Da ist die königsblaue Spitzenmannschaft dem Satten Death grade noch einmal von der Schippe gestolpert. Dank einer furios aufspielenden Arminia, die unter Weltenbummler Middendorp wieder richtig guten ostwestfälischen Kampfsport liefert. Heute sogar mehr als das gegen biedere Bremer, denen Espanyol in den Knochen, Stuttgart vor der Nase und der Klose-Transfer im Genick sitzt. Das 2:1 von Kamper hätte Bremen nicht viel schöner rausspielen können. Ich denke, das war’s mit der Meisterschaft für Werder. Mag sein, dass zu viele Hunde der Tod der grünen One-Touch-Häschen waren, aber wer zweimal die Chance verpaßt, Erster zu werden, der will es wohl auch nicht. Oder ist dreimal Bremer Recht? Jedenfalls kommt jetzt ein UEFA-Cup-Spiel, das sehr viel Kraft kosten wird, und gegen Hertha fehlen Naldo und Hunt.
Jetzt ist Stuttgart der eigentliche Herausforderer. Gefährlich, gefährlich. Erstens haben sie einen Lauf, zweitens wissen sie, wie man Last-Minute-Meister wird (Buchwald, Stepi !!). Drittens spielen sie… weiter lesen
Archive for April, 2007
Der Europapokal wird wohl nicht mehr der Lieblingswettbewerb von Tim Wiese werden. Erst der Patzer nach Roller gegen Juve, gestern die Rote Karte. Der Alleingang ging natürlich nicht auf seine Kappe, aber jetzt darf er gegen Bielefeld zuschauen. Vielleicht auch Klose, der den Fehler seines Lebens machen würde, wenn er zu den Bayern geht. Soll er zu Liverpool gehen, die können einen spielstarken Stürmer gebrauchen, wie am Mittwoch zu sehen war. Oder zu Barca, oder zu Milan. Aber zu Bayern? Ist diese Transferpolitik schon Hopp oder Topp oder schon Shop’n Flop?
Heute Abend erst mal Schalke in Bochum. Bin gespannt, ob Gekas auch diese Abwehr nach Belieben übertölpelt. Ein Unentschieden wäre keine Überraschung, ein Sieg der Arminia am Sonntag allerdings auch nicht.
Außerdem kann St. Pauli heute Tabellenführer bleiben oder morgen wieder ungefähr auf Platz zwölf stehen, so eng ist das alles. Und Fürth schwindelt sich in die Bundesliga,… weiter lesen
Der Chefscout des FC Bayern München, Wolfgang Dremmler (“Ich freue mich auf diese neue Herausforderung.”) hat in diesen Tagen viele offene Fragen zu klären: Hat der FC Düdelingen ein Entmüdungsbecken in der Gästekabine? Gibt es im Sheraton Hotel von Alma Ata Hefeweißbier in der Minibar? Braucht Pressesprecher Markus Hörwick einen Sprachlehrer, um “Haka Valkeakoski” fehlerfrei auszusprechen? Braucht Ottmar Hitzfeld einen Mentaltrainer, um den Satz “Haka Valkeakoski hat verdient gewonnen.” fehlerfrei auszusprechen?
An der Säbener Straße herrscht ausgelassene Aufbruchstimmung, denn das große Abenteuer UEFA-Pokal wirft seine Schatten bereits voraus. Nach der geschlossenen Mannschaftsleitung in Stuttgart, bei der es schwer fällt, einen Spieler besonders hervorzuheben, ist den Bayern Platz Vier kaum mehr zu nehmen. Es ist vorbildlich, wie bescheiden das Management des Deutschen Rekordmeisters mit dem Erfolg seines jungen Teams um das sympathische Jahrhunderttalent Roque Santa Cruz umgeht. Und es zeugt von großer Verantwortung für den deutschen Fußball, dass man sich persönlich… weiter lesen
Der spielfreie Tag soll genutzt werden, um herauszufinden, warum wegen eines Gelsenkirchener Vorortvereins die Emotionen immer so hochsterilisiert werden.
Nicht das (ehemals) Linke an Schalke ist es, das so intensive Reaktionen hervorruft, sondern etwas anders. Schalke hat etwas Atavistisches an sich, es erinnert den an Fußball interessierten Teil der Gesellschaft an Dinge, an die sie nicht unbedingt erinnert werden möchte. Als da wären: die Nazizeit, Armut, Korruption, mit einem Wort: Schmutz. Schalke steht immer noch auf Platz drei der ewigen Meisterschaftsbestenliste, hinter den Bayern und Nürnberg. Aber sechs seiner sieben Meistertitel hat der Verein in der NS-Zeit errungen. Natürlich wurde Schalke propagandistisch ausgeschlachtet, und manch ein Spieler hat sich allzu gut verstanden mit den braunen Machthabern. Aber das ist vor allem ein Schalker Problem. Und die Vereinsgeschichte zum Hundertjährigen soll sich damit kritisch und ernsthaft auseinandergesetzt haben. Ich habe sie nicht gelesen, aber einen Verriß habe ich nicht gefunden, im… weiter lesen
Schade, dass man folgenden Dialog am 1. Juli 2007 nicht auf dem Maifeld hören wird.
Magath: Hallo Mannschaft, ich bin euer neuer Trainer.
Boateng: Hallo Yedi, wo hast du denn Chewbacca gelassen, du Opfer?
Es war zum Glück für alle Beteiligten eine Ente. Magath paßt noch schlechter nach Berlin als Huub Stevens. Sehr gut nach Berlin dagegen paßt der 1. FC Nürnberg, der am Dienstag eine Sternstunde erlebte. Hans Meyer meinte zwar, es sei kein Zauberfußball gewesen, aber kurz davor war es schon, dieses schnucklige 2:0 zum Beispiel. Und dieses Stellungsspiel. Große Mannschaften zeigen eben erst im Halbfinale, was sie draufhaben, zum Beispiel Italien in Dortmund gegen die Ga….die Gaga… die Gastgeber. Und jetzt wartet mit Stuttgart ein würdiger Gegner. Manch vorwitziger Fan in der Noris rechnete heute schon hoch, dass es nach dem 3:0 und 4:1 jetzt zum 5:2 kommt. Ich denke aber, die beiden überzeugenden Siege sind psychologisch eher ein Nachteil für den Club. Irgendwo… weiter lesen
Kurz nach dem Abpfiff kam die erste SMS:
“Hallo Rudi, du heißt doch Rudi nicht wahr? Nein, Robert, jetzt fällt’s mir wieder ein. Wir sind vor 38 Jahren zusammen in den Kindergarten gegangen, vielleicht erinnerst du dich an mich. Könntest du mir vielleicht eine Karte für das Pokalendspiel besorgen? Und ich würde auch gerne bei dir wohnen. Ich kenne nämlich keinen außer dir in Berlin. Meine drei Jungs sind mittlerweile 11, 12 und 15, im besten Fußballeralter, haha. Du weißt, was ich meine. Die würden natürlich auch gerne mitkommen. Unter alten Freunden sicherlich kein Thema nicht wahr? Wenn’s nicht zu viele Umstände macht gerne Plätze im Oberrang beim Marathontor irgendwo. Ich melde mich wieder. Oder du meldest dich, wenn du die Karten hast. Kein Streß. Schöne Grüße Dein Olaf.”
Nichts ist mehr, so wie es war.
Fortsetzung der Diskussion aus “Lieber Freitag der Dreizehnte als Robinson der Achtzehnte”
Das mit der Nazi-Zeit ist tatsächlich schon ein bißchen länger her, dass Hertha-Fans mit dem Transparent “Unsere Ehre heißt Treue” im Olympiastadion aufliefen allerdings erst zehn Jahre. Was wäre los gewesen, wenn es so ein Transparent alle zwei Wochen im Parkstadion gegeben hätte?
Oder nehmen wir Leverkusen. Als in den neunziger Jahren die Diskussion um die Entschädigung der Zwangsarbeiter lief, gab es einen, der die schäbigen Beträge bei den Abfindungen, das jahrelange Lavieren der Industrie mit den Gehältern der Bayer-Spieler oder mit den charakterlichen Eigenschaften Rainer Calmunds in Verbindung gebracht hätte? Natürlich nicht.
Der HSV wirbt mit “Fly Emirates” für die Staatsairline der Vereinigten Arabischen Emirate. Wurde deswegen auch nur eine Zeile über die Menschenrechtssituation dort gedruckt?
In Tschetschenien geschieht ein Völkermord, und Putins Demokratie hat ihre eigenen Gesetze, keine Einwände. Aber dieses Lamentieren über Gazprom ist… weiter lesen
Der schlechten Witze damit nicht genug:
Vor dem Hinrichtungskommando. Der Henker fragt den Delinquenten: “Haben Sie noch einen letzten Wunsch?”
Sagt der Delinquent: “Ich würde so gerne noch mal erleben, dass Borussia Mönchengladbach ein Heimspiel gewinnt.”
Sagt der Henker: “Also gut, machen wir lebenslänglich draus.”
…und hat zweimal getroffen. Das ist doch schön. Und Bremen ist die letzte deutsche Mannschaft im europäischen Wettbewerb. Auch das ist schön. Wenn sie jetzt noch in Dortmund wegen Erschöpfung ein paar Federn lassen würden, wäre das auch schön.
An diesem Abend stimmte nichts, außer das Ergebnis. Gegen acht Uhr machte ich mich auf auch wie viele andere, dem Ballsportereignis in der kreuzweis eingeritzten Weißwurst zu Fröttmaning sachkundig zu frönen. Eigentlich gedachte ich, das Ereignis in der Kaschemme meines Vertrauens (KmV) zu erleben, auf dem Weg dorthin passierte ich aber meine heimliche Lieblingskneipe (hLK), die außer der Reihe und ganz überraschend Bayern – Milan mit Plakaten in den Fenstern verlockend inserierte. In der nahezu menschenleeren Gaststube Platz genommen habend wunderte ich mich, dass Dieter Hecking als Premiere-Experte firmierte, stellte aber alsbald fest, dass auf der Leinwand Hannover gegen Bayern vom vergangenen Samstag bei Arena gezeigt wurde, und frohgemuts bestellte ich mir ein Bier, die reizende Gerstensaftherbeischafferin vorher eindringlich befragend, ob denn DAS SPIEL hier auch gezeigt werde. Nach erfolgter Bejahung sah ich mir das Hannover gegen Bayern an und wie am vergangenen Samstag stand es nach zwanzig Minuten auch… weiter lesen