11.05.2010 von Hans Cousto
Erstmals haben Forschende der Schweizerischen HIV-Kohortenstudie auf molekularer Ebene rekonstruiert, wie sich der AIDS-Erreger HIV in den letzten 30 Jahren in der Schweiz ausgebreitet hat. Die Daten zeigen, dass die 1986 eingeführte Abgabe von sterilen Spritzen an Drogenabhängige auch viele Menschen vor der Krankheit bewahrt hat, die keine Drogen konsumiert haben. Eine Botschaft, die insbesondere auch für Länder wichtig ist, wo die Abgabe von sterilen Spritzen noch nicht eingeführt ist und für Länder wie u.a. Deutschland, wo in Justizvollzugsanstalten Spritzenautomaten wieder entfernt wurden. Spritzenaustauschprogramme schützten also die gesamte Gesellschaft. Dies ist eine international wichtige Botschaft. Denn obwohl Spritzenabgabe-Programme weltweit inzwischen in 77 Ländern vorhanden sind, bleibt sie in vielen Ländern umstritten und wurde etwa in Island, in der Türkei und im Kosovo immer noch nicht eingeführt. Zudem muss hier bedacht werden, dass auch Hepatitis durch unsauberes Spritzbesteck übertragen wird und in Gefängnispopulationen Hepatitis C um ein vielfaches mehr verbreitet ist als im Durchschnitt der Bevölkerung.
Im Widerspruch zu jeder Vernunft durften in Zürich bis September 1986 keine Spritzen an Heroinabhängige abgegeben werden. Im Jahr 1985 drohte der damals noch amtierende Kantonsarzt Gonzague Kistler, unterstützt vom kantonalen Gesundheitsdirektor Peter Wiederkehr, Ärzten und Apothekern mit „patentrechtlichen Maßnahmen bis hin zum Bewilligungsentzug“, falls sie sich nicht an das Verbot der Spritzenabgabe halten würden. Erst im September 1986 änderte der Zürcher Regierungsrat die Heilmittelverordnung und gab den Spritzenverkauf frei.
Schon lange vor dem Aufkommen von AIDS war bekannt, dass durch den Gebrauch von unsterilen und verunreinigten Spritzen tödliche Infektionskrankheiten wie Hepatitis C sehr leicht übertragen werden können, doch erst AIDS hat die Tragweite der Problematik des absurden Verbotes der Spritzenabgabe in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerufen. Noch heute löst die Weigerung des Zürcher Kantonsarztes Mitte der achtziger Jahre, die Spritzen zur AIDS-Prävention freizugeben, Wut und Ärger aus. Seine Argumente gegen die Spritzen waren die Argumente der Drogenprohibition: mit dieser Maßnahme setze man „falsche Zeichen“ und Leute würden durch die Erhältlichkeit von Spritzen zum Drogenkonsum aufgefordert. Diese Argumente wirken, beachtet man die günstige Entwicklung auf die Verbreitung von HIV durch Spritzenaustauschprogramme, zynisch. Glücklicherweise wurde die Politik geändert. … weiter lesen
02.05.2010 von Hans Cousto
Der Rundbrief der Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin e.V. (DGS) erscheint nun seit sechs Jahren. Knapp 50 reguläre und Extraausgaben haben dem Rundbrief der DGS eine Verbreitung von über 2.600 Abonnements gesichert. Der Rundbrief hat sich in diesen sechs Jahren zu einem ausführlichen Journal entwickelt mit Dutzenden von Hinweisen zu online verfügbaren Publikationen rund um das Thema Drogen. Der Rundbrief zählt heute zu den besten Informationsplattformen im Bereich Drogen. Sehr empfehlenswert!
Nach dem Leittext gibt es jeweils Informationen aus der Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) und dann in Rubriken gegliedert Fachinformationen und Hinweise zu Artikeln aus der Presse. Die Rubriken sind wie folgt gegliedert: AntiSTigma, Bundesverband akzeptierender Drogenarbeit (AKZEPT), Deutsche Aidshilfe (DAH), Junkies – Ehemalige – Substituierte (JES), Bundesverband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit e.V., Stellenanzeigen, Industrienachrichten, Recht und Gesetz, Drogenpolitik, Prävention, Begleitkrankheiten, Substanzen, Substitutionsbehandlung, Gender, Einwanderung – fremdsprachige Informationen, Fort- und… weiter lesen
13.03.2010 von Daisy Snow
Da hab ich doch letztens tatsächlich so ein weißes Pulver im Club auf dem Boden gefunden. Szenetypisch verpackt in einem durchsichtigen Plastikbeutelchen. Ich hab’s mal mitgenommen, wer weiß, wann ich das nochmal benötige. Allerdings habe ich ein Problem:

Was mag das sein?
Wahrscheinlich hat hier jemand sein Waschmittel mit in die Disco genommen. Man weiß ja nie, wann man wieder nach Hause kommt. Und was tut man, wenn man sich aus Versehen die Hosen schmutzig gemacht hat? Na klar.
Herausbekommen, was das eigentlich ist – schwierig. Der eine würde sagen: Testen. Also: Einfach mal eine Line davon ziehen. Wenn wir aktiv werden, war’s Speed, wenn wir arschig werden, Koks, und wenn es Ketamin ist, fallen wir halt um.
Meine Freunde, denen ich es als Geschenk anbot, winken ab.
Drugchecking würde helfen.
11.03.2010 von Martin Schwarzbeck
Das war sie, die Aussage auf die alle gewartet haben. Erhitzt diskutierten die zahlreichen anwesenden Medienvertreter in der Pause des Prozesses gegen den “Drogenarzt Garri R.” (Bild) Wortlaut und Inhalt der zentralen Stelle in der von Garri R. verlesenen Erklärung.
Der sagte: “Ich habe auf schreckliche Weise feststellen müssen, dass ich die Arbeit mit solchen Substanzen völlig falsch eingeschätzt habe. Fehler sind beim Umgang mit solchen Substanzen immanent und das kann nicht verantwortbar sein” (Wiedergabe des Wortlauts differiert je nach Medium) Deshalb würde er ganz sicher nie wieder illegale Substanzen verabreichen, so der Arzt.
Damit schwört Garri R. der psychotherapeutischen Arbeit mit Drogen ab, weil, sinngemäß, Fehler immer passieren können. Klingt erstmal sehr einsichtig, so einsichtig wie man es der Atomindustrie nur wünschen könnte, die ja ähnlich funktioniert. Allerdings können auch bei Operationen am offenen Herzen, der Strafverfolgung, sowie auf dem Medienmarkt Fehler passieren, die Schicksale zerstören können. Sich deshalb… weiter lesen
25.02.2010 von Mathias Broeckers
… so Carel Edwards, Vorsitzender der Drogenkontrolleinheit der Europäischen Kommission, des höchsten zivilen Amts in der Europäischen Union zur Drogenpolitik in Brüssel, am 23. Februar 2010.
Dazu berichtet ENCOD:
“Die zur Zeit laufenden Gesetze zu Drogenpolitik in der Europäischen Union haben mehr Schaden angerichtet, als gutes getan. Das ist die Schlussfolgerung einer Öffentlichen Anhörung zu Drogenpolitik in der EU, die am 23. Februar in dem Europäischen Parlament in Brüssel stattfand. Carel Edwards, Vorsitzender der Drogenkontrolleinheit der Europäischen Kommission sagte den Anhörungsteilnehmern, dass „wir wissen, dass Repression nicht funktioniert. Europa ist langsam auf dem Weg zu liberalerer Drogenpolitik.“
Der Zweck der Anhörung in dem Europäischen Parlament war, den sogenannten Reuter-Trautmann Bericht zu diskutieren. Dieser kommt zu dem Schluss, dass die Anti-Drogen Strategie der EU-Länder in vielerlei Hinsicht fehlgeschlagen ist. Der Reuter-Trautmann Bericht (PDF) ist das Resultat einer Erforschung der Auswirkungen der Drogenpolitik im globalen Markt der letzten 10 Jahre.… weiter lesen
13.02.2010 von Martin Schwarzbeck

Was machen Jugendliche wenn sie ihre Drogen nicht bei informierten Fachhändlern kaufen können? Sie gehen im Internet auf die Jagd, so wie Noname (gefunden auf grossstadtsurvivor.de) :
Noname: “he leute wo finde ich dieses gbl bzw.GHB ist das beides das selbe? und bewirkt es beides das selbe? wo kann ich das kaufen und wie muss man das benutzen einfach im supermarkt kaufen auf machen und benutzen oder muss ich da was rausfiltern????? bitte schnell antworten danke”
Antwort: lieber Noname, du nimmst eine Klopapierrolle und stellst sie auf einen Unterteller. Dann tust du oben Duschdas drauf und wartest bis es ganz nach unten durchgesickert ist (Wenn es dir nicht schnell genug durchsickert, kannste auch das Duschdas voher mit Hartalk verdünnen). Was unten rauskommt mischst du nochmal mit hartem Alkohol (um den restlichen Seifengeschmack zu überdecken) und haust es dir rein. Und immer dran denken: Viel hilft viel.… weiter lesen