12.01.2010 von Ben Gerten
Die Investmentbanker diesseits und jenseits des Atlantik haben die Zeichen der Zeit nicht verstanden. In den kommenden Tagen wollen die Firmen, die die Welt an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds und die öffentlichen Haushalte in große Schwierigkeiten gebracht haben, ihren Mitarbeitern Boni fast in Rekordhöhe auszahlen.
Goldman Sachs soll nach einem Bericht der International Herald Tribune seinen Mitarbeitern im Schnitt 595.000 Dollar an Boni auszahlen, JP Morgan plane 463.000 Dollar pro Mitarbeiter. Goldman Sachs soll dabei seinen 30 bestbezahlten Bankern die Boni ausschließlich in Aktien auszahlen.
Die internationale Presse berichtet, die Banker seien vor allem besorgt, wie man das Aufsehen über diese Bonuszahlungen möglichst gering halte. Goldman Sachs habe sogar die Verkündung seiner Zahlen auf den 21. Januar nach hinten geschoben, um nicht so im Scheinwerferlicht zu stehen.
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10.11.2009 von Ben Gerten
Görlitz strahlt an diesem Samstag, fast 20 Jahre nach dem Fall der Mauer. Viele Fassaden sind renoviert, ein paar Touristen haben sich sogar an dem kalten Novemberwochenende in die Stadt an der Neisse verirrt. Am Barockhaus Obermarkt 29 liest man mit Erstaunen, dass hier neben dem sächsischen Kurfürst August dem Starken schon Napoleon und der russische Zar Alexander I. genächtigt haben sollen. Hinter der prächtigen Fassade scheint das Haus aber leer zustehen
Bei der Suche nach Informationen zu den vielen renovierten Fassaden und Türeingängen lande ich im Buchladen Via Regia. Frank Vater, Buchhändler und Verleger in der Brüderstraße, stellt fest, dass die deutsche Ausgabe seines Stadtführers ausverkauft ist und empfiehlt dem Touristen stattdessen ein Produkt der Konkurrenz. Draußen am Zeitungsstand hängen erfreulicherweise mehrere Exemplare der taz.
Wichtiger aber noch an diesem Abend, er empfiehlt ein nettes Lokal in der Schwarzen Gasse fürs Abendbrot. “Kurze Karte, gute Küche, wenn Sie mit Menschen ins… weiter lesen
17.09.2009 von Ben Gerten
Die deutschen Banken und Sparkassen wollen ihre Kunden nicht kurz und knackig über die Eigenschaften der von Ihnen verkauften Wertpapiere und Kreditverträge informieren. Deshalb lehnen sie einen entsprechenden Vorstoß der Bundesverbraucherminister Ilse Aigner (CSU) ab.
In einem Schreiben des Zentralen Kreditausschusses, des Sprachrohrs der ganzen Bankenbranche, heißt es zu dem von Aigner vorgelegten Entwurf eines Produktinformationsblatts:
“Wir sprechen uns im Ergebnis sowohl wegen der heute schon geübten Praxis als auch vor
dem Hintergrund kommender europäischer Anforderungen gegen eine Verwendung des
von Ihrem Haus vorgeschlagenen Produktinformationsblattes aus.” http://www.zka-online.de/uploads/media/bzka_090806.pdf
Unterschreiben ist der Brief an die Ministerin von Uwe Fröhlich und Andreas Martin, den Cheflobbyisten der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken. Die Genossenschaftbanken sind turnusgemäß die Sprecher der Bankenbranche.
Hinter den Kulissen sind aber nicht alle Banker glücklich über den offenen Affront der Branche gegen die Bundesregierung. Die ING-Diba, immerhin Deutschlands größte Direktbank, führt dieser Tage eben jene… weiter lesen
14.09.2009 von Ben Gerten
Umweltverbände wie das World Rainforest Movement werfen dem französichen Reifenhersteller Michelin vor, Menschenrechtsverletzungen bei verbundenen Firmen in Nigeria zu dulden. Die Berichte sind derart eindeutig, dass die Börse Hamburg/Hannover den Reifenkonzern jetzt aus seinem Global Challenges Index geworfen hat.
In der Pressemitteilung der Börse heißt es: ”Umweltorganisationen werfen Michelin Menschenrechtsverletzungen bei der Ausdehnung von Kautschukplantagen eines Zulieferers in Nigeria vor. Den Vorwürfen zufolge wurden dazu die Landrechte indigener Dorfgemeinschaften ohne deren Zustimmung beschnitten, ohne diese dafür angemessen zu entschädigen. Durch die Zerstörung der Äcker sei ihnen die Lebensgrundlage genommen worden. Zudem kam durch die Plantage auch die Versorgung mit traditionellen Heilpflanzen und Fleisch aus dem Wald zum Erliegen. Darüber hinaus gibt es glaubwürdige Berichte über Einschüchterungen der Anwohner durch angeheuerte Polizeikräfte.” http://www.gcindex.com/de/news.php#0
Insgesamt werden in Nigeria rund 300.000 Hektar Fläche für den Kautschukanbau genutzt, eine Fläche viermal so groß wie Berlin. Konkret geht es bei den Vorwürfen um 3.500 Hektar Wald… weiter lesen
12.09.2009 von Ben Gerten
Wer beim S-Bahnfahren in Berlin seinen Fahrschein vergisst, bekommt eine Zahlungsaufforderung der Bertelsmann-Tochter Infoscore. Ganz abseits der Frage, ob das erhöhte Beförderungsentgelt im konkreten Fall berechtigt ist, interessiert mich, was Infoscore, einer der berüchtigten Datensammler in der Republik, eigentlich mit den so gesammelten Daten macht?
Auf der Homepage von Infoscore heißt es beispielsweise: “Branchenspezifische Verfahrens-Tools, wie z. B. flexible Schnittstellen oder Online-Kontoauszüge, und der Einsatz eines optischen Archivs ermöglichen eine effiziente und transparente Bearbeitung. ”
http://www.infoscore.de/de/dienstleistungen/forderungsmanagement/technik/index.html
Was heißt hier optisches Archiv? Wer kennt sich mit Infoscore aus? Die in einer Studie für Verbraucherministerin Ilse Aigner geäußerte Einschätzung ist jedenfalls nicht vertrauenserweckend.
http://www.gp-f.com.de/pdf/ak_visco.pdf
Frau Prokop wären solche Fragen eingefallen, als sie heute die Bilder der Bürgerrechts-Demo in Berlin sah.
07.09.2009 von Ben Gerten
Das Problem war nicht schwierig zu lösen. Ich hatte den Speicherchip meiner zwei Jahre alte Fuji Digitalkamera zu Hause liegen lassen und wollte unterwegs in Münster einen neuen kaufen. Ich weiß nicht, wie die Chips heißen und hatte die Kamera auch nicht zur Hand. Aber in dem Photo Porst Shop in der Innenstadt von Münster würden sie mir sicher helfen können, nahm ich an.
Der Mitarbeiter verkaufte mit denn auch einen 4 GB Chip von Agfa zum stolzen Preis von 19,99 Euro. Mit der Maßgabe: “Wenn er nicht paßt, dann lassen sie ihn in der Packung und bringen ihn zurück.” Von der Größe her paßte er, also zerriss ich die Verpackung um an den Chip zu kommen. Doch dann weigerte sich die Kamera mit dem neuen Chip zu arbeiten.
Es kam wie es kommen mußte. Der Laden wollte am nächsten Morgen den unnützen Chip nicht zurück nehmen. Es stellt sich… weiter lesen
26.08.2009 von Ben Gerten
Die ansonsten eher distinguierten Tester von der Stiftung Warentest können auch bissig: Gerade eben habe ich auf der Homepage www.test.de einen bösen Text über den Waschmittelkonzern Procter&Gamble entdeckt. Der verkauft nämlich in gleich großen Flaschen unterschiedliche Mengen seines Flüssigwaschmittels Ariel. Urteil der Tester: “Für die Stiftung Warentest ist das daher ein typisches Beispiel für eine Mogelpackung.”
Frau Prokop sagt Chapeau!!
26.08.2009 von Ben Gerten
Meine Digitalkamera ist kaputt, genauer gesagt zieht sich ein schwarzer Strich durch jedes Bild. Aber glücklicherweise ist die Kamera noch nicht zwei Jahre alt, ich habe das Gerät also zum Mediamarkt zurückgebracht und um kostenlose Reparatur gebeten.
Das war vor zwei Wochen. Gestern stach mich der Hafer und ich dachte, muss doch mal nachfragen. Nach drei Minuten Telefonschleife bat mich die freundliche Stimme Namen und Telefonnummer zu hinterlassen. Eine halbe Stunde später habe ich es noch einmal versucht – wieder die freundliche Computerstimme. Ich spreche den Automaten also mit genervtem Unterton auf mein Anliegen an.
Und tatsächlich, später während der Tagesschau ruft eine junge Dame an, erkundigt sich und teilt mir mit, dass Mediamarkt vom Reparaturdienstleister leider noch nichts gehört habe. “Demnächst könnten wir ihn mahnen.” Ich erkläre nur kurz, dass mir der interne Ablauf egal ist, schließlich sagen die Geschäftsbedingungen des Mediamarktes, dass der Konzern den Reparaturshop aussucht. Ich… weiter lesen
24.08.2009 von Ben Gerten
Atomkraftkritiker haben es schon vor einigen Jahren gesagt: In einem heißen Sommer ist auf die strahlenden Meiler kein Verlass. Bei den einen ist wegen der großen Hitze das Kühlwasser aus dem Fluss zu warm und sie müssen heruntergefahren werden. Bei den anderen fehlt wegen großer Trockenheit das Kühlwasser gleich ganz.
Jetzt haben die Wirtschaftswissenschaftler vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim diese Kritiker bestätigt. Ihre Expertenumfrage ergab, über 70 Prozent der Fachleute rechnen mit AKW-Ausfällen wegen des Klimawandels, dreissig Prozent sogar mit häufigen Ausfällen. Die Hälfte der Experten erwartet eine Gefährdung der Versorgungssicherheit, also Stromausfälle (www.zew.de).
Wird das Wasser in der Elbe zu warm, können Krümmel, Brokdorf und Brunsbüttel nicht mehr ordentlich gekühlt werden. Der zu warme Neckar führte 2003 zum zeitweiligen Stop des AKW Obrigheim. Das französische AKW Fessenheim muss von Rhein gekühlt werden und die französischen Meiler an der Rhone haben schon heute regelmäßige Hitzeprobleme.
Apropos… weiter lesen
24.08.2009 von Ben Gerten
In den USA und in Kanada wird Klonfleisch bereits verkauft. Durch eine Regelungslücke könnte solches Fleisch prinzipiell auch in Europäische Supermärkte gelangen, schreibt das Fachblatt „Umwelt aktuell“ in seiner Augustausgabe. Der EU-Agrarministerrat will die Vermarktung von Klonfleisch zwar regulieren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hält das Fleisch aber schon heute grundsätzlich für gesundheitlich unbedenklich. Man müsse nur weiter forschen.
Frau Prokop bekam bei solcher Wissenschaft immer einen Hals. Sie hätte gefordert, Klonfleisch grundsätzlich nur in der Kantine der EFSA zu servieren und von den Wissenschaftlern einige Jahre lang den Nachweis eines regelmäßigen Genusses einzufordern. Mindestens bis zum Ende dieses Dauertests gehörten die Klonschnitzel verboten.