Archive for Januar, 2009

31.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Durchschnittsbonus auf 112.000 Dollar gefallen

von Ben Gerten

New Yorks Bankiers haben 2008 ein hartes Jahr hinter sich. Die Investmentbanker, die ihr ganzes Land in den Ruin getrieben haben und den halben Restglobus dazu, bekamen im Schnitt nur noch 112.000 Dollar an Boni für das Jahr, 18,4 Milliarden Dollar insgesamt. 2007 waren es für die 160.000 Bankiers noch im Durchschnitt 177.000 Dollar gewesen und 2006 sogar 190.000 Dollar, berichtet die New York Times über Ermittlungen des State Comptoller of New York.
Und es kann noch schlimmer kommen für die Bankiers. Präsident Barack Obama hat sich auf sie eingeschossen und als erste symbolische Geste mal den Kauf eines neuen 50 Millionen Dollar Firmenjet für Citibanks Topmanager hintertrieben. Der Generalstaatsanwalt von New York, Andrew Cuomo, prüft gerade, ob zwischen vier und fünf Milliarden Dollar an Boni, die Merrill Lynch im Dezember vor der Übernahme durch die Bank of America noch an Mitarbeiter ausgezahlt hatte, zurückgeholt werden können.
Hintergrund:… weiter lesen

25.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

US-Army sucht arabisch sprechende Komparsen in Berlin

von Ben Gerten

Die US-Army sucht mit Anzeigen in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung wieder Arabisch sprechende Personen als Komparsen und Statisten für “das interkulturelle Training der U.S.-Army”. Das Casting findet am 9. Februar im Berlin Estrel Hotel statt, in dem gerade eine 50 Jahre Motown Show gegeben wird.
Die Firma SST-Gmbh, die für das Casting wirbt, ist schon in der Vergangenheit für die Amerikaner aktiv gewesen. Vor zwei Jahren, im Frühjahr 2007, hatte SST nach eigenen Angaben 450 arabisch sprechende Komparsen für die Aufgabe gefunden. Damals gab es Berichte in deutschen Zeitungen, dass es nicht so einfach sei Mitarbeiter für diese Aufgabe zu gewinnen. Darüber hatte selbst das Militärmagazin “Stars and Stripes” berichtet.

http://www.focus.de/wissen/campus/tid-7208/studentenjob_aid_130438.html

http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=44958

24.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Einlagensicherungsfonds leiht sich Geld, Steuerzahler garantiert

von Ben Gerten

Der Einlagensicherungsfonds der deutschen Privatbanken leiht sich Geld. Die Einrichtung, die die Spargroschen der Kunden im Falle einer Bankpleite garantieren soll, will mit einer von der SOFFIN (also vom Steuerzahler) garantierten Anleihe das Geld zusammen bekommen, um den Lehman Brothers Kunden in Deutschland ihre Einlagen zurück zu zahlen. Freuen können sich nicht die 40.000 privaten Besitzer von Lehman Zertifilkaten, sondern Krankenkassen und Rentenversicherungträger, die auf Konten der vom SPD-Mann Hans Martin Bury geführten Lehman Brothers Bank hunderte von Millionen Euro angelegt hatten.
Dass die Krankenkassen ihr Geld zurück bekommen, ist sicher gut. Dass der Einlagensicherungsfonds sein Job tun will auch. Aber Frau Prokop hätte doch die Frage gestellt. ob die Bankchefs in Zeiten, als sie 25 Prozent Eigenkapitalrendite als Zielmarke ausgaben und ihren Investmentbankern Milliarden Euro an Boni zahlten kein Geld in den Einlagensicherungsfonds einzahlten, so dass der jetzt schon bei der Pleite von Lehman schwächelt.
Mindestens diese… weiter lesen

15.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

BVG-Kontolleure – mit viel Elan ins neue Jahr

von Ben Gerten

Die Kontrolleure der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sind offenbar mit viel Elan und guten Vorsätzen ins neue Jahr gestartet. Seit die Weihnachtsferien zu Ende sind, patrollieren sie allmorgentlich auf der Linie 8 zwischen Berlin-Gesundbrunnen und Berlin-Alexanderplatz. So kommt man dazu, fast täglich seinen Fahrschein vorzeigen zu dürfen.

Vermehrte Kontrollen scheint es auch auf der Linie 7 in Charlottenburg zu geben. Jedenfalls ist das Engagement der beim Securitas-Konzern beschäftigen Kartengucker beträchtlich.

Erst vor zwei Monaten hatte es Streit gegeben, weil die Firma für ihre über 100 Kontrolleure  mehr Geld wollte. Begründung, oft würden die freundlichen Herrschaften nach dem sonoren “Fahrscheine bitte” angegriffen. Überhaupt ist die Entlohnung der Kartengucker mit 6,54 Euro die Stunde zwar übertariflich, aber nicht wirklich hoch. Hat Verdi eigentlich diesen Tarifvertrag ausgehandelt?

Meine Verwunderung war so groß, dass ich eine Kurzrecherche begann. Rund 400.000 Schwarzfahrer sollen danach im Jahr in Berlin erwischt werden. 900 Millionen Fahrten werden mit der BVG… weiter lesen

12.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Amerikaner wissen´s schon – Weihnachtsgeschäft mies wie lange nicht

von Ben Gerten

Während in Deutschland noch Prognosen über das vergleichsweise gute Weihnachtsgeschäft verbreitet werden, haben die US-Einzelhändler 2008 Weihnachten das Fürchten gelernt. Unter der Überschrift “Missing in Action at the Malls” berichtet die “Detroit Free Press” über Starbucks, Steve & Barrys und sogar Macy´s, die reihenweise Geschäfte schließen. 148.000 Läden hätten 2008 ihre Pforten geschlossen.

Auch das Weihnachtsgeschäft hat es verhagelt. Bei Gap seien die Verkäufe um 14 Prozent gesunken, bei Sears um 12,8 Prozent. JC Penny meldete um 8.1 Prozent niedrigere Verkäufe im Dezember. Wer teure Klamotten anbot, dem ging es sogar noch schlechter, schreibt die Zeitung. Neimann Marcus verloren 27,5 Prozent, Saks verlor 19,8 Prozent  und Nordstrom 10,6 Prozent. Am letzten Wochenende vor Weihnachten traf es die Shopping Malls besonders hart. 24 Prozent weniger Kunden wurden gezählt.

Frau Prokop wäre gespannt, wie denn die deutschen Zahlen sind. Und sie hätte sich gewundert, dass die Amerikaner beim Auszählen von Wahlen so langsam,… weiter lesen

11.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Die Könner von der Dresdner Bank

von Ben Gerten

400 Millionen Euro an Boni hat Allianzchef Michael Diekmann im Sommer den Investmentbankern von der Dresdner Bank als Sonderzahlung für 2008 versprochen. Vor einigen Tagen habe ich hier im Blog gefragt, wofür eigentlich. Die Frage ist noch ein bisschen drängender geworden.
Ich habe in meinen Papierstapeln einen Artikel aus der Börsenzeitung vom 15. März 2008 gefunden. Dresdner „Chief Investment Officer“ Holger Boschke prognostiziert damals für das Jahresende 2008 einen Daxstand von 8000 Punken. Der Nikkei werde bei 15.000 liegen, der EuroStoxx bei 4300 und der S&P500 bei 1525. Die Kurse waren dann gut halb so hoch.
Hätte er es doch mit Mark Twain gehalten, der Prognosen über die Zukunft als notorisch ungewiss bespöttelt hat. Stattdessen argumentierte Boschke, die Volatilität werde 2008 hoch bleiben, aber der Dax werde nach seinem Frühjahrsstand deutlich steigen. Die Amerikaner würden die Krise schon in den Griff bekommen. In den kommenden Monaten wolle die… weiter lesen

09.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Steuerzahler übernehmen Risiken der Dresdner Bank – 400 Millionen Boni für Investmentbanker

von Ben Gerten

Gestern mußte der Steuerzahler eingreifen und die Commerzbank retten. Retten vor allem, so hört man aus Frankfurt, weil die Zahlen der Dresdner Bank so schlecht sind. Und die wiederum sind vor allem wegen der Investmentbanker schlecht.

Das Pikante daran. Im vergangenen Sommer hat Allianz-Chef Michael Diekmann den Investmentbankern seiner Tochter Dresdner Bank 400 Millionen Euro an Boni in die Hand versprochen. Rund 70 Top-Banker hätten feste Zusagen, andere bekämen den Rest, berichtete die Welt damals.

Frau Prokop reibt sich die Augen und fragt sich: Sind die Zahlen der Dresdner Bank nun gut oder schlecht und für welche Leitstungen haben die Herren denn diese Boni verprochen bekommen? Die Welt schrieb damals süffisant: “Wird die Ertragsprognose noch übertroffen, soll es (darüber hinaus) eine Zusatzprämie geben.”

http://www.welt.de/wirtschaft/article2392065/Allianz-versuesst-Topbankern-den-Abschied.html

08.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Letzter sein – Berlin läßt sich ökologisch abhängen

von Ben Gerten

In der Hauptstadt tobt gerade der Streit, beim wem die Stadt Berlin für ihre Gebäude und Anlagen künftig ihren Strom bezieht, bei Vattenfall oder bei einem ökologischen Anbieter.

Die Auseinandersetzung ist sympthomatisch für die Vernachlässigung von Ökothemen in Berlin.
Das DIW hat gerade die Bundesländer im Hinblick auf ihre klimafreundliche Energieversorgung untersucht und dabei Berlin bei der Nutzung erneuerbarer Energien auf den letzten Platz gesetzt. Bei der ökologischen Technologiepolitik landet Berlin auf Platz 13 und insgesamt reicht es für die vorletzten Platz. Brandenburg spielt hingegen in allen Kategorien vorn mit und trägt auch den Gesamtsieg davon.

Frau Prokop erinnert das an die schönste Geschichte über Berlins ökologisch dicke Lippe. Im November 1994, vor dem ersten Klimagipfel in Berlin, beschloss das Abgeordnetenhaus von Berlin die Einführung einer kostendeckenden Solarstromvergütung. Die Bewag weigerte sich jedoch diese einzuführen. Es fanden immer wieder ergebnislose Verhandlung zwischen Senat und dem Vattenfall-Vorgänger Bewag statt. Ein… weiter lesen

07.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Altindustrie Auto VI – die schlimmen Dezemberzahlen

von Ben Gerten

Autokonzerne konnten auch im Dezember 2008 deutlich weniger Blechkisten verkaufen als im Vorjahr. Frau Prokop hat nach einem solchen Satz immer gesagt: Beispiele bitte! Voila.

- Chrysler verkaufte in den USA im Jahr 2008 rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr, General Motors 23 Prozent und Ford zwanzig Prozent. Auch Toyota verkaufte 2008 in den USA 16 Prozent weniger Autos. Porsche lag übers Jahr bei einem Minus von 25,2 Prozent und BMW bei knapp zehn Prozent minus.
- Im Dezember war es noch schlimmer – für Chrysler minus 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, für Toyota minus 37 Prozent, für General Motors minus 31 Prozent und für die Kernmarke BMW bei vierzig Prozent. Nur der Mini verkaufte sich in den USA halbwegs.
- Auch in Japan gingen die Autozulassungen insgesamt um 6,5 Prozent gegenüber 2007 zurück auf den niedrigsten Stand seit 32 Jahren, im Dezember lag der Rückgang sogar… weiter lesen

07.01.2009 von Ben Gerten
blogavatar

Betr. Gaza: Zusatzprotokoll zur Genfer Konvention

von Ben Gerten

Frau Prokop hat immer gemeint, dass man zu gegebenem Anlass auch mal vom eigenen Thema abweichen kann. Ich habe mich gestern abend an meine Verhandlung erinnert, mit der ich meine ethischen Motive zur Verweigerung des Kriegsdienstes belegen mußte. Folgendes Dokument fand ich damals sehr hilfreich:

Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen vom 12. August 1949 über den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte

Art. 48 

 

Grundregel

Um Schonung und Schutz der Zivilbevölkerung und ziviler Objekte zu gewährleisten,

unterscheiden die am Konflikt beteiligten Parteien jederzeit zwischen der

Zivilbevölkerung und Kombattanten sowie zwischen zivilen Objekten und militärischen

Zielen; sie dürfen daher ihre Kriegshandlungen nur gegen militärische

Ziele richten.

 

Art. 51

 Schutz der Zivilbevölkerung

1. Die Zivilbevölkerung und einzelne Zivilpersonen geniessen allgemeinen Schutzweiter lesen