Archive for Juni, 2009

28.06.2009 von Ben Gerten
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Finanz-Verkäufer wollen nicht informieren und nicht haften

von Ben Gerten

Die im Verein Votum zusammengeschlossenen Verkäufer von Bank und Versicherungsprodukten versuchen sich mitten in der Finanzkrise vor vernünftigen Verbraucherinformationen im Beratungsgespräch und eine ordentlichen Haftung für ihre Beratung zu drücken.

Mittel zum Zweck ist eine sogenannte „Ergänzende Vermittlungsdokumentation“, in der der Kunde nur erfährt, dass der Verkäufer Geld bekommt, aber nicht wie viel, bei der der Hinweis auf das Totalverlustrisiko eines geschlossenen Fonds auf der Seite 2 im Kleingedruckten verschwindet und beim dem der Kunde auch noch bestätigen soll, dass es in Ordnung ist, wenn der Verkäufer jenseits des Prospektgutachtens keine Prüfung der Anlage vornimmt, also dem Kunden noch nicht einmal sagen müßte, wenn in der FAZ, im Handelsblatt oder in Finanztest das Produkt schon verrissen worden ist.

Frau Prokop hätte gesagt, kein Wunder bei den Pappenheimern. Mitgliedern im Verein sind die Verkaufsprofis vomweiter lesen

25.06.2009 von Ben Gerten
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NJW schießt Finanzstaatssekretär an

von Ben Gerten

 

Jörg Asmussen, Staatsekretär im Bundesfinanzministerium und vor der Beinahe-Pleite der IKB dort Aufsichtsrat, hat keinen leichten Stand. Jetzt hat sich der prominente Jurist Volkert Vorwerk auf den Karrierebeamten eingeschossen. Volkert hat sich in der Neuen Juristischen Wochenschrift  (NJW 25/2009) einen drei Jahre alten Aufsatz von Herrn Asmussen vorgenommen.

Asmussen hatte damals geschrieben, dem Bundesfinanzministerium sei es stets wichtig gewesen, dass sich der Markt für verbriefte Kreditforderungen (Asset Backed Securities) in Deutschland stärker entwickele. (Das sind die Papiere von den die Kernschmelze auf den internationalen Finanzmärkten und die Pleite der IKB ausgingen.) Entsprechend habe der Gesetzgeber in der rot-grünen Regierungszeit dafür Sorge getragen, dass solche Kreditverkäufe an Zweckgesellschaften stark erleichtert wurden. Gestützt habe sich der Gesetzgeber dabei auf ein Gutachten einer privaten Unternehmensberatungsgesellschaft.

Als dann 2008 der Verkauf vonweiter lesen

24.06.2009 von Ben Gerten
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Madrids U-Bahn-Musiker sind besser

von Ben Gerten

Reisen bildet hat mir Frau Prokop damals in der Grundschule beigebracht. Eines habe ich ganz sicher in den vergangenen Tagen in Madrid gelernt: Musiker in der U-Bahn koennen eine wirklich Freude sein.

Die Musiker in der Madrider Metro sind deutlich besser als daheim in Berlin. Das gilt ganz sicher fuer Gitarristen, Geiger und Saenger auf den langen Gaengen der U-Bahn in Madrid. Es gilt aber auch fuer die jungen und alten Musiker, die mit einem Koffer als Lautsprecherbox meinen Wagen betraten.

Die Berliner BVG, die die Musik genehmigen sollte, muss dringend an ihren Standards schrauben.

 

22.06.2009 von Ben Gerten
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Bush wollte Saddam in den Krieg tricksen

von Ben Gerten

Der “Observer” berichtet in seiner Ausgabe vom 21. Juni, dass US-Präsident George Bush mit dem Flug eines in UN-Farben angestrichenen Überwachungsflugzeugs aus amerikanischen Beständen den Irak zu einem Abschuss provozieren wollte, um damit eine Kriegsgrund für den Angriff auf Irak im Frühjahr 2003 zu liefern. Die Zeitung zitiert aus einem Memo vom Treffen Bushs mit Tony Blair am 31. Januer 2003: The US had drawn up a provocative plan “to fly a U2 reconnaissance aircraft painted in UN colours over Irak with fighter cover”. http://www.guardian.co.uk/politics/2009/jun/21/iraq-inquiry-tony-blair-bush

Notfalls müsse man aber den Irak auch ohne solchen Kriegsgrund (einen irakischen Beschuss) und ohne eine entsprechenden UN-Resolution angreifen, habe Bush Ende Januar argumentiert. Und dann schreibt die Wochenzeitung ”Blair told Bush he was “solidly with the President”".

Frau Prokop hätte sich sicher gefragt, ob soloche Staatsmänner eigentlich vor dem Internationalen Gerichtshof zur Verantwortung gezogen werden können.

22.06.2009 von Ben Gerten
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Madrider Fluggepäck

von Ben Gerten

37 Grad Celsius abends um acht. Als Tourist vermutet man sofort, dass die Klimakatastrophe uns erreicht hat bei solchen Temperaturen. Aber die eigentliche Besorgnisse sind unmittelbarer. Am Terminal 1 des Madrider Flughafens wechseln an diesem Abend Dutzende von Gästen vom Warteraum der Besucher in den Sicherheitsbereich, wo das Gepäck der Fluggäste ankommt. Einfach so – Kontrollen keine.

Unter solchen Umständen kann man das Einsammeln zu großer Shampooflaschen und Zahnpastatuben auf den europäischen Flufhäfen und die strengen Personenkontrollen auch gleich bleiben lassen.

Frau Prokop hatte eine sehr positive Haltung zu Spaniern. Sie hat in den siebziger Jahren einen sympathischen kommunistischen Tischler kennengelernt, der vor Franco flüchten konnte. Damals sagte sie, wie gut dass nicht alle Sicherheitsorgane deutsch sind.    

10.06.2009 von Ben Gerten
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Versicherungsprinzip Solidarität?

von Ben Gerten

Der Nachrichtensprecher bei Radio 1 erklärt gerade, die privaten Krankenversicherer (PKV) klagten gegen die Gesundheitsreform und das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe müsse heute entscheiden. Grund für die Klage sei nicht etwa die verkorkste Reform, die den Patienten schadet. Vielmehr klagen die Versicherer wegen des “systemwidrigen Zwangs zur Solidarität”, den die Reform ausübe.

Frau Prokop wäre verwirrt. Was war noch mal das Prinzip einer Versicherung?

http://de.wikipedia.org/wiki/Versicherung_(Kollektiv)

08.06.2009 von Ben Gerten
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„Verschlossene Auster“ für Bankenverband

von Ben Gerten

Im Hamburg hat das „Netzwerk Recherche“ seinen diesjährigen Preis der „Verschlossenen Auster“ an den Bundesverband deutscher Banken (BdB) verliehen. Der Geschäftsführer des Bankenverbandes, Manfred Weber reiste persönlich an die Alster, um den Journalistenpreis für die mangelhafte Informationsarbeit seines Verbandes entgegen zu nehmen.

Weber gab sich nicht defensiv. Sein Verband habe sich – bei allen Kommunikationsfehlern der Banken  in der Vergangenheit –  immer um eine ordentliche Informationsarbeit bemüht. Und zum zentralen Vorwurf des Preislaudators Rudolf Hickel, die von den Banken betriebene Deregulierung sei schuld am Desaster, wehrte er sich sogar vehement.  Hickel, Wirtschaftsprofessor aus Bremen, hatte argumentiert, der Bankenverband habe „massiven Lobbyeinfluss auf die Deregulierung der Finanzmärkte genommen, die zu einer schweren und folgenreichen Krise des Bankensystems geführt hat“.

Versagt habe in der Regulierungsfrage nicht der Bankenverband sondern die Politik. Sie habe bei der Regulierung geschlafen.weiter lesen