Archive for the ‘Journalismus’ Category

28.03.2010 von Ben Gerten
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Rating-Agenturen lassen sich gute Noten gut bezahlen

von Ben Gerten

Rating-Agenturen, die von den Firmen bezahlt werden, deren Produkte sie bewerten, taugen nichts. Diese Einsicht hat sich zwei Jahre nach der Fehlbewertung der großen amerikanischen Investmentbanken sogar im Heimatland des Kapitalismus durchgesetzt. USA Today, immerhin die auflagenstärkste Zeitung der USA kommentierte kürzlich, “nur ein neues Geschäftsmodell kann den fundamentalen Interessenkonflikt hier beenden”.

Der Kommentar der Redaktion lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: “Wenn Sie sich gewundert haben, warum die Agenturen Pakete von Immobilienkredite mit AAA bewerteten, die dann die Kreditkrise ausgelöst haben, die Antwort ist einfach. Sie haben dafür gutes Geld erhalten.”

Die Redakteure wählten deutliche Worte, weil z. B. Harvard Professor Lawrence Tribe die Arbeit von Standard & Poors und Moodys im Auftrag der Firmen mit der von Comsumer Reports verglich, also der amerikanischen Stiftung Warentest. Der Unterschied sei aber, Consumer Reports lasse sich nicht von den Firmen finanzieren, deren Produkte es bewerte .

http://www.huffingtonpost.com/2009/11/11/how-credit-raters-fended_n_354190.html

Frau Prokop hätte an… weiter lesen

10.03.2010 von Ben Gerten
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USA geben Atomendlager in Nevada auf

von Ben Gerten

Die Obama-Administration hat die zwanzig Jahre alte Planung für ein Atommüllendlager in Yucca Mountain im Bundesstaat Nevada aufgegeben. US-Energieminister Steven Chu sagte dem Wall Street Journal, die Wahl des Endlagerstandorts in den achtziger Jahren sei nach politischen und nicht nach Sicherheitskriterien erfolgt.”The whole history of Yucca Mountain was more political than scientific.” Nach dem was man heute wisse, sehe das Endlager nicht gut aus.

 Außerdem sei Yucca Mountain nicht groß genug für all den anfallenden Müll.

http://en.wikipedia.org/wiki/Yucca_Mountain

In den achtziger Jahren hatte der US-Senat sich für Nevada als Endlagerstandort entschieden, weil der Bundesstaat mit seiner geringen Bevölkerung über wenige Stimmen im Repräsentatenhaus und nur über einflusslose Senatoren verfügte. Maßgeblich an der damaligen Entscheidung beteiligt waren Politiker aus Texas, wo anderen potentiellen Endlagerstandorte untersucht werden sollten. http://www.inyoyucca.org/

http://ensign.senate.gov/public/index.cfm?FuseAction=IssueStatements.View&Issue_id=9de18c82-7e9c-9af9-757a-c5d05500737a

Heute ist Nevadas demokratischer Senator Harry Reid einer der einflussreichsten Freunde Präsident Barack Obamas, da sieht die Lage anders aus. weiter lesen

09.03.2010 von Ben Gerten
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Landesbanken und Staatsbanken nehmen Leipzig aus

von Ben Gerten

Schöne Volte – die ehemaligen Chefs der Kommunalen Wasserwerke in Leipzig (KWL) haben sich verzockt. Die Versicherungsgeschäfte des städtischen Unternehmens können die sächsische Kommune in den kommenden Jahren bis zu 290 Millionen Euro kosten. Über den Tisch gezogen wurden die beiden Wassermanager dabei von einer Kombination aus der Schweizer Großbank UBS, der baden-württembergischen Landesbank LBBW und der inzwischen via Hypo Real Estate wieder dem Staat gehörenden Depfa Bank aus Dublin (Irland).
Frau Prokop hätte die sächsische Staatsregierung gefragt, was sie eigentlich dazu sagt, dass die Stuttgarter Mutter ihrer eigenen Landesbank sich daran beteiligt, die größte Stadt des Landes finanziell zu ruinieren.

01.03.2010 von Ben Gerten
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Apple bestätigt Kinderarbeit bei Zulieferer

von Ben Gerten

Der Computerkonzern Apple hat bestätigt, dass in drei Zuliefererbetrieben Fälle von Kinderarbeit aufgetreten sind. Dies berichtete am Tag dfer Eröffnung der CEBIT der britische Daily Telegraph. Apple hat eingeräumt, dass bei Kontrollen mindestens elf 15-jährige in den Fabriken angetroffen wurden. Der Konzern will die konkreten Fertigungsstätten nicht nennen und die Zusammenarbeit mit den Fabriken auch nicht einstellen. so die Zeitung weiter. Apple läßt seine Computer weitgehend in China fertigen.

Der Daily Telegraph hat für seinen bericht kein investigativen Reporter losgeschickt, vielmehr konnte sich die Zeitung auf einen öffentlichen Bericht stützen, den Apple über die zum Teil miserablenm Bedingungen in seinen Zulieferunternehmen regelmäßig anfertigen läßt http://www.telegraph.co.uk/technology/apple/7330986/Apple-admits-using-child-labour.html .

Frau Prokop hätte in dem Bericht trotzdem einen weiteren Grund gesehen, Bücher zu lesen statt den Ipad zu nutzen.

27.02.2010 von Ben Gerten
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FDP in Baden-Württembergs schützt Steuerflüchtlinge

von Ben Gerten

Baden-Württembergs Landesregierung möchte eine CD mit Daten möglicher Steuerflüchtlinge, die dem Finanzamt in Freiburg angeboten wurde, nicht  kaufen. Dafür hat die an der Regierung in Stuttgart beteiligte FDP gesorgt.

Frau Prokop hätte sich nur gefragt warum. Und hätte dann vermutlich gespottet, dass manche Steuerhinterzieher aus dem Musterländle wohl bessere Beziehungen in die FDP haben als Eltern, die auf Harz IV sind. Denen gönnten die Gelben ja nicht mal die 20 Euro mehr im Monat fürs Kind, die sie bei wohlhabenden Eltern als familienpolitische Maßnahme für nötig hielten.

26.02.2010 von Ben Gerten
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Banken und Produktinformationsblätter II – Schneckentempo, zweiter Gang

von Ben Gerten

Heute morgen hat der Bankenverband (BDB) einen ganz ordentlichen Entwurf für ein Produktinformationsblatt präsentiert. Das meinen wohl selbst Verbraucherschützer http://news.google.de/news?q=Produktinformationsblatt&um=1&ie=UTF-8&sa=N&hl=de&tab=wn .
Die entscheidende Frage ist nun, ob diese Blätter nicht nur die richtige Information auf wenig Raum bieten und den Vergleich zwichen unterschiedlichen Anlagen erlauben, sondern vor allem, ob sie in der Praxis der Banken eingeführt werden. Hans-Joachim Massenberg vom Bankenverband eierte an dieser Stelle ziemlich: Die Mitgliedsbanken seines Verbandes (Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank , HVB und andere) wollten die Blätter “sukzessive” einführen für die Produkte, die “aktiv vertrieben werden”, so seine Formulierung. Auf Nachfrage räumte Massenberg ein, man müsse jetzt die Mitgliedsunternehmen bearbeiten. Die Einführung sei mit Sicherheit “nicht zum 31. August 2010 abgeschlossen”.
Zugutehalten muss man die Privatbankern, sie haben nach monatelanger Verzögerungstaktik im Verband mal was vorgelegt. Ohnehin hatte das BDB-Mitgliedsunternehmen ING-Diba schon vor Monaten gute Produktinformationsblätter einfach praktisch eingeführt.
Volksbanken und Sparkassen rennen… weiter lesen

25.02.2010 von Ben Gerten
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taz am Kiosk vor Handelsblatt und FTD

von Ben Gerten

Frau Prokop hätte es mit nicht geglaubt. Wenn ich meiner Grundschullehrerin vor zwanzig Jahren prophezeit hätte, dass die taz mit ihren Einzelverkäufen im Januar nicht nur die Financial Times Deutschland sondern auch das Handelsblatt hinter sich lassen würde, hätte sie nur gelacht.

Soll aber tatsächlich so sein, jedenfalls wenn man die Zahlen aus dem aktuellen Wirtschaftsjournalisten mit denen vergleicht, die die taz selbst in ihrer Redaktion aushängt.  Das Handelsblatt hat in der dritten Januarwoche im Schnitt 6841 Exemplare am Tag am Kiosk verkauft, die Financial Times lag im ganzen Jahr 2009 mit im Schnitt 3761 Exemplaren noch deutlich niedriger.

Der Ehrlichkeit halber muss man allerdings sagen. Ohne die Samstagsverkäufe von deutlich über 10.000 Stück läge die taz im wochentäglichen Schnitt noch hinter dem Handelsblatt.

21.02.2010 von Ben Gerten
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Geld zurück, weil die Deutsche Bahn zu spät kommt

von Ben Gerten

Der Zug nach München startet zu Ferienbeginn, am 30. Januar. Unglücklicherweise hat die Deutsche Bahn bei dem ICE am Berliner Hauptbahnhof allerdings ohne Vorankündigung die Hälfte aller Wagen gestrichen. Für diese Wagen hatte sie zuvor fleißig Tickets und Platzkarten verkauft.

Auf dem Bahnsteig knubbeln sich Familien mit komplettem Gepäck für den Skiurlaub. Die Fahrgäste stehen in den Gängen. Kinder nehmen auf großen Koffern Platz, um einen Sitzplatz zu haben. Am Bahnhof Berlin-Südkreuz steigen noch hunderte Fahrgäste zu. Der Zugchef fordert, dass Passagiere aussteigen müßten. Der Zug sei einfach zu voll, er können nicht losfahren. Einige Passagiere steigen tatsächlich aus, die Fahrt kann mit ca. 15 Minuten Verspätung Richtung Leipzig starten.

Der Zug bleibt voll, in Franken steht er einmal eine halbe Stunde auf freier Strecke. Bis München bringt es der Zug auf etwa eine Stunde Verspätung – nur. Und zwischendrin verteilen bemühte Schaffner den Vordruck, um einen Teil des Fahrpreises zurückerstatten zu lassen. Fahrgastrechte-Formular… weiter lesen

15.02.2010 von Ben Gerten
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Berlinale Stilblüten I

von Ben Gerten

Frau Prokop wäre als Rentnerin gern zur Berlinale gefahren. Ihr hätten die Filme sicher gefallen. Egal ob Martin Scorsese Leonardo di Caprio auftreten läßt oder Thomas Vinterberg Jakob Cedergren… Beim Berlinale Journal aber hätte sie sich mit Grausen abgewandt. Wer schreibt hier eigentlich, oder wird ein Übersetzungstool von Google benutzt?

1. Beispiel S. 42: ”Die Dreharbeiten zum Portrait über den berühmtesten bengalischen Schauspieler werden immer wieder von Fragen nach sexueller Identität durchkreuzt, die die transgender Regisseurin aus dem Impetus der Emanziaption nicht beantworten will.”  

Andere Funde folgen….

10.02.2010 von Ben Gerten
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NZZ: Steuerhinterziehung keine Straftat

von Ben Gerten

Der ein oder andere hat es sicher schon registriert: In der Schweiz herrscht ein anderes Rechtsverständnis als in anderen Teilen Europas. Wer seinen Verpflichtungen als Steuerzahler nicht nachkommt, das heimische Finanzamt belügt und sich durch die Republik nassauert, ist aus Schweizer Sicht nicht vor allem Gesetzesbrecher sondern jemand der “sich einer als zu schwer und inquisitorisch empfundenen Steuerlast entzieht”. Eine Unterscheidung zwischen “Hinterziehung und Betrug ist richtig und wichtig”, so das Schweizer Wirtschaftsblatt NZZ auf der Seite 1 – vor allem angesichts der “gigantischen Umverteilungsmaschinerie”, die andere europäische Länder betrieben. Die Schweiz gewähre nur Bürger anderer Staaten mit unversteuertem Geld “Unterschlupf”.

Wer einen  solchen Steuerhinterzieher hingegen auffliegen läßt, ist ein “Denunziant” und “Datendieb”, so die NZZ am Wochenende. Die Schweiz müsse jetzt Lösungen finden, Amnestien für Steuerhinterzieher erwirken angesichts “der gewaltigen Bestände an schwarzem Vermögen in der Schweiz”. Auf Schweizer Konten ausländischer Bürger lagern laut NZZ rund 2400 Milliarden Franken… weiter lesen