21.11.2007 von Ben Gerten
Das Umbuchen bei Easyjet ist teuer, so teuer, dass man Nepp vermuten kann.
Im konkreten Fall hat der Fluggast einen Flug von Berlin nach Sardinien gebucht. Den kann er nicht antreten und will das Ticket stattdessen für einen Flug von Paris nach Berlin Wochen später umrubeln.
Easyjet verlangt für die Umbuchung im konkreten Fall 26 Euro. Das hört sich nicht überhöht an, verglichen mit den Preisen traditionelles Fluggesellschaften.
Im konkreten Fall sorgt die 26-Euro-Gebühr aber dafür, dass das Umbuchen des Fluges teurer ist als das Neubuchen des Fluges von Paris nach Berlin.
Der Kunde bucht also zwei Flüge und tritt den einen einfach nicht an.
Frau Prokop hätte sich an dieser Stelle bestimmt gefragt, welche Logik hinter dieser Art von Kalkulation steckt. Vielleicht fragt die EU-Kommission die Fluggesellschaft auch mal.
25.10.2007 von Ben Gerten
Fremde Länder, fremde Kulturen. Und das beginnt gleich hinter dem Rhein. Auf dem Klo des Musikclub “La Maroquinerie” im Pariser 20. Bezirk habe ich eine in Deutschland unbekannte Maschine entdeckt: Den Alkohol-Kontrolleur “Alcoroute”.
Der Kasten sieht aus wie ein Kondom-Automat und ist auch etwa so gross. Unten werden nach Zahlung eines Euro Strohhalme ausgeworfen, mit denen man so lange in einen Öffnung des Gerätes hineinblasen kann, bis das Gerät befriedigt ist. Anschließend wirft das Gerät dann den Alkoholgehalt der Atemluft aus, mit anderen Worten, man kann die eigene Fahrtüchtigkeit überprüfen. Unten findet sich dann noch ein Warnhinweis, dass man 15 Minuten vor dem Pusten nicht mehr trinken und drei Minuten nicht mehr rauchen soll.
Warum das Gerät nun gerade in einem Pariser Vorort steht, wo ohnehin kaum jemand mit dem eigenen Auto in den Club fährt, ist mir noch unklar. Aber wenn es denn funktioniert, könnte man “Alcoroute” doch… weiter lesen
23.10.2007 von Ben Gerten
Die Berliner S-Bahn streikt auf dem Weg zum Flughafen, die Pariser RER (S-Bahn) streikt auf dem Weg zum Flughafen. Und trotzdem ist der Weg in den Kurzurlaub diesmal schon Urlaub selbst.
In Berlin kennt man sich aus und waehlt einfach die U-Bahn, ab Orly in Paris aber gibt es keine U-Bahn, nur einen Bus, und der faehrt erst nach einer Stunde bis zu einem Vorortbahnhof.
Reagiert hier wer genervt, eben gerade nicht. Im Gegenteil, ein neu entdeckter Zug der Pariser entschaedigt fuer alle Streikfolgen: Gelassenheit. Die Pariser, so erklaeren Freunde, haetten an diesem Streiktag einfach Urlaub genommen. Fuer die Wege in der Stadt haben sie ihr neues Fahrradsystem “Velibe” entdeckt.
Gefuehlt muessen es zehntausende dieser grauen staedtischen Fahrraeder sein, die an diesem Abend in der Stadt unterwegs sind und die zahllosen Busspuren jetzt fuer sich allein haben.
Ueberhaupt Fahrraeder in Paris. Daran konnte ich mich gar nicht erinnern, jetzt aber… weiter lesen
23.10.2007 von Ben Gerten
Diese Remineszenz an Berlin kam gaenzlich unerwartet. Am Abend zuvor hatte ich in einer kleine Musikkneipe Le Motel (hinter der Bastille) das Tourplakat gesehen. Stereo Total in Paris, die Stereo Total, die Berliner, die Ex-Tazzlerin Francoise Cactus. Das Konzert im 20. Bezirk, ziemlich weit draussen, aber der Oert sei angesagt, sagten die franzoesischen Musiker im “Motel”.
Der Blick auf die Tourdaten belehrt, es ist das einzige Konzert von Francoise Cactus und Brezel Goering in Frankreich. Und gross ist der Club La Maroquinerie nicht. Dafuer ist die Kueche nebenan im Restaurant echt lecker.
Die Saengerin Cactus und ihr cogenialer Dada-Musiker Goering haben den Laden von Anfang an fest in der Hand, die Zuschauer zwischen 20 und 50, Pariser, Amerikaner, Deutsche, Italiener jubeln bei jedem Song und singen laut mit, ob in Deutsch, in Franzoesisch oder Englisch.
Kurz sind die Songs, kurz soll auch das Konzert sein, nach kaum 70 Minuten gehen… weiter lesen