US-Behörden: Die erste Salmonelle kam aus Mexiko

von Ben Gerten

Sie glauben, sie haben ihn, den Verursacher einer beunruhigenden Salmonellenepidemie in den USA. Im Juli fanden die Behörden den Erreger, der landesweit zu mindestens 1400 Erkrankungen geführt hatte, in mexikanischen Jalapenos. Vertrieben wurde das Gemüse über einen Großmarkt im texanischen Mc Allen, kaum zehn Kilometer nördlich der Grenze zu Mexiko. 

Zuvor hatten die US Food and Drug Administration (FDA) allerdings in großen Umfang verdächtige rohe Tomaten aus dem Verkehr gezogen und damit die Gemüseanbauer in Kalifornien, Texas und Florida gegen sich aufgebracht http://blogs.taz.de/frauprokop/2008/06/13/tomaten-salmon…ngress-floridatomaten-salmonellen-usa-fda-mc-donalds-taco-bell-burger-king-kongress-florida.

Gelöst ist das Problem der schnellen und unkontrollierten Verbreitung solcher Erreger  damit noch lange nicht. Erstens bestreiten die mexikanischen Behörden die Herkunft der Erreger, wie USA Today in der vergangenen Woche berichtete. Sie hätten auf keiner der in Frage kommenden Farm den Erregern mit dem gleichen genetischen Fingerabdruck gefunden.

Zweitens, so die Zeitung, sei klar geworden, dass die bisherige Kennzeichnung in den USA eben nicht funktioniert. Zwar würden inzwischen achtzig Prozent des Obstes und Gemüses durch Kennzeichnung bis zum Anbaubetrieb zurückverfolgt werden können. Die US-Gesetze schreiben aber nur vor, das der jeweilige Händler für jede Kiste seinen Lieferanten und seinen Kunden nennen kann. Mehr war vor einigen Jahren selbst vor dem Hintergrund des Anschlags vom 11. September 2001 politisch nicht durchsetzbar. Und häufig werde diese Dokumentation auch noch in Papierform vorgenommen. In Zweifelsfall kann es deshalb lange, nämlich Wochen dauern, bis der Herkunftsbetrieb identifiziert ist.

Frau Prokop hätte einen Ausweg gewußt. Direkt beim Erzeuger kaufen, hätte sie mit ihrem ökologischen Gewissen empfohlen. Tatsächlich tun dies inzwischen auch immer mehr amerikanische Restaurants und auch Supermärkte.


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