Archive for the ‘Reisen’ Category

24.06.2009 von Ben Gerten
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Madrids U-Bahn-Musiker sind besser

von Ben Gerten

Reisen bildet hat mir Frau Prokop damals in der Grundschule beigebracht. Eines habe ich ganz sicher in den vergangenen Tagen in Madrid gelernt: Musiker in der U-Bahn koennen eine wirklich Freude sein.

Die Musiker in der Madrider Metro sind deutlich besser als daheim in Berlin. Das gilt ganz sicher fuer Gitarristen, Geiger und Saenger auf den langen Gaengen der U-Bahn in Madrid. Es gilt aber auch fuer die jungen und alten Musiker, die mit einem Koffer als Lautsprecherbox meinen Wagen betraten.

Die Berliner BVG, die die Musik genehmigen sollte, muss dringend an ihren Standards schrauben.

 

22.05.2009 von Ben Gerten
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Gut Suckow – Preussisch-polnisches Kammerorchester spielt im Stall auf

von Ben Gerten

Markus Meckel, SPD-Bundestagsabgeordneter und letzter DDR-Außenminister ist am 60. Jahrestag des Grundgesetzes in den Stall gekommen. Mit ihm lauschten rund 150 Klassik-interessierte Zuhörer im ehemaligen Marstall des Gutes Suckow in der Uckermark einem Konzert des Preussischen Kammerorchesters  mit dem Solotrompeter Joachim Schäfer und dem Organisisten Matthias Eisenberg.Kontrabaß im Marstall des Gutes Suckow

Schön zum Jahrestag der demokratischen deutschen Verfassung: Ein Preussisches Orchester, das zu guten Teilen aus Polen besteht, ein Programm mit Konzerten des England-Emigranten Georg Friedrich Händel und ein ordentlich gemischtes Ost-West-Publikum auf einem alten Adelssitz am Ende der Welt in der Uckermark. Möglich gemacht haben das Ganze zwei Bürgerliche, Caroline Jüttner und Joachim Schmidt, die seit drei Jahren mit einigem Geschick dem verwilderten alten Adelssitz der Familie von Arnim einen künstlerischen und demokratischen Geist einhauchen.

Mehr davon!

18.05.2009 von Ben Gerten
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Fluglinien halten sich nicht an die Regeln

von Ben Gerten

EU-Verbraucherkommissarin Meglena Kuneva hat in der vergangenen Woche eine Liste der Fluglinien veröffentlicht, die sich nicht an die Regeln für eine gesetzestreue Preisauszeichnung bei Flugtickets im Internet halten. Unter den 12 Fluglinien, die sich weigern die Gesetze einzuhalten, finden sich HSV-Sponsor Emirates, Germanwings und Aeroflot. 

http://ec.europa.eu/commission_barroso/kuneva/press_en.htm

Easyjet und Ryanair haben zwar genau wie die Lufthansa, Air France, Klm und Air Berlin versprochen, sich wenigstens jetzt an die Gesetze zu halten, der dänische Verbraucherombudsmann Henrik Saugmandsgaard Oe geht aber mindestens gegen Ryan Air und Air Berlin vor, weil sie sich aus dänischer Sicht nicht an die europaweiten Verordnungen halten.

Janis Vanags, Pressprecher bei Air Baltic, die sich auch nicht an die Verordnung halten wollen, wird von der International Herald Tribune mit den Worten zitiert: “Wir halten uns dran, wenn es die anderen auch tun.” Vorläufig sehe er das aber nicht.

Frau Prokop hätte konsterniert gefragt, ob man als normaler Europäer die einschlägigen Gesetze eigentlich… weiter lesen

07.05.2009 von Ben Gerten
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Rio VI: Volksbus in Brasilien

von Ben Gerten

Rohwetter und Brost haben in ihrem netten kleinen Bändchen “Chefsalat” aufgeschrieben, dass VW sich das Volks in seinem Namen Volkswagen schützen lassen möchte. Die beiden behaupten, es ginge gegen Bild. Ich habe den Versuch von Volkswagen nie recht verstanden bis ich in Rio de Janeiro am Fuß des Zuckerhut diesen Militärbus – “Volksbus” –  entdeckte.

Immer noch besser als Volks-Kondom von dieser Zeitung mit den vier Buchstaben hätte Frau Prokop die Autobauer verteidigt. Und ich hätte ausnahmsweise widersprochen: Dieser “Volksbus” im Militärlook beschreibt keine Tradition, die ich fortgesetzt sehen wollte.

17.04.2009 von Ben Gerten
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Rio V: Brasilien Banken gesund, Kunden abgezockt

von Ben Gerten

Brasiliens Präsident Luiz Ignacio Lula da Silva verkündete in den vergangenen Tagen auf dem Weltwirtschaftsforum für Lateinamerika, dass es den Banken seines Landes gut gehe. Brasilien werde gestärkt aus der Krise hervorgehen. 

Tatsächlich haben Banken in Brasilien nichts auszustehen, wie Frau Prokop gesagt hätte. Zu Hause lassen sich viel bessere Geschäfte machen als auf den internationalen Finanzmärkten.

Die Zinsen für Ratenkredite bewegen sich häufig im hohen zweistelligen Bereich. Fernseher oder Waschmaschinen auf Raten zu kaufen kostet bei den entsprechenden Ketten oft zwischen 50 und 70 Prozent Zinsen im Jahr. Angegeben wird nur der monatliche Zins, der dann zwischen vier und fünf Prozent liegt.

Dieses besonders teures Angebot fand ich vergangene Woche in Rios Stadtteil Flamengo.  5,8 Prozent im Monat sollte der Ratenkredit für die Klimaanlage kosten, oder fast 100 Prozent im Jahr.

Nichts auszustehen, Frau Prokop? Das ist doch Wucher.

 

13.04.2009 von Ben Gerten
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Rio II: Ostergottesdienst mit Armenspeisung

von Ben Gerten

Die Kirche Nossa Senhora da Gloria am Largo do Machado ist an diesem Ostersonntag natürlich picke-packe-voll. Morgens um neun, als ich die Brötchen für das Frühstück mitbringen will, ist sie völlig ausgelastet. Knapp zwei Stunden später nach dem Frühstück unterscheidet sich das Bild beim dritten Morgengottesdienst nur unwesentlich.

Ostergottesdienst in Rio – das kann ich mir eigentlich nicht entgehen lassen. Eine kunterbunte Gemeinde, Ventilatoren, die die Gläubigen und den Priester kühlen, eine Predigt, die immer wieder vom Gelächter der Gemeinde unterbrochen wird und schließlich ordentlich Beifall bekommt. Und bei den Kirchenliedern in der golden ausgemalten Kirche aus dem 19. Jahrhundert Arme schwenken wie bei einem Rockkonzert oder früher beim Katholikentag. Solche Erwartungen werden an diesem Morgen voll erfüllt.

Nicht auf der Rechnung hatte ich die große Weihwasseraktion, mit der Priester und Diakon alle Gläubigen abkuehlen, vorweiter lesen

11.04.2009 von Ben Gerten
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Rio I: Taenzerinnen und ein affektierter Pilatus

von Ben Gerten

Karfreitag in Rio: Im Stadtzentrum von Rio haben sich einige tausend Glaeubige zu einer Auffuehrung der Leidensgeschichte Jesu versammelt. Von weitem hoert sich das Spektakel am historischen Arcos da Lapa  wie eine Demonstration an. Auch die Militaerpolizei, die ueberall praesent ist, erinnert eher an Demonstrationsbegleitung. Erst als man dem Platz naeher kommt, entpuppt sich der Auflauf als gaenzlich katholische Veranstaltung.

Den Europaer verblueffen an einem solchen Abend nicht die Musik und nicht das grosse Aufgebot an Statisten oder die roemischen Soldaten mit ihren goldenen Uniformen und dem roten Puschel auf dem Helm. Verblueffend findet er die weissgekleideten Balett-Taenzerinnen beim Auftritt von Pilatus und vor allem den affektierten Auftritt des Pilatus selbst. Der soll dann wohl schwul sein, schimpft meine befreundete brasilianische Journalistin.

Frau Prokop haette gesagt: Peter Ustinov hat doch als Nero den ultimativen durchgeknallten Diktator gegeben. Der Auftritt gestern in Rio war weder religioes noch komisch.

05.01.2009 von Ben Gerten
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Großartige Ausstellung jüdischer Kunst im Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück

von Ben Gerten

Larry Rivers, Maler aus New York, fasst mit seinem Tryptychon “Die Geschichte des Matzen – Die Geschichte der Juden” die jüdische Geschichte der Diaspora in eine einzige Riesencollage.
Es ist nicht das einzige beeindruckende Exponat der Ausstellung im Osnabrücker Felix-Nussbaum-Haus, aber es ist das Bild, das mich auf die Ausstellung “Die verborgene Spur” einstimmt. Dabei ist es nicht die Tragik des Bildes, sondern die Detail-Verliebheit, die gefangen hält. Im linken Teil der Collage sieht man z. B. Michelangelos David, nur “historisch korrekter” mit beschnittenem Schwanz.
Beeindruckend für die Ausstellung ist natürlich das 1998 eröffneten Libeskind-Gebäude, das die Osnabrücker für ihr Museum nutzen. Daniel Libeskind hat den Bau parallel mit dem Jüdischen Museum in Berlin geplant. Die Ähnlichkeit ist offensichtlich und gewollt. Und die Benennung nach Felix Nussbaum, dem 1904 in Osnabrück geborenen und 1944 in Ausschwitz ermordeter Maler, macht das Museum zu einem Mahnmal für die Zerstörung der… weiter lesen

03.01.2009 von Ben Gerten
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Rom gentile II

von Ben Gerten

Draußen regnet es. Und es ist windig.Im römischen Stadtteil San Lorenzo drücken sich die Leute in die Clubs. Wie in diesen, die Bar Celestino. Wir auch. Aber nicht, weil das Celestino besonders guten Wein verspricht, sondern weil wir Livemusik hören – Blues in Rom. Bar Celestino in San Lorenzo
Tatsächlich kann man sich links an der langen Bar vorbei in einen Hinterraum verdrücken. Die Luft ist stickig, auf der acht Meter entfernten Bühne sitzen zwei Gitarristen, ein Bassist, eine Pianistin und ein Schlagzeuger und jammen, was das Zeug hält. Die Musik hört sich nach 1971 an und ist gut, sehr gut sogar.
Und sie wird noch besser während die Gruppe an diesem Abend in der Via Degli Ansoni degli Ausoni einen Dylan-Song spielt. Die Saxofonistin im Publikum steht auf, der eine Gitarrist winkt sie auf die Bühne. Sie verläßt den Saal durch den schmalen… weiter lesen

03.12.2008 von Ben Gerten
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Rom gentile I

von Ben Gerten

Klosterladen in St. Croce in GerusalemmeAuf die Mutter Kirche ist Verlass. Insbesondere in ihrem Heimatort Rom. Ich hatte beim Buchen ueber HRS zwar nicht gemerkt, dass es sich bei meiner Herberge Domus Sessoriana um das Gaestehaus eines Zisterzienser-Klosters handelt. Aber das Haus an der alten Stadtmauer hat alle Ansprueche an Urlauben in der ewigen Stadt erfuellt.

Das Gaestehaus ist naemlich grossartig. Mein Zimmer war zwar klein, bot aber einen phantastischen Blick herueber zur Lateranbasilika. Die Dachterasse auf den Klostergebaeude ist ein Gedicht – und das Fruehstueck fuer italienische Verhaeltnisse reichhaltig.

Den besonderen Reiz aber macht natuerlich das Kloster aus. Vom Weihrauch, der einem Samstagsabends auf der Dachterasse in die Nase zieht, ueber den Klosterbruder, der im benachbarten Laden Klostergemuese verkauft bis zum laenglichen Sonntagsgottesdienst, den sich der Sechsjaehrige in der naechsten Reihe mit dem Turmbau aus grossen Lego-Baukloetzen verkuerzt.

Wer diesen Atem mag, wie Frau Prokop ihn mochte, dem sei das Gaestehaus ans Herz… weiter lesen