29.08.2008 von Ben Gerten
Gestern Nacht bei CNN.
Tom Udall, der Chef der Delegierten aus New-Mexiko stellt seine Stimmen der Delegation aus Illinois, Barack Obamas Heimststaat zur Verfügung. Chicagos Bürgermeister Richard Daley, der die Delegation aus Illinois leitet, gibt die Stimmen von New Mexiko und Illinois an die Delegation aus New York, Hilary Clintons Heimatstaat weiter.
Und Clinton stellt dann den entscheidnendne Antrag zur Geschäftsordnung, Wahl von Barack Obama per Akklamation statt weitere Abstimmungen. Die überwältigende Mehrheit stimmt zu. Und zum ersten Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten wird ein farbiger Kandidat einer der großen Parteien für das Amt des Präsidenten nominiert.
Die Kameras kreisen im Saal und finden überall Delegierte, die sich in den Armen liegen und Schwarzen, die ihre Tränen nicht zurückhalten können.
CNNs Chefmoderator Wulf Blitzer nennt es einen “historischen Moment”, ein Delegierter aus Misissippi wisch sich beim Interview vor der Kamera die Tränen ab und New Orleans schwarzer Bürgermeister … weiter lesen
27.08.2008 von Ben Gerten
Manchmal ist ein solcher Gehaltsvergleich ganz instruktiv. Die Zahlen in Millionen Euro stammen jeweils von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz:
Name Unternehmen 2005 2007
Ackermann Deutsche Bank 11,9 14,0
Zetsche Daimler 3,75 10,0
Reizle Linde 9,7 (alle Vorstände) 8,1 (allein)
Kleinfeld Siemens 3,3 6,1
Frenzel TUI 3,5 4,5
Mayrhuber Lufthansa 1,3 2,7
Wennemer Continental 1,9 3,7
Frau Prokop wäre jeweils noch zu überzeugen gewesen, dass die Arbeit der Bosse im Jahr 2007 so deutlich besser war.
26.08.2008 von Ben Gerten
Jerry Taylor vom libertären Cato Institut ist einer der entschiedensten Gegner aktiver Klimapolitik. Hier das schönste Zitat aus Taylors Feder, veröffentlich in der Detroit Free Press im Juni 2004: “Der Planet erwärmt sich – wahrscheinlich nicht unbeträchtlich wegen industrieller Treibhausgase – aber die Erwärmung ist moderat, und im wesentlichen beschränkt auf die kalten Winternächte des Nordens.”
Frau Prokop liebt solche Zitate.
26.08.2008 von Ben Gerten
Der britische Einzelhandelsgigant Tesco will keine Produkte mit Baumwolle aus Usbekistan mehr vertreiben. Der Grund: Eine Studie der Umweltorganisation Environmental Justice Foundation und ein Bericht der BBC zeigen, dass die usbekische Regierung Kinderarbeit auf den Baumwollfeldern duldet und fördert. Usbekistan ist der drittgrößte Baumwollproduzent weltweit (www.ejfoundation.org/cotton).
Zur Erntezeit werde bis zu einem Drittel der gesammten arbeitsfähigen Bevölkerung für Hungerlöhne von staatlichen Stellen auf die Felder geschickt. Auch Zehntausende von Kindern würden aus der Schule geholt, um die Baumwollernte einzufahren. Die usbekische Regierung von Diktator Islom Karimov exportiert für etwa 700 Millionen Euro jährlich Baumwolle.
Politisch ist das Regime von Karimov nach einem Massaker an Regiemgegnern Ende 2005 international in Ungnade gefallen. In der EU setzt sich allerdings die deutsche Regierung für die Lockerung von Sanktionen gegen das Regime ein, allen voran Bundesaußenminister Walter Steinmeier http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2235145,00.html.
Frau Prokops Haltung war immer eindeutig. Erst mal gehören Kinder in die Schule. Und… weiter lesen
24.08.2008 von Ben Gerten
Die Zeitgeistzeitschrift “Cicero” hat für ihre neueste Ausgabe das grüne Milieu entdeckt. Auf 150 Seiten thematisieren die Macher aus Potsdam die grünen Themen Atomkraft, Konsum, Klima etc.
Bezahlt wird das ganze von Öl- und Autokonzernen, die die Spezialausgabe des Magazins mit reichlich Anzeigen zum Geschäft für den Ringier-Verlag (Berater Gerhard Schröder) machen. Auf zwei Umschlagseiten und vier Innenseiten strunzt BP mit seinem Öko-Engagement, ein Umschlag und eine Doppelseite beschreibt Toyotas Hybrid-Strategie. Hinzu kommen u.a. eine Doppelseite BMW, eine Doppelseite Braunkohle, Seiten u.a. von Lufthansa, Ford, Lanxess und DHL. Der Verlagsleiter freut sich in Branchendiensten, die Konzerne hätten die Chance genutzt die “Leser auf ihr Engagement im Berich Umwelt zu lenken”.
Die Leser müßte es nicht stören, wenn die Konzerne eine spannende Aufklärungsserie über wirkliche und vermeintliche Probleme des Planeten finanzierten. Leider riecht es im Heft häufig nach ausgezeichneter PR statt nach ausgezeichneter Auseinandersetztung.
So berichtet zum Beispiel der Kölner Journalist Tobias Kaufmann (Mitglied der “Achse… weiter lesen
22.08.2008 von Ben Gerten
Die beiden zum Adidas Konzern gehörenden Sportartikelmarken Adidas und Reebok sind beim Ethik-Ranking des britischen Ethical Consumer Magazine durchgefallen. Beide Firmen belegen gemeinsam den letzen Platz. Puma wird Vorletzter. Testsieger ist die Ökomarke Gossypium der britischen Firma Vericott Ltd. Asics und Nike bewegen sich im Mittelfeld.
Die Bewertung ist harsch, obwohl zum Beispiel Reebok und Puma wie auch Nike und Timberland inzwischen alle Fabriken nennen, in denen für sie produziert wird, um die Produktionsstandards nach außen hin kontrollierbar und transparent zu machen.
Für eine positive CSR-Bewertung der Ethical Consumer Organisation in Manchester nicht genug. Die britische Organisation verlangt für ein besseres Urteil mindestens auch eine Bio-Produktserie. Die Begründung: Dem verbreiteten und für die Landarbeiter gesundheitsschädlichen intensiven Pestizideinsatz im Baumwollanbau komme man nur duch die Umstellung auf biologische Produktion bei (www.ehtiscore.org).
Adidas und Reebok gerieten zudem besonders in die Kritik wegen der Schließung von Fabriken in Indonesien, die über 10.000 Menschen arbeitslos gemacht… weiter lesen
21.08.2008 von Ben Gerten
„Nehmen Sie die Landstraße im Hochsommer – am besten durch das pommersche Hinterland.“ Der Empfehlung sind wir gefolgt und tatsächlich sind wir nach den Staus auf Wollin auf der pommerschen Landstraße ziemlich allein. Nur hin und wieder hält ein Trecker den Verkehrsfluss auf – oder ein alter Mähdrescher.
Kurz vor Treptow (Trzebiatow) biete sich ein ungewöhnliches Schauspiel. Ein roter Mähdrescher drischt das Roggenfeld und dahinter versucht ein Storch Mäuse zu fangen. Ein Storch, nein, auf diesem abgeernteten Acker stolzieren insgesamt 17 Störche hinter dem Mähdrescher her, eine Ballung, die selbst für das polnische Storchenland einzigartig ist.
Tatsächlich sehen wir an diesem Nachmittag zwischen Cammin (Kamien Pomorski) und Treptow rund 35 Adebare. Zeitweise flogen zudem zwei Kraniche mit dem Auto um die Wette.
Hinter Treptow belebt sich der Verkehr, wir nähern… weiter lesen
20.08.2008 von Ben Gerten
Sie schmettern ein fröhlich Lied. Und tragen eine Art Dirndl. Am Ufer des Camminer Boddens, vor dem spätgotisch wiederhergestellten Rathaus der alten Hansestadt Cammin (Kamien Pomorskie) haben sich an diesem ersten Samstag im August einigen hundert Trachtengekleidete zum 12. Volksmusikfestival für Nord- und Westpolen versammelt.
Die Bühne ist laut, die Stimmung hervorragend und das Bier fließt in Strömen. So beschließe ich trotz des schönen Blicks vom Platz vor dem Rathaus doch jetzt lieber die alte Backsteinkathdrale von Cammin zu besuchen. Wie fast alle großen Kirchen im ehemaligen Pommern ist die Johannes-Kathedrale nach dem Krieg von der katholischen Kirche in Besitz genommen worden.
Doch man sieht noch immer am lutherisch kargen Interieur, dass die Reformation den riesigen im 12 Jahrhundert begonnenen Bau seit 1534 geprägt hat. Damals hatte sich Pommern der Reformation angeschlossen. Zumal auch viel von dem neuen katholischen Kirchenschmuck aus der heutigen Westukraine stammt und mit… weiter lesen
19.08.2008 von Ben Gerten
Ich kannte Misdroy (Miedzyzdroje) vorher nicht. Die Kleinstadt auf der Insel Wollin hat sich dann als Urlaubskapitale für die Jungen und Schönen am polnischen Strand entpuppt. An der Strandpromenade fand ich den üblichen polnischen Budenzauber, doch dazu kam das strahlend weiße Filmsternchenhotel Hotel Amber Baltic mit dem quasi hauseigenen Walk of Fame, auf dem sich hiesige Schauspielerinnen und Schauspieler mit einem Handabdruck und Großregisseure wie Christoph Zanussi und Andrey Wajda mit einer Skulptur verewigt haben.
Vor dem Hotel, wie sollte es anders sein, stand ein ewig überlanger weißer Hummer, gesponsort von Schweppes, in den im Fünf-Minuten-Takt vor allem die Mädels mit den kürzesten Röcken einstiegen. In Erinnerung geblieben wären nur die langen Beine und der Hummer, gäbe es nicht Pjotr.
Abends um elf am verregneten Strand steuert Pjotr mit seiner Flasche Jim Beam auf mich zu und klagt. Ich verstehe nix. Sein Freund… weiter lesen
19.08.2008 von Ben Gerten
Sie glauben, sie haben ihn, den Verursacher einer beunruhigenden Salmonellenepidemie in den USA. Im Juli fanden die Behörden den Erreger, der landesweit zu mindestens 1400 Erkrankungen geführt hatte, in mexikanischen Jalapenos. Vertrieben wurde das Gemüse über einen Großmarkt im texanischen Mc Allen, kaum zehn Kilometer nördlich der Grenze zu Mexiko.
Zuvor hatten die US Food and Drug Administration (FDA) allerdings in großen Umfang verdächtige rohe Tomaten aus dem Verkehr gezogen und damit die Gemüseanbauer in Kalifornien, Texas und Florida gegen sich aufgebracht http://blogs.taz.de/frauprokop/2008/06/13/tomaten-salmon…ngress-floridatomaten-salmonellen-usa-fda-mc-donalds-taco-bell-burger-king-kongress-florida.
Gelöst ist das Problem der schnellen und unkontrollierten Verbreitung solcher Erreger damit noch lange nicht. Erstens bestreiten die mexikanischen Behörden die Herkunft der Erreger, wie USA Today in der vergangenen Woche berichtete. Sie hätten auf keiner der in Frage kommenden Farm den Erregern mit dem gleichen genetischen Fingerabdruck gefunden.
Zweitens, so die Zeitung, sei klar geworden, dass die bisherige Kennzeichnung in den USA eben nicht funktioniert. Zwar würden inzwischen achtzig Prozent… weiter lesen