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von 28.01.2011

taz Hausblog

Wie tickt die denn? Der Blog aus und über die taz mit Innenansichten, Kontroversen und aktuellen Entwicklungen.

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Viele taz-Leser haben die tägliche Dschungelcamp-Kolumne kritisiert, die zwei der fünf Lebensgefährtinnen von Rainer Langhans für uns geschrieben haben. Besonders viel Unmut gab es über unsere Titelseite zum Rausflug von Langhans aus dem Dschungelcamp. Bisher kündigten sieben Leser ihr Abo, weitere reduzierten ihren Abo-Preis. Jetzt antwortet Daniel Schulz, Leiter des Ressorts taz2/Medien:

Daniel Schulz
Daniel Schulz
Liebe LeserInnen,

hätte die taz ignorieren sollen, dass Rainer Langhans ins Dschungelcamp geht? Viele von Ihnen glauben: ja. Wir haben uns nach längerem Abwägen anders entschieden. Denn mit Rainer Langhans ging einer der bekanntesten noch lebenden Protagonisten eines Teils der 68er-Bewegung ins Camp. Er traf auf das umstrittenste Format des Privatfernsehens. Die große Frage nach dem richtigen Leben im falschen stellte sich hier auf engem Raum. Es war auch klar, dass dieses Format ein großes Publikum haben, also Teil eines gesellschaftlich relevanten Diskurses sein würde. Aber wie sollten wir damit umgehen?

Sich Boulevardthemen von links zu nähern, geschieht in der Regel distanziert, per Draufsicht, das Spektrum reicht von ironisch bis angeekelt. Gerade in der Medienkritik greifen wir oft auf diese Perspektive zurück, und das ist auch richtig und wichtig. Aber Langhans und seine Lebensgemeinschaft waren bereits von allen Seiten gründlich vermöbelt worden. Die taz möchte anderen Perspektiven einen Raum geben, überraschen. Diese allzu wohlfeile Häme schied für uns also aus.

Zugleich wollten wir einen eigenen Akzent in der Berichterstatung setzen. So kamen wir mit den Kolumnistinnen ins Geschäft, denn ein solches war es. Die Texte sollte dem Thema prominent und gern auch selbstironisch – daher der Titel „Haremsdamen“ – Raum bieten, aber nicht die Berichterstattung dominieren, daher die kurze Form. Die Seite 1 war der fulminante Schlusspunkt des Konzepts.

Die Kolumne wird im Ressort und der ganzen Redaktion heiß diskutiert – sowohl die Idee als auch die Ausführung. Wenn ich „wir“ schreibe, dann meine ich also zuallererst die Chefredaktion, die Ressortleitung von taz2/Medien und die Unterstützer der Idee. Wir sehen uns als Teil der Vielfalt der taz und glauben, dass es ihre große Stärke ist, dass sich hier so viele unterschiedliche Menschen ertragen. In diesem Sinne verstehe ich eines am Langhans-Protest leider ganz und gar nicht: warum einige die ganze Zeitung und damit die gute Arbeit vieler Kollegen abbestellen, weil ihnen ein Aspekt darin nicht gefällt.

Daniel Schulz

Siehe auch taz-Chefredakteurin Ines Pohl auf meedia.de: „Wir wollten mit dem Langhans-Titel den medialen Hype brechen und haben uns dabei der Mittel der Boulevardpresse bedient und sie satirisch überhöht.“

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aktuell auf taz.de

kommentare

  • „Es war auch klar, dass dieses Format ein großes Publikum haben, also Teil eines gesellschaftlich relevanten Diskurses sein würde.“

    So muss man nicht unbedingt schließen. Großes Publikum muss nicht automatisch Relevanz bedeuten. Und auch keinen Diskurs; zumindest nicht, sofern man zwischen Diskurs und unreflektiertem Nacherzählen von Sendungsinhalten zur Werbung für eine Sendung aufgrund unsubstantiierter Hoffung auf Erhöhung oder Beibehaltung der eigenen Relevanz unterscheidet. Und selbst wenn man glaubt, zu reflektieren, sollte man dennoch vermeiden, die Wahrnehmung seiner Leser mit irrelevanten künstlich erzeugten Themen zu verkleistern und damit noch Werbung zu betreiben. Was alle anderen Zeitungen in Deutschland machen, sollte dabei auch nicht interessieren.

    „In diesem Sinne verstehe ich eines am Langhans-Protest leider ganz und gar nicht: warum einige die ganze Zeitung und damit die gute Arbeit vieler Kollegen abbestellen, weil ihnen ein Aspekt darin nicht gefällt.“

    a) Weil man ja nur ein Abo hat, was man kündigen kann. Es gibt ja kein Extra-Abo, mit dem man nur das Dschulgelcamp finanziert.
    d) Weil man der Taz-Redaktion zeigen will, dass ein Schwanz an der Hauswand etwas anderes ist, als es eine der Vielfalt wegen eingegangene Kooperation mit einer Boulvardzeitung wäre.

  • @ Sebastian Heiser

    Danke und mein Mitgefühl. Nervt Sie wahrscheinlich noch mehr als mich.
    Das hier können Sie natürlich auch gleich mal weglöschen (sorry), aber ich kenne ihre mail-Adresse nicht.

  • @ Bärbel Sauer

    „Meine mails an die Chefredaktion bleiben bis heute unbeantwortet und das zeigt mir, ihr seid genauso weit von euren Lesern entfernt, wie die Politik vom Volk.“

    Das ist natürlich schrecklich ignorant und unverzeihlich seitens der Chefredaktion.

    Sie haben alles Recht der Welt, gekränkt und beleidigt zu reagieren. Sie sind aber nicht dazu verpflichtet.

    Vielleicht könnten Sie ein wenig Verständnis für die Menschen (Pohl, Metzger, am Orde), die Ihnen durch ihre Nicht-Reaktion offensichtlich erheblichen Schmerz zugefügt haben, aufbringen, wenn Sie Folgendes bedenken:

    Die taz hat ca. 45.000 Abonnenten, über 10.000 Genossenschaftsmitglieder, ca. 10.000 verkaufte Kiosk-Exemplare, ca. 2.700 ePaper-Abonnenten. Hinzu kommen unzählige taz.de-Leser.

    Die Aufregung um die Dschungelcamp-Berichterstattung war riesengroß.
    Ist es da nicht sehr wahrscheinlich, dass die Chefredaktion mit einer wahren Flut von Leserzuschriften überschwemmt wurde?

    Vielleicht möchten Sie mal darüber nachdenken, ob Sie sich selbst mit Ihrer Erwartungshaltung gegenüber der Chefredaktion nicht möglicherweise ein wenig zu wichtig nehmen?
    Aufgabe der Chefredaktion dürfte es in erster Linie sein, dafür zu sorgen, dass auch am nächsten Tag eine Ausgabe der taz erscheint. Und nicht das persönliche Beantworten einer jeden Leserzuschrift.

    Für wen könnte es schlimmer sein, wenn Sie ihr Abo und/oder Ihren Genossenschaftsanteil kündigen?
    Für die Chefredaktion oder für Sie selbst? Die taz würde 1/45.000 ihrer Abonnenten verlieren, Sie würden die tägliche taz auf dem Frühstückstisch verlieren.

    Ich hoffe nun, dass ich Ihnen mit meinem ausführlichen Eingehen auf ihr Anliegen ein wenig von Ihrem Frust nehmen konnte – auch wenn ich natürlich kein Mitglied der Chefredaktion bin.

  • Klar. Wenn man Scheiße gebaut hat, dann hilft nur Augen zu und durch. Das ganze noch etwas mit pseudointellektuellen Geschwurbele zu Brecht garniert und das Ganze zur Satire umgemünzt. Ich werde mein Abo nicht kündigen, aber ich erwarte schon eine etwas selbstkritischere Stellungnahme zur berechtigten Kritik an dieser Art ein Nullereignis so zu hypen.

  • Liebe taz Redaktion,

    ich kann mich dem Beitrag von felix nur komplett anschließen.

    Meine mails an die Chefredaktion bleiben bis heute unbeantwortet und das zeigt mir, ihr seid genauso weit von euren Lesern entfernt, wie die Politik
    vom Volk. Wer R. Langhans ikonisiert, der muss mir mal erklären, weshalb?
    Ich komme aus der Zeit und er hat sich nie politisch hervorgetan.
    Sein geblubber über Uschi O. zeigt nur, dass er einer großen Liebe hinterher läuft und gar nicht merkt, dass er mittlerweile alt geworden ist.
    Die beiden Kolumnistinnen gehören auch nur zu der selbstdarstellenden Szene, die sich in der Vergangenheit auch nicht durch politische Themen
    hervorgebracht haben.
    Die Titelseite mit Langhans empfand ich als größte Ignoranz der Leserbriefe und des Protests und das wird Konsequenzen haben, ich verzeihe dies nicht und werde mein Abo kündigen und auch mein Genossenschaftsanteil.
    Da ihr anders nicht reagiert, gilt meine Devise Abstimmung mit meinen Möglichkeiten – Schade!!!!!!!!

  • Das Herr Langhans ins Dschungelcamp einzog, war auch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis (haha ich bin sogar über 30) ein Thema. Wieso sollte sich den TAZ elitär und Unterschichts-TV-kritisch der Berichterstattung darüber entziehen? Sie greift ein Kuriosum auf, und ein solches ist es natürlich. Die Schuhwerbung (jeder weiss was ich meine) ist nur eine weitere Facette. Ich finde die Form wie die Taz das aufbereitet hat absolut großartig. Wer sich schämt, ein Rainer-Titelbild auf der Taz in der Strassenbahn herumzuzeigen, sollte vielleicht einmal an seinen Komplexen arbeiten. Mir, gelinde gesagt, ist es doch scheissegal wer was wie über mich denkt, nur weil ich einen bestimmten artikel lese. Beim Arzt ertappe ich mich sogar hin und wieder wie ich diverse Lesezirkel-Mappen durchlese. Soll ich jetzt verschämt rot anlaufen?

    Leute, wer das derart Ernst nimmt, quasi religiös, wenn die Taz sich wie ich finde berechtigtermaßen in alle gesellschaftlich relevanten Richtungen positioniert und die Vielfalt des Landes wiederspiegelt, der mag doch bitte alte Radikal-Heftchen mit in die Strassenbahn nehmen.

    Und ja, auch ich finde, ihr seid Spiesser.

  • Warum ich diese Angriffe auf die taz und Ines Pohl nicht ertragen will?
    Vermutlich, weil ich sowohl die taz und auch Ines Pohl sehr mag, schätze und achte und mich indirekt persönlich beleidigt fühle.

  • Lieber Sebastian Heiser, bzw. Blog-Verantwortliche(r),

    gibt es denn keine Möglichkeit, die IP-Adresse von „Der Moslem“ dauerhaft zu sperren?
    Ich möchte nicht immer mal wieder mit diesen degoutanten Primitivitäten konfroniert werden.

  • Btw, Du bist echt fett geworden, Schulz.
    Kommt von zuviel Schweinefleisch. Vermutlich furzt Du auch dauernd. Die Titten kommen übrigens vom Östrogen, falls Du Dich wundern solltest.

  • Liebe Redaktion

    trotz eurer langen Diskussionen ob nun ueber Langhans und Dschungelcamp zu berichten waere scheint ihr doch uebersehen zu haben wie sehr ihr euch vom „umstrittensten Format des Privatfernsehens“ habt instrumentalisieren lassen. Nur weil man versucht einen etwas anderen Blickwinkel auf einen stinkenden Misthaufen zu waehlen bleibt es doch nur ein Misthaufen. Darueber kann man einmal schreiben, aber dann ist alles wichtige gesagt. Und nur weil Dschungelcamp mit Langhans viel Aufmerksamkeit unter der Bevoekerung auf sich zieht, macht es das nicht zu einem gesellschaftlich relevanten Thema, das intensivst verfolgt werden muss. Peinlich eure Argumentation! Ich werde mir in Zukunft jedenfalls 2 Mal ueberlegen, ob ich mir die taz am Kiosk kaufe.

  • Eine Chefredaktion kann keine Satire! Vermutlich ist diese Humorfreiheit bereits in der Stellenbeschreibung verankert, aber dann sollte man besser der hauseigenen „Wahrheit“ diesen Job überlassen. Die wissen wenigstens, wie sie mich – gekonnt – ärgern können.

    Der Langhans ist ne arme Wurst, kein 68er. Wenn Bertelsmann daraus nen armes Würstchen macht – so what, er hat sich freiwillig vor die Kameras begeben. Das, übrigens, hat ihn seit jeher ausgezeichnet. Ist das die Satire?

    Liebe Freizeitsatiriker: nein, eher nicht. Ihr seid nur ungewollt lustig, wenn ihr beispielsweise in einem Kommentar mit dem Titel „Brecht hätte Langhans gesehen“ die schäbige Schabenshow als, wörtlich „intellektuelle Herausforderung“ verkaufen wollt.

    Wer angesichts solcher Kapriolen das Abo wirft, handelt selbst ziemlich humorbefreit. Aber in einem Punkt haben wir Kritiker recht: Es ist ziemlich erbärmlich, sich auf Kosten vieler Bäume und bar aller Vernunft auf diesen Dschungelscheiss einzulassen, um nach ersten bösen Briefen der ganzen Veranstaltung posthum das Satire-Label zu verpassen.

    Satire darf bekanntlich alles – oder etwa nicht? Dazu empfehle ich den Hobbyisten in der Redaktion eine nachdenkliche Lektüre:

    http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/wir_ueber_uns/wasdarfsatire100_page-1.html

  • Vielleicht kann Herr Schulz uns in diesem Sinne auch nochmal erklären, wie man denn eine halbe Zeitung abbestellen soll?

    Einzelne schlechte Artikel würde man Euch ja verzeihen, selbst wenn sie das halbe Blatt füllen. Diesen Bonus genießt Ihr in der breiten Leserschaft – ob das so gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt, aber in den Kommentaren findet sich ja auch häufig die euphemistische Bezeichnung „linke Zeitung“. Eure Kunden sind da sehr treu.

    Man verzeiht es, dass weder die Praktikanten bezahlt werden, noch etwas leisten müssen. Dass Ihr Etats ungerechter verteilt, statt sie zu erhöhen, erstmalig schwarze Zahlen schreibt und trotzdem das Qualitätsniveau gegenüber den Konzernmedien überdurchschnittlich senkt.

    Und nun wird ausgerechnet Scripted Reality von RTL zu Eurem persönlichen Stuttgart21. Gewiss wird es gut ausgehen, der Wutbürger neigt zum Vergessen und fühlt sich ohnehin alternativlos. Vielleicht könnte Langhans himself zwischen Pohl und den Protestlern vermitteln – mit Liveticker aus dem tazcafe.

    Nur gibt es eben Menschen, die mehr wollen, als eine halbgute Zeitung, die mit Unprofessionalität im Text und wenig Souveränität in der Führung da steht. Sie wollen diese Zerreisproben nicht und sind sauer, dass Ihr diese immer wieder forciert. Sie wollen auch die gelebte Demokratie auf dem scheinbaren Niveau einer Schüler- oder Studentenvertretung nicht mehr, keine Zeitung, die erst lange im Plenum diskutiert, bis sie die falsche Entscheidung zu einem banalen Thema trifft.
    Nein. Sie wollen guten Journalismus.
    Sagt diesen Leuten doch ehrlicherweise, dass Ihr sie nicht als Leser wollt.

    Dann passt das.

  • Ich finde eine Boykott bzw eine Abokündigung absolut richtig, da man mit dem Kauf von eurer Zeitung diesen Müll mit finanziert. Dass ihr die Mediengeilheit von Langhans auch noch unterstützt geht ganz klar zu weit und ich finde es gravierend genug, nachdem scheinbar auch viele und massive Beschwerden eingegangen sind und ihr nicht entsprechend reagiert habt, es mit diesen mitteln zu ahnden. Ihr habt euch damit fast zu einer linken Bild degradiert.
    Und einen Medienhype bricht man nicht, in dem man mitmacht sondern sich KOMPLETT verweigert (ihr hättet das Camp lieber totschweigen sollen).
    Mal abgesehen davon, was hat Langhans denn tolles geleistet, dass ihr ihn dermassen ikonisiert? Genau genommen ist er doch nur ein komischer Vogel wies heutzutage jede menge gibt!!!

  • Habt ihr euch einmal überlegt, wie man dasteht, wenn man als erwachsener Mensch mit einer als kritisch bekannten Zeitung in der S-Bahn steht, auf der riesengroß das Konterfei von diesem Langhans abgebidet ist? Der junge Kollege hat keine Ahnung, dass die Kommune I und II überhaupt keinen Einfluss auf die 68-Bewegung hatte, sie wurde nur als abschreckendes Beispiel von der traditionellen Presse aufgegriffen und ausgenutzt. Auch ich wollte mein Abo abbestellen, aufgrund der noch guten ausländischen Artikel habe ich erst einmal darauf verzichtet. Eure Leser sind keine unter 30Jährigen!
    Gruß
    Fritzchen

  • Ihr habt echt nichts anderes zu tun, als über das Dschungelcamp zu schreiben und nachzudenken und zu allem Überfluss darüber zu schreiben, dass ihr darüber nachdenkt. Freue mich schon auf den nächsten Hausblogeintrag „Warum die taz über die Berichterstattung zur Berichterstattung über das Dschungelcamp berichtet“. Eigentlich ist das noch viel peinlicher, als es die Kolumne jemals hätte sein können, andererseits macht es Spaß dabei zuzusehen, wie Ihr euch windet. Erinnert ein bisschen an den Titanic-Film, der ist natürlich grausig, aber man freut sich umso mehr, wenn das Schiff endlich sinkt.

  • Könnte ich mir ein Abo dauerhaft leisten, so würde ich es jederzeit tun. Die Aufregung einiger Leute über die angesprochene Titelseite kann ich nur zum Teil verstehen.
    Natürlich muss die Leserschaft der taz ständig überprüfen, ob die taz inhaltlich noch ihrem Anspruch genügt, aber wegen jeder Kleinigkeit gleich zu kündigen ist eben auch nicht mit dem Anspruch eines Taz-lesers vereinbar. Wie soll man den eine gute linke Zeitung erhalten, wenn man sich gleich aus dem Staub macht, wenns nicht mehr so läuft. Das soll kein direkter Vorwurf sein. Es ist aber nunmal so, dass eine zentrale Einrichtung zum Schutz der taz-Individualität die Genossenschaftsform ist. Und eine solche kann ohne Ihre Mitglieder nicht existieren. Und sollte diese einmal sterben, wird die taz auf den Massenmarkt angewiesen sein. Und dann wird sie nicht mehr in der Lage sein die Vielfalt von heute zu halten. Eine Vielfalt, die einen noch überaschen kann. Und ich kenne kaum noch eine Zeitung, die das ernsthaft vermag ….

    PS: Ich bin ein jugendlicher Schreiber und dafür zurecht zu belangen (21 Jahre)

  • Die Versuche, diejenigen durch Ausdrücke wie „Neo-Spießer“ (und mehr in anderen Kommentaren der letzten Tage) zu disqualifizieren spricht nicht gerade für die Reife der Schreiber.
    Ich würde behaupten, dass die taz-Berichterstattung über das sogenannte Dschungel-Camp für viele das Fass zum Überlaufen gebracht hat und nicht unbedingt der alleinige Grund für eine Kündigung war/ist. Es ist ja nicht der erste „Ausrutscher“ in den letzten Jahren (und wird IMHO auch nicht der letzte sein, auf dem Weg zum Mainstream). Wenn man das aber einsehen wollte, müßte man ja darüber reflektieren, und das ist anscheinend zu viel verlangt.
    Ich bin jedenfalls in meiner vor Jahren getroffenen Entscheidung das taz-Abo (und meine Genossenschaftsmitgleidschaft) zu kündigen, durch die letzten Tage bestätigt worden.

  • Also ich fand die Texte zwar nicht sooo witzig, wie sie vielleicht hätten sein können, aber das Thema in der taz aufzunehmen, war definitiv ok!
    Das sich viele Leser beschweren war einerseits abzusehen, andererseits erscheint es mir geradezu als lächerlicher „Reflex“ der Neo-Spießer gegen das Unterschichts-TV…
    Ich behalte mein Abo auf jeden Fall! :-)

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