07.05.2009 von Ben Gerten
Rohwetter und Brost haben in ihrem netten kleinen Bändchen “Chefsalat” aufgeschrieben, dass VW sich das Volks in seinem Namen Volkswagen schützen lassen möchte. Die beiden behaupten, es ginge gegen Bild. Ich habe den Versuch von Volkswagen nie recht verstanden bis ich in Rio de Janeiro am Fuß des Zuckerhut diesen Militärbus – “Volksbus” – entdeckte.

Immer noch besser als Volks-Kondom von dieser Zeitung mit den vier Buchstaben hätte Frau Prokop die Autobauer verteidigt. Und ich hätte ausnahmsweise widersprochen: Dieser “Volksbus” im Militärlook beschreibt keine Tradition, die ich fortgesetzt sehen wollte.
17.04.2009 von Ben Gerten
Brasiliens Präsident Luiz Ignacio Lula da Silva verkündete in den vergangenen Tagen auf dem Weltwirtschaftsforum für Lateinamerika, dass es den Banken seines Landes gut gehe. Brasilien werde gestärkt aus der Krise hervorgehen.
Tatsächlich haben Banken in Brasilien nichts auszustehen, wie Frau Prokop gesagt hätte. Zu Hause lassen sich viel bessere Geschäfte machen als auf den internationalen Finanzmärkten.
Die Zinsen für Ratenkredite bewegen sich häufig im hohen zweistelligen Bereich. Fernseher oder Waschmaschinen auf Raten zu kaufen kostet bei den entsprechenden Ketten oft zwischen 50 und 70 Prozent Zinsen im Jahr. Angegeben wird nur der monatliche Zins, der dann zwischen vier und fünf Prozent liegt.

Dieses besonders teures Angebot fand ich vergangene Woche in Rios Stadtteil Flamengo. 5,8 Prozent im Monat sollte der Ratenkredit für die Klimaanlage kosten, oder fast 100 Prozent im Jahr.
Nichts auszustehen, Frau Prokop? Das ist doch Wucher.
09.12.2008 von Ben Gerten
Ex-Bundeskanzler Hemut Schmidt gewährt den Investmentbankern noch eine Gnadenfrist. “Ich habe über das Investmentbankiing gesagt, es sei bisher weitgehend legal gewesen,” so Schmidt im FAZ-Interview. Frau Prokop hätte bei der Einstellung für Einstellung plädiert, macht die Investmentbanken zu. Sie taugen nicht.
Auch der amerikanische Kongress hat mehr Geduld mit den Autobossen aus Detroit. Er will ihm nun doch eine Gnadenfrist gewähren. Repüublikaner und Demokraten haben sich darauf geeinigt, GM Ford und Chryler vorläufig 15 Milliarden Dollar Hilfe zu geben, damit sie über die Runden kommen. Der britische Economist aber hatte schon vor Wochen geschrieben, das Beste für die Industrie sei, wenn die Konzerne nicht über die Runden kämen.
Aus Sicht des Economist sind die US-Konzerne überflüssig, weil schon heute die Chinesen (466.000 Neuwagen Im September), die Brasilianer (206.000), die Russen (179.000) und die Inder (119.000) mehr Autos kaufen als die Amerikaner. Deren Verkäufe seien mit 800.000 im Monat November auf den… weiter lesen
10.10.2008 von Ben Gerten
Dow Jones, der bekannte Index amerikanischer Aktien ist seit seinem Höhepunkt vor einem Jahr um mehr als 35 Prozent gefallen. Gestern erreichte der Stand 8580 Punkte, den niedrigesten Stand seit fünf Jahren. Amerkanische Sparer haben bei dieser Börsenentwicklung mehr als zwei Billionen Dollar an Altersvorsorgevermögen verloren.
Der Verlust an den Aktienmärkten wäre der schlimmste jährliche Verlust seit den dreißiger Jahren. Viele amerikanische Sparer haben deswegen aufgehört auf ihre Altersvorsorgekonten einzuzahlen, schreibt die USA Today.
Anderswo geht es nicht besser. Vor einem Jahr sprach vor allem die Investmentbank Goldman Sachs vom Erfolg der Bric-Staaten, Bric das sind Brasilien, Russland, China und Indien. Brasiliens und Chinas Aktienmarkt sind in den vergangenen Monaten um mehr als fünzig Prozent eingebrochen, Russlands Markt sogar um 60 Prozent und Indiens Markt um knapp fünfzig Prozent.
Frau Prokop steht inzwischen einigermaßen sprachlos vor den Kapriolen der Bankiers und Börsenmanager. Spinnen die denn?
03.09.2008 von Ben Gerten
Die Geschichte ist schon über ein Jahr alt, in ihrer ganzen Tragweite habe ich sie aber erst jetzt begriffen. Brasilien Präsident Lula hat im Mai 2007 per Dekret verfügt, dass die Gesundheitsbehörden seines Landes ein antivirales Generikum aus Indien importieren können statt das teure Medikament Stocrin des US-Konzerns Merck& Co zu kaufen.
Brasilien betreibt ein viel gelobtes kostenloses Aids-Präventions und Behandlungsprogramm. Merck wollte 1,59 US-Dollar pro Pille, das indische Medikament kostet 45 Cents. Die Brasilianer hätten Merck sogar 65 Cent gezahlt, so viel wie der US-Konzern nach einer ähnlichen Auseinandersetzung von der thailändischen Regierung bekommt.
Der etwas rauhere Umgang der Regierungen von Brasilien und Thailand mit den Pharma-Konzernen zeigt Wirkung. Abbot Laboratories, ein anderer Hersteller von Aids-Medikamenten, hat den Preis für sein Präparat Kaletra für Entwicklungsländer um 55 Prozent gesenkt. Und Novartis hat nach entsprechenden Überlegungen der thailändischen Regierung für sein Leukämiemittel Glivec eine 75 Prozent Verminderung des Preises angeboten, schreibt… weiter lesen