Archive for Oktober, 2008

28.10.2008 von Ben Gerten
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US-Neonazis nähern sich Republikanern an

von Ben Gerten

Schon Tage bevor die Mordpläne zweier US-Neonazis am demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama öffentlich wurden, hat sich die US-Presse intensiv mit den Neonazis beschäftigt. Die größte Zeitung des Landes, USA Today, hat in der vergangenen Woche von einer Website Stormfront berichtet mit 144.000 registrierten Mitgliedern und an manchen Tagen über 40.000 Besuchern. Don Black, ehemals führendes Mitglied des Ku Klux Klan, habe die Website schon 1995 gegründet. Sein Sohn Derek engagiert sich heute mit Hilfe des Vaters bei den Republikanern in Florida. Die versuchen bislang vergeblich, den in politische Ämter gewählten jungen Mann wieder loszuwerden. 

Die Blacks geben sich bürgerlich, beklagen vor allem die zunehmende Immigration in den USA, erklären, dass es ihnen um friedliche Nachbarschaften für die Erziehung der Kinder gehe und spielen auch sonst virtuos auf der Klaviatur der bürgerlichen Fremdenfeindlichkeit.

Aber es gibt in den USA auch knapp 900 Gruppen von offen rassistischen sogenannten White Supremacy Groups und… weiter lesen

28.10.2008 von Ben Gerten
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US-Wissenschaftler finden jetzt kleine Banken sexy

von Ben Gerten

Amerikanische Wissenschaftler entdecken kleine Banken als stabilisierende Faktoren in der Volkswirtschaft. Philipp Langman und Ellen Seidman schreiben unter der Überschrift “Too small to fail”, dass in den USA die Wahrscheinlichkeit einer Bankpleite “bei großen Banken zuletzt acht mal so hoch ist wie bei Banken mit einer Bilanzsumme unter einer Milliarde Dollar”. Die Zahlen stammten vom der amerikanischen Einlagensicherung Federal Deposit Insurance Corp. und wurden in der vergangenen Woche in USA Today veröffentlicht.

Nimmt man die gängige ökonomische Theorie, die sich in der Vergangenheit für die Deregulierung der Finanzmärkte ausgesprochen hat, dürfte der Erfolg der kleinen Banken so nicht sein. Große Banken wären nach dieser Theorie viel eher in der Lage, für allen möglichen Finanzierungszwecke ein Angebot zu machen und damit wirtschaftlich überlegen.

Das Gegenteil sei aber richtig, so Langman und Seidman in USA Today. Kleine Banken hätten oft eine sehr viel genauere Kenntnis ihrer Kunden und seien in einem funktionierenden Markt sehr… weiter lesen

27.10.2008 von Ben Gerten
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Bananen-Kartell

von Ben Gerten

Im Schatten der Finanzmarktkrise hat die EU-Kommission in den vergangenen Tagen großen Bananen-Konzernen hohe Strafen für ein Bananenkartell auferlegt. Das Wall Street Journal berichtete, dass der Dole Konzern 45,6 Millionen Euro Strafe zahlen soll und die deutsche Firma Weichert, eine frühere Tochter von Del Monte, 14,7 Millionen Euro. Beide Konzeren hätten zwischen 2000 und 2002 eine Preiskartell in Nordeuropa unterhalten.

Frau Prokop hat in den siebziger Jahre die Bananen-Konzerne wegen ganz anderer Geschäftspraktiken auf dem Kieker gehabt. Kartelle sind dagegen Kinkerlitzchen, sie verletzen keine Menschenrechte.

 

24.10.2008 von Ben Gerten
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Autoindustrie ist Altindustrie

von Ben Gerten

Mein Freund Erwin hat schon vor zehn Jahren gesagt, die Autoindustrie wird zur Altindustrie. Jetzt ist es soweit. Die Anzeichen:

- Daimler bewertet seinen 20 Prozent-Anteil, den es nach der gescheiterten Fusion noch an Chrysler hält heute mit 0 Euro, der Autokonzern Chrysler ist also wertlos.

- General Motors und Ford sind an den Börsen jetzt so viel wert wie Ende der vierziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Ihre Verkäufe in Europa sind im September um 18 bzw. elf Prozent zurückgegangen.

- Die BBC berichtet, der Verkauf an Autos in den USA sei allein im September um 27 Prozent zurückgegangen.

- In Europa ist der Verkauf von Autos von Juli bis September um acht Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Das sind die niedrigsten Werte seit 1998.

- BMW verkauft sogar dreissig Prozent weniger Autos in den USA als vor einem Jahr, in Europa minus 15 Prozent.

- Daimler-Chef Zetsche nennt die ganze Entwicklung… weiter lesen

21.10.2008 von Ben Gerten
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Osteuropäische Risiken für Landesbanken

von Ben Gerten

Einige deutsche Landesbanken werden in der aktuellen Bankenkrise damit konfrontiert, dass ihr Engagement in Osteuropa nicht nur Chancen sondern auch beträchtliche Risiken birgt. So muss die Bayrische Landesbank zum Beispiel bei ihrer ungarischen Tochter MKB zrt in Budapest die Vergabe von Krediten deutlich einschränken.

Der Hintergrund: Die Bayern haben – wie ihre Konkurrenz aus Österreich – in Budapest zahlreiche Darlehen in harten Währungen wie Euro, Dollar und Schweizer Franken vergeben. In der vergangenen Woche haben die Westbanken in Ungarn diese Kreditvergabe abrupt gestoppt, schreibt das Wall Street Journal. Die Bayern haben Angst, dass die lokalen Kreditnehmer in der wirtschaftlichen Krise und angesichts eines schwachen Forint die Kredite künftig nicht mehr bedienen können. Der Forint ist in den vergangenen Monaten um fast 20 Prozent eingebrochen, die Kredite sind für die Ungarn damit 20 Prozent teurer geworden.

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20.10.2008 von Ben Gerten
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Fesseln und Vorladungen für Wall Street Bankiers

von Ben Gerten

US-Behörden gehen immer stärker dazu über, die wild gewordenen Bankiers an der Wall Street anzubinden, um weitere riskante Geschäfte zu stoppen und das Plündern der Staatskasse zu verhindern. Der Chef der Zentralbank Bernhard Bernanke gibt dabei den Ton vor:  Die Investmentbank Lehman Brothers habe schlicht nicht vom Staat gerettet werden können. „Die konnten uns nicht genug Sicherheiten anbieten, als dass wir ihnen einen Kredit der Zentralbank hätten anbieten können“. Anders habe der Fall beim Versicherungsgiganten AIG gelegen, der habe genug Sicherheiten gehabt. Dazu gehörte zum Beispiel die größte Flugzeugleasingfirma der Welt.

In der vergangenen Woche hat sich die US-Regierung an den neun größten Bankhäusern des Landes beteiligt. Die Bedingungen für die Beteiligung waren für die Banken günstig – jedenfalls günstiger als sich das Geld bei Warren Buffett zu leihen.

 Gleichzeitig erließ das Finanzministerium nach demweiter lesen

20.10.2008 von Ben Gerten
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taz 30 – Anmerkungen eines Nachgeborenen

von Ben Gerten

Endlich wieder Jungspund – bei der taz-Feier zum 30. Geburtstag in Frankfurt konnte ich mich auch jenseits der vierzig richtig jung führen. Der DJ legte die richtige Musik auf von den Specials über Amy Winehouse bis zu den Rolling Stones. Und die alten Herren und Damen erzählten in einem Tonfall von der guten alten Zeit, der nicht einen Moment an den Schützengraben erinnerte.

Martin Buchholz, Berliner Kabarettist und damals noch als Journalist bein einer Konkurrenzveranstaltung erinnerte an den gescheiterten Versuch von Augstein in den sechziger jahren eine linke Tageszeitung zu gründen. “1,5 Millionen Mark haben wir damals verbraten. Dann hat sich John Jahr (der Seniorverleger von Gruner und Jahr, B.G.) quergelegt.” Heute würde man wohl gescheiterte Entwicklungsredaktion sagen. Die Lehre – ein solches Projekt hängt nicht am Geld sondern am Projekt.

taz-Mitgründer Jochen Vielhauer berichtete von den fünf Produktionstagen für die eine taz-Ausgabe passend zur Buchmesse 1978. Für Nachgeborenen immer… weiter lesen

14.10.2008 von Ben Gerten
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Depfa-Bank k.o., Bund haftet, Chef hat 100 Millionen Euro bekommen

von Ben Gerten

Der letzte Chef der eigenständigen Depfa Bank hat beim Verkauf seiner Bank an die Hypo Real Estate im Jahr 2007 rund 100 Millionen Euro kassiert. Die Summe kam jetzt bei weiteren Untersuchungen der Beinahe-Pleite der in Irland registrierten Pfandbrief-Bank zum Vorschein. Ex-Chef Gerhard Bruckermann hatte die Depfa in den Jahren zuvor auf ein rikantes Geschäftsmodell getrimmt. Langfristige Verbindlichkeiten sollten mit immer neuen kurzfristigen Krediten finanziert werden, schreibt die FAS in ihrer Sonntagsausgabe. Der Unterschied zwischen den höheren Zinsen für die langfristigen Krediten und den niedrigeren kurzfristigen Zinssätzen sollte das Geschäft finanzieren.

Eben diese Geschäfte der Depfa hatten in den vergangenen Woche die Hypo Real Estate ins Schlingern gebracht und letztlich das Rettungsprogramm für den gesamten deutschen Bankenmarkt provoziert.

Frau Prokop könnte sich über das Geschäftsmodell ereifern. Das ist ja genau, als wenn ich mein Haus statt mit einem langlaufenden Hypothekenkredit mit immer neuen kurzfristigen Dreimonats-Krediten finanziert hätte. Ein Spiel mit dem Feuer.

PS:… weiter lesen

12.10.2008 von Ben Gerten
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Britische Regierung stellt isländische Wikinger unter Terror-Verdacht

von Ben Gerten

Wenn’s ums Geld geht wird der Umgangston rauher.  Die britische Regierung hat in der vergangenen Woche den isländischen Banken und damit gleich auch der Regierung in Rejkiavik mit der Anwendung der britischen Anti-Terrorgesetze gedroht, um isländisches Vermögen in Großbritannien zu beschlagnahmen

Tatsächlich nutzte Premierminister Gordon Brown den Anti-Terrorism Crime and Security Act 2001 um Gelder einer isländischen Bank einzufrieren. Gordon Brown läßt sich im Guardian zitieren mit den Worten: “Was gerade in Island passiert, ist völlig inakzeptabel … Ich habe mit dem Isländischen Premierminister gesprochen und ihm erklärt. das ihr Verhalten illegal ist. Wir werden alle isländischen Vernögen einfrieren, derer wir habhaft werden können.”

Hintergrund der harschen Worten von Premierminister Gordon Brown. Die isländischen banken haben mit Super-Zinsangeboten britische Kommunen und Stiftungen dazu gebracht mehr als eine Milliarde Pfund bei ihnen anzulegen. Dieses Geld könnte jetzt weitgehend weg sein.

Ähnliche Probleme haben auch 31.000 deutsche Kunden der isländischen Kaupthing-Bank. Sie… weiter lesen

10.10.2008 von Ben Gerten
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Panik bei Hedge Fonds Managern

von Ben Gerten

Heute morgen präsentiert der amerikanische Fernsehsender CNBC den erfolgreichen Hedge Fonds Manager Hugh Hendry, der die Stimmung unter den Borsenheinis wie folgt beschreibt. “Die Gesundheiit der Firmen ist nur noch intellektuell interessant. Sich damit zu beschäftigen ist Luxus.” Hendry vermutet, dass heute im Laufe des Tages Goldman Sachs und Morgan Stanley verstaatlich werden.

Und die Börsen in Frankfurt (Dax), Paris und London (Footsie) eröffnen mit zehn Prozent minus. Frau Prokop stöhnt: Solche Finanzmanager sind ein Luxus, den wir uns nicht leisten können.