Werder Bremen auf dem Weg zu neuen großen Leichtungen. Bremer Ergebnisfußball vom Feinsten. 6:0 in Bochum, 6:1 in Mainz, das sind Ergebnisse, mit denen ich mich gut anfreunden kann. Die Statistiker werden jetzt ein bißchen rumgraben und vermutlich feststellen, dass es zwei Auswärtssige hintereinander mit sechs Toren noch nicht gegeben hat in der Bundesliga. Und Klose ist wieder da, Klöschen rufen ihn manche Bremer Fans liebevoll. War er je weg? Wenn Barca in der Champions League noch ein wenig weiter schwächeln würde, dann könnte es mit Platz 2 sogar noch etwas werden.
Archive for Oktober, 2006
…wenn es Thomas von Heesen gibt? Jetzt mal ganz ernsthaft. Ich finde, der sieht richtig gut aus. Nicht nur für einen Fußballprofi, sondern überhaupt so. Bierhoff ist ein bisserl zu geschleckt, wenn Sie wissen, was ich meine, von Heesen hat diesen “animal magnetism”, eher so wie bei Sean Connery oder auch José Mourinho. Penisneid gibt es auch unter Männern, sagt Woody Allen. Seit José Mourinho die internationale Bühne betreten hat, gibt es in der Bundesliga auch Sakkoneid, Krawattenneid, Frisurennneid unter Männern. Bestimmte Dinge kann man auch mit einem Festgeldkonto nicht bezahlen.
Ob Arminia Bielefeld ein Festgeldkonto hat? Jedenfalls macht von Heesen zusammen und vielleicht auch manchmal gegen Reinhard Saftig einen großartigen Job dort. Seit dem letzten Wiederaufstieg immer hoch gehandelt als Abstiegskandidat, jedesmal mit sehr ahnsehnlichem Fußball klar die Klasse gehalten. Obwohl immer die besten Spieler weggeholt werden – gerade baggern zahlreiche Vereine fleißig an Westermann herum – obwohl das… weiter lesen
Als Dortmund und Schalke in den Neunzigern ihre große Zeit hatten, wurde der Europa-Cup kurzerhand in “Ruhrpott” umgetauft. Das wird dem DFB-Pokal diesmal nicht passieren, es sei denn Rot-Weiß Essen wächst über sich selbst hinaus.
Die Schalker Niederlage in Köln war so würdig, dass sogar der CdüK (siehe auch früheren Eintrag) ganz still ist. Schalke hat toll gespielt und in einem packenden Spiel zurecht verloren. Das mit dem 6:0 gegen Frankfurt letztes Jahr zu vergleichen (Der Spiegel mal wieder, seufz), ist ein schlechter Witz. Es spricht für Slomka, dass er sich nicht auf Kuranyis aberkanntes Tor oder Bajramovic herausredet. Genie und Wahnsinn liegen bei dem so nah beisammen wie bei Sergej Barbarez. Jetzt müssen die Schalker bloß die Rote Karte dick in den Kalender schreiben, sonst werden die im nächsten Jahr nach dem 11:0 bei Turn- und Aerobicfreunde Hinterworzeldorf nachträglich disqualifiziert, wenn sie Bajramovic einsetzen. Dortmund ist wirklich nicht gut… weiter lesen
The Disposable Heroes of Hiphoprisy haben mal einen Song gemacht, “Famous and Dandy”, in dem der Refrain Flavor of the Month hieß. Darin beschreiben sie, dass politisch/medial alle das tun, was alle anderen tun, weil sie alle denken, es würde von allen getan. Auf Deutsch könnte man das mit “die Sau durchs Dorf treiben” übersetzen, wobei ich jetzt damit nicht sagen möchte, Christoph Daum sei eine Sau, schon eher der Flavor of the Month der fußballberichterstattenden Zunft.
Am Montag durfte sich Nachwuchstalent Daniel Theweleit die Geschmacksverirrung (nicht: die Sau) noch ein bißchen weitertreiben. Er zitiert sogar einen (genau einen = 1,0) Schalke-Fan als Kronzeugen für seine Behauptung, das königsblaue Fanvolk sei gegen Slomka und für Daum. Ich liebe investigativen Journalismus. Auch Thomas Doll muß noch einmal herhalten, obwohl Guerrero am Sonntag die HSV-Krise beendet hat. Van der Vaart war dabei und spielte ordentlich, Sorin war richtig gut. Endlich.… weiter lesen
So eine Krise wünschen sich viele. Nach einem schmutzigen kleinen 2:1 in Hamburg gestern ein ansehnliches 2:1 gegen Hannover. Damit hat der S04 mal wieder den Chor der üblichen Kritiker (CdüK) Lügen gestraft und bewegt sich auf dem gleichen guten Startniveau wie mit Rangnick vor einem Jahr. Allerdings werden die Bemühungen in der Liga diesmal nicht durch Europacupfirlefanz und Assauereskapaden abgelenkt. Der Tabellenführer Bremen wurde im bisher besten aller Spiele in dieser Saison mit 2:0 überlegen besiegt, die Mannschaft gewinnt allmählich Konturen, mit Bajramovic als zentraler Figur, der bisweilen an Viera erinnert. Wie sehr die Mannschaft in den letzten Wochen an Substanz gewonnen hat, zeigt auch der Umstand, dass gegen Hannover ohne Bordon gewonnen wurde. Nachdem dieser drei der letzten fünf(?) Tore geschossen hatte, hatte der CdüK in ihm den letzten königsblauen Profi ausgemacht, der mit echtem Engagement bei der Sache sei. Nach der Offensivfreude in Halbzeit eins und der… weiter lesen
Das Mittelfeldgeplänkel entlehnt sich unmittelbar aus dem Handbuch des Kriegswerks. Das Plänkeln, auch Plänkern oder Blänkern wird beschrieben als “das zerstreute Gefecht sowohl der Infanterie als der Reiterei, besonders mit der Schußwaffe geführt.” Kulturwissenschaftler, die gerne darauf hinweisen, dass Fußball etwas mit Krieg zu tun hat, weil ihnen halt sonst so gar nichts dazu einfällt, sollten diesen Umstand auf ihrer nächsten Taugung zum Thema “Ballsportarten in Zeiten asymmetrischer Kriege” gebührend berücksichtigen.
Ich frage mich in der Zwischenzeit, was Borussia Dortmund in dieser Saison eigentlich noch so vorhat. Vergangenen Sonntag brachten mich Schicksal und Spielplan mit einem in Berlin zu Besuch weilenden Ehepaar aus Dortmund vor der Großbildleinwand zusammen. In der Konferenz sahen wir schiedlich-friedlich Nürnberg gegen Bielefeld und den BVB in Cottbus, letztere im Stadion der Gastfreundschaft, erstere im EasyCredit Stadion, das wenigstens nicht Arena heißen muß, anders als das große Gebrauchsmöbel in Dortmund, das Teilkaskoarena oder Zahnersatzzusatzversicherungsarena oder so… weiter lesen
Die Playoffs im US-Baseball sind zu Ende. In der American League sind die großen New York Yankees bereits frühzeitig sang- und klanglos ausgeschieden. Im Finale, der World Series, stehen die Detroit Tigers, die die Oakland A’s mit 4-0 glatt besiegten.
Spannender ging es in der National League zu. Dort hatten die New York Mets im sechsten von sieben Spielen auf 3-3 ausgeglichen, ehe die St. Louis Cardinals gestern Abend mit 3-1 gewannnen und jetzt gegen Detroit die World Series spielen. Cardinals hat mit katholischer Päderastie übrigens nichts zu tun, der Cardinal ist der state bird -Wappenvogel bitte, nicht Staatsmeise – von Illinois, das I wird nicht gesprochen, so wie in Hanoi.
Bevor die World Series beginnt, noch ein paar Bemerkungen zu den metaphysischen Geheimnissen dieser bemerkenswerten Sportart. Über die Defensive habe ich schon ein bißchen erzählt. Heute soll es darum gehen, wie man punktet bzw. wie der… weiter lesen
Vor einigen Wochen wußte ich über die Gastfreundschaft des FC Energie Cottbus nur Gutes zu berichten. Und insgesamt sind Antisemitismus und Rassismus zwar nicht aus den Stadien verschwunden, gleichwohl jedoch nicht akzeptiert. Nicht zuletz auch deshalb, weil bei den echten Fans in den letzten fünfzehn Jahren ein politischer Lernprozeß abgelaufen ist. Leider geht es in den unteren Ligen immer noch ganz anders zu. In der Netzeitung findet sich ein Bericht über ein Spiel in Altglienicke bei Berlin, der einen gruseln läßt: Antisemitische Attacken gegen die Spieler von TuS Makkabi Berlin, NPD-Sympathisanten am Spielfeldrand, und ein Schiedsrichter, der nichts gehört haben will. Am kommenden Montag soll zu den Vorfällen das Sportgericht entscheiden.
Die aktuelle Spielpläne der verschiedenen Mannschaften von TuS Makkabi Berlin finden sich hier.
Umfassende Informationen zur Geschichte der Makkabi-Bewegung finden sich bei den Links von Makkabi Deutschland.
Makkabi Chai!
Also, der Schweini und der Poldi, abgesehen davon, dass sie bei den Bayern spielen, das sind schon zwei richtig Gute. Und wenn sie sich weiter so rasend schnell entwickeln, dann hauen sie von dort auch früher ab als der Ballack, der übrigens auch kein Schlechter ist. Es ist lange her, dass eine Auswahlmannschaft des postfaschistischen Deutschland so zauberhaft eleganten, coolen, modernen Fußball gespielt hat wie das Team gestern in Bratislava in der ersten Halbzeit. Und das, obwohl Mintal und Vittek in der anderen Mannschaft spielten. Eigentlich müßte man wegen der nazideutschen Hooldeppen das Spiel 4:0 für die Slowakei werten und Deutschland von der EM ausschließen, aber von diesen sportpolitischen Grundsatzerwägungen mal abgesehen – das, was auf dem Rasen geschah, war toll.
Malta schlägt Ungarn 2:1. Hidegkuti würde sich im Grab umdrehen.