Tja, jetzt hat sogar Hans Meyer durch die Blume gesagt, dass der Club ein Depp sei. Oder dass die Abwehrarbeit sekundenbruchteilig stümperhafte Züge aufgewiesen habe.
In der Süddeutschen wird als entscheidendes Defizit des Clubs nicht die fehlende Laufbereitschaft genannt, sondern die mangelnde Fähigkeit, das Tempo zu variieren. Es war eben nur ein mit heißem Herzen gleichmäßig vorgetragener Sturmlauf, kein kunstvolles Herauslocken der Toffees. Besser hat das im letzten CL-Endspiel Milan gegen Liverpool gemacht. Zugegeben kein ganz fairer Maßstab für eine Mannschaft, die seit nicht ganz vier Jahren mal wieder erstklassig ist. Wenn man sieht, wie Stuttgart in der CL vorgeführt wird, muß man sich über die Nürnberger Leistung nicht grämen, höchstens über das Ergebnis.
Und dass man zu Hause 82 Minuten auf einen Elfmeter wartet, wie es Everton gemacht hat, kann auch nicht die Antwort auf mangelnde Spielführungsqualitäten sein. Misimovic ist seinen Mitspielern gedanklich manchmal ein oder zwei… weiter lesen
Archive for the ‘Allgemein’ Category
“Der Club hat es geschafft! Er ist endlich wieder ein Depp!” schreibt ein Herr Robinho, dessen Email-Adresse ihn als aficionado des ASV Vach ausweist. Mithin ist Robinho also ein eingemeindeter Fürther und mutmaßlich ein Fan der Spielverunreinigung Fürth. Er darf sich gerne ein wenig ins Fäustchen lachen, dass der Pokalsieger gestern in Jena verdient ausgeschieden ist.
Andererseits ist es vielleicht nicht das Schlechteste. Schließlich soll der Tabellenplatz und nicht der Punktestand der Clubberer einstellig sein, und da ist eine Ablenkung weniger vom Ligaalltag bestimmt kein Nachteil. Der Club braucht den Pokal weder seelisch noch finanziell. Wenn es gelänge, in der Liga am Ende der Hinrunde an den zwanzig Punkten zu schnuppern und im UEFA-Cup zu überwintern, im Frühjahr dann ein cooler Abgang gegen einen der acht CL-Dritten, Liverpool womöglich, und in der Rückrunde ohne Verletzungsseuche und mit neun Heimspielen ein paar Punkte mehr als in der Hinrunde, es wäre eine… weiter lesen
…stellt sich das Ergebnis ein wenig freundlicher als am Anfang dar. Bei der interaktiven Variante war der Tiefpunkt bei der Spieltagswertung am 4. Spieltag mit einem Tageswert von -14 erreicht. 16 Punkte und Platz 224857 standen danach zu Buche. Es war die Zeit, in der Stefan Wächter noch patzte und ein indisponierter Vittek jedes Mal -8 Punkte einfuhr. Seit dem 8. Spieltag geht es bergauf. Seitdem konnten 130000 Plätze gut gemacht werden, mittlerweile tummelt sich mein Team auf Platz 62330 mit Kontakt zur Spitze. Bis Platz 1sind es nur noch 273 Punkte. An diesem Wochenende gab es trotz indisponierter Nürnberger mit Platz 1647 die beste Tagesplatzierung. Kompany, Madlung, Marcelinho, Jones, Westermann und Magic Mutzel haben das ihrige dazu beigetragen.
Die Classicvariante begann mit Platz 130637, am zweiten Spieltag dann das Allzeithoch in der Gesamtwertung mit Platz 54964. Danach auf holprigem Weg erst schnell runter und langsam nach oben bis Platz… weiter lesen
Und bis auf die taumelnden Stuttgarter sind die deutschen CL-Teilnehmer noch gut im Rennen um Platz zwei. Schalke hat gegen Valencia weniger geholt als geplant, in Rosenborg mehr und hat in den kommenden drei Spielen eine reelle Chance auf drei Siege.
Dank einer madrilenischen Schlußoffensive gegen Piräus bleibt auch Werder mit im Spiel. Fast wäre ihnen wieder die Kraft ausgegangen, aber diesmal hat es gereicht. Ein mühsamer Arbeitssieg. Schmucklos und wirkungsvoll.
Nicht auszudenken, wenn alle drei im UEFA-Cup landen würden, dann müßte Bayern ja ausscheiden, um Platz zu machen.
Mir schwante schon Übles, als Mario Gomez in der Sommerpause im kicker das “Tagebuch” seiner Vorbereitung veröffentlichte. Dass derartiger Mumpitz jetzt auch Platz in einer seriösen Fachpublikation bekommt, ist ärgerlich. Was soll der Bub denn schreiben, außer dass alles super ist. Ähnlich wie Lars Ricken für seinen legendär blöden Nike-Spot ist auch Super-Mario II. bestraft worden. Nehmen wir ihn als Primus inter Paralysierten, können wir feststellen, dass sich der VfB zu sehr mit Nebensächlichkeiten befaßt hat. Seine große Stärken, Heimlich, Still und Leise, konnte er als Meister nicht mehr ausspielen. Außerdem hat er diesmal ein mehr als nur gut gerüttelt Maß an Verletzungen mitbekommen und sich – zumindest bis jetzt – auf der Torhüterposition drastisch verschlechtert. Hildebrand spielte zuletzt sein solidestes Jahr, Schäfer könnte nach Kampa der zweite Club-Torhüter sein, für den der Wunsch nach Veränderung mit einem drastischen Karriereknick einhergeht. Die jungen Wilden sind entwicklungszyklengerecht nach dem tollen ersten… weiter lesen
Am 15. April gewann Nürnberg 4:0 im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt. Danach gelang kein halbwegs durchschnittliches Heimspiel mehr. Bis gestern, als Angstgegner Nr. 2, die Schlabbekicker ihre Aufwartung im vorübergehend umbenannten Max-Morlock-Stadion machten. Nachdem ich das 4fache Billardtor gegen Bosnien gesehen hatte, dachte ich mir schon, dass Dirty Charri diesmal dran sein würde. Und siehe da, er stand nicht nur da, wo ein Torjäger stehen muß, er brachte den nach Kristiansens Freistoß flummiartig vom Pfosten zurückspringenden Ball elegant unter Kontrolle und machte das äußerst wichtige 1:1. Nach der Pause folgte die erste Halbzeit mit vier Clubtoren seit dem 4:0 gegen den 1. FC Köln im August 1991, als Köpkes zu Unrecht gehypter Konkurrent Ilgner in der ersten Halbzeit vier Dinger eingeschenkt bekam.
Gestern waren die Tore eins schöner als das andere. Erst kopierte Charisteas, das 1:0 der Tschechen vom Mittwoch mit einer messerscharf durchdachten Rückgabe zu Mintal, dann versenkte… weiter lesen
Die heutigen Pressemeldungen auf den Homepages von Spiegel, Welt und FAZ lesen sich merkwürdig einförmig, nur Ludger Schulze in der Süddeutschen hat bis auf Weiteres die Traute, eigene Gedanken zu formulieren. Was vor allem irritiert, ist die allzu große Bereitwilligkeit, Dejagahs “private Gründe” sofort für antiisraelisch oder antisemitisch zu erklären, ohne etwas Genaues zu wissen. Und wären “politische Gründe” falsche Gründe? Es ist schön, dass man Dejagah mitteilt, für seinen und den Schutz seiner Eltern werde in Deutschland gesorgt. Das Mykonos-Attentat ist ja auch schon 15 Jahre her. Den ermordeten kurdischen Exilpolitikern hat man vorher sicherlich keine Versprechungen über ihre Sicherheit gemacht, die dann nicht eingehalten werden konnten. Was mit den Verwandten oder Freunden Dejagahs geschehen könnte, die noch im Iran leben, scheint überhaupt keine Rolle zu spielen. Wer Deutscher sein will, darf seinem alten Leben nicht nachweinen.
Wenn jemand beschlösse, lieber nach Frankreich als nach Israel in den… weiter lesen
Das war schon alles sehr trist an diesem Wochenende. Wenn man Saenko sieht, der nicht mal in der Lage ist, einen Ball aus fünf Metern sauber anzunehmen, wenn Wolf rumstolpert wie zuletzt vor drei Jahren, wenn Blazek ein Mini-Patzer unterläuft, wenn obendrein Schalke gegen badische Euphoriker zuhause verliert, dann muß man das einfach abhaken und sich noch einmal still darüber freuen, dass Frings und Borowski wieder da sind, der HSV und St. Pauli gewonnen haben und Hansa nach wie vor auf keinem Abstiegsplatz steht. Wie gut, dass Bader und Meyer diesen Bockmist antizipiert haben. Wenn Nürnberg nach einem Auswärtsspiel mehr mit 18 Punkten aus dieser Hinrunde rausgeht, werde ich mich nicht beschweren.
Keine Mannschaft hat die goldenen Regeln des Europacup so gut begriffen wie der 1. FC Nürnberg, der sieglos eine Runde weiterkam und mit zwei Auswärtstoren glänzte. Das 2:1 von Herrn Zwetschge war in Vorbereitung und Ausführung großer Sport. Wenn es ein Maßstab ist, dass die Clubberer im einzigen Spiel der Saison, in dem sie zunull spielen mußten, dies wirklich schafften, dann stehen aufregende Europapokalwochen ins Haus. Und vielleicht geht ja auch bei den Bayern was. Die haben schon wieder gewonnen und wieder mal nicht überzeugt. Trotz der guten Neueinkäufe wäre die Mannschaft auch dieses Mal wieder nur ein Kandidat für Achtel- oder Viertelfinale in der CL. Eine Mannschaft mit nur einem international relevanten Stürmer hätte vor Tonis 1:0 zweimal gegen die Bayern getroffen, so sperrangelweit offen waren sie. Und nach dem Zwischen hoch von Drei-Wochen-Fronck hat auch die Einfallslosigkeit wieder EInzu gehalten. Die Schalker haben sich in die Saison zurückgekämpft… weiter lesen
Wie sehr der 1. FC Nürnberg gereift ist, zeigt sich nicht so sehr an den schönen Erfolgen der letzten Saison, sondern vor allem an der Ruhe unter den momentan widrigen Bedingungen. Eigentlich ist der Club auch gar nicht schlechter gestartet als letztes Jahr. Damals nach 8 Spieltagen hatte man 12 Punkte. 3 davon kamen durch die Tore von Vittek, Saenko und Schroth in Stuttgart aufs Konto, die alle drei in dieser Saison noch nicht / nicht mehr / nur zeitweise mitspielen konnten. Zwei Punkte hat der Club in Cottbus durch das aberkannte Tor von Nicky Adler verloren, einen durch eigene Schlampigkeit wahlweise gegen Bremen oder Leverkusen. Mit Ausnahme des zunehmend einfallslosen Auftritts gegen den KSC gab es keinen Ausfall, im Gegenteil. Das allgemeine Lob über die weiterhin technisch feine und offensiv ausgerichtete Spielweise steht bloß in keinem Verhältnis zum Ertrag. Es ist die fehlende Chancenauswertung, die den Abstiegsplatz zur Konsequenz… weiter lesen