Legolas.
Archive for Januar, 2007
Das war ein wirklich sehr schöner Rückrundenauftakt. Zwei Tore von Kuranyi, zwei Tore von Bernd Schneider, nur ein Unentschieden, Marcelinho wie zu besten Zeiten, Cottbus mit drei Toren, Nürnberg gar mit vieren, Leverkusen auswärts ein 0:2 gedreht, und Mainz auch mit einem Auswärtssieg. Die großen Verlierer heißen Gladbach, Bayern und HSV, die kleinen Frankfurt, Stuttgart und Aachen.
Möglicherweise steigen die Hamburger ja doch ab. Es sah vollkommen deplatziert aus, als man in Bielefeld nach dem frühen 1:0 versuchte, Zauberfußball zu imitieren und das Ding 80 Minuten über die Zeit zu schaukeln. Thomas Dolls Bemerkung auf Arena, man werde gegen Cottbus “ein Feuerwerk” abbrennen, erinnerte an einen Schiffbrüchigen, der befragt, wie er gedenke, auf seiner Planke zu überleben, antwortet: Ich werde Schwanensee tanzen. Es ist bestimmt schwer, von Bundesliga-Urgestein mental auf Abstiegskandidat umzuschalten, aber wenn sie nicht bald ihren Schlendrian aus dem Hinterkopf rausbekommen, wird es ein schlechtes Ende geben.… weiter lesen
jetzt kämpft sie wieder, gottseidank. Gemeint ist natürlich die vom Aussterben gefährdete Gelbbauchunke (Bombina variegata), die diesmal nicht ob ihres klagenden Tonfalls, sondern wegen ihrer Färbung – “Die Unterseite inklusive der Innenseiten der Gliedmaßen und der Finger und Zehen ist intensiv hellgelb bis orange gefärbt und mit grauen bis schwarzblauen Flecken oder Flächen durchsetzt.” – zwanglos an dieser Stelle eingeflochten wird (Schon mal ‘ne Unke zwangslos eingeflochten? Eine Fisselarbeit, kann ich euch sagen). Gemeint ist natürlich Borussia Dortmund, die einen herzerfrischend schönen Rückrundenauftakt hingelegt haben. Sogar spielen tut die Unke wieder. Steilpässe und Flanken, lange Jahre vom Aussterben bedrohte Arten in der Hagel- und Feuerversicherungsarena, wurden heute Abend wieder gesichtet. Angeleitet von einem umsichtigen Metzelder und einem abgezockten Frei, ließen Röbers rennende Recken die Ölgötzen von der Isar kaltgepreßt aussehen. Dazu noch ein Mensch namens Tinga, dessen Künstlername frei übersetzt ungefähr bedeutet: Kleiner Büffel, der aber sowas von dazwischennietet und… weiter lesen
Schafft er’s oder schafft er’s nicht? Vor allem, was soll Jürgen Röber bei Borussia Dortmund schaffen? Den UEFA-Cup-Platz. Das dürfte diesmal schwerer werden als letztes Jahr, als sich beim “Schneckenrennen” zwischen Hertha, Leverkusen und noch ein paar anderen jeder jedem den Vortritt lassen wollte. Es wäre schon ein Erfolg, wenn der BVB wieder Fußball spielen würde, wenigstens zuhause. Aber seit Sammer über die Meisterschale gestolpert ist, ist in the stadium informally known as Eigenbeteiligungsarena der Wurm drin. Sicher, Röber ist ein ehrlicher Malocher, wenn man diesen Ausdruck, für den man eine ganze Phrasenschweinherde dick und rund mästen könnte, gebrauchen will. Aber was hat er eigentlich für eine Mannschaft? Die schwarz-gelben Fußballer wirken seit Jahren merkwürdig disloziert, einander entfremdet. Eleven lost souls swimming in a fishbowl year after year. Keiner paßt so richtig zum anderen, weder steil noch kurz, ein geld-schwarzes Loch scheint Esprit, sportliches Vermögen, Teamgeist in sich aufzusaugen und… weiter lesen
Findet die CSU einen fulminanten Weg aus der Krise? Franz Beckenbauer ist grundsätzlich bereit, bayerischer Ministerpräsident zu werden. “Die Kandidatur 2008 ist grundsätzlich eine reizvolle Aufgabe”, erklärte Beckenbauer auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz. “Noch reizvoller wäre es natürlich, wenn man Kitzbühel zur Hauptstadt machen könnte. Vielleicht finden wir da noch eine Lösung auf Leasingbasis.” Zum Ausgleich dafür soll Edmund Stoiber in führender Funktion beim FC Bayern eingebunden werden. Insider vermuten, dass er 2008 den langjährigen Platzwart Meister Eder beerben könnte. Stoiber stand für eine Stellungnahme dazu bisher nicht zur Verfügung.
Falls es jemand interessiert: Ich glaube,Benny Lauth hat Heimweh nach Bayern. Zu den besonders falschen Glücksversprechungen der Globalisierung gehört, dass alles überall gleich gut funktioniert und jeder jeden Job machen kann. Zum Glück ist dem nicht so und gerade bei künstlerischen Berufen wie Fußballprofi ist das deutlich zu merken. Würde Benny Lauth bei Unterhaching spielen, wäre er Torschützenkönig der zweiten Liga und könnte sogar Edi Kirschners Rekord aus der alten 2. Liga Süd gefährden. Lauth sollte zurückkehren in den Süden, am besten zu den Sechzgern, gerne auch zum Club, der außergewöhnliche Stürmer zum Schnäppchenpreis immer gerne nimmt. Was wäre Uwe Seeler ohne den HSV, Gary Neville ohne Manchester United, Thomas Schaaf ohne Werder Bremen? Nur Durchschnitt oder noch schlechter. Die Wechsel von Bremen zu Bayern - Herzog, Frings, Rehhagel, Ismael – sind das beste Beispiel dafür, dass Bodenständigkeit ein entscheidender Erfolgsfaktor im Fußball ist. Basler taugt als Gegenbeweis nur bedingt,… weiter lesen
Und am vergangenen Mittwoch wurden sie Zeugen einer echten Weltsensation. Lothar Matthäus schrieb nämlich in seiner Kolumne über Jan Schlaudraff, dass der zu jung ist und dass der nicht zu den Bayern hätte gehen sollen. Also ungefähr das, was ich auch geschrieben habe. Da sieht man, dass sich 150 Länderspiele und 12000 TippKick-Spiele ungefähr die Waage halten, wenn es um den Erfahrungsschatz bei Transferfragen geht. Aber der Hammer war, als Lothar sein Schweigen brach. Er schrieb:“Mit 20 Jahren habe ich, darüber spreche ich hier zum ersten Mal, Angebote von Juventus Turin und Hellas Verona abgelehnt.” Ich muß ehrlich sagen, dass mein heiles Lothar-Matthäus-Bild in diesem Moment einen tiefen Riß bekommen hat. Und Millionen anderen Fans wird es ebenso gegangen sein. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass Lothar Matthäus beinahe 27 Jahre über etwas schweigen konnte. 27 Sekunden kann er durchaus schweigen, vielleicht auch 30, oder sogar 90. Eine… weiter lesen
…wird seine Herrentrikotagen ab Sommer 2007 aller Voraussicht nach in den USA spazieren tragen. Will sagen: David Beckhams Vertrag bei Real Madrid wird nicht verlängert. Warum auch, irgendwann will man bei den Königlichen wieder mit dem Fußballspielen beginnen. Und mittlerweile hat jeder zweite Chinese ein Beckhamprodukt bei sich zu Hause rumliegen: Beckhameßstäbchen, Beckhamfahrradklingeln, Beckhamtrockenfutter für den Koi, Beckhamlockenwickler. Und natürlich kursieren im Reich der Mitte auch etwa 300 Millionen Beckhamtrikots.
Dieser Hype um Beckham, ich habe ihn nie verstanden. Bei ManU hatte er eine ganz gute Phase, aber Leistungsträger waren Leute wie Roy Keane, Stam, Schmeichel. Beckhams fußballerische Klasse stand nie im Verhältnis zu seinem Glamour oder das, was man dafür hielt. Und der halbe Glam kam eh von seiner Frau, dem Spice Girl. Auch die keine wirklich Große ihres Fachs. Außerdem: Wie kann man sein Kind nur Brooklyn nennen? Stellen Sie sich mal vor, Ballack hätte eines seiner Kinder… weiter lesen
Wer sich im kicker die Liste der bisherigen Transfers der Winterpause betrachtet, wird wenig spektakuläre Neuzugänge finden. Möglich ist, dass Stefan Kuntz seinen guten Riecher auch bei Joel Epalle unter Beweis gestellt hat. Theofanis Gekas war neben Galasek und Diego sicherlich DER Transfer der Hinrunde. Gespannt dürfen wir auch auf Andreasen und Niculae bei Mainz sein, es kann dort nur besser werden, auch mit den Transfers. Diakité, Casey und Edu und Damm sind schon weg, Addo soll weg, alles relativ neue Spieler, die im Nirgendwo gelandet sind, nie in der Stammelf.
Schalke 04 hat anscheinend die wundersamen Seiten des südamerikanischen Transfergeschäfts kennengelernt, das Superschnäppchen Schiavolin scheint ihnen jemand anderes weggeschnappt zu haben, aber abwarten und stur stellen. Gültige Verträge haben schon manchen Denkprozeß eingeleitet.
Den Volltreffer hat in meinen Augen Energie Cottbus mit Ervin Skela gelandet. Der richtige Spieler im richtigen Team, wenn er von Trainer Sander rückhaltlose Unterstützung bekommt.… weiter lesen
Es geht voran mit dem Neuaufbau in Afghanistan: Werner Lorant wird afghanischer Fußballnationaltrainer. Als diese Meldung heute um 14.30 Uhr von den Agenturen verbreitet wurde, ging sie wie ein Lauffeuer durch das Land. Spontan gaben 2000 Taliban bei der Bahnhofsmission in Kabul ihre Waffen ab und fingen an Liegestützen zu machen. Lorant sagte auf einer Pressekonferenz: “Ich freue mich darauf, den Brüdern dort unten das Laufen beizubringen. Unser Ziel ist , bei der WM 2018 im eigenen Land den Titel zu erringen.”
Jetzt noch Egon Coordes in den Irak und Ratzinger nach Saudi-Arabien, dann dürfte der Nahe Osten bis Ostern befriedet sein. Alles muß man selber machen.