18.11.2010 von Ben Gerten
Frau Prokop hätte seit Tagen nach der wichtigsten Detailinformation der Woche gesucht: Wer in Deutschland hat eigentlich den Iren mehr als 100 Milliarden Euro geliehen. In der Press ist immer nur die Rede von 103 Milliarden Euro, mit denen die Iren in Deutschland in der Kreide ständen – aber keine Details.
In der Donnerstagsausgabe hat das Handelsblatt einen ersten Versuch gemacht, die Gläubiger zu identifizieren. Auf Seite 6 der Zeitung gibt es eine Liste, aus der die Gläubiger für rund 13 Milliarden Euro hervorgehen. Vorneweg die Hypo Real Estate mit über zehn Milliarden Euro. Ihre Tochter Depfa, die sie ins Verderben gerissen hat, hatte ihren Sitz in Dublin.
Die Deutsche Bank ist mit gut 300 Millionen dabei, die Commerzbank mit unter hundert Millionen Euro, einige Landesbanken mit jeweils einigen hundert Millionen Euro.
Doch 90 Milliarden Euro fehlen.
Auf der Titelseite des Handelsblattes heißt es: “Banken und Versicherer fürchten… weiter lesen
26.02.2010 von Ben Gerten
Heute morgen hat der Bankenverband (BDB) einen ganz ordentlichen Entwurf für ein Produktinformationsblatt präsentiert. Das meinen wohl selbst Verbraucherschützer http://news.google.de/news?q=Produktinformationsblatt&um=1&ie=UTF-8&sa=N&hl=de&tab=wn .
Die entscheidende Frage ist nun, ob diese Blätter nicht nur die richtige Information auf wenig Raum bieten und den Vergleich zwichen unterschiedlichen Anlagen erlauben, sondern vor allem, ob sie in der Praxis der Banken eingeführt werden. Hans-Joachim Massenberg vom Bankenverband eierte an dieser Stelle ziemlich: Die Mitgliedsbanken seines Verbandes (Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank , HVB und andere) wollten die Blätter “sukzessive” einführen für die Produkte, die “aktiv vertrieben werden”, so seine Formulierung. Auf Nachfrage räumte Massenberg ein, man müsse jetzt die Mitgliedsunternehmen bearbeiten. Die Einführung sei mit Sicherheit “nicht zum 31. August 2010 abgeschlossen”.
Zugutehalten muss man die Privatbankern, sie haben nach monatelanger Verzögerungstaktik im Verband mal was vorgelegt. Ohnehin hatte das BDB-Mitgliedsunternehmen ING-Diba schon vor Monaten gute Produktinformationsblätter einfach praktisch eingeführt.
Volksbanken und Sparkassen rennen… weiter lesen
25.03.2009 von Ben Gerten
Ex-Bankenpräsident Klaus-Peter Müller hat heute in Köln ein leidenschaftliches Plädoyer gegen komplizierte Finanzprodukte wie Zertifikate gehalten. Müller sagt vor rund 200 Wirtschaftsjournalisten: „Ich denke, dass die Komplexität von Produkten, die an Privatkunden verkauft werden, drastisch reduziert werden muss.“ Müller räumte zudem selbstkritisch auch ein, dass es „Banken in Deutschland gibt, die im Ratenkreditgeschäft mit Methoden arbeiten, die nicht akzeptabel sind.“ Zu seinen eigenen Fehler befragt sagte Müller: Seine Bank – die Commerzbank – habe „das Geschäft mit Subprime Papieren erst Ende 2006 eingestellt, doch das ist schon zu spät gewesen“. Gleichzeitigt nahm Müller allerdings die 680.000 Mitarbeiter der Bankenbranche gegen Pauschalvorwürfe in Schutz: „Sie sind nicht alle blöde, gierig und korrupt und haben auch nicht alle Fehler gemacht.“
In der Führungsstruktur der Banken allerdings müsse sich so einiges ändern. Frauen fänden sich auf den Führungsebenen viel zu wenige. In den Aufsichtsräten immerhin sei der Frauenanteil auf 8 bis 11… weiter lesen
09.01.2009 von Ben Gerten
Gestern mußte der Steuerzahler eingreifen und die Commerzbank retten. Retten vor allem, so hört man aus Frankfurt, weil die Zahlen der Dresdner Bank so schlecht sind. Und die wiederum sind vor allem wegen der Investmentbanker schlecht.
Das Pikante daran. Im vergangenen Sommer hat Allianz-Chef Michael Diekmann den Investmentbankern seiner Tochter Dresdner Bank 400 Millionen Euro an Boni in die Hand versprochen. Rund 70 Top-Banker hätten feste Zusagen, andere bekämen den Rest, berichtete die Welt damals.
Frau Prokop reibt sich die Augen und fragt sich: Sind die Zahlen der Dresdner Bank nun gut oder schlecht und für welche Leitstungen haben die Herren denn diese Boni verprochen bekommen? Die Welt schrieb damals süffisant: “Wird die Ertragsprognose noch übertroffen, soll es (darüber hinaus) eine Zusatzprämie geben.”
http://www.welt.de/wirtschaft/article2392065/Allianz-versuesst-Topbankern-den-Abschied.html