Investmentbanker nutzen das preiswerte Geld der Notenbanken, um damit gegen Regierungen zu spekulieren und die angeschlagenen Volkswirtschaften auszunehmen. Zu der Überzeugung sind in den vergangenen Wochen der Griechenland-Krise immer mehr Regierungen gelangt. Die EU-Kommission will deshalb künftig einen Teil der Zockergeschäfte verbieten. Vertreter der Deutschen Bank, amerikanischer und britischer Großbanken haben sich vor dem Wochenende mit der EU-Kommission getroffen um solche Verbote doch noch abzuwenden. In Berlin kündigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble an, dass er ungedeckte Leerverkäufe, mit denen Börsenprofis auf niedrigere Kurse spekulieren, gesetzlich verbieten lassen will.
Ärgerlich sind die Aktivität der Banken und anderen Spekulanten vor allem vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung zum Beispiel mehr als das Doppelte des Eigenkapitals aller deutscher Banken (240 Mrd. Euro) als Garantien für den deutschen Bankensektor bereitgestellt hat, wenn man der FAZ glauben mag.
Die Financial Times berichtete am Samstag, dass die griechische Regierung Hedgefonds vom Kauf neuer griechischer Staatsanleihen… weiter lesen
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Es hat Tradition: Zwei Tage vor dem Weltfrauentag bescheinigt ein Hendrik KafSACK den Frauen im Wirtschaftskommentar der FAZ, dass sie an der schlechteren Bezahlung in Deutschland selbst schuld seien. „Frauen wählen eher schlechter bezahlte Berufe, sie arbeiten öfter nur in Teilzeit, und sie nehmen öfter als Männer einen Auszeit, um ihre Kinder zu betreuen.“ Und nun drohe die schlimme EU-Kommissarin Viviane Reding allen mit Strafen, „die eine Frau für die gleiche Aufgabe schlechter bezahlen als einen Mann.“
Ganz abseits der Tatsache, dass eine solche ungleiche Bezahlung auch nach Artikel 3 des Grundgesetzes in Deutschland verboten wäre, stellen sich eine Reihe von Fragen. Nicht beantwortet wird in der FAZ z.B. die Frage, warum die Situation für berufstätige Frauen gerade in Deutschland so viel schlechter ist als im EU-Durchschnitt und viel, viel schlechter als in Italien, Slowenien, Belgien und Portugal. Und warum sich die Bezahlung von Frauen verglichen mit der der… weiter lesen
Das Verteidigungsministerium teilt mit, dass 300 deutsche Soldaten in einer quasi amerikanischen Aktion gemeinsam mit afghanischen Truppen die Taliban aus einem Teil Afghanistans vertreiben sollen. Dazu beteiligen sich unter Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) erstmals seit Gründung der Bundeswehr auch deutsche Panzer an einer solchen militärischen Offensive. Generalinspektor Wolfgang Schneiderhan erklärt, es sei jetzt”an der Zeit diese Eskalation vorzunehmen”
Die im hessischen Heimatland des Ministers verwurzelte sonst durchaus geschichtsbewußte FAZ titelt angesichts dieser neuen historischen Situation “Jung sieht große Ausbildungserfolge in Afghanistan”.
Frau Prokop hätte gestöhnt und angemerkt, dass die FAZ-Redakteure wohl zu viel vom Wein des Winzers Jung zu sich genommen haben. In ihrer Jugend habe man bei Kampfeinsatz von Panzern im Rahmen einer Offensive das Wort Krieg gebraucht.
Manchmal verblüffen die konservativen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Heute zum Beispiel fordert Andreas Mihm im Wirtschaftskommentar der FAZ: “Wenn Vattenfall den sicheren Betrieb von Krümmel nicht garantieren kann, sollte es das 33 Jahre alte Atomkraftwerk besser abschalten.”
Frau Prokop hätte sich aus zwei Gründen gefreut. Erstens merkt auch die FAZ, dass die Stromkonzerne den sicheren Betrieb von Atommeilern nicht garantieren können. Unfd zweitens hat sie den euphemistischen Begriff Kernenergie endlich durch Atomkraft abgelöst.
Am vergangenen Donnerstag müssen sich seltsame Szenen in der Finanzredaktion der stocknüchternen Frankfurter Allgemeinen Zeitung abgespielt haben. Aufputschmittel im Kaffee? Glückshormone durch zu viel Schokolade? Dope?
Der Tischredakteur jedenfalls entdeckte in der aufgeputschten Stimmung für die Freitagsausgabe einen “Silberstreif am Horizont” der Börse während die Autorin ihren Experten weiteren Abwärtsdruck konstatieren läßt. Der Markt werde noch billiger werden und der Dax könne bis auf 5.200 Punkte fallen – Silberstreif?
Einmal vom Optimismus gepackt verpaßt der Redakteur dem Londoner Korrespondenten die Überschrift “Ölpreis auf dem Rückzug”. Dazu sieht man eine Infografik, die den Anstieg des Ölpreise von knapp 90 auf knapp 150 US-Dollar in den vergangenen sechs Monaten zeigt. Der Korrespondent war zum Thema Rückzug übrigens der Meinung, dass das Nachfragewachstum der Chinesen jede Schwäche der Amerikaner mittel und langfristig kompensieren werde.
Mit eigenwilligen Interpretation werden die Entscheidungsträger, die die FAZ lesen, an diesem Tag noch mehrfach konfrontiert. Der vierzig prozentige… weiter lesen