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von 28.03.2010

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Was sagen die Eigentümer der taz zur ganzseitigen Anzeige des BILD-Chefredakteurs Kai Diekmann in der Donnerstags-Ausgabe der taz? Einige der Mitglieder der taz-Genossenschaft freuen sich über die Einnahmen durch die Anzeige, andere sind empört. Und einer will seinen Anteil an der Genossenschaft wieder kündigen. Hier eine Sammlung der Reaktionen:

Jeder blamiert sich so gut er kann. Und wenn’s dem Herrn Diekmann 11.000 Euro (wohl nicht aus eigener Tasche) wert war, kann’s der taz nur recht sein.

Herzlichen Glückwunsch
Jürgen S.

Ja, ich werde meine Anteile kündigen, so wie es die Satzung vorsieht. Mein Verständnis für die vielfältige Affinität der taz zum Springerkonzern ist erschöpft. Ich verweise auf den Beitrag von Stefan Niggemeier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/die-methode-diekmann/), der die perfide Methode Diekmanns auf den Punkt bringt. Warum muss so einer taz-Genosse sein? Um sich damit noch zu brüsten und die taz-Genossenschaft zu diskreditieren! Das Forum dafür bietet ihm die taz. Wenn’s sein muss für 12.000 Euro.

Meine Kündigung kommt noch schriftlich.

Mit besten Grüßen
Wolfgang K.

Ich find das immer wieder erfrischend und freue mich, dass ihr für diese Anzeige gutes Geld einnehmen könnt. Hoffe, dass nicht Allzuviele sauertöpfisch darauf reagieren

Sonnige Grüße
Gerd M.

Ich finde das bauchgrimmend & imageschädigend. Dazu noch Kontext zu meiner Person: Ich bin NICHT radikal-links, sondern sehe gerade in der Öffnung der taz auch das große Potential für die Zukunft. Aber ich sehe es nicht in der kommerziellen Dimension, sondern – wie auch schon sehr oft geschehen – in der redaktionellen Schwerpunktsetzung. Die taz sollte sich nicht so wie Westernhagen und Co von der perfekten Springer-Maschine kaufen lassen. 12.000 Euro ist ein Klacks für Bild, und schadet der taz.

Dennoch verbunden bleibt:
Benedikt W.

Wenn man dann noch weiß, dass die letzte BILD am Sonntag ein großes Interview mit Trittin gedruckt hat, und anfängt, drüber nachzudenken, ob der Genosse Diekmann in einer Art Doppelstrategie für schwarz-grün in NRW kämpft, wenn seine Anzeige direkt neben einem taz-Interview mit Trittin steht …

Aber das ist vielleicht doch nur Zufall, oder?

Herzliche Grüße
Ute F.

Mannmann – wie kann ich so eine Anzeige übersehen – muss gleich die heutige taz-Ausgabe wieder aus dem Altpapiercontainer klauben… Schon gefunden – unheimlich gute Anzeige – der Mann hat Selbstironie – und wirbt damit doch auch für die taz!!!
Rüdiger

Also ich finde das witzig! Da schleicht sich einer ein, ohne eingeladen worden zu sein! Was ich aber stark finde, das der Typ zugeben musste, das die taz tatsächlich so tolerant ist, wie sie sagt! Da könnte man doch mal die Bildzeitung einen fetten Titelbericht von Attac auf der Titelseite abzudrucken! Unten dann noch einen schönen nackten Mann mit „Patengeschenk“…
Rüdiger N.

Ja, der Kai… Der ist Genosse. Der hat bissel mehr Kohle als wir beide zusammen… und er macht für tausende Euronen Werbung für unser aller Kampfblatt und Bären-tazze. Ich glaube, der ist ein superintelligenter Mitbürger mit dem richtigen Job inner falschen Zeitung. Und manche Nacht träumt er davon, in der taz die räder anzukurbeln. Auch wenn unsere Mitgenossen sich die Mäuler zerfetzen. Klappern gehört zum Handwerk. Als Mitgenosse habe ich für solche Spirenzchen vollstes Verständnis. Und für eure Abteilung Marketing ist der Kai doch ein vorweggenommenes Osterei aus allerbester Schokolade. Oder???

Frohes Fest und viele bunte Eier wünscht euch
Andreas M.

Gelassen bleiben statt verbissen reagieren.
Klaus K.

PS: Wir drucken auch gerne Anzeigen von Unternehmen, Verlagen und Initiativen, die wir toll finden. Das ist übrigens gar nicht so teuer, wie viele denken (PDF). Sprechen Sie uns einfach an.

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http://blogs.taz.de/hausblog/2010/03/28/bild-anzeige-in-der-taz-jeder-blamiert-sich-so-gut-er-kann/

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kommentare

  • Ich würde schon bevorzugen dass sich sein Wirken bei der taz auf bezahlen beschränkt. Mehr muss ja nicht, hmm?
    Schließlich verfügt der taz Trojaner über sein eigenes Schmierenmedium.

  • Jeder blamiert sich so gut er kann! Auch die taz.
    „Bild“ ist nicht offen. Und die taz und taz Genossinnen nicht so schlau und listig und tolerant, wie sie sich feiern!
    Diekmann aber ist schlau! Und ganz bestimmt nicht bei der falschen Zeitung. Der sitzt ganz richtig in der „Bild“ und gehört genau dort hin. Wie kann die taz nur zulassen, dass so einer taz-Genosse wird. Ein falscher Genosse, der mit seiner Falschheit in der taz auch noch Werbung macht. Das ist so falsch, wie peinlich. Besondere für die taz. Ich bekam eine Gänsehaut, als ich die Anzeige sah. Das ist weder listig, noch lustig.

    Wer einmal mit diesen abgebrühten Bildleuten gearbeitet hat – und das habe ich! Daniel Kühldingsbums gejagt und Deutschlands jüngste Mutter porträtiert – der weiß, dass sich die gesamte „Bild“-Welt schenkelklopfend über die taz lustig macht:
    Da lässt sich die taz doch tatsächlich kaufen!
    Was Berlusconi mit „Il Manifesto“, der italienischen taz, nicht gelungen ist, nämlich sie zu kaufen und mundtot zu machen, das ist Diekmann und „Bild“ mit der taz gelungen.
    Die taz druckt alles, wenn man sie nur bezahlt! 11.000.- EUR sind da ein Klacks aus der Porto-Kasse. Das ist viel schlauer, als die taz mundtot zu machen. Nein die taz mit Werbung für den eigenen Gegner zu korrumpieren, obendrein mit einem falschen Genossen! Das ist mit der Anzeige gelungen. Und die taz Genossen feiern das auch noch als ihren(!) lustigen, list-gelungen Coup!

    Die taz ist zu blöd. Und „Bild“ zu schlau für die taz. Das ist die Botschaft!

    Zu schade, dass Karl Krauss, diese Volte nicht mehr aus seinem Grab kommentieren kann. Es wäre ihm eine boshafte Freude gewesen den falschen, dummen Stolz der taz auf ihren falschen Genossen zu kommentieren.
    Es war clever und listig Diekmann in der Jubileums-taz die feindliche Übernahme zu gestatten. Denn das bedeutete: Nicht einmal die schlimmsten Feinde können die taz kaputt kriegen.
    Jetzt dreht Diekmann den Spieß um. Und er macht es, wie man es im richtigen Leben, unter Haien eben so macht. Er kauft die taz, die sich so viel auf ihre Unabhängigkeit von Werbeeinnahmen einbildet, mit einer „frechen“ ganzseitigen Werbeseite. Das ist echt billig! Für „Bild“. Und die taz läßt sich vorzuführen.
    Und was wird unter taz-Genossen gefeiert? Die Höhe der Werbeeinnahmen! Ohne zu gucken, was passiert hier eigentlich?! Wer verarscht hier wen? Geld macht so blind, dass die taz, ob des plötzlichen Geldsegens, nicht einmal bemerkt, wie sie hier verarscht wird.
    Ich hatte echt alle Mühe meine alte Mutter, eine aufrechte Kämpfernatur, davon abzubringen ihr taz-Abo wegen der „Bild“-Fehlanzeige zu kündigen!
    Wovon lebt die taz? Von ihren Abonnenten/innen! Die so zu verarschen, für ein bisschen Kohle aus einer Werbeanzeige ist echt gewagt. Und falsch kalkuliert!
    „Bild“ kennt seine Leser. Und die der taz. Die taz, die ihren offensichtlich nicht. Schade, dass die Anzeige kein Aprilscherz war!

  • „witzige tazwerbung im falschen blatt.“ falsch! die kröten wären ja weg sonst. so gesehen hat also die taz eine werbung fürs eigene blatt spendiert bekommen (gut, mit der nebenwirkung, daß ein paar der nichtzielgruppe sich jetzt auf den schlips getreten fühlen, aber das kann immer passieren…) – und hat dafür sogar noch richtig schmockes einkassiert, wo man ja für werbung sonst eher zahlt, nicht wahr.

    die tazwerbung macht karriere (das jpg der anzeige läuft derzeit runden in der twitterwelt und scheint zu gefallen – und als tazwerbung wahrgenommen zu werden – ohne dass zwingend alle über die genauen groschen im hintergrund informiert wären oder daran interesse hätten oder haben müssten)

    ah, sei´s drum.

  • „Ich finde es witzig. Was wäre die taz ohne Herrn Diekmann? Und was Herr Diekmann ohne die taz?“

    die taz wäre die taz ohne herrn dieckmann.

    herr dieckmann wäre nur ein chefred eines blatts, das halt extrem unter reputationskatarrh leidet zeit seines bestehens und gerne ein paar andere leser hätte, um auch mal andere werbung verkaufen zu können als nur reputationskatarrhtaschentüchersonderangebote. und damit seine eigene vita nicht so dämlich peinlich aussieht.

    mein komment: witzige tazwerbung im falschen blatt. schaut zu, daß ihr euch den werbedesigner anlacht, vielleicht macht er auch mal was für euch.

  • Ich finde es witzig. Was wäre die taz ohne Herrn Diekmann? Und was Herr Diekmann ohne die taz?

    Weiterhin kann ich Klaus in seiner Ansicht nur zustimmen.

    Ich glaube, der [Herr Diekmann] ist ein superintelligenter Mitbürger mit dem richtigen Job inner falschen Zeitung.

    Sehe ich genauso.

    Wie wäre es, wenn die taz Herrn Diekmann ein Stellenangebot unterbreitet, unter der Bedingung, dass er bei Anstellung nicht mehr für den Springer Konzern tätig sein wird?
    Herr Diekmann hat es verdient, für eine bessere Zeitung als die Bild zu arbeiten.

  • Schirrmacher und Markwort sind jetzt dran. Ich bin für diese komischen Anzeigen, unter der Bedingung, dass perspektivisch damit der Abopreis oder der Ladenpreis der taz(oder beide) gesenkt werden kann oder alle in der Redaktion eine
    fairtrade Schokolade kriegen. Oder die taz kauft ne finnische Papierfabrik, in der Taz Journalisten und Blogger sich ab und zu mit körperlicher Arbeit entspannen können. Jedenfalls ärgert mich immer noch die niedrige Auflage der taz, Libération hatte mal mehrere hunderttausend Abonennten.
    Also, meine Taz, bleib geschmeidig, aber bissig!

  • Diekmann ist nicht nur der Chefredakteur eines menschenverachtenden und volksverdummenden Boulevardblatts, nein er er ist auch ein unvorstellbar eitles Riesenbaby. Er liebt es, der taz und ihren Lesern auf der Nase rumzutanzen. Seht her, ich bin Genosse bei euch, haha. Bei dem Gedanken, dass dem taz-Leser bei seinem Anblick das Essen aus dem Gesicht fallen muss wenn er morgens seine Zeitung aufschlägt wird er garaniert ganz feucht im Schritt.

  • @Stefan A. Oberkamp: Es gibt leider genug Hansel (und Gretel), die der Meinung sind, man könne jedes Unternehmen kaufen, wenn nur der Preis stimmt. Davon verirrt sich sicher auch der eine oder andere zur taz.

    PS @taz: „Mail (will not be published)“ ist ja mal grenzwertig, wenn gravatar für die schönen(?) Benutzerbildchen eingesetzt wird – sie wird auf diese Weise veröffentlicht und Dritten zugänglich gemacht.
    Siehe zum Beispiel http://www.developer.it/post/gravatars-why-publishing-your-email-s-hash-is-not-a-good-idea für technische Details

  • @ taz:

    Ihr habt in letzter Zeit echt die Tendenz, Eure Leser für blöd zu halten. Kürzlich mußte Ines Pohl überflüssigerweise kommentieren, dass das Foto mit Markwort ein Scherz war und jetzt das.
    Auf Idee, ihr könntet die taz verkaufen, kommt vermutlich keiner Eurer Leser. Und selbige lesen taz, WEIL sie unabhängig ist. Es dürfte allgemein bekannt sein, dass in Euren Fall verkaufen = töten ist.

  • @ Bodo Bender:

    Mag sein, dass der ein oder andere Medienkonzern sich einen Kauf der taz leisten könnte. Allerdings planen wir nicht, die taz zu verkaufen.

  • Wenn ich 11 Mille übrig hätte, würde ich auch so eine Anzeige loslassen. Der Diekmann (ja, der mit dem Glied…) bemüht sich doch wenigstens um Witz. Solange er nicht Mehrheitsgesellschafter ist (er könnte die taz wirtschaftlich ja leicht als Dreingabe zum Frühstücksei verfuttern), …

  • Schade, dass einige taz-Genossen und -Leser so wenig Humor haben und bei einer Anzeige der Springerpresse kündigen.

    Freut euch lieber, dass die taz mal ein wenig Geld durch Werbung verdient. Solange sie jetzt weiterhin kritisch über Springer berichtet, ist doch alles ok. Oder glaubt jemand, ein taz-Leser fällt auf so eine Anzeige rein?

  • Ja nun. Diekmann versus taz gehört doch mittlerweile irgendwie dazu. Und einen gewissen Unterhaltungswert hat’s doch auch. Und da seit Wochen nichts mehr zu hören, bzw. zu lesen war, scheint es fast normal, dass Diekmann mal wieder den Kasper geben muss. Jedenfalls hatte es diesmal offenbar kein taz-internes Gemetzel und Gekreische zur Folge… hoffe ich zumindest. Obwohl auch das recht amüsant für Außenstehende war.

  • Haha,

    ich wusste es … es war nur eine Frage der Zeit bis jemand sein Abo/Genossenschaftsanteil kündigt. Leute, habt ihr denn so wenig Humor? Glaubt hier jemand ernsthaft, der Diekman würde mit dieser Anzeige einen Stich machen? Jeder ernsthafte taz-Leser hat beim Frühstück herzhaft gelacht und das wars dann aber auch. Und die 12k sind ein nettes Zubrot.

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