Süßstoffindustrie neue Produkte. Also kam man auf eine geniale Idee, wie der Spiegel am 22. April 2010 berichtete: »Man gewinnt einen der Stevia-Süßstoffe, Rebaudiosid A, auf chemischem Weg und meldet auf diese Methode sowie auf die chemisch behandelten Substanzen eine Reihe von Patenten an. Die reine Pflanze bleibt als Lebensmittel verboten, der chemisch gewonnene Bestandteil hingegen wird zugelassen – und man kann Millionen mit den neuen patentierten Süßstoffen verdienen. Perfide, aber real.«

Die Pflanze – Geschichte und Botanik

Stevia wurde zum ersten Mal von Moisés Giacomo Bertoni klassifiziert. Er entdeckte die Pflanze im Nordosten Paraguays. Mosé Giacomo Bertoni (1857-1929) – oder wie er in Paraguay genannt wurde: Moisés Santiago Bertoni – war ein angesehener und vielseitig begabter Tessiner Wissenschafter. Seine Forscherneugierde trieb ihn dazu, sich nebst rein naturwissenschaftlichen Fragen auch mit dem damaligen sozialen und politischen Umfeld auseinanderzusetzen und 1884 nach Südamerika auszuwandern. Da er seine Utopien in Argentinien nicht verwirklichen konnte, gründete er 1894 am paraguayischen Ufer des Paraná-Flusses die Colonia Guillermo Tell, in einem 10.000 ha großen, von den Mbyá-Guaraní-Indianern bewohnten Stück Urwald im heutigen Gebiet der Distrikte Presidente Franco und Cedrales.

Bertoni hinterließ einen naturhistorisch und wissenschaftlich wertvollen Schatz. Sein Wohnhaus ist heute Bestandteil eines geschützten Naturparks (Monumento Científico Moisés S. Bertoni), der mit dem Rest des ehemaligen von Bertoni bewirtschafteten Grundstücks von noch 199 ha identisch ist und von der Dirección de Parques Nacionales y Vida Silvestre (DPNVS), einer Abteilung des paraguayischen Landwirtschaftsministeriums, verwaltet wird. Im Park und in der Pufferzone leben außerdem immer noch einige Gruppen der heute marginalisierten Mbyá-Indianer.

Seit Jahrhunderten wird Stevia von der Urbevölkerung im Dreiländereck Paraguay, Brasilien und  Argentinien, den Guaranís (Guarani Indianer), als Heilpflanze und zum Süßen von Mate-Tee (ein Stechpalmengewächs) genutzt und ist dort unter dem Namen Caá-heé (Honigblatt) oder Yerba dulce bekannt. Die Europäer kamen erst 1887 in näheren Kontakt mit der süßen Pflanze Stevia – ein gutes Jahrhundert später Verbot die Europäische Union die Nutzung der Pflanze Stevia rebaudiana Bertoni als Nahrungsmittel respektive als Nahrungsmittelzusatz.

Getrocknete Blätter können jahrelang aufbewahrt werden. Erst in jüngster Zeit erkannten Forscher den süßen Inhaltsstoff als ein Glykosid oder genauer als ein Steviosid, das aus dem Alkohol Steviol und drei Molekülen Glucose besteht. Steviosid besitzt die 300-fache Wirkung der Saccharose und enthält keinen Stickstoff. … weiter lesen

17.04.2010 von Steffen Geyer
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Drogenpolitik für Piraten

von Steffen Geyer

Allzu oft scheinen deutsche Volksvertreter nicht mehr als die Marionetten unsichtbarer Lobbyisten-Puppenspieler zu sein. Wer wen an der langen Leine führte, erkennt der Wähler erst wenn der wohlfeile Politiker nach seiner Abwahl im Vorstand von EON, Pfizer oder Gasprom Zuflucht findet.

“Externes Expertenwissen” hat sich in den letzten Jahrzehnten einen derart schlechten Ruf erarbeitet, dass die Parteien verlernt haben, öffentlich Schwächen einzugestehen und um Hilfe von “Profis” zu bitten.
Ganz auf Fachleute und Spezialisten zu verzichten funktioniert, wie unlängst hinreichend mit virtuellen Sperrschildern bewiesen, indes auch nicht.

Zum Glück gibt es “Nachwuchs” in der Parteienlandschaft, der die althergebrachten Regeln des deutschen Parlamentarismus nicht mit der Muttermilch aufgesogen hat. Die Piraten machen vieles anders – Manches falsch, aber eben manches auch richtig!

Ein aktuelles Beispiel für eine gute Idee der Piraten, die sich Christ- und Sozialdemokraten schon zu denken verboten hätten, für die die Liberalen keiner bezahlen wollte und von… weiter lesen

16.04.2010 von Mathias Broeckers
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Jack Herer R.I.P.

von Mathias Broeckers

Jack Herer, Autor, Aktivist und der vielleicht wichtigste Kämpfer für die Hanflegalisierung, ist gestern gestorben. Nach zwei Herzoperationen und einer weiteren Attacke hat Jacks Körper den Dienst eingestellt, den sein unermüdlicher Kampfgeist ihm aufgegeben hatte. Sein Buch “The Emperor Wears No Clothes” (“Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf”, deutsch 1993) sorgte rund um die Welt für die Renaissance des Hanfs als Medizin und als Rohstoff.  Die Nachricht erreichte mich 10 Minuten bevor ich das Haus verlassen muß um zur Cannatrade nach Basel zu fahren, deshalb kann die Leistung und die Person dieses großartigen Mannes hier nicht mehr gewürdigt werden – aber das wird nachgeholt. R.I.P Jack ! Der Kampf geht weiter!

15.04.2010 von Daisy Snow
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Dänische Delikatessen

von Daisy Snow

Christianias Botschafter in Kopenhagen-Rest (1PS, geschätzte 120dB Bassdruck)

Den Zugang nach Christiania, dem autonomen Viertel in Kopenhagen, markiert ein Märchentor, rot-gelb gestreift, wie aus Bauklötzen konstruiert. Dahinter ist es still. Nebelschwaden liegen über dem Weg, Schwarzvermummte wärmen sich an Feuertonnen. Als Securitys wachen sie über das strikte Fotoverbot. Einer hat die dänische Flagge auf den Hals tätowiert.

Fröstelnd werden dazwischen die ersten Stände aufgebaut. Ein Tisch, eine Plane, ein Tuch und darauf das Sortiment. Zig verschiedene Platten Hasch, Einmachgläser voller Gras. Knapp ein Kilo pro Verkäufer und es sind nicht wenige. Einer ist in einem Hauseingang versteckt. Eine Touristin, offensichtlich aus Österreich, zerrt ihren Freund am Arm weiter, der neugierig auf die Verkäufer zusteuert. „I moag da net rein“, zischt sie, als würden hinter dem Vorhang Pest und Cholera lauern.

Doch es sind nur Hasch und Gras. 8 bis 20 Euro kostet das Gramm, je nach Qualität. Viele der Sorten… weiter lesen

14.04.2010 von Hans Cousto
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Holländische Jugendliche kiffen weniger

von Hans Cousto

In Europa kiffen aktuell (im letzen Monat gekifft) etwa 5 Millionen Jugendliche und junge Erwachsene unter 24 Jahren. Innerhalb des letzten Jahres haben etwa 10 Millionen Menschen in dieser Altersgruppe gekifft. Gemäß den neuesten Statistiken zum Drogenkonsum der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen- und Drogensucht (European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, EMCDDA) kiffen nur 5,3% der holländischen Jugendlichen aktuell, in Deutschland sind es hingegen 7,6% entsprechend einem Bevölkerungsanteil von 460.000 Personen. Die freie Verfügbarkeit von Gras und Haschisch in hollänischen Coffeeshops führt somit nicht zu einer erhöhten Nachfrage bei jungen Menschen, oder anders ausgedrückt, die Repression in Deutschland hat keine präventive Wirkung.

Die meisten jungen Kiffer in Europa, die im letzten Monat Haschisch oder Gras konsumierten, gibt es in den folgenden Ländern (Anteil der unter 24-jährigen in Prozent):

16,9% in Spanien
16,6% in Schottland
15,4% in Tschechien
12,7% in Frankreich
11,5% in Italien
10,3% in der Schweiz
9,7% in England und Wales
8,1% in Dänemark
7,6% in Österreich
7,6% in Deutschland
6,9% in Nordirland
6,7% in Belgien
6,1% in Estland
6,0% in der Slowakei
5,9% in Norwegen
5,3% in Irland
5,3% in den Niederlanden
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12.04.2010 von Hans Cousto
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Schweizer Bundesgericht pfeift Zürcher Strafverfolger zurück

von Hans Cousto

Das Schweizer Bundesgericht musste wieder einmal den Zürcher Strafverfolgern erklären, was eine verdeckte Ermittlung ist. Dieses Mal ging es um zwei Drogengeschäfte. In einem Fall hatte der Zürcher Polizeibeamte “SK 151″ sich gegenüber einem Drogenhändler als Henry ausgegeben und in englischer Sprache gesagt, er wolle “Business” mit ihm machen. Zudem habe der Scheinkäufer der Polizei wahrheitswidrig angegeben, er befinde sich in Basel und habe die Telfonnummer von einem Mann namens Vladan erhalten. Weiter habe der Scheinkäufer Vorschläge für bestimmte Treffpunkte abgelehnt und auf anderen beharrt und den Scheinkäufer für eine Terminabsprache erneut angerufen. Als der Drogenlieferant dem scheinbaren Kunden 180 Gramm Kokain für 14.000 Franken (9.300 Euro) verkaufen wollte, realisierte er, dass er auf einen Polizeibeamten (verdeckten Ermittler) hereingefallen war.

Der Drogenhändler wurde angeklagt und vom Beziksgericht Zürich freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte Beschwerde gegen das Urteil ein und es kam zu einer erneuten Verhandlung, diesmal vor der 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich. Auch hier wurde der Drogenhändler freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte auch gegen dieses Urteil Beschwerde ein und das Bundesgericht musste über den Fall urteilen. Auch das Bundesgericht sprach den Drogenhändler mit Urteil vom 8. März 2010 frei (6B_837/2009). Grund: Bei der dafür zuständigen Anklagekammer des Obergerichts war keine richterliche Genehmigung für eine verdeckte Ermittlung eingeholt worden. Deshalb durften die Beweise gegen den Drogenlieferanten nicht verwertet werden.

In einem anderen Fall hatte der Zürcher Fahnder “SK 168″ in einem Musikladen nach “etwas zum Rauchen” gefragt. Am 27. Februar 2007 erschien ein Kunde (der Fahnder “SK 168″) im Musikladen, in dem der Angeschuldigte, ein Verkäufer im besagten Musikladen, anwesend war. Der Kunde erklärte diesem, er wolle etwas zum Rauchen kaufen. Der Angeschuldigte verwies den Kunden an den Geschäftsführer, der sich ebenfalls im Laden befand. Der Geschäftsführer verkaufte dem Kunden wunschgemäß Marihuana zum Preis von 100 Franken (65 Euro). Beim Kunden handelte es sich, was der Verkäufer nicht wusste, um den Fahnder “SK 168″ der Betäubungsmittel-Gruppe der Stadtpolizei Zürich, der zu Ermittlungszwecken den Scheinkauf tätigte, da der Verdacht bestand, dass im betreffenden Musikladen ein Betäubungsmittelhandel betrieben wurde.

Ein Einzelrichter in Strafsachen am Bezirksgericht Zürich verurteilte den angeschuldigten Verkäufer am 5. November 2008 wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Dieser ging in Revision und wurde auch in zweiter Instanz von der II. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich am 26. Juni 2009 verurteilt. Die Beschwerde des Verkäufers gegen das Urteil des Obergerichts beim Bundesgericht war erfolgreich. Das Bundesgericht in Lausanne sprach den Angeschuldigten am 8. März 2010 in dieser Angelegenheit frei (6B_743/2009). Grund: Bei der dafür zuständigen Anklagekammer des Obergerichts war keine richterliche Genehmigung für eine verdeckte Ermittlung eingeholt worden. Deshalb durften die Beweise gegen den Verkäufer nicht verwertet werden.
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09.04.2010 von Hans Cousto
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Wer säuft in Deutschland zuviel?

von Hans Cousto

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hat am 7. April 2010 das neue »Jahrbuch Sucht 2010« in Berlin vorgestellt. Im Titel der Pressemitteillung dazu heißt es »Suchtmittelkonsum bleibt stabil – auf extrem hohem Niveau!« und der Text beginnt mit den Worten »Das Konsumverhalten der Bundesbürger ändert sich kaum.« Im Text heißt es dann aber, dass sich das Konsumverhalten der Bundesbürger doch erheblich verändert hat:

»Die Zahlen von psychischen Störungen und von Verhaltenstörungen durch Alkohol – Akute Intoxikation (2008 insgesamt 109.283) stieg von 2007 auf 2008 in allen Alterstufen.« Und im Vergleich zum Jahr 2000 stiegt die Zahl der akuten Intoxikationen massiv an: »Bei den 10-20-Jährigen um 170,2%, in den Altersgruppen 65-70 Jahre und 75-80 Jahre jeweils um 165% und in den Altersgruppen 70-75 Jahre und 80-85 Jahre jeweils über 200%. Lediglichweiter lesen