30.08.2009 von Ben Gerten
Wahlsonntage sind spannend. Dieser besonders. Denn diesmal müssen die Parteien mit einem komplizierten Spektrum von Wählermeinungen umgehen. Besonders spannend wird, ob die Sozialdemokraten in den Ländern Thüringen und Saarland meinen als Teil einer linken Mehrheit gewählt worden zu sein. Oder ob sie überzeugt sind, den dortigen CDU-MInisterpräsidenten zu vier (vielen Dank für den Hinweis) fünf weiteren, wenn auch sozialdemokratisch eingefärbten Regierungsjahren verhelfen zu sollen. Wechsel oder Kontinuität, also.
Frau Prokop hätte das auch deshalb spannend gefunden, weil sich exakt die gleiche Frage in vier Wochen wieder stellt. Und wieder wird sie sich vor allem den Sozialdemokraten stellen. Wie die mit den Stimmen ihrer Wähler bei dieser Frage umgehen kann man in den kommenden vier Wochen beobachten.
Bei der Kommunalwahl in Ihrer Heimatgemeinde übrigens hat die SPD für die Bürgermeisterwahl erst gar keinen Kandidaten aufgestellt, der grüne Kandidat hat dann zwischen zwanzig und dreißig Prozent bekommen. Der Schwarze die 75.
26.08.2009 von Ben Gerten
Die ansonsten eher distinguierten Tester von der Stiftung Warentest können auch bissig: Gerade eben habe ich auf der Homepage www.test.de einen bösen Text über den Waschmittelkonzern Procter&Gamble entdeckt. Der verkauft nämlich in gleich großen Flaschen unterschiedliche Mengen seines Flüssigwaschmittels Ariel. Urteil der Tester: “Für die Stiftung Warentest ist das daher ein typisches Beispiel für eine Mogelpackung.”
Frau Prokop sagt Chapeau!!
26.08.2009 von Ben Gerten
Meine Digitalkamera ist kaputt, genauer gesagt zieht sich ein schwarzer Strich durch jedes Bild. Aber glücklicherweise ist die Kamera noch nicht zwei Jahre alt, ich habe das Gerät also zum Mediamarkt zurückgebracht und um kostenlose Reparatur gebeten.
Das war vor zwei Wochen. Gestern stach mich der Hafer und ich dachte, muss doch mal nachfragen. Nach drei Minuten Telefonschleife bat mich die freundliche Stimme Namen und Telefonnummer zu hinterlassen. Eine halbe Stunde später habe ich es noch einmal versucht – wieder die freundliche Computerstimme. Ich spreche den Automaten also mit genervtem Unterton auf mein Anliegen an.
Und tatsächlich, später während der Tagesschau ruft eine junge Dame an, erkundigt sich und teilt mir mit, dass Mediamarkt vom Reparaturdienstleister leider noch nichts gehört habe. “Demnächst könnten wir ihn mahnen.” Ich erkläre nur kurz, dass mir der interne Ablauf egal ist, schließlich sagen die Geschäftsbedingungen des Mediamarktes, dass der Konzern den Reparaturshop aussucht. Ich… weiter lesen
25.08.2009 von Ben Gerten
US-Präsident Barack Obama setzt seine Politik der Gespräche mit den Muslimen in aller Welt fort und wünscht ihnen einen friedvollen Ramadan. Die Rede ist gut, vor allem aber erinnert die Rede daran, dass man solche Wünsche auch von unserem Staatsoberhaupt und unserer Kanzlerin erwarten würde http://www.state.gov/p/nea/rls/rm/2009/128227.htm
Frau Prokop jedenfalls hätte sich sehr gefreut wenn neben den obligatorischen Oster- und Weihnachtswünschen auch gute Wünsche der Regierung zum Ramadan anzeigen würden, dass Präsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel in Deutschland Menschen aller Religionen die gleiche Wertschätzung entgegen bringen.
24.08.2009 von Ben Gerten
Atomkraftkritiker haben es schon vor einigen Jahren gesagt: In einem heißen Sommer ist auf die strahlenden Meiler kein Verlass. Bei den einen ist wegen der großen Hitze das Kühlwasser aus dem Fluss zu warm und sie müssen heruntergefahren werden. Bei den anderen fehlt wegen großer Trockenheit das Kühlwasser gleich ganz.
Jetzt haben die Wirtschaftswissenschaftler vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim diese Kritiker bestätigt. Ihre Expertenumfrage ergab, über 70 Prozent der Fachleute rechnen mit AKW-Ausfällen wegen des Klimawandels, dreissig Prozent sogar mit häufigen Ausfällen. Die Hälfte der Experten erwartet eine Gefährdung der Versorgungssicherheit, also Stromausfälle (www.zew.de).
Wird das Wasser in der Elbe zu warm, können Krümmel, Brokdorf und Brunsbüttel nicht mehr ordentlich gekühlt werden. Der zu warme Neckar führte 2003 zum zeitweiligen Stop des AKW Obrigheim. Das französische AKW Fessenheim muss von Rhein gekühlt werden und die französischen Meiler an der Rhone haben schon heute regelmäßige Hitzeprobleme.
Apropos… weiter lesen
24.08.2009 von Ben Gerten
In den USA und in Kanada wird Klonfleisch bereits verkauft. Durch eine Regelungslücke könnte solches Fleisch prinzipiell auch in Europäische Supermärkte gelangen, schreibt das Fachblatt „Umwelt aktuell“ in seiner Augustausgabe. Der EU-Agrarministerrat will die Vermarktung von Klonfleisch zwar regulieren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält das Fleisch aber schon heute grundsätzlich für gesundheitlich unbedenklich. Man müsse nur weiter forschen.
Frau Prokop bekam bei solcher Wissenschaft immer einen Hals. Sie hätte gefordert, Klonfleisch grundsätzlich nur in der Kantine der EFSA zu servieren und von den Wissenschaftlern einige Jahre lang den Nachweis eines regelmäßigen Genusses einzufordern. Mindestens bis zum Ende dieses Dauertests gehörten die Klonschnitzel verboten.
20.08.2009 von Ben Gerten
Der Bankenverband allein soll in Berlin halb so viele Mitarbeiter haben wie die Stiftung Warentest insgesamt. Dazu kommen dann noch die Lobbyisten der Sparkassen und der Volksbanken.
Kein Wunder, dass zur Rettung von Verbandsmitglied Hypo Real Estate 103 Milliarden Euro zur Verfügung stehen und für den ganzen Verbraucherschutz nicht mal 100 Millionen, hätte Frau Prokop gesagt.
17.08.2009 von Ben Gerten
Fasziniert habe ich am vergangenen Wochenende in der Rheinischen Post eine Geschichte über den berühmten Management-Guru Peter Drucker gelesen. Der in Wien geborene 2005 gestorbene Drucker soll während seiner ganzen Karriere immer daran festgehalten haben, dass Manager nicht zu viel verdienen dürften – konkret sollten sie nicht mehr als das 20-fache des Mitarbeiters verdienen, der am schlechtesten verdient. Es wäre spannend, eine Liste der so zulässigen Saläre für die Dax-Konzerne zu bekommen. Bei 400.000 Euro wäre das 20-fache wohl meist erreicht.
Internet-Recherchen ergaben: Die Journalisten, die über den Management-Guru schreiben beziehen sich dabei immer auf einen Aufsatz aus dem Jahr 1984. Mir ist es aber bislang nicht gelungen die Originalquellen für Druckers Gehaltsempfehlung zu finden. Auf der Homepage des Drucker Institutes, der langjährigen Wirkungsstätte des Professors in Kalifornien, erschien zum Thema wenigstens ein aktueller Aufsatz von Rick Wartzman (www.druckerinstitute.com).
Wartzman schrieb, Drucker habe überhöhte Management-Gehälter als “serious disaster” verabscheut, weil sie… weiter lesen
12.08.2009 von Ben Gerten
Kurz nach der Wende fielen Scharen von Düsseldorfern in Brandenburg ein, um dort die Verwaltung zu übernehmen. Die SPD-Landesregierung aus Nordrhein-Westfalen stellte den Ostdeutschen Experten zur Verfügung. Knapp 15 Jahre später kamen die Düsseldorfer wieder. Diesmal versuchten sie, Brandenburger Seen zu übernehmen. Und mindestens beim Wandlitzsee, einem der schönen Gewässer 30 Kilometer nördlich von Berlin, ist das auch gelungen.
Die Treuhand -Nachfolgerin Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) verkaufte im Jahr 2003 den Wandlitzsee an die Düsseldorfer Teutonia Grundbesitz AG, die den See in eine Wandlitzsee Aktiengesellschaft einbrachte und nun versucht, daraus Geld zu machen. Die Gemeinde hatte die 450.000 Euro Verkaufspreis damals nicht aufbringen können.
Die neuen Besitzer versuchten in der Folge nach einem Bericht der Rheinischen Post die Gemeide Wandlitz , der Betreiber des dortigen Schwimmbads und Grundstücksbesitzer, die einen Steg auf den See hinaus hatten, zur Kasse zu bitten.
So richtig öffentlich war dier Zugang zum Wandlitzseee ohnehin nicht überall, vielmehr… weiter lesen
10.08.2009 von Ben Gerten
Seit Anfang der neunziger Jahre beobachte ich als Wähler die Kandidatinnen und Kandidaten, die die Parteien aufbieten, um mich zur Bundestagswahl zu motivieren. Stefan Heym war mal dabei und Wolfgang Thierse, zuletzt bot die SPD immerhin einen ihren Finanzexperten, den ehemaligen Weddinger Bezirksbürgermeister Jörg-Otto Spiller auf http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestagswahlkreis_Berlin-Mitte .
Diesmal sind die Parteien der großen Koalition offenbar wild entschlossen, das Herz der Hauptstadt den Kleinen zu überlassen. Für die Grünen tritt Wolfgang Wieland an, anerkannter Rechtspolitiker und auch schon mal grüner Justizsenator in Berlin. Und für die Linkspartei deren junger Landeschef Klaus Lederer, der interessanterweise vor einigen Jahren seine preisgekrönte Doktorarbeit über die Privatisierung kommunaler Dienstleistungen geschrieben hat.
Die SPD hingegen will mit der in Osnabück geborenen politisch unbekannten ehemaligen Ministeriumsbeamten Eva Högl den in den Ruhestand gegangenen Spiller ersetzen und die CDU mit dem Ostwestfalen Christian Burholt, der bislang Politik vor allem als Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro eines anderen CDU-Politikers gemacht hat.
Meine Grundschullehrerin Frau… weiter lesen