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von 25.09.2009

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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streikbeilageIn der taz erscheint heute in einer Teilauflage eine vierseitige Beilage, die Praktikanten gemacht haben. In der Beilage und einem eigenen Blog rufen sie dazu auf, dass heute in zwei Wochen „ehemalige, derzeitige und künftige Praktikanten sowie Sympathisanten“ für einen Tag die Arbeit niederlegen und in Berlin am Potsdamer Platz demonstrieren. Verantwortlich für die Beilage sind acht Praktikanten, die an dem Praktikanten-Programm „Creative Village“ teilnehmen – dabei macht man der Reihe nach ein jeweils zweimonatiges Praktikum bei den UFA-Filmstudios, bei der PR-Agentur Scholz & Friends und bei der taz. Während des Programmes, das es bereits seit mehr als zehn Jahren gibt, kann jeder Jahrgang auch eine eigene taz-Beilage erstellen.

Der aktuelle Jahrgang verwendet die Beilage nun, wie es im Editorial heißt, „als Plattform, um die gesellschaftliche Diskussion über das ‚System Praktikum‘ wieder anzustoßen und zu einem Praktikantenstreik am 9. Oktober 2009 aufzurufen“. Und weiter heißt es: „Auf den folgenden Seiten wagen wir einen Blick in die Köpfe einer Generation, die darauf getrimmt wird, austauschbar, profillos und preisgünstig auf dem Arbeitsmarkt anzutreten. Wir schauen über die nationalen Grenzen hinaus und suchen nach Lösungen für ein sich ausweitendes Problem. Aus der ursprünglich sinnvollen Einrichtung Praktikum, mit der Berufserfahrung gesammelt oder ein Berufseinstieg ermöglicht werden sollte, ist ein Nadelöhr geworden. Sozial Schwachen wird die Qualifikation verweigert. Ein Arbeitsmarkt ist entstanden, der zehntausende junge Menschen unterhalb des Existenzminimums beschäftigt.“ Die gesamte Beilage gibt es zum Download als PDF mit 2,8 MB.

In einem Text beschreibt Anna Mauersberger etwa, dass sie Teil einer „Generation von Einzelkämpfern“, die das Praktikantendasein bereits „vollständig in den eigenen Lebensentwurf integriert“ hat und sich munter selbst erniedrigt: „Und so sitzen der und die Prakti bis spät abends noch hörig vor ihrem Computer-auf-Zeit, verzichten auf Urlaubstage, feiern niemals krank – während die Chefs sich ins Fäustchen lachen. Doch Recht haben sie, denn wer nichts fordert, verdient weder Geld noch Respekt. Wir sind Ehrenamtliche ohne Ehre noch Amt, doch protestieren, nein, das wagen wir nicht.“ Der vollständige Text steht auch auf taz.de.

In der taz werden Praktikanten aus den Etats der einzelnen Ressorts bezahlt; dabei legt jedes Ressort die Höhe selbst fest. In der Berlin-Redaktion, in der ich arbeite, sind es 200 Euro pro Monat.

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