12.01.2010 von Ben Gerten
China ist 2009 Exportweltmeister geworden und hat Deutschland vom Thron gestoßen. Im Dezember 2009 hat die Volksrepublik erstmals seit 2008 im Vorjahresvergleich ihre Exporte wieder gesteigert – auf über 130 Milliarden Dollar. Insgesamt hat China 2009 damit Waren und Dienstleistungen für 1200 Milliarden Dollar exportiert. Die Schätzungen des Bundesverbandes für den Groß-und Außenhandel für Deutschland belaufen sich auf 1170 Milliarden Dollar oder 816 Milliarden Euro für das Jahr 2009.
Verantwortlich für die hohen Exporte sind die günstigen Produktionskosten in China. China hat einen Außenhandelsüberschuss von 196 Milliarden Dollar erwirtschaftet.
Der allerdings ist im Vergleich mit dem Vorjahr um ein Drittel geschrumpft. China wächst vor allem vom Binnenmarkt und importiert in großem Umfang. Die Zahl der verkauften Autos ist um über 45 Prozent gestiegen. Die Regierung in Bejing hat mit ihrem Konjunkturpaket von 586 Milliarden Dollar… weiter lesen
07.01.2010 von Ben Gerten
Credit Suisse soll in den USA Schrottimmobilien für acht Milliarden Dollar an Millionäre verkauft haben und sieht sich jetzt Schadensersatzklagen in Höhe von 24 Milliarden Dollar gegenüber. Die Kläger wollen nämlich erstens ihr Geld zurück und verlangen zweitens eine Bestrafung in doppelter Höhe des angerichteten Schadens. Zwei Kläger haben für 3.000 Geschädigte eine entsprechende Sammelklage eingereicht, berichtete die Financial Times Deutschland diese Woche.
Die Kläger sparen nicht mit harten Worten. Sie sprechen von einem Komplott zu ihren Las7ten, von Erpressung, Geldwäsche und Verschwörung. Credit Suisse sei ein „internationales Bankenraubtier“. Der Trick der Bank sei immer der Gleiche gewesen. Man habe mit viel zu hohen Krediten Beteiligungen an teuren Skiresorts in den Rocky Mountains finanziert. Erst habe die Bank an den Gebühren verdient und dann darauf spekuliert, dass die Kunden vor die Wand fahren um die Resorts und mit den Sicherheiten… weiter lesen
18.09.2009 von Ben Gerten
Welt-Wirtschaftschef Jörg Eigendorf kämpft für die Boni der Top-Manager, auch wenn sie ihre Firma in die Grütze gefahren, Arbeitsplätze und Aktienvermögen vernichtet haben. Kanzlerin Merkels Vorstoß gegen Boni, wenn ein Konzern Verluste mache, sei ein “gefährlicher Schnellschuss”.
Zitat: “Bundeskanzlerin Merkel will Bonuszahlungen für Top-Manager verbieten, wenn deren Unternehmen Verluste schreiben. Setzt sich Merkel durch, könnte sich eine am Boden liegende Firma bald kein gutes Personal mehr leisten – und nicht mehr auf die Beine kommen. ”
Mal abgesehen von der Frage, ob Schnellschüsse 27 Monate nach der Beinahe Pleite der Bonus-Ritter von der IKB und 12 Monate nach der Pleite der Bonus-Könige von Lehman noch möglich sind, nimmt Eigendorf die Empirie nicht zur Kenntnis. Selbst konservative Wirtschaftsforscher rechnen vor, dass sich die Bezüge der Dax-Vorstände seit 1998 im Schnitt verdreifacht haben (ganz wesentlich über Boni) und zweifeln ernsthaft daran, dass die Leistung zuletzt dreimal so gut war wie… weiter lesen
17.09.2009 von Ben Gerten
Die deutschen Banken und Sparkassen wollen ihre Kunden nicht kurz und knackig über die Eigenschaften der von Ihnen verkauften Wertpapiere und Kreditverträge informieren. Deshalb lehnen sie einen entsprechenden Vorstoß der Bundesverbraucherminister Ilse Aigner (CSU) ab.
In einem Schreiben des Zentralen Kreditausschusses, des Sprachrohrs der ganzen Bankenbranche, heißt es zu dem von Aigner vorgelegten Entwurf eines Produktinformationsblatts:
“Wir sprechen uns im Ergebnis sowohl wegen der heute schon geübten Praxis als auch vor
dem Hintergrund kommender europäischer Anforderungen gegen eine Verwendung des
von Ihrem Haus vorgeschlagenen Produktinformationsblattes aus.” http://www.zka-online.de/uploads/media/bzka_090806.pdf
Unterschreiben ist der Brief an die Ministerin von Uwe Fröhlich und Andreas Martin, den Cheflobbyisten der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Die Genossenschaftbanken sind turnusgemäß die Sprecher der Bankenbranche.
Hinter den Kulissen sind aber nicht alle Banker glücklich über den offenen Affront der Branche gegen die Bundesregierung. Die ING-Diba, immerhin Deutschlands größte Direktbank, führt dieser Tage eben jene… weiter lesen
09.09.2009 von Ben Gerten
Politischer Populismus kann Spaß machen, vor allem wenn mal gegen die Starken in der Gesellschaft gebolzt wird. Auch Ilse Aigner, Bundesbauern- und Verbraucherministerin, hat das im Grundkurs CSU gelernt. Bei einer Tagung des DGB nahm sie sich die Banken zur Brust.
In der Finanzkrise sei “nicht nur viel Geld verloren gegangen sondern auch viel Vertrauen”, so die Ministerin, Und dann mit Blick auf die Arbeit der Banken: “Die Menschen fühlen sich ein Stück weit verraten statt beraten.” Schuld ist für Aigner das Management . Aus den Banken habe sie von Mitarbeitern gehört, dass der Verkaufsdruck nicht geringer sondern eher größer geworden sei.”Manche haben gesagt, sie mussten um ihren Job bangen, wenn sie sich der Verkaufsquote nicht stellen wollten….Es kann doch nicht sein, dass man über die Ausweitung von variablen Bestandteilen des Gehaltes den Vertriebsdruck erhöht.”
Die Gastgeber vom DGB werden es gern gehört haben.weiter lesen
17.08.2009 von Ben Gerten
Fasziniert habe ich am vergangenen Wochenende in der Rheinischen Post eine Geschichte über den berühmten Management-Guru Peter Drucker gelesen. Der in Wien geborene 2005 gestorbene Drucker soll während seiner ganzen Karriere immer daran festgehalten haben, dass Manager nicht zu viel verdienen dürften – konkret sollten sie nicht mehr als das 20-fache des Mitarbeiters verdienen, der am schlechtesten verdient. Es wäre spannend, eine Liste der so zulässigen Saläre für die Dax-Konzerne zu bekommen. Bei 400.000 Euro wäre das 20-fache wohl meist erreicht.
Internet-Recherchen ergaben: Die Journalisten, die über den Management-Guru schreiben beziehen sich dabei immer auf einen Aufsatz aus dem Jahr 1984. Mir ist es aber bislang nicht gelungen die Originalquellen für Druckers Gehaltsempfehlung zu finden. Auf der Homepage des Drucker Institutes, der langjährigen Wirkungsstätte des Professors in Kalifornien, erschien zum Thema wenigstens ein aktueller Aufsatz von Rick Wartzman (www.druckerinstitute.com).
Wartzman schrieb, Drucker habe überhöhte Management-Gehälter als “serious disaster” verabscheut, weil sie… weiter lesen
12.08.2009 von Ben Gerten
Kurz nach der Wende fielen Scharen von Düsseldorfern in Brandenburg ein, um dort die Verwaltung zu übernehmen. Die SPD-Landesregierung aus Nordrhein-Westfalen stellte den Ostdeutschen Experten zur Verfügung. Knapp 15 Jahre später kamen die Düsseldorfer wieder. Diesmal versuchten sie, Brandenburger Seen zu übernehmen. Und mindestens beim Wandlitzsee, einem der schönen Gewässer 30 Kilometer nördlich von Berlin, ist das auch gelungen.
Die Treuhand -Nachfolgerin Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) verkaufte im Jahr 2003 den Wandlitzsee an die Düsseldorfer Teutonia Grundbesitz AG, die den See in eine Wandlitzsee Aktiengesellschaft einbrachte und nun versucht, daraus Geld zu machen. Die Gemeinde hatte die 450.000 Euro Verkaufspreis damals nicht aufbringen können.
Die neuen Besitzer versuchten in der Folge nach einem Bericht der Rheinischen Post die Gemeide Wandlitz , der Betreiber des dortigen Schwimmbads und Grundstücksbesitzer, die einen Steg auf den See hinaus hatten, zur Kasse zu bitten.
So richtig öffentlich war dier Zugang zum Wandlitzseee ohnehin nicht überall, vielmehr… weiter lesen
28.06.2009 von Ben Gerten
Die im Verein Votum zusammengeschlossenen Verkäufer von Bank und Versicherungsprodukten versuchen sich mitten in der Finanzkrise vor vernünftigen Verbraucherinformationen im Beratungsgespräch und eine ordentlichen Haftung für ihre Beratung zu drücken.
Mittel zum Zweck ist eine sogenannte „Ergänzende Vermittlungsdokumentation“, in der der Kunde nur erfährt, dass der Verkäufer Geld bekommt, aber nicht wie viel, bei der der Hinweis auf das Totalverlustrisiko eines geschlossenen Fonds auf der Seite 2 im Kleingedruckten verschwindet und beim dem der Kunde auch noch bestätigen soll, dass es in Ordnung ist, wenn der Verkäufer jenseits des Prospektgutachtens keine Prüfung der Anlage vornimmt, also dem Kunden noch nicht einmal sagen müßte, wenn in der FAZ, im Handelsblatt oder in Finanztest das Produkt schon verrissen worden ist.
Frau Prokop hätte gesagt, kein Wunder bei den Pappenheimern. Mitgliedern im Verein sind die Verkaufsprofis vom… weiter lesen
25.06.2009 von Ben Gerten
Jörg Asmussen, Staatsekretär im Bundesfinanzministerium und vor der Beinahe-Pleite der IKB dort Aufsichtsrat, hat keinen leichten Stand. Jetzt hat sich der prominente Jurist Volkert Vorwerk auf den Karrierebeamten eingeschossen. Volkert hat sich in der Neuen Juristischen Wochenschrift (NJW 25/2009) einen drei Jahre alten Aufsatz von Herrn Asmussen vorgenommen.
Asmussen hatte damals geschrieben, dem Bundesfinanzministerium sei es stets wichtig gewesen, dass sich der Markt für verbriefte Kreditforderungen (Asset Backed Securities) in Deutschland stärker entwickele. (Das sind die Papiere von den die Kernschmelze auf den internationalen Finanzmärkten und die Pleite der IKB ausgingen.) Entsprechend habe der Gesetzgeber in der rot-grünen Regierungszeit dafür Sorge getragen, dass solche Kreditverkäufe an Zweckgesellschaften stark erleichtert wurden. Gestützt habe sich der Gesetzgeber dabei auf ein Gutachten einer privaten Unternehmensberatungsgesellschaft.
Als dann 2008 der Verkauf von… weiter lesen
08.06.2009 von Ben Gerten
Im Hamburg hat das „Netzwerk Recherche“ seinen diesjährigen Preis der „Verschlossenen Auster“ an den Bundesverband deutscher Banken (BdB) verliehen. Der Geschäftsführer des Bankenverbandes, Manfred Weber reiste persönlich an die Alster, um den Journalistenpreis für die mangelhafte Informationsarbeit seines Verbandes entgegen zu nehmen.
Weber gab sich nicht defensiv. Sein Verband habe sich – bei allen Kommunikationsfehlern der Banken in der Vergangenheit – immer um eine ordentliche Informationsarbeit bemüht. Und zum zentralen Vorwurf des Preislaudators Rudolf Hickel, die von den Banken betriebene Deregulierung sei schuld am Desaster, wehrte er sich sogar vehement. Hickel, Wirtschaftsprofessor aus Bremen, hatte argumentiert, der Bankenverband habe „massiven Lobbyeinfluss auf die Deregulierung der Finanzmärkte genommen, die zu einer schweren und folgenreichen Krise des Bankensystems geführt hat“.
Versagt habe in der Regulierungsfrage nicht der Bankenverband sondern die Politik. Sie habe bei der Regulierung geschlafen.… weiter lesen