Manchmal ist nicht nur wichtig, was geschrieben wird. Sondern auch wer schreibt.
Die taz Panter Stiftung finanziert deshalb eine taz-Volontariatsstelle für eine Frau mit Migrationsgeschichte. Es gibt keine Altersbeschränkungen, spezifische Berufsabschlüsse sind nicht zwingend. Soziales Engagement, Lebenserfahrung und Interesse am Qualitätsjournalismus werden vorausgesetzt.
Das Volontariat beginnt am 1. Oktober 2010 und dauert 18 Monate. Es werden sechs Ausbildungsblöcke durchlaufen: ein mehrwöchiger Grundkurs journalistisches Handwerkszeug im Lokalteil, Mitarbeit in diversen Fachressorts, Online, Kultur/Gesellschaft, Blattmachen sowie ein externes Praktikum. Dazu Kurse außerhalb der taz zu Kommentaren, Reportagen und Multimedia.
Gehalt: Netto Bafög-Höchstsatz plus BVG-Monatskarte
Bewerbungen bitte bis zum 20. Februar per Post an:
taz, die tageszeitung
Chefredaktion
Rudi-Dutschke-Str. 23
10969 Berlin
Das Volontariat wird aus Mitteln der gemeinnützigen taz Panter Stiftung finanziert. Spenden jeder Größenordnung helfen, das Volontariat finanziell auszustatten: Das Spendenkonto der taz Panter Stiftung liegt bei der GLS Bank Bochum (BLZ 430 609 67) und hat die Konto-Nummer 11 03 71 59 00.
klaus pfeiffer says:
soso eine frau,
das ist mal gleichberechtigung männer haben halt pech gehabt (oder keine lobby?)
Januar 17th, 2010 at 21:39
ulrike says:
hmm, gleichstellungsgesetz? schonmal gehört?
Januar 18th, 2010 at 10:26
Wolfgang says:
Ja das Problem kennt man, die alten Kopierer sind einfach nicht mehr scharf genug.
Januar 18th, 2010 at 13:00
Ed says:
Gehören Sie auch zur Antideutschen Bewegung ?
Januar 18th, 2010 at 16:53
Tweets die Volontärin gesucht! at taz-Hausblog erwähnt -- Topsy.com says:
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von tazkongress 2009, Kersten A. Riechers erwähnt. Kersten A. Riechers sagte: Die @tazgezwitscher sucht eine Volontärin mit Migrationshintergrund: http://bit.ly/6BywWk – interessant, aber ich frage: warum? [...]
Januar 19th, 2010 at 10:51
Andreas Skowronek says:
Vakante Volontariatsstellen zu bewerben macht einfach Spaß. Insbesondere wenn unklar ist, ob hier womöglich gegen Diskriminierungsverbote (Geschlecht & Herkunft) nach AGG verstoßen wird.
Bleibt zu hoffen, dass jemand vor dem Arbeitsgericht klagt, damit wir etwas mehr über die Gründe erfahren, warum die Stellenausschreibung diesen und keinen anderen Inhalt hat.
Mit kollegialem Gruß!
Andreas Skowronek
Freier Journalist
Januar 19th, 2010 at 11:05
Hobbyjurist says:
da die Stelle lt. Text von der Partnerstiftung für die taz gesponsort wird, wird das AGG nicht verletzt.
Januar 19th, 2010 at 11:23
Albert Timm says:
Bitte aufpassen, bevor man jemandem vorwirft, gegen ein Gesetz zu verstoßen! Nach § 5 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes “ist eine unterschiedliche Behandlung auch zulässig, wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile wegen eines in § 1 genannten Grundes verhindert oder ausgeglichen werden sollen”. In § 1 heißt es: “Ziel des Gesetzes ist, Benachteiligungen aus Gründen der Rasse (…), (oder) des Geschlechts (…) zu verhindern oder zu beseitigen”.
Genauso ist es hier. Frauen sind im Berufsleben allgemein und auch im Journalismus unterrepräsentiert, noch stärker gilt dies für Migranten. Die taz will offenbar dabei helfen, diese bestehende gesellschaftliche Diskriminierung auszugleichen. Die von der taz ergriffene Maßnahme, die Stelle nur an eine Migrantin zu vergeben, ist geeignet und angemessen, um in Richtung des Ziels zu wirken. Die taz handelt damit in voller Übereinstimmung mit den Zielen und Buchstaben des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes.
Januar 19th, 2010 at 11:44
corax says:
@Albert Timm
http://www.migration-boell.de/web/diversity/48_1201.asp
nuff said
Januar 19th, 2010 at 12:02
benjamin laufer says:
Wenn weiße Männer meinen, sie würden in Deutschland diskriminiert. Nix verstanden.
Januar 19th, 2010 at 12:04
Andreas Skowronek says:
@ Albert Timm
He said:
“Bitte aufpassen, bevor man jemandem vorwirft, gegen ein Gesetz zu verstoßen!”
Wer wirft hier der TAZ vor gegen das AGG zu verstoßen?
Die Anmerkung [ich zitiere: "wenn unklar ist, ob hier womöglich gegen Diskriminierungsverbote (Geschlecht & Herkunft) nach AGG verstoßen wird."]
ist nichts anderes als die Anmeldung meiner Zweifel an der Rechtmäßigkeit dieser Stellenausschreibung.
@hobbyjurist
Kommentierung zu §§ 2 UND 8 AGG (Rust/Falke AGG-Kommentierung, Erich Schmidt Verlag) gelesen und frage mich immer noch, auf welchen eine Diskriminierung gestattenden Ausnahmetatbestand Sie sich berufen.
Januar 19th, 2010 at 12:18
Albert Timm says:
@Corax: Na dann hat die taz ja tatsächlich alles richtig gemacht. Es ist ja gerade nicht so, dass “offensichtlich schlechter qualifizierte MigrantInnen nur zu dem Zweck eingestellt werden, den MigrantInnen-Anteil im Unternehmen zu erhöhen” oder dass Migrantinnen “ohne Berücksichtigung der tatsächlichen Qualifikationen” gefördert werden. Die taz stellt ja sehr wohl Bedingungen an die Qualifikation. In der Ausschreibung heißt es ausdrücklich: “Soziales Engagement, Lebenserfahrung und Interesse am Qualitätsjournalismus werden vorausgesetzt.”
Die taz hat auch mit den Kriterien “Frau” und “Migrationserfahrung” Kriterien gewählt, die offensichtlich sind. Es gibt auch genaue Untersuchungen, die die tatsächliche Diskriminierung von Frauen und Migranten im Journalismus statistisch belegen.
Januar 19th, 2010 at 12:28
Albert Timm says:
@Andreas Skowronek:
http://twitter.com/NPoellmann/statuses/7940547226
Januar 19th, 2010 at 12:34
corax says:
@Alber Timm
ymmd
Januar 19th, 2010 at 13:27
ThomasRP says:
Treiben wir’s doch mal auf die Spitze,
wenn in Deutschland nur noch konform zu irgendwelchen Gesetzen oder Gutmenschenbauchschmerzrücksichten gehandelt werden darf:
Ich bewerbe mich um das ausgeschriebene Volontariat!
ERNSTHAFT. Der Spass interessiert mich wirklich.
Migrationshintergrund?
In Brasilien gezeugt, obwohl dann zufällig in Deutschland geboren.
Geschlechtneutral?
Eigentlich Macho, aber bei Bedarf umoperierbar.
Keine Altersbeschränkungen?
Ich werde gerade 70.
Berufsabschlüsse nicht zwingend?
Ich habe keine.
Soziales Engagement?
Erste Anti-Aids-Kampagne in Berlin und Museumsführer.
Lebenserfahrung?
Witwer nach 44 Jahren Ehe und 4 Kindern.
Interesse an Qualitätsjournalismus?
Sehnsüchtig nach 30 Jahren als Werbetexter und Romanautor.
Passt doch, oder?
Gruß aus Spandau
PS
Warum, verdammt und zugetazt, nimmt das niemand erst?
Januar 19th, 2010 at 16:43
Markus says:
Warum so umständlich?
“Billigjob an ungelernte türkische oder libanesische Hausfrau und Mutter mit Interesse an feministischen Themen zu vergeben” hätte es doch auch getan.
Januar 19th, 2010 at 16:55
Maedchenmannschaft » Blog Archive » Volontärin mit Migrationshintergrund gesucht says:
[...] Leserin Anne machte im Selbermach-Sonntag auf eine Ausschreibung für eine taz-Volontariatsstelle aufmerksam, die sich speziell an Frauen mit [...]
Januar 20th, 2010 at 13:34
Christina says:
@ Markus: Und in welche Schublade darf man dich stecken? Wenn du alle Frauen mit Migrationshintergrund zwingend als libanesische oder türkische Hausfrau siehst? Abgesehen davon, ob die Ausschreibung diskriminierend ist oder nicht, aber deine Formulierung ist unmöglich. Multi-Kulti in Deutschland? “Nein, wir haben nur Gastarbeiter aus Anatolien.”
Schau mal die Definition von Migration an. Das geht sogar bei Wikipedia.
Wow.
Und das weiß ich als Frau mit Migrationshintergrund.
Januar 20th, 2010 at 15:09
helmholtzplatz says:
nicht nur § 5 AGG erlaubt das. Auch nach § 8 AGG ist eine Ausnahme vom Diskriminierungsverbot möglich, wenn sie aus inhaltlichen Gründen erfolgt. So wäre es z.b. denkbar, dass eine Volontärin mit Migrationshintergrund eingestellt wird, um auch ganz bewusst besseren journalistischen Zugang zu migrantischen Kreisen zu bekommen. Das wäre dann eine sinnvollte doppelte Ausnahme von Diskriminierungsverbot.
Januar 20th, 2010 at 22:11
blondedeutsche says:
ihr wolfgangs, markusse, thomasse und andreasse – mir kommen die tränen ob eurer schrecklichen diskriminierungserfahrung. schnell zum arbeitsgericht, solch ein unrecht wird euch angetan!
Januar 21st, 2010 at 21:54
Lala says:
Das Gehalt sollte doch schon genauer dastehen, da ihr per definitionem anscheinend nicht in die beschriebenen Kategorien passt..
800 € für Miete, Travel und Unterhalt?
^^
Januar 23rd, 2010 at 11:55
kratzbuerste says:
also, alles schoen und gut… wer soll bitte von einem bafoeg-satz von ca. 600 euro 18 monate lang leben??!!
vielleicht eine frau , die von ihrem partner mitversorgt wird. na, dann…
Februar 11th, 2010 at 22:11
Bewerberin says:
Schönen guten Morgen,
ich möchte so gerne eure Volo werden und harre nun, auf meinem Zahnfleisch kauernd, auf einen Anruf oder Post. Bis wann etwa würdet ihr euch denn rückmelden?
Februar 24th, 2010 at 09:09