13.04.2010 von Ben Gerten
Jetzt ist es heraus: Islands Bankiers haben 2007 und 2008 die Sparer und Sparerinnen in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden bewußt beschissen, um ihre Großbanksucht zu retten. Schon am 30. März 2008 (einn halbes Jahr vor der großen Pleite) beschrieb Sigurjon Arnason, Chef der Landsbanki, die Situation der Banken bei einem Treffen der Nationalbank als “Zeitbombe”: “Die Wahrscheinlichkeit, dass die isländischen Banken dies überstehen ist sehr, sehr niedrig.”
Von 2001 bis 2008 hatt sich die Bilanzsumme der drei großen isländischen Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir verzwanzigfacht. Die Bilanzsumme war 2008 neunmal so groß wie die gesamte isländische Volkswirtschaft. Und die kurzfristigen Kredite waren 16 mal so hoch wie die Währungsreserven.
Spätestens seit 2007 hätten die drei Banken verzweifelt versucht, durch hohe Zinsen europäische Spargroschen anzulocken, so der 2.300 Seiten Report einer isländischen Regierungskommission.
Der Report nennt sieben führende Bankiers und Politiker als schuldig an der Krise.
Frau Prokop… weiter lesen
24.03.2010 von Ben Gerten
Die Financial Times hat in ihrer Dienstagsausgabe eine Reisewarnung für Schweizer Bankiers veröffentlicht. Bestimmte Bankiers der Credit Suisse sollten nicht nach Deutschland reisen, es bestehe die Gefahr einer Festnahme. Credit Suisse habe daher die Reisen von Bankiers reicher deutscher Privatkunden mit Schweizer Konten eingeschränkt. “In the current climate we have become very restrictive regarding travel to Germany” wird Bankmitarbeiter Andres Luther in der Zeitung zitiert.
Hintergrund ist die Auswertung einer CD mit Daten von 1100 Kunden der CS durch die nordrhein-westfälischen Behörden. Frau Prokop hätte sich über die Sorge der Schweizer Bankiers gefreut.
12.01.2010 von Ben Gerten
China ist 2009 Exportweltmeister geworden und hat Deutschland vom Thron gestoßen. Im Dezember 2009 hat die Volksrepublik erstmals seit 2008 im Vorjahresvergleich ihre Exporte wieder gesteigert – auf über 130 Milliarden Dollar. Insgesamt hat China 2009 damit Waren und Dienstleistungen für 1200 Milliarden Dollar exportiert. Die Schätzungen des Bundesverbandes für den Groß-und Außenhandel für Deutschland belaufen sich auf 1170 Milliarden Dollar oder 816 Milliarden Euro für das Jahr 2009.
Verantwortlich für die hohen Exporte sind die günstigen Produktionskosten in China. China hat einen Außenhandelsüberschuss von 196 Milliarden Dollar erwirtschaftet.
Der allerdings ist im Vergleich mit dem Vorjahr um ein Drittel geschrumpft. China wächst vor allem vom Binnenmarkt und importiert in großem Umfang. Die Zahl der verkauften Autos ist um über 45 Prozent gestiegen. Die Regierung in Bejing hat mit ihrem Konjunkturpaket von 586 Milliarden Dollar… weiter lesen
25.02.2009 von Ben Gerten
US-Präsident Barack Obama hat in seiner ersten Rede vor dem Kongress ein Konjunkturprogramm angekündigt, mit dem er die Nutzung alternativer Energien in den kommenden drei Jahren verdoppeln will. 15 Milliarden Dollar im Jahr will der Präsident dafür ausgeben.
Es können nicht angehen, dass man die Solarenergie erfinde, dann aber die Arbeitsplätze den Industrien in Deutschland und Japan un den Bau von Batterien für Hybridautos Korea überlassen müsse. Der Maßstab für Obamas Energiepolitik sind inzwischen die Chinesen. Sie hätten das größte Programm für mehr Energieeffizienz in der Geschichte der Menschheit aufgelegt.
Finanziert werden soll das Programm nicht nur über höhere Schulden. Obama will auch die Steuern für Reiche erhöhen. Haushalte, die mehr als 250.000 Dollar im Jahr verdienen, sollen draufzahlen. Alle anderen sollen von Steuererleichterungen profitieren, 95 Prozent der Haushalte, wie Obama sagt.
Frau Prokop hätte bemerkt, über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke will der offenbar nicht streiten.
07.01.2009 von Ben Gerten
Autokonzerne konnten auch im Dezember 2008 deutlich weniger Blechkisten verkaufen als im Vorjahr. Frau Prokop hat nach einem solchen Satz immer gesagt: Beispiele bitte! Voila.
- Chrysler verkaufte in den USA im Jahr 2008 rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr, General Motors 23 Prozent und Ford zwanzig Prozent. Auch Toyota verkaufte 2008 in den USA 16 Prozent weniger Autos. Porsche lag übers Jahr bei einem Minus von 25,2 Prozent und BMW bei knapp zehn Prozent minus.
- Im Dezember war es noch schlimmer – für Chrysler minus 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, für Toyota minus 37 Prozent, für General Motors minus 31 Prozent und für die Kernmarke BMW bei vierzig Prozent. Nur der Mini verkaufte sich in den USA halbwegs.
- Auch in Japan gingen die Autozulassungen insgesamt um 6,5 Prozent gegenüber 2007 zurück auf den niedrigsten Stand seit 32 Jahren, im Dezember lag der Rückgang sogar… weiter lesen
20.06.2008 von Ben Gerten
Tatort Berlin-Tegel: Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin bringt am Donnerstag, dem 19. Juni, ihre 20.30 Uhr Maschine von Berlin Tegel nach Düsseldorf nicht pünktlich in die Luft. Der Flieger startet erst um 21.05 Uhr. Derweil werden die Fußballfans seit 20.30 Uhr an Bord festgehalten statt im Warteraum die ersten Minuten des Spiels gegen Portugal und den fulminanten deutschen Start verfolgen zu können.
Als der Flieger endlich abgehoben hat, unterrichtet der um Schadensbegrenzung bemühte Kapitän die Fans, dass Deutschland 2:0 führe und später, dass ein 2:1 und ein 3: 1gefallen ist. Das ist auch dringend notwendig, denn auf dem Weg nach Düsseldorf gelingt es der Crew nicht, Zeit aufzuholen. Stattdessen landet der Air Berlin Jet auch mit etwa einer halben Stuiunde Verspätung in der äußersten Außenposition des Flughafens Düsseldorf . Der Weg zum Terminal dauerte gefühlt signifikant länger als der Weg vom Berliner Reichstag nach Berlin-Kreuzberg.
Das letzte portugiesische Tor immerhin ließ Air Berlin… weiter lesen