Na bitte, es wird eine Saison der Außenseiter. Hapoel Tel Aviv und Maccabi Haifa beide glatt und deutlich weiter. Was sich in der EM-Qualifikation bereits andeutete, setzt sich auf Vereinsebene fort. Wenn sich Israel tatsächlich für die EM qualifiziert, wird die UEFA (das F steht im Moment für feige) das Turnier vermutlich in Österreich, der Schweiz und auf Zypern austragen lassen.
Hertha raus, wie nach dem Hinspiel nicht anders zu erwarten. Wer schon immer wissen wollte, was Vestenbergsgreuth auf Dänisch heißt, kann jetzt unter O wie Odense nachlesen.
Betrüblich, wenn auch nicht unverdient, das Ausscheiden des S 04. Hamit Altintop hatte einen unterirdisch schlechten Tag erwischt, der ansonsten hervorragende Schiedsrichter gab ein Tor der Schalker nicht und stellte Slomka vom Platz, weil der die Stirn in Falten legte. Asamoah wurde ungewollt und unbeholfen das Bein gebrochen. Es gibt so Tage, da wäre man besser nicht nach Nancy gefahren.… weiter lesen
Archive for September, 2006
Der kicker ergänzt in seiner heutigen Ausgabe einen recht interessanten Text über Fußballprofis während des Ramadan mit folgendem kleinen theologischen Hinweis:
“Während des Ramadan ist der gläubige Moslem zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang zu strikter Abstinenz angehalten. Nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Rauchen und Geschlechtsverkehr sind in dieser Zeit untersagt. Reisende, Kranke, Kinder, Schwangere und stillende Mütter sind von dieser Vorschrift ausgenommen.”
Hoffentlich löst das jetzt nicht den Dritten Weltkrieg aus.
bus, so wisse, dass dort die freundlichsten Fans der Liga auf dich warten. Im Stadion der Freundschaft ist der Name Programm und alles ein bißchen anders. Die Haupttribüne ist kleiner als die auf der Gegengeraden. Dort und nicht in der Kurve stehen auch die Treuesten der Heimfans, im Block I. In den Kurven stehen große schattige Bäume mit einladenen Astgabeln, die am Sonntag leider leer blieben, weil es auch gegen Nürnberg nicht ausverkauft war. Auf der Haupttribüne hockt ein gigantischer Ronald McDonald und spontan assoziierte sich die Frage, ob Georg Heyms Zeile aus “Der Gott der Stadt” nicht so zu lesen sei: “Auf einem Häuserblocke sitzt er – breit”. Schließlich wird im Stadion Lübzer Pils ausgeschenkt.
Mag sein, dass man als Clubberer in Cottbus den einen oder anderen Stein im Brett hat. Timo Rost kommt aus Nürnberg. Der Club stieg einmal vorzeitig auf, weil Cottbus den Konkurrenten besiegte. Das hat… weiter lesen
Kurz angemerkt sei:
Nach dem vierten Bundesligaspieltag hat jede Mannschaft einen anderen Tabellenplatz als vor dem vierten Spieltag, Hertha springt von 10 auf 1. Börsianer nennen so etwas volatil, Fußballfans nennen es spannend.
Die Nürnberger Nachrichten schrieben am gestrigen Mittwoch über eine Kurzmeldung “Herr Rossi sucht das Weite”. Gemeint war der Chef des italienischen Fußballverbandes, der nach brutalstmöglicher Milde gegen die Übeltäter in Turin, Mailand und anderswo zurückgetreten ist und Chef von Telecom Italia wird. Gemeint war auch Herr Rossi aus der italienischen Zeichentrickserie “Herr Rossi sucht das Glück”. Herr Rossi ist der sprichwörtliche Durchschnittsitaliener, könnte sich also glatt in Lieschen Müller verlieben, wenn sie in Rimini Urlaub macht. So viel subtile Poesie anläßlich einer einfachen Fußball-Kurzmeldung erzeugt große Freude.
Die Süddeutsche Zeitung überschrieb am Montag dieser Woche ihren Spielbericht zu Nürnberg gegen Bochum mit “Der Club ist kein Depp mehr” Am 16. April feierte der Verfasser dieser bescheidenen Zeilen nach dem 3:2 gegen… weiter lesen
Sie erinnern sich: Baseball, die geheimnisvolle Schönheit unter den Ballsportarten. Gehen Sie zurück zum 2. September, wenn Sie noch gar nichts wissen. Ansonsten geht es heute um die Defensive. Zu den großen Mysterien des Baseball, die schnell deutlich machen, über welche philosophische Tiefe dieser Sport verfügt, gehört die Tatsache, dass die verteidigende Mannschaft zunächst im Ballbesitz ist. Ihre Aufgabe ist es zu verhindern, dass der angreifenden, oder sagen wir besser der Mannschaft, die im aktuellen Spielabschnitt die Chance hat, zu punkten, kein Homerun gelingt. Ein Homerun zählt einen Punkt. Die Verteidiger stehen auf das ganze Feld verteilt, der Catcher an der Homebase, die anderen Basemen an ihren Bases, die Outfielder im Outfield. Outfielder sind die Leute, die unsterblich berühmt werden, wenn es ihnen gelingt, einen Ball der das Stadion bereits verlassen hat, noch zu erwischen, indem sie besonders hoch springen und sich mit dem Fangarm weit nach hinten lehnen. Manch Outfielder ist dabei schon über… weiter lesen
Reinhold Beckmann, Ahnungslosester der Ahnungslosen nannte die BL-Tabelle in der Sportschau gestern “durchwachsen”, weil der Erste nur zwei Siege und zwei Unentschieden auf dem Konto hatte. Der Anfang der Saison läßt hoffen, dass diesmal vieles anders sein wird, weniger vorhersehbar, weniger langweilig, weniger Beckmann. Nur die Gladbacher Auswärtsschwäche bleibt bestehen. Die vermeintlich Großen (Bayern, HSV, Bremen, Schalke) schwächeln und dümpeln vor sich hin, Mannschaften aus der vermeintlich zweiten Reihe (Hertha, Frankfurt, Aachen, Nürnberg) spielen mutig und erfolgreich und gelegentlich auch schön.
Die Hofschranzen des Bayerischen Rundfunks konnten es sich tatsächlich nicht verkneifen, dem Club nach dem 1:1 gegen starke Bochumer eine “Krise” einreden zu wollen. Dabei standen mit Saenko und Schroth wenigstens zwei Spieler auf dem Platz, die beim kicker bereits als Ausfall eingestuft waren. Die beiden Stürmer irrten auf dem Platz herum, als suchten sie den Weg zur nächsten Apotheke. Und Dominik Reinhardt stand 90 Minuten neben sich und zu weit weg von seinem Gegenspieler. Falls es von Meyer geplant… weiter lesen
Wenn totes Fleisch plötzlich anfängt, sich zu bewegen, nennen es die meisten einen Lebensmittelskandal, Katholiken sagen dazu einfach Auferstehung.
Wenn mausetotgesagte Stürmer plötzlich Bälle einlochen wie ichereins es kaum beim Minigolf zustande bringt, wundern sich die Fachleute und vielfach ist von der wundersamen Wandlung des Spielers X oder Y die Rede.
Thomas Brdaric, dem man, auch ohne ihm übel zu wollen, einen gewissen Hang zur Selbstüberschätzung bisher nicht absprechen konnte, trifft wie am Schnürchen, seit Neururer weg ist aus Hannover. Der von Klinsmann vor der WM (zurecht) ausgebootete Kevin Kuranyi spielt mannschaftsdienlich wie eh und je, schießt aber plötzlich auch wichtige Tore. Cacau vom VfB Stuttgart, der die Schalensitze auf der Haupttribüne alle schon beim Vornamen kannte, ist mit einem Mal gesetzt im Sturm bei Armin Veh, und Michael Thurk, bei dessen Wechsel zu Eintracht Frankfurt manch einer stilll den Kopf schüttelte, mutiert über Nacht zum Mr. Europacup. Drei Tore… weiter lesen
Sieben Spiele, fünf daheim, zwei auswärts ergeben drei Siege, zwei Unentschieden, zwei Niederlagen. Ist das gut oder schlecht? Thurk machte für Frankfurt beim 4:0 gegen Bröndby das Spiel seines Lebens, aber vielleicht ist das erst der Anfang einer wunderbaren Freundschaft. Bayern spielt dank des einzigen nennenswerten Stürmers (Pizarro) in seinen Reihen Moskau vom Platz. Schalke beweist Nervenstärke (und Kuranyi war offenbar schon wieder gut). Bremen hatte Pech und spielte sehenswert. Leverkusen machte zu wenig und gönnt sich wieder mal ein bißchen Apathie. Nur der HSV und Hertha stümpern drauflos, wobei die Rote Karte gegen Kirschstein zu hart gewesen sein soll. Verloren hätten sie wohl trotzdem, so wie Arsenal auch mit Lehmann das CL-Endspiel verloren hätte. Hertha hat jetzt immerhin mehr Tore geschossen als in den zehn UEFA-Cup-Spielen der Vorsaison zusammen, aber zu Hause zwei Gegentore, das wird sehr schwer. Selbst mit einem 1:1 in Odense sind sie draußen. Dann können… weiter lesen
…wäre es höchste Zeit, einen Satz zu erfinden, in dem das Wort “Elefantenrunde” vorkommt.
Wie? Am nächsten Sonntag sind Wahlen?
Als denn: Mit dem Medizinball auf Torejagd oder
Das Elefantenrunde muß ins Eckige.
Im zwanzigsten Stock des Hauses Helene-Weigel-Straße Nummer 13 knieten zwei Jungen auf der Kücheneckbank und sahen aus dem Fenster. Eugen Willmann und sein bester Freund Quetzalcoatl Schmidt waren beide neun Jahre alt. Weil Quetzalcoatls Vater Archäologe war und jedes Jahr einige Monate in Mexiko arbeitete, wohnte sein einziges Kind ein bisschen auch bei Eugen und dessen Eltern, eine Treppe höher. Mit seinen neun Jahren pflegte Quetzalcoatl eine Obsession, die sein gesamtes Denken, Fühlen und Trachten beanspruchte. Er sammelte Murmeln. Und im Moment hatte er nur ein Ziel. Er wollte Murmelkönig werden. Murmelkönig der 8. Grundschule in Marzahn-Hellersdorf. Dazu musste er den doofen und angeberischen Jan Bäblich aus der Parallelklasse aus dieser Position verdrängen. Und Quetzalcoatl war dafür fast jedes Mittel recht. Besonders gern wettete er mit jedem, der seinen Weg kreuzte und unvorsichtigerweise erwähnte, dass er Murmeln besaß. Manchmal verlor er, aber irgendwann gewann er alles zurück und noch viel… weiter lesen