Endlich angekommen. Das Doppelbett ist komfortabel, die Matratze richtig gut. Das kleine Apartment verfügt über neben der Einbauküche sogar über eine Waschmaschine und einen Staubsauger. Die hätte ich gar nicht gebraucht.
Dafür aber gerne eine andere Schließanlage. Die hätte geholfen, eine nächtliche Stadtrundfahrt in Essen zu vermeiden. Um den Schlüssel für das Apartment zu bekommen musste ich um kurz vor zwölf am Essener Hauptbahnhof ein Taxi nach Stoppenberg nehmen, dort den elektronischen Schlüssel und ein Bier abholen und dann von Stoppenberg nach Essen-Huttrop zu Apartment fahren. Apartment über einem Lidl-Markt (;-).
Rechne ich die 22 Euro dem Apartmentpreis zu, war das Bett über dem Laden ein teurer Spaß. Zu teuer. Andererseits könnte ich dem Hotel auch den Unterhaltungswert des Gesprächs mit dem Taxifahrer gutschreiben. Ein junger Araber, der um seine Begeisterung für die Jasmin-Revolution in Tunesien keinen Hehl machte. „Saddam war ein lausiger Diktator. Aber es ist ein… weiter lesen
Archive for the ‘Allgemein’ Category
Die USA haben in diesem Jahr ihr geplantes Endlager gestoppt. Präsident Obama hielt die Planungen in Yucca Mountain in Nevada an, weil das geplante Endlager in einer seismisch sehr aktiven Region liege und die Integrität des Lagers für die kommende Million Jahre nicht zu gewährleisten sei.
http://en.wikipedia.org/wiki/Yucca_Mountain_nuclear_waste_repository
Obama hatte im Wahlkampf 2008 versprochen, die Planungen für Yucca Mountain zu stoppen. Und sein Mehrheitsführer im Senat war der Demokrat Harry Reid aus dem Bundesstaat Nevada.
Atommüll ist undemokratisch, denn er verschwindet nicht, wenn die, die ihn produziert haben, abgewählt werden. Er bleibt für tausend Generationen. Deswegen ist das Ende der Atomkraft nicht nur eine technische Herausforderung sondern auch ein demokratischer Imperativ.
Klingt nach “Gorleben muss leben”, hätte Frau Prokop gesagt.
Der Nordkurier berichtet, dass die Staatsanwaltschaft gegen einen Wolgaster NPD-Stadtverordneten wegen Sozialbetrug und Benutzung verfassungswidriger Kennzeichen ermittelt
Zitat aus dem Nordkurier vom 10.8.2010:
“Wolgast (SD). Der Wolgaster Stadtvertreter Christian Deichen (NPD) muss sich am 30. September vor dem Amtsgericht Wolgast verantworten. Die Staatsanwaltschaft Stralsund hält ihm vor, auf einer Internetplattform verschiedene Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben. So soll er unter anderem Anstecker mit Hakenkreuzen und SS-Runen angeboten haben. Der Prozess war ursprünglich für Anfang Juli vorgesehen gewesen. Wegen Krankheit einer Zeugin hatte er jedoch verschoben werden müssen. Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft gegen Deichen auch noch eine zweite Anklage erhoben: Er soll seit 2008 durch falsche Angaben über seine Vermögensverhältnisse Sozialleistungen in deutlich fünfstelliger Summe erschlichen haben; die Anklagebehörde hält ihm Betrug und falsche eidesstattliche Versicherung vor. Ein Prozesstermin ist indes noch nicht anberaumt”

Comments
Write… weiter lesen

Auf dem Nach-Hause-Weg – die Probe für das Fassadentheater des heutigen Abend. Im Programm steht Grotest Maru, das Programm heiße Salon Time.

Die Sängerin schmachtet im Fenster, die Fassadengeher hängen in den Seilen und unten gibt eine Frau die Kommandos.

Jetzt ist es heraus: Islands Bankiers haben 2007 und 2008 die Sparer und Sparerinnen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden bewußt beschissen, um ihre Großbanksucht zu retten. Schon am 30. März 2008 (einn halbes Jahr vor der großen Pleite) beschrieb Sigurjon Arnason, Chef der Landsbanki, die Situation der Banken bei einem Treffen der Nationalbank als “Zeitbombe”: “Die Wahrscheinlichkeit, dass die isländischen Banken dies überstehen ist sehr, sehr niedrig.”
Von 2001 bis 2008 hatt sich die Bilanzsumme der drei großen isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir verzwanzigfacht. Die Bilanzsumme war 2008 neunmal so groß wie die gesamte isländische Volkswirtschaft. Und die kurzfristigen Kredite waren 16 mal so hoch wie die Währungsreserven.
Spätestens seit 2007 hätten die drei Banken verzweifelt versucht, durch hohe Zinsen europäische Spargroschen anzulocken, so der 2.300 Seiten Report einer isländischen Regierungskommission.
Der Report nennt sieben führende Bankiers und Politiker als schuldig an der Krise.
Frau Prokop… weiter lesen
Begeistern kann man sich auch für Fußball. Sonntags lohnt es sich zum Beispiel das schöne – und mindestens zeitweise weltgrößte – Stadion Maracanã zum Fußball aufzusuchen, sogar an diesem Ostersonntag 2009.
Rozane ließ sich nur widerwillig zum Fußballnachmittag überreden. Ihre Bedingung: „Keine Kamera, kein Portemonnaie und kein teure Sonnenbrille!“ Auf dem Spielplan stehe schließlich das emotionale Pokalderby zwischen den beiden lokalen Traditionsclubs Flamengo und Fluminense. Schon auf der Rampe vom U-Bahnhof zum Stadion muss sie aber einräumen, dass viele Familien mit Kindern hier zum Spiel unterwegs sind, dass es so gefährlich also gar nicht sein kann.
Tatsächlich haben die Sicherheitsbehörden das Vorspiel, das Spiel und das Nachspiel voll im Griff. Nicht mal eine Plastikflasche mit Wasser darf man auf das Gelände mitnehmen. Alkohol ist ohnehin verboten. Brauchen die Cariocas, so nennen sich die Bewohner von Rio, auch nicht für die aufgeregte Stimmung beim Derby.
72.400 Fans meldet die Stadionanzeige. Ich… weiter lesen
Der Samstagabend gehört der Metropole Rio selbst. Im alten Zentrum und angrenzenden Stadtvierteln haben in Jugendstil- Häusern hinreißende Sambabars ihre Tore geöffnet. Und Rozane – meine Stadtführerin – traut sich abends wieder in immer mehr Ecken der alten Stadt.
Live-Musik tönt abends auch jenseits des Zentrums überall in der Stadt. Am U-Bahnhof Catete spielt jede Nacht eine andere Band im Freien – nur so für das vorbeistromernde Publikum. Ein paar Blocks weiter am Largo da Marchado geht man die Straße hinauf und findet eine Art Flohmarkthalle, Mercandinho Sao Jose. Schon zwanzig Meter vor der Tür erreicht mich der Blues. Pedro heißt der Schlagzeuger der Bluesband. Im wohnzimmergroßen Laden wippen zwanzig Zuschauer mit, zumeist selbst Musiker. Die Wirtin hat ihrem Etablissement den Namen Bar dos B gegeben. Pedro und seine Mitstreiter spielen hier seit Oktober regelmäßig.
Während Dillo, der Gitarrist der Band, drei jungen langhaarigen Musikern ein paar Tricks erklärt, wundert… weiter lesen
Die angelsächsische Presse berichtet von deutlich schärferem Vorgehen gegen Steuersünder in Großbritannien und Gehaltskontrollen bei Top Managern an der Wall Street.
Das Wall Street Journal berichtete in der vergangenen Woche, dass der britische Finanzminister Alister Darling (der heißt wirklich so), die maximale Geldstrafe bei Steuerhinterziehung verdoppeln will. Bisher müssen die Steuern mit Zinsen nachgezahlt werden und maximal noch mal so viel Geld als Strafe. Künftig darf die Strafe 200 Prozent der geschuldeten Steuer betragen.
Barack Obamas Gehalts-Kontrolleur (Pay Czar) Kenneth Feinberg, der die Gehälter der Bankmanager überwachen soll, hat sich Informationen über die Gehälter und Bonuszahlung an die jeweils 25 bestverdienenden Manager von 419 US-Firmen kommen lassen, die in der Krise von Staatshilfen profitierten. Im Zweifel werde er versuchen zu hohe Zahlungen rückgängig zu machen. Bei fünf Firmen AIG, Chrysler, General Motors, Chrysler Financial und GMAC kann Feinberg die Gehälter der jeweils 100 Top Manager direkt bestimmen, so die Financial Times.
Frau Prokop… weiter lesen
Das kleine Quiz könnte von Frau Prokop stammen: Von wann ist dieser Text und wer ist der Autor:
“Consumer debt outstanding, including mortgage credit, has almost tripled in the last decade… Its widespread availability has given consumers more flexibility in the timing of their purchases. But, in many instances, serious abuses have occurred… The testimony received shows a clear need for protection of consumers against charges of interest rates and fees far higher than apparent without any real knowledge on the part of the borrowers of the true amounts they are being charged. Purchasers of used cars in one study, for example, paid interest charges averaging 25 percent a year, and ranging well above this; yet very few were aware of how much they were actually paying for credit.
Excessive and untimely use of credit arising out of ignorance of its true cost is harmful both to the… weiter lesen
Im Wirtschaftteil der Süddeutschen sind heute die Spinnweben zur Seite geräumt worden, um alte Deregulierungsmythen wieder zu beleben. Guido Bohsem gibt dort einem Jan Hagen das Wort, der – wie viele bankennahe Wissenschaftler schon vor 2007 – den deutschen Bankenmarkt zu deregulieren fordert. Er müsse so werden wie der Britische. Derzeit hätten die Privatbanken gegen Sparkassen und Volksbanken keine Chance und die armen Jungs von der Commerzbank seien quasi gezwungen ihr Glück im Investmentbanking zu versuchen.
Die Geschichte auf Seite 23 zeigt zwei Probleme dieser Art von “Journalismus”. Bohsem hat nur mit Jan Hagen gesprochen. Geschichten mit nur einer Quelle seien bei der Süddeutschen verpönt hat Chefredakteur Kilz früher mal erklärt. Und wie das so ist mit nur einer Quelle: Bohsem erwähnt in seiner Geschichte mit keinem Wort die Schwierigkeiten der britischen Regierung mit ihrem liberalisierten Bankenmarkt. Die Regierung mußte bis auf Barclays praktisch den gesamten Bankensektor verstaatlichen, weil… weiter lesen