Frau Prokop wäre beeindruckt gewesen. Das zweieinhalbstündige Konzert des Artist formerly known as Prince in der Berliner Waldbühne schlägt alles, was Sie am Niederrhein je als Konzert gesehen hat. Vor vielleicht 15.000 Fans zelebriert der Meister eine Show, die mit eigenen Songs startet, mit Rock´n´Roll Fahrt auf nimmt, mit Crimson und Clover und Hendrix Zitaten die 60er aufscheinen läßt und auf den unvermeidlichen Höhepunkt Purple Rain zusteuert.
Das Berliner Publikum darf auf der Bühne mittanzen, soll regelmäßig mitsingen, mitklatschen und sogar mitschnipsen (on 2 and 4),die Barrieren zwischen den billigen Plätzen und den Teuren (155 Euro) werden auf Geheiß des Meisters eingerissen und Bill Kaulitz schaut sich an, was er in 30 Jahren gern sein möchte. Legendär!

Unlängst schloss in der Berliner Brunnenstraße im Stadtteil Wedding ein Supermarkt, in dem gebrauchte Kleidung für Preise ab einem Euro angeboten wurde. Die Degewo, die Vermietungsgesellschaft, hat sich rings um den alten Supermarkt in der Brunnenstraße die forcierte Gentrifizierung ihrer Wohnungsbestände zum Ziel gesetzt und zu diesem Zweck in der Ladenzeile zahlreiche Kunst- und Kulturprojekte angesiedelt.
In dem alten Supermarkt hat heute abend eine Ausstellung moderner Kunst mit einer typischen Berliner Pilsner Vernissage begonnen. Das Bier kostet einen Euro.
Die Künstler und ihre Gäste sehen zwar gar nicht nach Gentrifizierung aus, und wahrscheinlich liegt ihnen das Mittun an dieser Kiezentwicklung fern. Doch die Preise z.B. der ausstellenden Künstlerin Gabriele Drexler (ab 2700 Euro aufwärts) sprechen eine deutliche Sprache.

Andererseits, immer noch besser Gentrifizierung als ein weiteres Sonnenstudio. Urteilen Sie selbst.
US-Senatoren haben den Datenschutz als Thema entdeckt. Gleich mehrere führende US-Politiker sind heute gegen die neuen Nutzungsbedingungen von Facebook in die Bütt gegangen.
Das berichtet die US-Verbraucherorganisation Consumers Union in einem Blog. Facebook drohe den Nutzern ihre Daten zu enteignen, so der demokratische Senator Charles Schumer.
http://blogs.consumerreports.org/electronics/2010/04/ffacebook-privacy-senator-schumer-franken-bennet-instant-personalization-ftc.html?EXTKEY=I91CONL&CMP=OTC-ConsumeristRSS
Frau Prokop hätte sich gefreut, dass die Amerikaner es endlich auch merken.

Auf dem Nach-Hause-Weg – die Probe für das Fassadentheater des heutigen Abend. Im Programm steht Grotest Maru, das Programm heiße Salon Time.

Die Sängerin schmachtet im Fenster, die Fassadengeher hängen in den Seilen und unten gibt eine Frau die Kommandos.

Die US-Börsenaufsicht SEC wirft Managern der weltgrößten Investmentbank Goldman Sachs Anlagebetrug vor. Die Manager der Großbank hätten ihre Kunden gleichzeitig auf einen weiteren Immobilienboom wetten lassen und Wetten auf das Platzen der Immobilienblase finanziert. Das allein ist aber noch ncht illegal. Illegal werde die Politik der Investmentbank aber, wenn man Wertpapiere schon mit dem Ziel auflege und verkaufe, sie vor die Wand fahren zu lassen und dabei bestimmten Kunden Extraprofite zukommen zu lassen. Ein Hedgefonds soll die später entwerteten sogenannten Abacus Anleihen der Goldman mit entwickelt haben und beim Wetten gegen die Anleihen eine Milliarde Dollar verdient haben. Goldman Sachs bestreitet nach den Berichten jeden Rechtsverstoß.
Die International Herald Tribune allerdings beschreibt ausführlich, wie die Arbeit der entsprechenden Abteilung intensiv vom Top-Management der Bank überwacht gewesen sei. Die Zeitung schreibt weiter, dass das deutsche Bundesfinanzministerium angekündigt hat, im Zusammenhang mit dem Verfahren 140 Millionen Dollar an Verlusten der IKB bei… weiter lesen
In der SIPRI Liste der 100 wichtigsten Rüstungskonzern finden sich für das Jahr 2008 auch sieben deutschen Unternehmen. Ganz vorne mit dabei ist EADS auf Rang 7, es folgen die Rüstungsmillardäre Rheinmetall (29), Krauss Maffei Wegmann (42) und Thyssen Krupp (49). Knapp unter einer Milliarde liegt die Nürnberger Panzerschmiede Diehl (57) und noch etwas weiter zurück MTU (79). Bei den Exporten landet Deutschland hinter den USA, Russland und Großbritannien auf Platz vier.
Würden die chinesischen Rüstungsunternehmen ordentlich erfasst, sähe die Liste womöglich deutlich anders aus, räumt Bates Gill, Direktor von SIPRI in der International Herald Tribune ein. Die Zeitung weist außerdem darauf hin, dass mit BAE erstmals ein nicht amerikanischer Konzern die Liste anführt. Die Briten allein haben 2008 Waffen im Wert von 32,4 Milliarden Dollar verkauft. Auf den Plätzen 2 bis 5 folgen die US-Konzerne Lockheed Martin, Northrop Grumman, Boeing und General Dynamics. Insgesamt haben die 100 größten Rüstungskonzerne nach der Liste… weiter lesen
Jetzt ist es heraus: Islands Bankiers haben 2007 und 2008 die Sparer und Sparerinnen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden bewußt beschissen, um ihre Großbanksucht zu retten. Schon am 30. März 2008 (einn halbes Jahr vor der großen Pleite) beschrieb Sigurjon Arnason, Chef der Landsbanki, die Situation der Banken bei einem Treffen der Nationalbank als “Zeitbombe”: “Die Wahrscheinlichkeit, dass die isländischen Banken dies überstehen ist sehr, sehr niedrig.”
Von 2001 bis 2008 hatt sich die Bilanzsumme der drei großen isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir verzwanzigfacht. Die Bilanzsumme war 2008 neunmal so groß wie die gesamte isländische Volkswirtschaft. Und die kurzfristigen Kredite waren 16 mal so hoch wie die Währungsreserven.
Spätestens seit 2007 hätten die drei Banken verzweifelt versucht, durch hohe Zinsen europäische Spargroschen anzulocken, so der 2.300 Seiten Report einer isländischen Regierungskommission.
Der Report nennt sieben führende Bankiers und Politiker als schuldig an der Krise.
Frau Prokop… weiter lesen
Begeistern kann man sich auch für Fußball. Sonntags lohnt es sich zum Beispiel das schöne – und mindestens zeitweise weltgrößte – Stadion Maracanã zum Fußball aufzusuchen, sogar an diesem Ostersonntag 2009.
Rozane ließ sich nur widerwillig zum Fußballnachmittag überreden. Ihre Bedingung: „Keine Kamera, kein Portemonnaie und kein teure Sonnenbrille!“ Auf dem Spielplan stehe schließlich das emotionale Pokalderby zwischen den beiden lokalen Traditionsclubs Flamengo und Fluminense. Schon auf der Rampe vom U-Bahnhof zum Stadion muss sie aber einräumen, dass viele Familien mit Kindern hier zum Spiel unterwegs sind, dass es so gefährlich also gar nicht sein kann.
Tatsächlich haben die Sicherheitsbehörden das Vorspiel, das Spiel und das Nachspiel voll im Griff. Nicht mal eine Plastikflasche mit Wasser darf man auf das Gelände mitnehmen. Alkohol ist ohnehin verboten. Brauchen die Cariocas, so nennen sich die Bewohner von Rio, auch nicht für die aufgeregte Stimmung beim Derby.
72.400 Fans meldet die Stadionanzeige. Ich… weiter lesen
Der Samstagabend gehört der Metropole Rio selbst. Im alten Zentrum und angrenzenden Stadtvierteln haben in Jugendstil- Häusern hinreißende Sambabars ihre Tore geöffnet. Und Rozane – meine Stadtführerin – traut sich abends wieder in immer mehr Ecken der alten Stadt.
Live-Musik tönt abends auch jenseits des Zentrums überall in der Stadt. Am U-Bahnhof Catete spielt jede Nacht eine andere Band im Freien – nur so für das vorbeistromernde Publikum. Ein paar Blocks weiter am Largo da Marchado geht man die Straße hinauf und findet eine Art Flohmarkthalle, Mercandinho Sao Jose. Schon zwanzig Meter vor der Tür erreicht mich der Blues. Pedro heißt der Schlagzeuger der Bluesband. Im wohnzimmergroßen Laden wippen zwanzig Zuschauer mit, zumeist selbst Musiker. Die Wirtin hat ihrem Etablissement den Namen Bar dos B gegeben. Pedro und seine Mitstreiter spielen hier seit Oktober regelmäßig.
Während Dillo, der Gitarrist der Band, drei jungen langhaarigen Musikern ein paar Tricks erklärt, wundert… weiter lesen
…..In der Nähe der Universtät überrascht Touristen „Caverna do Bin Laden“ (Bin Ladens Höhle). Über dem Eingang des Clubs hängt die freundliche Schild „Wo die Taliban sich treffen!“
Der Wirt ist Nachfragen gewohnt. Tatsächlich sei er selbst Bin Laden, lacht er. „Die Studenten haben mich seit Jahren so gehänselt“, erklärt der bärtige aus Italien stammenden Sergio Urzai. Und als sie seine Bar dann auch noch „Bin Ladens Bar“ genannt hätten, habe er die Chance beim Schopf ergriffen und seinen ersten Laden auch offiziell „Bin Ladens Bar“ genannt. Die junge regionale Brauerei Itaipava habe gern mitgemacht. „Ich war einer der erste Kunden in Niteroi.“
2005 habe er dann umziehen müssen und in dem gekauften Haus dann „Bin Ladens Höhle“ eröffnet. „Mein Sohn meinte, bei dem alten Bau biete sich das Wort Höhle doch eher an.“ Sohn Luciano, ein Kunststudent, hat auch die aktuellen Bin Laden Poster entworfen, auf den das Bier… weiter lesen