vonfuchsbau 28.01.2019

Der Fuchsbau

Der Fuchsbau“ ist ein Coming-of-Age-Fortsetzungsroman des poln.-österr. Schriftstellers Markus Szaszka.

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Die 1a war keine große Klasse. Sie umfasste sechzehn Schüler: vier Reihen mit je vier Sitzplätzen. Für jeden der Schüler gab es eine eigene Schulbank von der alten Sorte, mit einer aufklappbaren Schreibplatte, die über ein Holzgestell mit einer schmalen Sitzbank verbunden war. Die Füchse, wie sich Maksio, Mateusz, Valeska und Michał im vergangenen Sommer im jugendlichen Freudentaumel genannt hatten, weil sie so oft durch die Wälder bei Miasto gestreift waren und ohnehin eine Art Bande gründen wollten, saßen in der letzten Reihe. Dies taten sie zum Leidwesen ihrer Lehrer, welche händeringend darum bemüht waren, die Lebensfreude der selbsternannten Abenteurer in den Griff zu bekommen. Maksio saß ganz links am Fenster, dann kamen Mateusz, Michał und Valeska bei den Spinden.

Vor ihnen sahen sie zwölf Köpfe der kommenden Generation von Machern dieser Stadt; die Saat von Ärzten, Juristen, Diplomaten und Wirtschaftshaien, die von ihren Nachkommen nicht weniger erwarteten als das Beste.

Die August Witkowski-Schule war für die Eliten gemacht und somit eine der angesehensten im ganzen Land. Verständlich, dass sich Maksio manchmal etwas fremd fühlte, doch es half ihm, dass die Füchse als Gruppe aus der Masse der hörigen, braven und ambitionierten Einserschüler herausstachen. Es war nicht so, dass sie es darauf angelegt hätten, doch die vier eckten an; mit ihrem alternativen Aussehen, ihren aus der Norm fallenden, kunstbezogenen Hobbys, den teils schlechten schulischen Leistungen und der mitunter dafür verantwortlichen, frechen, faulen und ansatzweise misanthropischen Lebenseinstellung.

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