Sachsen LB – Milliarden für Risikokredite, kein Geld für Azubis
von Ben GertenWer keine Aufsicht will, braucht sie nur schlecht zu vergüten. Die Sachsen LB leistet sich einen Verwaltungsrat mit 20 Köpfen, weist dafür aber im Geschäftsbericht 2006 nur Vergütungen von insgesamt 71.500 Euro aus. Minister können sich vielleicht einen Referenten für die Kontrolle der Landesbank leisten. Damit aber kann kein Landrat und Sparkassendirektor im eigenen Haus Mitarbeiter bezahlen, die ihm bei der Kontrolle des Konzerns helfen. Solche Verwaltungsräte werden kaum auf den Gedanken kommen, sich mal bei den Tochterunternehmen selbst zu informieren. Sie werden zu Schnittchenrittern degradiert.
Auch an anderer Stelle gibt der Geschäftsbericht Aufschluss über eine merkwürdige Vorstellung vom Aufbau Ost. Die jenseits aller Kontrolle agierende Landesbank investierte mit Billigung des Finanzminister, des Wirtschaftminister und diverser Landräte im Aufsichtsrat kräftig in US-Immobilienkredite. Wenig Geld stand hingegen für die die Ausbildung im eigenen Haus zur Verfügung.
Für ihre Tochtergesellschaften weist die Sachsen LB bei 245 Arbeitnehmern 2006 einen Auszubildenden aus. In der Bank selber stehen 13 Auszubildende 353 Mitarbeitern gegenüber. Aber vielleicht haben die maßgeblichen Gremien der Sachsen LB doch schon gewußt, dass Auszubildende bei Ihnen nichts Gutes lernen können.
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