Archive for September, 2008

26.09.2008 von Ben Gerten
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Gesundheitsprotest mit Polizei-Kamera und taz-Abakus

von Ben Gerten

Endlos ist der Demonstrationszug, der sich am Donnerstag vom Berliner Hauptbahnhof am Kanzleramt vorbei zum Brandenburger Tor zieht. Eine solche große Demonstration hat die Hauptstadt lange nicht gesehen. So viele Leute versammeln sich vor dem Brandenburger Tor normalerweise nur zum Publik Viewing oder zu Silvester.

Doch diesmal demonstrieren Gewerkschaftler unterschiedlicher Provinienz gemeinsam gegen den Sparzwang im Gesundheitssystem. Von den Zielen der Demonstranten mag man halten, was man will. Jedenfalls ist die Demo riesig, friedlich und manchmal sogar kurzweilig.

Kurzweiligkeit und Trillerpfeifen allein reichen aus, um die Berliner Polizei zum Filmen zu reizen. Direkt vor dem Kanzleramt nimmt ein korpulenter Beamter ungeniert den Demonstrationzug mit seiner Kamera auf. Schwerhörig ist der Beamte auch, auf Nachfrage antwortet er überhaupt nicht. Schließlich eilt sein Vorgesetzter herbei, der stammelnd erklärt, die Dreharbeiten seien gerechtfertigt, weil die Demonstranten auf Trillerpfeifen Krach machen würden – und dies direkt vor dem Kanzleramt.

Hallo Frau Merkel, haben Sie… weiter lesen

22.09.2008 von Ben Gerten
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Kalifornien zwangsversteigert

von Ben Gerten

Von der Bankenkrise etwas aus den Schlagzeilen verdrängt: Die Immobilienkrise geht in den USA munter weiter. Die Zahl der Neubauten ist auf den niedrigsten Stand seit 1991, also seit 17 Jahren, gefallen. Und in vielen kalifornischen Kommunen erfolgen inzwischen mehr als die Hälfte aller Eigentumswechsel von Häusern über eine Zwangsversteigerung. USA Today veröffentlicht eine Liste der am härtesten getroffenen kalifornischen Städte. In Stockton waren in den vergangenen 12 Monaten 58 Prozent aller Hausverkäufe  Zwangsversteigerungen, in Merced 56 Prozent, in Salinas, Madera und Modesto jeweils kurz über 50 Prozent.

Gleichzeitig können sich die Parlamentarien im Westküstenstaat seit Monaten nicht mit Gouverneur Schwarzenegger über einen Haushalt für den krisengeschüttelten Staat einigen.

No californication, please hätte Frau Prokop gesagt, die des Englischen gut mächtig war.

19.09.2008 von Ben Gerten
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Finanz-Alarm

von Ben Gerten

Die Krise an den Finanzmärkten hat auch die deutschen Sparer und Sparerinnen stark verunsichert. Die Experten beschwören zwar alle, dass es in Deutschland nicht so schlimm werde, aber wer weiß das schon genau.

Schließlich hat die staatliche KFW bis zuletzt nichts kapiert und der bankrotten Bank Lehman Brothers hunderte von Millionen Euros überwiesen, die jetzt erstmal weg sind. Nach den Überweisungen bei den deutschen Großbanken und Versicherungen hat offenbar noch keiner gefragt.

Klar ist aber: Vorher hat z. B. die Dresdner Bank ihren Kunden munter Zertifikate der Lehman Brothers verkauft, die jetzt für die Kunden weitgehend wertlos sind.

Wie gut, dass es dit Stiftung Warentest gibt. Auf deren Homepage haben die Experten von Finanztest aktuell einen Risikocheck für die eigenen Anlagen (www.test.de) platziert. Da wäre Frau Prokop auch Nachschauen gegangen.

19.09.2008 von Ben Gerten
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Größte Versicherung verleiht Flugzeuge- trotzdem beinahe Pleite der AIG

von Ben Gerten

Wenn der weltweit größte Versicherer AIG an einem Wochenende beinahe pleite geht und anschließend mit 85 Milliarden Dollar von der US-Regierung gestützt und gekauft werden muss, ist einige schief gegangen.  Im Kern wohl, dass die Versicherungsleute aus lauter Gier (so die Financial Times aus London) ein Geschäft mit der Versicherung von Finanzprodukten angefangen haben, dass letztlich für den Konzern tödlich endete.

So viel Staatsknete ist sehr ungewöhnlich für die USA. Ungewöhnlich sind aber auch die Konditionen. 11.5 Prozent Zinsen kostet der Zwei-Jahres-Kredit die AIG.

Ganz am Rande erfährt man dann auch, dass der Konzern nicht nut der Pleite entkam, weil er schlicht zu groß ist und zu viele Banken -auch europäische – mit in den Strudel gerissen hätte.

Es gab noch zwei weitere Gründe. Der Konzern unterhält – so USA Today – exzellente Kontakte zum US-Geheimdienst CIA. Und zum Konzern gehört der größte Flugzeugleaser der Welt ILFC, mithin auch der größte… weiter lesen

17.09.2008 von Ben Gerten
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Hilmar Kopper hat keine Zertifikate

von Ben Gerten

“Hart aber fair” am Mittwoch abend: Der ehemalige Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, wird gefragt, wie er selbst sein Geld anlegt. Koppers Antwort: “Konservativ”. Zertifikate habe er keine.

Solche Zertifikate sind im Kern Anleihen. Das heißt der Kunde gibt einer Bank Geld, dass diese für eine Wette an der Börse nutzt. Gelingt die Wette, profitieren Kunde und Bank, geht die Wette in die Hose, gewinnt nur die Bank.

Doch nicht nur die Wette kann für den Kunden verloren gehen. Das machte Kopper wenig später deutlich. Ein Zuschauer hatte geschrieben, er besitzen Fonds der Pleite gegangenen US-Bank Lehman Brothers. Alle stöhnten, doch Senior-Bankier Kopper stellte zu Recht klar: Wenn es ein Fonds ist, hat der Anleger Glück gehabt, der gehört ihm weiter und wandert nicht ins Insolvenzvermögen.

Anders bei einem Lehman Zertifikat: Da ist bei einer Pleite der Bank nicht nur die Wette verloren, sondern auch der komplette Einsatz des Kunden - bitter, so Kopper.… weiter lesen

15.09.2008 von Ben Gerten
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Wall Street zwinkert, Lehman stirbt

von Ben Gerten
    Amerikanische Zeitungen beschreiben das Ende der Investmentbank Lehman Brothers als Western ohne Helden. Die US-Regierung habe am Freitagabend die Wall Street aufgefordert, die Bank zu retten und gleichzeitig erklärt, für diese Rettung – anders als bei Fällen in der jüngsten Vergangenheit – selbst kein Geld bereit zu stellen.

    Zu einer solchen Rettung konnten sich die Bankiers nicht verständigen. Stattdessen verbrachten sie das Wochenende damit, möglichst viel Wüste zwischen sich und die sterbende Stadt Lehman zu bringen.  Auch das konnte teuer werden. Wer zehn Millionen Dollar Anleihen von Lehman in Händen hielt und diese gegen einen Bankrott absichern wollte, sollte dafür zuletzt 8.000 Dollar Versicherungsprämie bezahlen, schreibt die New York Times (www.nytimes.com). Das wird sich die Citibank, den Berichten zufolge der größte Halter solcher Anleihen, sicher überlegt haben.

    Auch diese Chance ist nun vorbei. Mit der Insolvenz nach Chapter 11 amerikanischen Rechts bekommen die Geldgeber von Lehman für ihre

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15.09.2008 von Ben Gerten
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Georg Schramm über taz-Panter – Besser als Monsanto

von Ben Gerten

Der Kabaretist Georg Schramm hielt bei der Panter-Preis-Verleihung der taz am Samstag die Lobrede auf die Leserpreisträger: Michael Grolm, Imker, Agraringenieur und Feldbefreier, der genveränderte Pflanzen auf den Feldern wieder ausrupft (www.gendreck-weg.de), sei mutig, so der Kabarettist: “Sie trauen sich was, was ich mich auch gern trauen würde, einen Rechtsbruch…Es ist ein Rechtsbruch ohne Bereicherungsabsicht – anders bei Konzernen wie Monsanto. Da ist es ein Rechtsbruch mit Bereicherungsabsicht.”

Frau Prokop hat die Kabarettisten immer geliebt.

10.09.2008 von Ben Gerten
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Ebay wirbt für “ethische Produktion”

von Ben Gerten

Ebay hat in den USA Anfang September eine Website eröffnet, auf der ethische und ökologische Produkte gehandelt werden. Auf der Seite WorldofGood.com werden Produkte allerdings nur zu Fixpreisen angeboten.

Die Produkte werden vorher von NGOs wie Rainforest Alliance und Coop America auf die Einhaltung der ethischen und ökologischen Standards geprüft. Die Zahlungen werden alle über die Ebay-Tochter Paypal abgewickelt.

Wie viele der 84 Millionen Ebay-Nutzer das neue Angebot in Anspruch nehmen werden ist unklar. Die Nachrichtenagentur AP erfuhr, dass hunderte von Anbietern schon auf WorldofGood unterwegs sind.

Frau Prokop hätte gesagt, eine interessante Idee.

05.09.2008 von Ben Gerten
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Haben Sie´s gewußt: Google finanziert den Firefox

von Ben Gerten

Frau Prokop sprach immer von Aha-Erlebnissen. Ein solches Aha-Erlebnis hatte ich beim ganzen Ballihu um Googles neuen Browser Chrome. Ich verstehe nicht genug von Software, um die Qualität des Produkts beurteilen zu können, aber was ich verstanden habe ist, dass Google sich quasi selbst Konkurrenz macht.

Denn der in den vergangenen Jahren ziemlich erfolgreiche, mindestens an der Oberfläche nicht kommerzielle Browser Firefox wird zu 85 Prozent von Google finanziert. Firefox hatte dem Platzhirschen Microsoft mit seinem Internet Explorer in den vergangenen drei Jahren ordentlich Marktanteile weggenommen.  Rund 15 Prozent Marktanteile wird Firefox heute zugeschrieben.

Glaubt man amerikanischen Bloggern ist der Deal, dass Google dafür zahlt beim Firefox als Suchmaschine voreingestellt zu sein und dass auf diese Art Jahr für Jahr rund 60 Millionen Dollar in die Kassen des Firefox-Betreibers, der Mozilla Foundation, gespült werden. Zudem seien wichtige Entwickler von Google am Konzept des Firefox-Browsers maßgeblich beteiligt gewesen.

“Do no evil” war immer… weiter lesen

04.09.2008 von Ben Gerten
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Bayern, wie es die CSU sich wünscht

von Ben Gerten

Frau Prokop war immer Anhängerin des Lesens. Will man vor der heißen Wahlkampfzeit wissen, wie sich die CSU das Bayern der Zukunft wünscht, sollte man im CSU Wahlprogramm zur kommenden Landtagswahl nachlesen. Pack mas – hier das Wichtigste:
“Kultur und Brauchtum festigen: Bayern verkörpert in besonderer Weise die
Verbindung von Tradition und Moderne, von fester Verankerung und Offenheit
für Innovationen. Heimat und Brauchtum wollen wir bewahren und zeitgemäß
weiterentwickeln. Dazu gehören Volksmusik und Trachten genauso
wie Denkmalpflege, landschaftstypisches Bauen und der bayerische Dialekt.
Deshalb wollen wir die staatliche Förderung von Heimat-, Trachten- und Musikvereinen, die eine qualitätsvolle Jugend- und Nachwuchsarbeit leisten,
ausbauen. Wir wollen unter dem Motto „bayerische Autoren an bayerische
Schulen“ Lesungen und Schreibwerkstätten fördern und bayerischen Künstlern
verstärkt Plattformen zur Präsentation bieten.”