Das kleine Quiz könnte von Frau Prokop stammen: Von wann ist dieser Text und wer ist der Autor:
“Consumer debt outstanding, including mortgage credit, has almost tripled in the last decade… Its widespread availability has given consumers more flexibility in the timing of their purchases. But, in many instances, serious abuses have occurred… The testimony received shows a clear need for protection of consumers against charges of interest rates and fees far higher than apparent without any real knowledge on the part of the borrowers of the true amounts they are being charged. Purchasers of used cars in one study, for example, paid interest charges averaging 25 percent a year, and ranging well above this; yet very few were aware of how much they were actually paying for credit.
Excessive and untimely use of credit arising out of ignorance of its true cost is harmful both to the… weiter lesen
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Im Wirtschaftteil der Süddeutschen sind heute die Spinnweben zur Seite geräumt worden, um alte Deregulierungsmythen wieder zu beleben. Guido Bohsem gibt dort einem Jan Hagen das Wort, der – wie viele bankennahe Wissenschaftler schon vor 2007 – den deutschen Bankenmarkt zu deregulieren fordert. Er müsse so werden wie der Britische. Derzeit hätten die Privatbanken gegen Sparkassen und Volksbanken keine Chance und die armen Jungs von der Commerzbank seien quasi gezwungen ihr Glück im Investmentbanking zu versuchen.
Die Geschichte auf Seite 23 zeigt zwei Probleme dieser Art von “Journalismus”. Bohsem hat nur mit Jan Hagen gesprochen. Geschichten mit nur einer Quelle seien bei der Süddeutschen verpönt hat Chefredakteur Kilz früher mal erklärt. Und wie das so ist mit nur einer Quelle: Bohsem erwähnt in seiner Geschichte mit keinem Wort die Schwierigkeiten der britischen Regierung mit ihrem liberalisierten Bankenmarkt. Die Regierung mußte bis auf Barclays praktisch den gesamten Bankensektor verstaatlichen, weil… weiter lesen
Brasiliens Präsident Luiz Ignacio Lula da Silva verkündete in den vergangenen Tagen auf dem Weltwirtschaftsforum für Lateinamerika, dass es den Banken seines Landes gut gehe. Brasilien werde gestärkt aus der Krise hervorgehen.
Tatsächlich haben Banken in Brasilien nichts auszustehen, wie Frau Prokop gesagt hätte. Zu Hause lassen sich viel bessere Geschäfte machen als auf den internationalen Finanzmärkten.
Die Zinsen für Ratenkredite bewegen sich häufig im hohen zweistelligen Bereich. Fernseher oder Waschmaschinen auf Raten zu kaufen kostet bei den entsprechenden Ketten oft zwischen 50 und 70 Prozent Zinsen im Jahr. Angegeben wird nur der monatliche Zins, der dann zwischen vier und fünf Prozent liegt.
Dieses besonders teures Angebot fand ich vergangene Woche in Rios Stadtteil Flamengo. 5,8 Prozent im Monat sollte der Ratenkredit für die Klimaanlage kosten, oder fast 100 Prozent im Jahr.
Nichts auszustehen, Frau Prokop? Das ist doch Wucher.
In Deutschland müssen nach Erkenntnissen der Bundesregierung mehr als 100.000 Erwachsene ohne eigenes Konto auskommen, obwohl dieses “Ausgeschlossensein …zu einer Vielzahl von gesellschaftlichen wie auch finanziellen Nachteilen” führt. Allein die Bundesagentur für Arbeit müsse im Jahr über 17 Millionen Euro Gebühren an Banken zahlen, damit diese kontolosen Bürgern die ihnen zustehenden Summen bar auszahlen, so die Bundesregierung in einer Unterrichtung für den Finanzausschuss des Bundestages.
Das Leben ohne Konto kostet die meist armen Betroffenen zudem im Jahr durchschnittlich 480 Euro an Gebühren, ein Vielfaches der Kosten eines normalen Girokontos. Das Geld könnte “aus Sicht des Bundesfinanzministeriums sinnvoller eingesetzt werden”, heißt es in der Bundestagsdrucksache. Gutverdiener bekommen Konten von vielen Banken heute gebührenfrei angeboten. Die Bundesregierung moniert, dass sich die Situation der Kontolosen auch fast 15 Jahre nach einem ersten Hilfsversprechen der Banken und Sparkassen “nicht verbessert hat. Das Problem besteht unvermindert fort.”
Banken und Sparkassen haben nicht nur… weiter lesen
Der pensionierte Chef der amerikanischen Notenbank, Alan Greenspan, empfiehlt radikale Schritte zur Bekämpfung der US-Bankenkrise. Die beiden staatlich gestützten Immobilien-Giganten Fannie Mae und Freddie Mac sollten nationalisiert werden. Das Wall Street Journal zitiert den 82-jährigen mit den Worten:
“Sie hätten die Aktionäre rausschmeißen und die Institutionen erstmal verstaatlichen sollen.” Anschließend solle man die Instutionen aufspalten und verkaufen. Bisher würden bei den Institutionen nur die “Gewinne privatisiert und die Verluste verstaatlicht”.
Frau Prokop hätte dem alten Herrn, der einst von Ronald Reagan ins Amt geholt wurde, damals so viel Radikalität gar nicht zugetraut. Aber Greenspan geht noch weiter:
“Der effektivste Weg ( den Immobilienmarkt wieder in Ordnung zu bringen) wäre eine deutliche Erhöhung der Einwanderungsquoten für ausgebildete Einwanderer.”
Ein schwarzer Präsident und Wirtschaftskrisen durch Einwanderer bekämpfen, der Blick über den großen Teich beginnt wieder zu lohnen. Das hätte sich auch Frau Prokop noch gern angeschaut.
Die Europäische Zentralbank hat den unruhig gewordenen Geschäftsbanken am Donnerstag 95 Milliarden Euro an Liquidität kurzfristig bereitgestellt, damit das Finanzsystem nicht aus dem Fugen gerät. Am Freitag schoss sie noch einmal 61 Milliarden Euro nach. So soll weiterhin jeder zur Bank gehen können, und sein Konto leerräumen.
Das ist deutlich mehr als nach dem 11. September 2001. Und diesmal sind nicht irgendwelche durchgeknallten Teroristen für die Krise verantwortlich, sondern offenkundig durchgeknallte Finanzmenschen.
Die sollen eigentlich ja überwacht werden. Zum einen für Ihre Eigentümer von den entsprechenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, zum andern für uns alle von staatlichen Stellen.
Doch dahin scheint der Virus übergegriffen zu haben. KPMG, die Wirtschaftsprüfer der IKB, haben von den Problemen der Fast-Pleite-Bank nichts gemerkt und Joachim Spill, einer der führenden Köpfe des Wirtschafftsprüfungsunternehmens Ernst & Young, warnt noch in der Julinummer des Firmenrundbriefes Inside vor einer Überregulierung auf dem Finanzplatz. Mehr Regulierung bei Firmenaufkäufern würde lediglich dazu führen, dass… weiter lesen
