Jawohl, auch Jan Schlaudraff hat es erwischt. Die Babyklappe FC Bayern hat ihren grausigen Schlund wieder einmal geöffnet, dort wird Schlaudraff ab dem 1.7. auf Erstmalnichtmehrwiedersehen verschwinden. Ein Spiel hat 90 Minuten. Eine Bundesligasaison hat folglich 3060 Minuten. Wieviele Minuten davon wird Schlaudraff 2007/08 auf dem Platz stehen? 170? Das wären drei ganze Spiele oder 34 mal die letzten fünf Minuten. Erste Schätzungen werden gerne angenommen.
Archive for Dezember, 2006
Ausgedoubelt. Aber nach diesem taktischen Geniestreich werden die Bayern Bremen, Leverkusen und Stuttgart weit hinter sich lassen. Nach dem Aus der Bayern im Pokal kann sich die Konkurrenz dagegen wehren wie sie will: Sie wird leichtfertig in die Saisonvorbereitung und überheblich in die Saison gehen. Wenn es den Bayern jetzt noch gelingt, gegen Real Madrid bereits im Achtelfinale auszuscheiden, ist die Vizemeisterschaft nur noch Formsache. Aber hören wir, wie die oberbayerische Weltklassemannschaft das gestrige Pokalspiel selbst kommentiert. Wir schalten zu www.fcbayern.de, Grammatik im Originalton.
Der Tivoli ist kein gutes Pflaster für den FC Bayern. Am Mittwochabend scheiterte der Titelverteidiger bei Alemannia Aachen im Achtelfinale des DFB-Pokals mit 2:4 (0:3) und kassierten damit die erste Niederlage in diesem Wettbewerb seit knapp drei Jahren. Damals war im Viertelfinale ebenfalls Aachen Endstation für die Münchner gewesen, die den ersten Titel in dieser Saison abhaken müssen.
Eine Schwarze Serie: Immer wenn… weiter lesen
Im Ticker beim kicker gab es keine Details und ich rechnete schon mit dem einem richtig schönen grottigen Dezember-Nullzunull, aber im Spielbericht hörte sich das, was Nürnberg gegen Unterhaching - oder U’haching, so wie es früher auch M’gladbach gab – bot, ganz ordentlich an. Nach der Verlängerung zeigte sich dann, dass sich die grandiose Torwarttradition in der Noris auch fortsetzen würde, verlängerte Raphael Schäfer Fußballgott seinen Vertrag nicht. Vier Elfer in einem DFB-Pokalspiel gehalten, gab es das schon mal? Ich glaube, Hertha hat bei einem der unterirdischen Auftritte der letzten Jahre mal drei versemmelt, doch Klewer, das war schon nicht schlecht. Jetzt wäre ein weiteres Heimspiel schön, vielleicht gegen den Lokalrivalen aus Fürth. Der liegt, während ich diese Zeilen zu Papier bringe, 0:1 gegen Wolfsburg zurück, aber abwarten.
Erfreulich gestern auch bereits erwähnte Hertha, die endlich mal nicht über ihre eigenen Füße gestolpert ist, sondern mit dem Kampfschrei “Gimme Shelter,… weiter lesen
Mal angenommen, Köln gewönne in Frankfurt und Bayern in Aachen, dann gäbe es ja vielleicht ein Viertelfinale Daum gegen Hoeneß. Das hätte doch was.
Da ist dem VfL Bochum wirklich ein genialer Coup gelungen. Ich hatte das Vergnügen, Theofanis Gekas beim 1:1 des VfL gegen den 1. FC Nürnberg zu sehen. Natürlich machte er das 0:1 für Bochum, wer sonst. Auf mein Tor. Nicht nur ein wusliger Spieler, auch ein spielender Wusler, mit dem Auge für den freien Mann oder, wie heute Abend, für den etwas unscharf in den Landschaft umherirrenden gegnerischen Torwart.
Der hieß am Abend Kasey Keller und steht für Borussia
Mönchengladbach im bzw. zu weit vor dem Tor. Heynckes, Doll, van Marwijk und vielleicht auch noch Volker Finke können jetzt eine Selbsthilfegruppe für unverschuldet in den Abstiegsstrudel geratene Trainer gründen. Wir haben die Seuche, konstatiert Heynckes. Nun ja, es gibt Seuche und solche, die schon ein bißchen was dafür können, dass sie unten drin stehen.
Finke, den sie in Freiburg alle nur Finke rufen, hat wie so viele… weiter lesen
Letzten Freitag war ich in Hamburg und logierte unweit der Reeperbahn in einem sehr solide geführten Hotel mit stilechtem Blick auf die Heilsarmee, einem Gay Toy Shop und verschiedenen Diensteleistungsanbietern, die das Wort “Erotik” im Firmennamen tragen. In der hauseigenen Kneipe grüßten freundlich-deliröse Kampftrinker, beim Frühstück am Samstag tummelten sich zahlreiche Clubberer in Vorfreude auf das HSV-Spiel. Das Stadion am Millerntor liegt nur fünf Minuten entfernt, also zog ich los zum Heimspiel bei Flutlicht. Durch lose verstreut herumstehendes Rummelzubehör – Wohnwägen, Karussells, Büdchen – das im Dezember immer noch ein bisßchen trister aussieht als sonst, führte der Weg zu den Kassen, zum Licht. “Hansa Rostock? They are just pussies” schallte es aus einem Lautsprecher und es erklang guter alter Schrammelpunk, so unverwüstlich, so zeitlos wie die Matthäus-Passion. Obwohl ausverkauft, erwarb ich schnell ein Ticket für die Nordkurve. Es war eine regenfreie Nacht mit milden 8 Grad, der Wind wurde in… weiter lesen
Neuer für Rost. Wetklo für Wache. Wann kommt endlich Rensing für Kahn? In der Winterpause? Und wer bewacht dann Rensing bzw. Kahn?
Der kicker vermeldete in seiner Montagsausgabe, Rudi Völler sei zum zweitberühmtesten Hessen aller Zeiten gewählt worden. Erster wurde Johann Wolfgang von Goethe. Das ist ein schöner Erfolg für den sympathischen Mittelfeldvierziger, der sich in einer knüppelharten Konkurrenz gegen Joschka Fischer, Heinz Schenk, Manfred Kanther und sogar Dragoslav Stepanovic durchsetzen konnte.
Die Kategorie “zweitberühmtest” übt eine ganz eigene Faszination aus, vor allem, wie mißt man das? Hat man gefragt: Nennen Sie mal ein paar Spieler von Eintracht Frankfurt, und dann die Nennungen für Goethe, Schiller, Völler gezählt? Oder mußten die Leute ein Gedicht von Völler rezitieren? “Kommt die Flanke butterweich, denk’ ich gleich an Wilhelm Reich // Klebt der Ball am Innenrist, nun ihr wißt ja, wie das ist // Vizekusen, Teufelsbrut, meistens schlecht und selten gut”, oder etwas in der Art? Und hat man nur die Leute in Hessen befragt oder war das eine weltweite Umfrage? Ich meine, fragen… weiter lesen
Wie tief die Fanfreundschaft zwischen Schalke und dem FCN ist, konnte man am Montag sehen, als immer noch zahlreiche Fans in königsblau den Hauptbahnhof bevölkerten. Sie hatten offenbar auf dem Christkindlesmarkt ihren Jahresvorrat an Glühwein und Lebkuchen organisiert.
Am Sonntag auf dem Weg zum Stadion sah man Autokennzeichen aus Bochum, Unna, Herne, weithergereiste Gäste, die wie das Heimpublikum eines jener mythischen “0:0 der besseren Sorte” erlebten. Am Anfang das Schalker Lied, gemeinsame Fahnenchoreographie und eine Trauerminute für Max Merkel, die tatsächlich respektiert wurde, obwohl der Schmäh von gestern immer wieder sehr unherzliche Worte für beide Teams übrig hatte.
Im Spiel dann galt der mittelalterliche Satz: Die Nürnberger hängen keinen, sie hätten ihn denn schon. Im Jahr 2006 heißt das: Sie versemmeln ihre zum Teil entzückend frisch herausgespielten Chancen im Moment leider alle. Nach den Hungerkünstlern aus Wolfsburg hat Nürnberg die beste Abwehr, ein 2:6 wie das in Bremen letzte Saison… weiter lesen