Zum 31. Geburtstag wird die taz eine Woche lang von Mitarbeitern geführt, die jünger sind als die taz. Die neue Chefredakteurin Luise Strothmann (24) erklärt, warum wir die taz übernommen haben:
In dieser Woche gibt es unter anderem folgende für die Leser sichtbare Veränderungen:
- Auf der Meinungsseite nutzen wir den großen Debattentext für eine Utopie-Serie
- Zu ausgewählten Themen gibt es ergänzende Inhalte auf taz.de (heute etwa die Audio-Fotoreportage “Königreich Lohmühle” über einen Bauwagenplatz zum Thema Macht & Hierarchie).
- Es gibt mehr Netzthemen im Blatt.
- Wir haben die Ressorts tazzwei, Kultur sowie Flimmern & Rauschen zu einem Ressort “Gesellschaft, Kultur & Medien” zusammengeführt, mit ganz neuen Formaten.
- Im Auslandsressort machen wir eine Serie zum Thema Zensur.
- Es gibt insgesamt mehr längere Texte und weniger Meldungen. Wir berichten also mit größerem Abstand über Themen, dafür dann aber gründlicher.
- Die Wahrheitsseite inklusive Tom sowie das “Verboten” auf der ersten Seite entfallen, stattdessen erscheint ein ganzseitiger Comic.
- Wir haben das Layout leicht verändert: Es gibt keine Striche zwischen den Texten mehr, dafür mehr Initialen und als spielerisches Element lassen wir unsere Leser täglich online über den Titelkopf des nächsten Tages abstimmen.
Jetzt sind wir gespannt: Wie finden Sie die neue taz?

Patrick says:
Sehr geil.
Solche Veränderungen hatte ich nicht erwartet, im Vergleich zur Alltagstaz. Die Zeitung wirkt frischer, moderner (tut mir Leid!) und irgendwie näher am Puls der Zeit (hört sich pathetisch an, ist aber so). Durchweg interessant, manchmal frech, manchmal schräg. Kann sein, dass ich als etwas jüngerer Leser andere Schwerpunkte setze, aber: bitte macht weiter so! Auch über die diese Woche hinaus! Experimente wagen, yeah!
April 19th, 2010 at 12:01
Harald Schmitt says:
Um mal auf das hier Angesprochene einzugehen:
- Meinungsseite: Gut so
- Die ergänzenden Inhalte auf taz.de sind eine gute Idee, schön wäre eine kurze Linkübersicht auf taz.de, weil ich ja nicht gleich beim zeitungslesen auf taz.de wechsle
- Mehr Netzthemen: Ausgezeichnet
- tazzwei: Will ich wieder haben, gerne mit neuen Formaten
- Mehr längere Texte: Auch gut
ABER:
- taz ohne Tom geht gar nicht, und das Geschmier auf der letzten Seite ist eine Zumutung
April 19th, 2010 at 13:27
Lutz says:
Ich schließe mich in weiten Teilen meinem Vorredner an. Insbesondere das Mehr an Netzthemen finde ich auch über eine Woche hinaus wichtig, da die sonstige Presse das Netz gerne als “das Böse” inszeniert und mehr agitiert als berichtet.
Das Reduzieren der Kurzmeldungen halte ich ebenfalls für sehr begrüßenswert, da mir die meisten Meldungen des dpa-Einerleis bereits vom Vortag aus dem Netz bekannt sind. Meines Erachtens liegt die Aufgabe einer papiernen Zeitung in heutiger Zeit eher in der Hintergrundberichterstattung und in dieser sind längere Texte gerne gesehen.
Das Weglassen oder Vorhandensein der Trennlinien zwischen den einzelnen Artikeln ist mir ehrlich gesagt nicht so wichtig, aber wenn die Linien weggelassen werden sollten die Spaltenabstände zwischen einzelnen Artikeln evtl. etwas größer sein als die innerhalb eines Artikels. Gerade die Seiten 8 und 10 der heutigen Ausgabe wirken etwas unübersichtlich und sind beim Lesen im fahrenden Bus doch etwas anstrengender als sonst. Wo ich gerade bei der Seite 8 bin: Ist es beabsichtigt, dass die Goldman-Sachs-Überschrift in einer anderen Schriftart gesetzt ist? Falls ja, warum? Ich kann keinen strukturellen Unterschied zu den übrigen Artikeln erkennen.
Die Zusammenlegung der Ressorts tazzwei, Kultur sowie Flimmern & Rauschen kann ich abgesehen von den vereinheitlichten Rubrikenüberschriften nicht wirklich feststellen… Die Rubrikengrenzen aufzubrechen halte ich auch für gut, aber es wäre trotzdem ganz nett, wenn man gerade unter der Woche, wenn man nicht so viel Zeit hat, schnell erkennen kann, ob man sich für eine Seite interessiert oder nicht. Beim recht allumfassenden Ressorttitel “Gesellschaft, Kultur & Medien” war ich doch eher geneigt, das ganze Ressort links liegen zu lassen, weil ich nicht wirklich Zeit hatte, mir eine Übersicht zu verschaffen, welche Artikel im einzelnen Interessant sind.
Und abschließen möchte ich wieder wie mein Vorredner:
taz ohne Tom geht gar nicht! Der Touché ist grundsätzlich das erste, was ich an der Taz lese und ich war heute morgen doch sehr enttäuscht über die letzte Seite… Den Rest der Zeitung dann unvoreingenommen zu betrachten war in der Folge dann doch recht schwierig.
Aber abgesehen von den o.g. Kleinigkeiten und dem letztgenannten massiven Fauxpas gefällt mir die erste taz dieser Woche.
April 19th, 2010 at 13:51
S. Heiser says:
@Lutz: Die unterschiedlichen Überschrift-Schriftarten auf der Seite 8 sollen dafür sorgen, dass die beiden nebeneinanderstehenden Überschriften “Goldman Sachs angeklagt” und “ICE-Panne: Zug verliert bei voller Fahrt eine Tür” hinreichend unterschiedlich aussehen. Wenn da zwei ähnliche aussehende Überschriften stehen, dann sah das in unseren Probeausdrucken nicht so gut aus und man konnte das nicht gut auseinanderhalten. Auf der Seite 2 sind oben links ebenfalls zwei unterschiedliche Schriftarten. Da ist allerdings die linke Schriftart nicht so groß wie die linke auf der 8. Auf der Seite 6 kann man dagegen in der Mitte links sehen, wie es aussieht, wenn zwei fette Überschriften nebeneinander stehen. Wie Sie sehen, geht das gerade noch etwas durcheinander. Mir persönlich gefällt die Lösung auf Seite 2 am besten. Aber wir haben das neue Layout ziemlich kurzfristig entwickelt und ich bin total froh, dass es überhaupt funktioniert hat, das so gut umzusetzen. Danke an unsere Layouter, dass trotz des erheblichen Extra-Aufwandes alles so gut klappt!
April 19th, 2010 at 16:16
Schatz says:
Habt Ihr eigentlich auch die Gehälter getauscht?
April 19th, 2010 at 16:37
S. Heiser says:
@Schatz: Die Gehälter sind geblieben – aber die Gehaltsunterschiede sind in der taz ohnehin nicht so groß. Vor zwanzig Jahren gab es noch Einheitslohn und jetzt ist die Differenz zwischen Redakteur und Chefredakteurin ziemlich gering. Wenn ich die Gehaltstabelle gerade zur Hand hätte, könnte ich es ausrechnen…
April 19th, 2010 at 16:52
Lutz says:
Ich hatte mir schon gedacht, dass die Vorlaufzeit für das Layout sehr kurz war… Auf der Seite 2 ist mir der Unterschied gar nicht aufgefallen. Das könnte allerdings daran liegen, dass sie wie gesagt kleiner sind und dass sie wie bei den Leserbriefen am Rand stehen. Auf der 8 ist die dünne Überschrift zwischen zwei fetten eingerahmt, was den Unterschied m.E. hervorhebt. Ich werde mir die Zeitung heute Abend nochmal als Ganzes vornehmen und je nach Lust und Laune vielleicht nochmal eine Gesamtkritik formulieren.
April 19th, 2010 at 17:41
S. Heiser says:
@Lutz: In der morgigen Ausgabe ist auf Seite 10 nochmal so ein Fall – da ist es so gelöst wie heute auf der 6. Die Überschriften sind zwar beide fett, unterscheiden sich aber durch den Größenunterschied. Wie finden Sie das?
Und was mich persönlich besonders interessiert: Ist Ihnen aufgefallen, dass die Meldungen jetzt immer außen stehen statt oben, dass sie eine andere (serifenlose) Schrift haben und dass sie nicht mehr im Blocksatz sind, sondern rechts flattern? Was meinen Sie dazu?
April 19th, 2010 at 18:57
Martin says:
Die Montagsausgabe war schon klasse. Bin mal gespannt, wie der Rest der Woche weitergeht. Längere Texte, mehr Netzthemen statt aktueller Kurzmeldungen sollte es nicht nur diese Woche geben. Engere Verknüpfung mit taz.de funktioniert gut wenn man, wie ich, die digitaz liest. Im PDF lassen sich die URLs anklicken. Aber ob sich Leser der Papierausgabe wirklich an den PC oder Laptop setzen und Hyperlinks aus der Taz abtippen?
Und Toms Touché gab es immerhin online
April 19th, 2010 at 19:27
daniel says:
Toll. Sowohl Idee als auch Umsetzung.
Besonders gut gefallen mir die Dopellseiten 8/9 und 10/11. Für Bus-Leser vielleicht nicht so toll, aber ausgefaltet wird die Breite des Formats besser genutzt.
Die “kleinen Meldungen” lesen sich für mich besser.
Die runden Ecken sind m.E. zu rund.
Und so ganz ohne Wahrheit ist auch doof.
Ich freue mich auf die kommenden Ausgaben!
April 19th, 2010 at 19:32
Lutz says:
So, die Lust und Laune hat zugeschlagen und ich habe mir die taz nochmal Seite für Seite vorgenommen… Ich hoffe, dass die Länge meines Kommentars nicht zu sehr abschreckt, aber ich bin der Meinung, dass das Projekt dieser Woche unterstützt werden muss. Ich gehöre mit 28 Jahren übrigens auch zur Generation, die jünger ist als die taz…
Beginnen wir mit der Titelseite:
Das Teppichmuster im Titelbalken ist ja ganz nett und die Online-Abstimmung auch, aber was ich mich dabei die ganze Zeit frage ist, wozu das Ganze? Das Fehlen von verboten finde ich eigentlich auch schade, ich hab die Kolumne schließlich seinerzeit zur Erfüllung ihrer ursprünglichen Aufgabe zurückgekauft
. Generell möchte ich mich aber noch mit meiner Meinung zur neuen 1 zurückhalten und erstmal einen “normalen” Titel sehen.
Seite 2:
Der Platz über dem Ticker sieht etwas ungenutzt aus, als würde dort etwas fehlen. Ansonsten kann ich generell mit dem Ticker recht wenig anfangen. Er ist durch die langen Zeilen recht mühsam zu lesen. Die einzelnen Tickersätze hätten auch gut eine Einleitung zum großen Artikel sein können. Die letzte Tickermeldung mit dem Taxi habe ich nicht verstanden, ich habe sie auch nirgendwo anders in der Zeitung wiedergefunden. Der Artikel über Kursdorf ist im positiven Sinne mal wieder taz-typisch, entgegen der Wasserstandsmeldungen der übrigen Zeitungen gegen den Strom schwimmen und die “kleinen” Geschichten im Hintergrund aufnehmen.
Seite 3:
Mit selbstreferenziellen Artikeln habe ich es generell nicht so, aber angesichts der Aktion der Hierarchieumkehr wäre es auch irgendwo unglaubwürdig, das ganze unkommentiert stehen zu lassen. Die Seite in einem Gespräch zu verpacken gefällt mir auch gut, allerdings wirkt der Zusammenhang mit der Online-Reportage über die Bauwagensiedlung irgendwie konstruiert.
Seite 4:
Das Foto dominiert den Artikel doch recht stark. Hätte man nicht etwas vom schwarzen Rand weglassen können und dafür etwas mehr Inhalt unterbringen können und wenn es nur der eine oder andere Wikileaks-Scoop mehr gewesen wäre (z.B. die Tollcollect-Verträge)
Seite 5:
Kurzum: Gefällt mir
Seite 6:
Die Hinweise auf die zusätzlichen Inhalte im Netz wirken so ein bisschen wie Fremdkörper. Ich vermute, dass die Ursache in den arg abgerundeten Ecken liegt.
Seite 7:
Auch wenn das Foto über der Überschrift des Milli-Görüs-Artikels steht, wirkt es optisch zum Artikel gehörig (analog zum Wikileaks- und zum Kaczynski-Artikel), insbesondere weil die bildeigene Überschrift recht klein geraten ist. Ich hätte die Positionen von Foto und Artikel getauscht.
Seite 8:
Die Überschriften hatte ich ja bereits in meinem ersten Kommentar angesprochen. Das Zitat aus dem Bahnartikel (da gibt es bestimmt einen zwei- bis dreisilbigen Layoutfachausdruck für) wirkt durch die Platzierung rechts unten wie ein Lückenfüller. Ich hätte ihn im Artikel platziert.
Seite 9:
Siehe Seite 5
Seite 10:
Hier ist quasi das gleiche Layout verwendet wie auf der 8, allerdings haben alle Überschriften die gleiche Schriftart und es wirkt auf mich jetzt auch nicht sonderlich unübersichtlich dadurch, aber das mag Ansichtssache sein. Im Blackwater-Artikel gibt es wieder so ein Artikelzitat an der selben Stelle, aber durch die Punktsymmetrie zum Teaser passt es dann doch wieder.
Seite 11:
Der Zensur-Schwerpunkt gefällt mir gut. Ich hätte mir allerdings auch einen Artikel über Deutschland gewünscht, was natürlich auf der Auslandsseite schwer vermittelbar wäre. Vielleicht könnte man solche Themen, die sowohl im Ausland, wie auch bei uns relevant sind, weiter vorne und länderübergreifend behandeln. Auch der 3. Artikel der Seite fügt sich inhaltlich schön ins Gesamtbild ein.
Seite 12:
Ist es eine Karikatur, die ich nicht verstehe? Ich stehe der Zeichnung relativ ratlos gegenüber.
Seite 13:
Ein großes Foto, um einen Artikelschwerpunkt aufzumachen. Kann manchmal sein, aber für jeden Tag ist eine ganze Seite dann doch wieder zu schade.
Seite 14:
Hier kann ich mich überhaupt nicht mit dem Layout anfreunden. Der obere und der untere Teil der Seite passen überhaupt nicht zusammen. Unterschiedliche Schriftarten, unten keine Spalten. Die Seite bildet überhaupt keine Einheit. Das Foto von Friedrich Küppersbusch hingegen ist großartig!
Seite 15:
Diese Seite ist inhaltlich wieder eine Einheit. Der Urheberrechtsartikel ist angenehm differenziert und nicht das übliche “Böses Internet”-Geschreibsel.
Seite 16:
Kann ich inhaltlich jetzt nicht so viel zu sagen, da ich mich für den Artikel nicht wirklich interessiert habe, aber das kommt bei Kulturartikeln bei mir häufiger vor. Genauso wird es viele Leser geben, die auf den Sportteil verzichten würdenn, womit ich wieder auf Kriegsfuß stände.
Seite 17:
Hier gibt es nicht viel Neues und das ist auch gut so™
Seite 18/19:
Den Sport möchte ich als Ganzes behandeln. Ich sehe es jetzt nicht so kritisch, dass der Bremer Hauptsponsor auf dem ganzseitigen Foto von Thorsten Frings groß rauskommt. Der taz-Leserschaft ist die Aufgabe der Fußballspieler, omnipräsente Litfaßsäulen zu sein, durchaus bekannt und gerade unter der taz-Leserschaft dürfte eine derart hart kritisierte Bank ohnehin kaum mehr ein Bein an den Boden bekommen. Würde die Bank das anders sehen, hätte sie sicherlich Anzeigen in der taz geschaltet. Aber kritisieren möchte ich etwas anderes. Die drei Berichte vom vergangenen Bundesligaspieltag sind in meinen Augen Hausmannskost, die ich zu weiten Teilen bereits am Vortag im Netz gelesen habe. Wer sich für Fußball in der Ausprägung “1. Liga” interessiert, findet hier nichts Neues. Im Sportteil fehlen mir Meinung, Kommentare und Einordnung. Beispielsweise wäre auf der Frings-Seite durchaus noch Platz für den Artikel von Peter Unfried gewesen, den ich auf Anhieb in der Printausgabe nicht wiedergefunden habe. Man hätte das Thema auch mit der durchaus bekannten Meinungsgegenüberstellungen aufbereiten können. Und ist abgesehen von den 4 Agenturmeldungen am Rande am Wochenende nichts anderes im Sport passiert?
Seite 20:
Ich habe versucht, den Comic unvoreingenommen zu lesen, aber ich muss leider gestehen, dass er mir zu unübersichtlich und anstrengend war, um ihn komplett zu lesen. Und signifikant lustig fand ich ihn ehrlich gesagt auch nicht. Ich kenne die Gründe für das Weglassen der Wahrheit jetzt nicht, aber auch an schwachen Tagen, war die Wahrheit deutlich besser als der Comic. Und zum fehlenden Tom habe ich mich weiter oben ja schon ausgelassen. Immerhin gibt es ihn inzwischen online. Heute Vormittag bekam ich noch den Samstags-Touché…
Layout:
Dass die Kurzmeldungen jetzt an die Seite gerückt sind, gefällt mir ganz gut, die andere Schriftart ist mir aufgefallen, der Flattersatz allerdings nicht. Allerdings ist dieser bei den meisten Meldungen auch nicht ganz so ausgeprägt. Die Pfeile links von den Seitenteasern auf der 3, 4 und 5 gefallen mir allerdings weniger. Wenn sie fehlen würden, wäre das Layout ruhiger, aber die Aufmerksamkeit würde trotzdem nicht abhanden kommen. Wenn der Teaser optisch abgesetzt werden soll, könnte man ihn doch hellgrau unterlegen, so wie es Samstags manchmal in blassgrün geschieht. Die Linien zwischen den Artikeln fehlen mir nicht wirklich, so lange man die Artikel noch anderweitig durch das Layout auseinanderhalten kann. Den Vorschlag mit unterschiedlichen Spaltenabständen von heute Nachmittag möchte ich wieder zurücknehmen, weil ich glaube, dass das Gesamtlayout der Seiten darunter zu sehr leiden müsste.
Allgemein:
Gut finde ich: Mehr lange Geschichten, weniger Agenturmeldungen, Schwerpunktbildung mit Artikelverknüpfungen (Zensur, Urheberrecht)
Schlecht finde ich, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Das Fehlen der Wahrheit
Ich hoffe, dass ich mich halbwegs verständlich ausgedrückt habe (als Informatiker verfasst man so selten lange Texte…) und freue mich schon auf die morgige Ausgabe.
April 19th, 2010 at 21:22
Verena says:
Mir sind Kleinigkeiten aufgefallen, dieses Teppichmuster, der Comic und das härteste: kein “verboten”. Geht garnicht. Kaffee und “verboten” im Zug gehören zu meinem Morgenritual. Bis auf diese wirklich harte Prüfung ist die Veränderung des großen ganzen aber minimal- das wurde im Interview ja auch prophezeit
. Mal sehen was die Woche noch bringt, trotzdem kann ich mir es nicht verkneifen, mir den nächsten Montag zu ersehnen, mit einer frischen Portion “verboten”.
Von einer die auch wesentlich jünger als die taz ist.
April 19th, 2010 at 22:16
Mathias says:
Besonders wenn man die taz inzwischen seit sehr vielen Jahren liest, sollte man sich mit vorschnellen Urteilen zurück halten. Trotzdem einige Anmerkungen: Der weiß auf schwarz Text auf der Titelseite ist für ältere Augen zwar noch lesbar aber nicht einladend, der schwarz auf grau Text (grau sollte eigentlich himmelblau sein!) auf Seite 19 hat mich zwar nicht überfordert, war aber genau so leseunfreundlich. Da lese ich lieber gleich taz.de . Der Wegfall von verboten, Tom und der ganzen Wahrheit-Seite ist schlicht eine Katastrophe!
Gibt es einen guten Grund dafür, dass die ganze Diskussion um Flugverbot und Vulkanasche auf Seite 8 verbannt wird, nur um das vorbereitete Thema Terror und seine Folgen durch zu ziehen? Die taz ist doch immer noch eine Zeitung! Macht ruhig noch ein paar Experimente. Ich freue mich aber schon auf die nächste Woche.
April 20th, 2010 at 08:01
thomas says:
Moin Liebe Leute
Leider kann ich mit dem neuen Aussehen der TAZ nicht viel anfangen, liegt wohl daran das ich älter bin als die TAZ.
Somit ist jede Veränderung egal wo immer etwas schwerer nachzuvollziehen.
Ich bin aber froh das ich eine TOM-Kalender mein eigen nennen darf und somit etwas unabhängiger von der letzten Seite bin, auch fehlt mir DAS WETTER , GURKE DES TAGES ;……….
Eine schöne Woche
April 20th, 2010 at 08:05
Johannes says:
Daumen hoch für die junge taz!
Kritik: Wenn taz ohne Tom nicht geht, dann ohne breite Afrikaberichterstattung erst recht nicht.
bes. Lob (1): Wahl des Layouts des taz-Logos. Alternativ könntet ihr das taz-Logo auch passend zum Aufmacher jeden Tag neu gestalten. Nen bißchen Bewegung in Sachen Design tut auf jeden Fall gut (vgl. Dummy-Magazin).
bes. Lob (2): Die Foto-/Videoreportage
April 20th, 2010 at 08:22
JReader says:
Her mit der Wahrheit, der ganzen Wahrheit und nichts als der Wahrheit!
April 20th, 2010 at 16:02
Andreas says:
Ich muss thomas recht geben. Auch ich kann mit dem neuen Aussehen der TAZ wenig anfangen, da ich ebenfalls älter als die TAZ bin.
Mir fehlt ebenfalls der Touché-Comic auf der letzten Seite, “verboten”, das Wetter und die Gurke des Tages. Der Comic auf der letzten Seite mag für andere ganz interessant sein, aber auf mich wirkt er doch eher wie “Geschmier”.
April 20th, 2010 at 16:27
ThomasK says:
- TOM
- letzte Seite – was soll das?
- Layout finde ich zu unruhig, sieht teilweise unprofessionell aus
- Mir fehlen teilweise die kurzen Artikel und Meldungen, als “Fastfood” zwischen den ausführlichen Themen.
- “Online-Themen” ist OK und interessieren mich auch, aber irgendwie zu viel Wikileaks?
- Im Inneren der Zeitung nehmen die großen Fotos zu viel Raum ein …
Gruß
Thomas
April 20th, 2010 at 16:28
flo says:
macht bitte wieder eine richtige Zeitung. Ich will Infos in (!)der taz, nicht im Internet unter “… mehr auf taz.de”. Auch bezahle ich nicht für ganzseitige aussagelose Fotos und viele leere Textzwischenräume. Die Schrift auf schwarzem/ grauem Hintergrund ist oft zu klein, das sieht großgezoomt auf dem Bildschirm vielleicht noch chick aus, aber nicht mehr auf Papier. Mit dem zugetexteten Comic auf der letzten Seite kann ich nichts anfangen, auch meine Kinder fragen: Wo ist der touche?
Zum Titelkopf: lasst das einen Medienprofi machen, wenn die taz auch am Kiosk verkauft werden soll.
April 20th, 2010 at 17:06
Rainer Mohnhaupt says:
Glückwunsch zu dieser Idee, ich versuchs mal mit Erpressung:
Verlängert das bitte auf 2/3 oder 4 Wochen und ich stocke meinen Genossenschaftsanteil auf.
April 20th, 2010 at 17:18
Dagmar Pohlmann says:
Ich vermisse mein Touché!
Wünsche Euch viel Erfolg bei der Umsetzung!
April 20th, 2010 at 18:28
woodstock says:
Prima Beiträge mit guten Ideen und Themenbereichen von den jungen Kollegen. Mein 12jähriger Sohn jedoch ist entsetzt.
Kein Touche´ !!! Ein TAZ ohne TOM darf nicht sein. Mehr kann ich jetzt nicht schreiben, ich muss meinen Sohn beruhigen.
April 20th, 2010 at 18:51
S. Heiser says:
@Lutz: Wow, danke für die ausführliche und sehr verständliche Rückmeldung! Ich habe sie auch an unsere taz-interne Mailingliste weitergeleitet, auf der alle Mitarbeiter eingetragen sind.
Die tägliche Titelkopf-Änderung ist das auf den ersten Blick (auch am Kiosk) sichtbare Zeichen, dass die taz übernommen wurde. Man erkennt nach wie vor, dass es sich um die taz handelt, aber man sieht auch, dass etwas anders ist. Gleichzeitig sind die Titel so spielerisch, dass man sie nicht ernsthaft für den neuen dauerhaften Titel halten könnte. Die Titel-Abstimmung online ist eine schöne Spielerei, die offenbar auch vielen Lesern Spaß macht – die Klickzahlen sind jedenfalls besser als bei den meisten anderen Abstimmungen. Außerdem sehen die Titel einfach verdammt gut auß. Und schließlich gehört es, sagte heute ein Redakteur bei der Blattkritik, zu jeder guten Revolution, erstmal die Wahrzeichen der vorherigen Herrschaft zu stürzen, wozu der taz-Titel gehöre, das “verboten” und die Wahrheit.
Den Ticker auf Seite 2 haben wir einmal ausprobiert – und wir wollen es bei diesem einmaligen Ausprobieren vorerst auch belassen…
Das Foto auf Seite vier zeigt das Video so, wie es auf der Wikileaks-Webseite angezeigt wird. Die breiten schwarzen Streifen gehören dazu: http://www.collateralmurder.com/
Seite 5: Danke.
Der Fachausdruck unserer Layouter für ein Zitat lautet: “Zitat”
Ich persönlich mag die zweispaltigen Zitate, und in einem so kurzen Artikel funktionieren sie aber nicht so gut mitten im Text.
Seite 9: Siehe Seite 5
Seite 10: Ich glaube, beim Blackwater-Artikel klappt das mit dem Zitat vor allem deshalb besser, weil da kein Foto drin ist.
Seite 11: Der Zensur-Schwerpunkt wird sich durch die ganze Woche ziehen. Es geht allerdings nur um das Ausland. Obwohl: Morgen geht es um die EU.
Seite 12: Die Zeichnung bezieht sich in dieser Woche immer auf den großen Debatten-Text mit der Utopie-Serie.
Seite 13: Da wollen wir jeden Tag so ein großes Foto aufmachen – als Einleitung zu dem nun folgenden hinteren Teil der taz. Und ist das heutige Foto mit der Zeile “Heavy Metal – Über den Sound der Jugend in Bagdad” nicht großartig?
Seite 14: Ja, das neue Format “Mitreden, obwohl ich keine Ahnung habe” funktionierte nicht so gut. Das haben wir jetzt in zwei Spalten und mit mehr Text gemacht. In der morgigen Ausgabe haben wir die Seite umgedreht: Mitreden und “Männer mit großem Gerät” sind oben, der Rest unten. Ist es so besser?
Seite 15: Ist heute noch großzügiger gestaltet. Sieht das nicht toll aus?
Seite 17: Da soll aber künftig auch etwas neues passieren, siehe etwa heute (die Seite hat heute die Seite 18) oder morgen (wieder auf der 17). Die Kolumne ist nun immer auf dieser Seite, die Medienmeldungen entfallen, stattdessen soll es dort nur einen großen Text geben statt einen mittelgroßen und einen kleinen.
Sport: Der Unfried-Artikel mit Frings erschien am Montag in der taz Nord auf Seite 22. Wenn alle Artikel in der überregionalen Ausgabe erscheinen würden, bliebe nichts mehr für die Lokalteile…
Bei den Seitenteasern auf der 3, 4 und 5 haben wir viel herumprobiert. Unser Layouter setzt auf das Konzept, dass die Schrift alleine funktioniert – er hat also viele Linien, Unterlegungen und Kästen abgeschafft. So ganz ohne jeden Hinweis funktionierten die Seitenteaser aber auch nicht – da war nicht klar, ob das jetzt eine Dachzeile zum Text darunter ist. Zwischendurch haben wir auch über eine graue Unterlegung nachgedacht, aber am Ende sind es eben die zwei Pfeile geworden. Zumindest funktioniert es, dass man erkennt, dass es sich um die Überschrift für die ganze Seite handelt.
April 20th, 2010 at 18:57
MAB says:
Natürlich runzle ich als Gewohnheitstier über manches die Stirn, aber damit kann ich auskommen. Lediglich die letzte Seite, da solltet ihr lieber euer Ganzseitenfoto platzieren – die beiden bisherigen Comics waren hohler als eine leere Seite. Lediglich das Fehlen der wichtigsten taz-Seite tut richtig weh. Die Verweise auf Online-Angebote nützen mir nix – dafür hab ich ja eine (gedruckte) Zeitung, dass ich mir meine Informationen nicht selbstständig besorgen muss.
Trotzdem – jetzt lernt man einiges schätzen, was man schon nicht mehr bemerkte – und wenn es für mich auch nicht so prickelnd ist, für die neuen “Macher” ist es das, und was wäre die taz ohne die nächste Generation und neue Ideen und Experimente?
April 20th, 2010 at 19:09
Klaudia says:
Ich hab mal eine Frage: Wieso wird eigentlich hier so viel über die Form (layout, Leerräume, fehlende Striche) und so wenig über die “neuen” Inhalte der u31-taz diskutiert? Mal von der Freude am Zuwachs an Netzinfos, die ja für Netzleser eher naheliegend sind, vermisse ich die Content-Debatte (“Debatte” darf man noch schreiben, wenn man wie ich Ü31 ist). Sieht man sich die neue taz vielleicht eher an als sie zu lesen?
April 20th, 2010 at 19:59
Oliver says:
Gefällt mir ausgezeichnet, die junge Taz. Sie hat etwas Elegantes – ohne die Trennlinien und mit den großformatigen Fotos sowie längeren Texten. Sie wirkt weniger banal.
Es ist immer gut, mal etwas zu lassen und radikal Neues zu wagen. Das es so gut würde, hätte auch ich nicht gedacht aber gehofft. Schön, dass ihr dies wagt.
By the way – Tom könnte auch mal was anderes machen bei seinen Touchés, dann treffen sie vielleicht wieder besser.
Erfrischend gut, behaltet das Layout bei. Viel besser!
April 20th, 2010 at 21:14
Markus says:
Nach der zweiten Ausgabe verlässt mich langsam die Geduld.
Ich möchte meine strukturierte, mit vernünftigem Inhalt ausgestattete Zeitung wiederhaben.
Könnt ihr die Kleinen nicht woanders spielen lassen?
April 20th, 2010 at 21:52
Dirk says:
Das Layout ist mir zu unübersichtlich – die Anordnung zu verspielt. Abgerundete Ecken – weia!
Mit taz 2 etc bin ich ohnhin nicht zufrieden, alleine der Begriff ist unlogisch – allerdings macht das jetzige Gemenge alles nur noch schlechter.
Ganzseitige Bilder in Häufung – Platz- und Papierverschwendung! Ich möchte Nachrichten (aktuelle!)Informationen, Hintergründe und erhellende Gedanken. Die Werktags-taz ist eine Tageszeitung und kein Kunstmagazin.
Das Comic – naja, einfach überflüssig – gähn.
(taz ohne Tom geht einfach nicht – sollte das weitergehen abonniere ich die Badische Zeitung… -:))
Der Artikel Nazi wird Mädchen gehört allenfalls in die Sonntaz – aber genauso in die FAZ am Sonntag. = gefühliges Feuilleton.
Ach ja, der Artikel über den Graffitikünstler zeigt aufs Schönste dessen antisoziale Seite – es ist nicht nur Sachbeschädigung sondern Gewalt gegen Menschen, wenn ein Zugfenster zugekleistert ist. Genauso wenig wie den Röhrenden Hirsch will ich gesprühte Lebensbewältigung aufgezwungen bekommen. Gebt diesen Künstlerseelen legale Wände und Biosprays – die meisten Graffiti passen hervorragend zum Gelben Sack = System Bronx. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens die Dosen auf dem Recyclinghof landen.
April 21st, 2010 at 09:07
Joachim says:
Die “neue” taz ist schön, vermisse sehr “verboten” und “die Wahrheit”. Also die letzte Seite, da sind jetzt so viele Bilder, das überschaue ich am frühen Morgen noch nicht
. Humor (den ich verstehe, s.o.) muss wieder her. Und für mich morgendlichen Schnelldurchblätterer waren die übersichtlichen Informationen auf den ersten Seiten wichtig. Ansonsten schön unaufgeräumt. Das ist dann mehr was für den Abend, da kann ich dann in Ruhe durchblättern. Lassen wir sie weiter üben, all die verschiedenen Wünsche unter einen Hut, ne besser in die taz bekommen.
April 21st, 2010 at 09:27
Harald Schmitt says:
Melde mich nun nochmal zu Wort:
Natürlich wäre eine Content-Debatte wünschenswert, aber dafür hatte ich bislang nicht die Zeit, dafür ausreichend viel zu lesen.
Was mich aber jeden Tag ärgert, ist der verschenkte Platz.
Ihr habt eh nur wenig Seiten, und auf denen wird viel zu viel Raum durch grosse Bilder verschenkt:
Heute etwa auf den Seiten 3, 5, 8, 16 und 19.
Von der Frechheit Seite 13 und dem Müll auf der letzten Seite ganz zu schweigen.
Die taz kauf ich mir gewiss nicht, um mir dann grosse Bilder anschauen zu müssen, dafür gibts Bild und Stern.
Ebenfalls ärgerlich:
taz zwei hatte eine Struktur – was jetzt geboten wird, ist ein beliebiger Mischmasch ohne Hand und Fuss.
Und warum bei der U31-taz all das fehlen muss, was mit zur taz gehört und sie mit ausmacht (verboten, wahrheit, Tom), will mir nicht in den Kopf.
Von meiner anfängliche Begeisterung ist daher nicht mehr allzuviel vorhanden.
April 21st, 2010 at 09:37
Gabriel says:
Als ziemlichem Neuleser der taz (bin erst ca. 1 1/2 Jahre dabei), muss ich sagen, dass mir der junge kreative Stilmix sehr gut gefällt (@Joachim: “schön unaufgeräumt” trifft es auf den Punkt). Die fehlenden Trennlinien vermisse ich jedenfalls nicht. Vielleicht brauchen ja die Bilder nicht ganz so groß sein, dann gibt es Platz für 2-3 Artikel mehr.
Tom, die Wahrheit und Verboten vermisse ich allerdings schon, da hat man sich zu schnell daran gewöhnt und die sind Markenzeichen der taz. Für Tom die Badische zu abonnieren, naja. Obwohl die Alternativen hier bei uns am Oberrhein sonst noch viel schlimmer sind.
Zum “Content”: Mehr davon!
Mich als eher jüngeren Leser der Taz haben die Artikel angesprochen. Das da nicht alles zu 100% für mich persönlich ins Schwarze trifft ist doch bei einer kontroversen Zeitung wie der taz normal. Geht mir auch sonst so. Hauptsache der Verstand wird dabei angeregt! Würden die meisten von uns denn sie sonst lesen?
Und auf die ganzen dpa-Schnipsel kann man wirklich gerne mal verzichten. Haben wir doch schon zuvor im Netz gelesen.
Ich bin jedenfalls sehr zufrieden und könnte mir auch öfter solche Umstellungen vorstellen.
April 21st, 2010 at 09:45
UllaK says:
Als Alt-Leserin(58) fehlt mir die letzte Seite – ohne Start in den Tag mit TOM und Wahrheits-Seite fehlt etwas …
Ansonsten sind es oft eher lange Artikel für eine Wochenendbeilage/ eine Journal – ich erwarte von einer Tageszeitung überwiegend aktuelle Berichte – Zeit für lange Hintergrundberichte in einem Layout einer Schülerzeitung eher nicht … und ständig in die DigiTAZ schaue ich auch nicht !
Wichtig – aber in der Länge auch f.d. Wochenendausgabe – die Themen Internet&Co.
Sehr spannend: die Serie Junge Utopien
April 21st, 2010 at 09:50
Erika says:
Noch eine Alt-Leserin der ersten Stunde: Taz ohne TOM bzw. Wahrheit ist wie Ei ohne Eigelb. Ansonsten finde ich die Aufmachung und viele Artikel erfrischend, freue mich aber auch wieder auf die “alte” taz.
April 21st, 2010 at 11:04
Prof. Dr. Jürgen Martens says:
Mehr Platz für Netzthemen: +++
ROTE Farbe im Kopf auf Seite 1 durch GRÜN ersetzt: —
Dem Nachwuchs früh vertrauen und schauen, was er kann: +++
April 21st, 2010 at 11:09
Krämer, Thomas says:
Liebe Redaktion,
Experimente können ganz nett sein, wenn sie gelingen. Dieses ist nicht gelungen.
Als langjähiger TAZ-Leser möchte ich mich in der Zeitung zu Recht finden und nicht immer suchen müssen, wo was steht.
Die TAZ ist keine Zweitzeitung!!!! Deshalb sind Meldungen auch wichtig.
Cartoons statt TOM beweist zwar die Kunstkenntnisse des/der Zuständigen, aber diese glaube ich auch so.
April 21st, 2010 at 11:32
Karin Biel says:
Der Verweise auf die Digitaz können eine gewisse Unzufriedenheit mit der “jungen” Taz nicht kompensieren. Ich frühstücke nämlich nicht vor dem PC.
Auf Details möchte ich nicht einsteigen, hierzu gibt es schon ausreichend kritische, aber auch positive Rückmeldungen, ich bin jedoch alles in allem froh, wenn der Montag naht und ich wegen TOM nicht den PC anwerfen muss. (Aber dies doch noch: Die großforfmatigen Bilder – Fotos, Zeichnungen usw. – sind Platzverschwendung.)
Eine Taz-Leserin der 1. Stunde und Genossin
April 21st, 2010 at 13:15
Thomas Ludwig says:
Eine taz ohne Tom ist keine abonnierte taz in meinem Briefkasten. Das ganzseitige “Comic”-Gekrakel ist für mich alten Sack (taz+15, Abonnent der gedruckten taz – also in den Augen der jetzigen “Machthaber” wahrscheinlich ein Ewiggestriger) einfach nur schlecht und Platzverschwendung.
Die größte Veränderung scheint mir darin zu liegen, dass das Internet in den Mittelpunkt gerückt wird.
1.) Auf Papier gedruckte URLs zu Themen, die angeblich keinen Platz finden in der gedruckten Ausgabe. Da allerdings viel Platz verschenkt wird (Mittwoch: Seite 13: ganzseitiges, nichtssagendes, unscharfes Foto; Seite 15: 1/6 Seite für eine große, magere Überschrift; Seite 16: 1/2 Seite für ein schlechtes (frontal geblitztes) Promotion(!)-Foto; Seite 20: ganzseitiges “Comic”-Gekrakel – macht ingesamt knapp drei verschenkte Seiten), kann ich nicht verstehen, warum diese verlinkten Artikel nicht in die gedruckte taz gekommen sind. Die taz (oder jede andere Tageszeitung) als gedruckte Linksammlung scheint mir das Gegenstück zum gern verhöhnten “Internet-Ausdrucken” zu sein.
2.) Das Internet als Thema scheint den jetzigen “Machthabern” ja sehr wichtig zu sein. Nachdem dieses Experiment ja “nach innen gerichtet” sein soll, werden damit also die “alten” MacherInnen der taz dezent darauf
hingewiesen, dass das Internet in der regulären taz nicht ausreichend behandelt wird. Ein Artikel wie z.B. “Die Internet-Mafia” ist allerdings weit davon entfernt so aktuell zu sein, dass er als Schwerpunkt auf Seite 3 einer Tageszeitung stehen müsste. Das Thema ist sogar ein so alter Zopf (im Moment jedenfalls), dass es höchstens
in der Sonntaz auf einer “Netz”-Seite Platz finden sollte.
3.) Wenn es wirklich dauerhaft so weit kommt, dass Themen nicht in der taz stehen, weil man das “sowieso schon am Tag vorher bei tagesschau.de gelesen hat”, dann geht die taz einen großen Schritt dahin, sich selbst überflüssig zu machen. Eine Art Magazin muss nicht täglich erscheinen, und wenn es sich schwerpunktmäßig mit “Netz”-Themen befasst auch nicht in gedruckter Form.
April 21st, 2010 at 14:10
Wordwatch says:
Die beste Änderung der umgedrehten taz-Hierarchie: Auf Seite 1 wird den Lesern endlich die unsäglich einfallslose und verquaste “Satire”-Kolumne ‘verboten’ nicht mehr zugemutet. Wenn es für Außenstehende einen Hinweis auf flache, bzw. klandestine Hierarchien im taz-Imperium gibt, so ist es die Tatsache, dass die kreativste und originellste Tageszeitung der Republik glaubt, sich jahrelang derart fade Satireentwürfe an solch herausragender Stelle leisten zu können.
Schmerzlich vermisst wird hingegen Tom, dessen tägliche Zucchini-Nasen allein schon das Abo wert sind.
Dennoch: Wenn er schon einmal eine Woche ausspannen darf, sind die ganzseitigen Comics der neuen Crew ein attraktiver Ersatz mit etwas Luft nach oben.
Da es ja ohne Ranking heute nicht mehr geht, heißt
mein bisheriger Vorschlag für die sieben Ausgaben dieser Woche :
1. …………
2. …………
3. …………
4. Haina
5. Reinhardt
6. Wagner
7. …………
April 21st, 2010 at 15:10
S. Heiser says:
@Wordwatch: Wir haben zwar einiges geändert in der taz, aber in dieser Woche wird es wie immer sechs Ausgaben geben, keine sieben…
April 21st, 2010 at 15:24
Dirk says:
Zurück zum Schülerzeitungslayoutmurks ist nicht unbedingt ein Beleg für Fortschrittlichkeit. Tageszeitung heißt für mich auch eigentlich mehr tagesaktuelle Berichterstattung (nix gegen gute Hintergrundrecherche) aber hier wird leider mit zuviel nichtaktuellen Beiträgen (heute: Nazi, Jungen, Mädchen; Der Bürgermeister…., Männer mit….; Ad acta legen) der knappe Platz in der Zeitung schlicht verschwendet, jammerschade. Das dafür die beste Seite weichen mußte (Die Wahrheit) ist beinahe schon ein Kündigungsgrund vor allem TOM gegen einen minderbegabten Zeichner auszutauschen ist Frevel pur! Gelungen: Bandenbildung und Wirtschaft+Umwelt
April 21st, 2010 at 23:20
Harald Schmitt says:
Die heutige taz ist nicht ernst gemeint, oder?
Über die Titelseite kannn ich nur den Kopf schütteln, Seiten 2 und 3 sind eine Unverschämtheit. taz-LeserInnen können – davon gehe ich aus – ganze Sätze lesen.
Wenn ich sowas will, kann ich an irgendeiner Hauptschule die Schülerzeitung holen.
Für so einen Müll kaufe ich nicht die taz.
April 22nd, 2010 at 09:08
Georgi says:
Die Karikatur über K.T.v.u.z. Guttenberg ist ganz toll. Etwas anstrengend zwar, man muss die taz drehen und wenden um die Inschriften der Denkmäler auf dem Hundefriedhof zu entziffern. Aber es lohnt sich. Sehr schön auch die Hundenamen wie Alkibiades oder der Alptraum des Freiherrn nach seiner Verwandlung im Taliban-Kessel.
Tom ist schön und gut, aber gelegentliche Abwechslung ist besser. Weiter so!
April 22nd, 2010 at 09:31
Ingo Günther says:
Es ist zwar alles irgendwie schon mal gesagt/geschrieben worden, aber trotzdem…
Die ersten drei Seiten sind heute (Mi) eine Zumutung. Die Titelseite wird (wie an den vorangegangenen Tagen auch) von sehr viel Leerraum dominiert. Ist das ein Konzept, oder fehlt es nur an den Möglichkeiten den Platz ansprechend zu füllen? Ich fand die taz, gerade was ihre Titelseite angeht, bisher herausragend. Das sollte wohl auch so sein, um die Kioskverkäufe anzuheben/hoch zu halten. Oder besteht die Innovation jetzt im Verzicht auf diese Spontankäufer?
Bei den Seiten 2 und 3 das gleiche Problem. Das ist nicht gestaltet, das ist gewürfelt. Und wieder viel zu viel Fläche für wenig Information (ganz abgesehen von so wertvollen Eintägen wie “X Munition – keine Angaben macht die Bundeswehr…”, “X Agenten – sind… …Diese Zahlen werden nicht veröffentlicht”).
Seiten 4 und 5: Ebenfalls “Schwerpunkt”. Einfach klasse. Viel Text, nichts richtig tagesaktuelles – im Gegensatz zu vielen vorher geschriebenen Kommentaren habe ich genau diese Seite der taz immer gemocht (gab es da früher nicht mal eine Sparte “das dröge Thema”?).
Dann folgen einige “normale” Seiten, an denen es nicht viel auszusetzen gibt. Die Themenschwerpunkte haben sich teilweise etwas verlagert – alles andere wäre auch eine Enttäuschung – das Layout ist nicht revolutionär, aber auch nicht deutlich schlechter.
“Gesellschaft, Kultur und Medien”:
Das ganzseitige Foto ist jetzt dreimal hintereinander gar gräußlich geraten. Nicht böse sein, aber das sieht sch… aus. Das liegt nicht immer an den Bildern (obwohl: am Dienstag schon), sondern einfach daran, dass die Drucktechnik das nicht hergibt. Zumindest bei der mir vorliegenden “Ausgabe West” sehe ich nicht das wahrscheinlich von euch gedachte schöne Bild, sondern eine relativ matschige, kontrastarme, verschlierte graue Masse. Und dann denke ich an all das Papier, das dafür drauf gegangen ist und auf dem viele langweilige Hintergrundinformationen Platz gehabt hätten. Oder weiter führende Texte zu den Schnipseln, die mit “…mehr auf taz.de/xxx” enden (die kann ich nie vertiefen, da der kleinste Raum in unserer Wohnung keinen Internetzugang hat).
Zum Ende:
Ja, auch ich vermisse die Wahrheit. Nicht so sehr den “TOM” (obwohl ich den auch sehr schätze), sondern eher “Wetter” und “Gurke des Tages” und den ganzen Rest. Ich bereite mich auch schonmal auf ein kreuzworträtselloses Wochenende vor (*schluck*), aber was mich viel betroffener macht, ist das auf der letzten Seite als Ersatz angebotene. Leider fällt mir außer “langweilig” und “gelegentlich ziemlich wirr” nichts dazu ein.
Da hätte ich von der “Jugend” wirklich mehr erwartet.
Fazit: Bitte, bitte legt ein bisschen mehr Wert auf die Gestaltung (vor allem der Titelseite). Der “Balken” zeigt ja, das da was geht.
April 22nd, 2010 at 11:51
S. Heiser says:
@Ingo Günther: Es mag für Sie zwar nur ein kleiner Trost sein – aber es wird das Wahrheit-Rätsel in der Samstagsausgabe geben.
April 22nd, 2010 at 12:25
Ashton says:
Das Experiment ist missglückt, finde ich.
Das vielleicht wichtigste Ergebnis dürfte sein, dass die “Jungen” jetzt vielleicht verstehen, dass es doch einiges an Erfahrung (und damit verbunden natürlich ein etwas höheres Lebensalter) bedarf, um täglich eine qualitativ hochwertige Tageszeitung zu produzieren.
Die taz dieser Woche kommt doch irgendwie daher wie eine Schülerzeitungsmäßig. Aktuelle Themen sind viel zu sehr in den Hintergrund gerückt, bzw. werden erst gar nicht angeschnitten.
Wahrscheinlich macht´s unterm Strich dann doch die gesunde Mischung aus Erfahrung und frischem Wind.
Für nächstes Jahr wäre es vielleicht ganz witzig, mal eine Geronto-taz-Woche zu veranstalten.
April 22nd, 2010 at 13:05
Ingo Günther says:
@S. Heiser: Danke für die Info.
Trost ist aber noch nicht nötig; ich sehe das Ganze nicht so negativ wie’s wohl geklungen hat.
Ich hatte einfach nur mehr ertwartet: Alle Leute (“Jung” und “Alt”), die bisher mit ihrer Kreativität und Kompetenz die taz so lesenswert machen – nur unter geänderter Regentschaft. Das klang für mich sehr vielversprechend – nach frischen Ansätzen in gewohnt solider Ausführung. Oder sitzen die “Alten” jetzt etwa in ihren Schaukelstühlen und lassen die “Jungen” ganz alleine rödeln, statt ihre Ideen und Konzepte mit umzusetzen?
April 22nd, 2010 at 16:20
S. Heiser says:
@Ingo Günther: Die große Mehrheit der Texte wurde in dieser Woche von den “Alten” geschrieben!
April 22nd, 2010 at 16:34
Ulla says:
… also die bunten Titel gefallen mir im Moment ganz gut
… die Linien zwischen den Artikeln hätte ich gerne wieder, ich finde sie (subjektiv) angenehmer als Lücken
… die ganzen Überschriften Größen- und anderen Unterschiede sind mir einfach nicht aufgefallen
… dass der Touché fehlt: ganz klar; der Comic auf der letzten Seite erschließt sich mir nicht (ist mir bei wenig Zeit einfach zu schwierig zu durchschauen)
… Hinweise aufs web: gefallen mir inhaltlich, hätte aber dann gerne entsprechend auf der ersten Seite online diese Hinweise wieder gefunden, da ich meist entweder die gedruckte taz vor mir habe oder online bin, was ich im gedruckten Exemplar geelsen habe und dann online vertiefen möchte wäre schön, schnell wieder zu finden
… aber ansonsten: mal schön, etwas anderes zu sehen und vermutlich ab Montag auch wieder schön “in den alten Lesetrott verfallen zu können”
Ulla
April 22nd, 2010 at 19:52
Andrea Bauer says:
Heute, 22.4., fand ich die Afghanistan-Seiten sehr gut!
Touché fehlt mir sehr! Und ich freue mich wieder auf die ‘alte’ taz.
Andrea Bauer
April 22nd, 2010 at 21:01
rupprecht says:
…..Ich möchte meine strukturierte, mit vernünftigem Inhalt ausgestattete Zeitung wiederhaben !!!!
Was mich am meisten ärgert, dass interessante Artikel oder Interviews gekürzt werden mit dem Hinweis auf taz.de
Ich habe unterwegs keinen Computer mit, wo ich weiter lesen könnte. Irgendjemand sagte es oben schon: die TAZ als Linksammlung finde ich auch etwas dürftig.
April 22nd, 2010 at 21:25
oliverms says:
So, Bilanz nach einer Woche “Machtübernahme”:
Die inhaltlichen Veränderungen sind sehr gut. Die Schwerpunktie Utopien und Zensur sind gut gewählt.
Lange Hintergrundtexte mit Abstand sind ein Markenzeichen der taz. Das Verhältnis “Langer Text – Kurze Meldung” sollte jedoch immer von der Nachrichtenlage abhängen.
Das Ressort “G,K&S” ist zu groß, bitte wieder trennen.
Hinweise auf ergänzende Texte unter taz.de sind gut, aber die Hinweiskästen zu groß.
Layout bitte wieder ändern. Ohne Trennstriche verschwimmen die Meldungen und Artikel zu sehr.
Titelseiten wirken dadurch oft halbfertig, besonders das der Dienstagsausgabe.
Also: Inhalt kann so bleiben, Layout nicht.
April 23rd, 2010 at 08:02
Neue Sachen mit Fußball und Medien machen (update) | Kontextschmiede says:
[...] die sich bei der taz bedanken wollen, weil sie in dieser Woche nicht nur in ihrem Sportteil Mut zum Experiment beweisen. Wir, die wir uns hier und in unseren Netzwerken austauschen, können [...]
April 23rd, 2010 at 10:03
Thomas Ludwig says:
Es sind zwar immer noch zwei “verschenkte” Seiten (13 und “Comic”) und der ein oder andere tote Winkel (z.B. S. 3 rechts oben, S. 12 rechts oben) zu beklagen, aber alles in allem ist das heute (Fr.) schon ok. Vor allem: Das GKM-Aufmacher-Foto auf S. 13 ist heute mal eines, das in Schärfe, Kontrast und Bildaufbau in dieser Größe wirklich gut aussieht. Thumbs up!
Vielleicht bräuchten die jungen Machthaber einfach ein Blatt (=4 Seiten) mehr?
Was ja wirklich auffällt, ist, dass ihr nichts lustiges im Blatt haben wollt: Kein verboten, keine Wahrheit, kein Tom und keine Karikatur. Warum?
April 23rd, 2010 at 10:25
Ute Finckh says:
Mein persönliches Fazit am 5. Tag der Jugend-taz: Die Artikel, die ich informativ fand, waren größtenteils von altgedienten Redakteurinnen und Redakteuren (Ulrike Winkelmann, diverse Auslandskorrespondenten, Jürgen Gottschlich…). Tom fehlt nicht nur mir, sondern auch meinem 21jährigen Sohn (und nachkolorierte alte Toms auf der Webseite sind eine Mogelpackung). Riesenbilder und Riesenüberschriften brauche ich dank meiner Gleitsichtbrille bis auf Weiteres nicht. Und über das Lebensgefühl und die Probleme prekär beschäftigter Menschen mit akademischer Ausbildung in den Dreißigern weiß ich jetzt wesentlich mehr, als ich jemals wissen wollte.
Ich freue mich auf die alte taz am Montag.
April 23rd, 2010 at 13:50
Sebastian says:
Sehr gut fand ich:
- Zusammenlegung von tazzwei, Kultur sowie Flimmern & Rauschen zu einem Ressort “Gesellschaft, Kultur & Medien”
- Mehr längere Texte und weniger Meldungen
- Ganzseitiger Comic (allerdings bitte höhere Qualität)
- Layoutveränderungen
Keine der Maßnahmen waren wirklich schlecht. Die Serie im Auslandsteil kann allerdings nerven, wenn das Thema nicht interessiert.
Hervorragende Idee: Experimentierwochen machen!
April 24th, 2010 at 19:48
Pit Rulff says:
Als Abonnent der ersten Stunde sage ich: weiter so. Die taz ist immer wieder für das Bürsten gegen den Strich gut. Auch in den eigenen Redaktionswänden.
April 25th, 2010 at 20:54